Und ja, Kinder sind grausam weil sie einfach soziales Verhalten lernen müssen, das ploppt nicht einfach so im Gehirn auf wenn man 18 oder 20 ist, sondern es ist das Ergebnis eines Lernprozesses. Dieser Lernprozess wird aber sicherlich nicht gefördert indem man Kinder uniformiert.
Ich denke dieser Satz sollte eindeutig als der wichtigste der Diskussion nochmal betont werden. Das unter diesem Lernprozess einige leiden müssen ist leider auch traurige Wahrheit aber lässt sich nicht aus der Welt schaffen.
Zur Ursprungsfrage:
Ja ich kenne Mobbing in Bezug auf Modefragen und vor allem „Markenklamotten“ oder nicht. Habe ich auch am eigenen Leib erfahren müssen.
Was ich nicht kenne ist Mobbing wegen Klamotten. Die Klamotten sind NICHT der Grund zum mobben, das ist maximal der Anlaß. Der Grund dafür gemobbt zu werden liegt woanders aber bestimmt nicht an den Klamotten, am Haus oder ähnlichen. Wer den offensichtlichen Anlaß als Grund nimmt, macht sich die Sache zu einfach. Als Kind fällt man darauf natürlich rein, kann man ja gar nicht anders. Man geht zur Schule und wird gehänselt wegen der Schuhe oder in meinem Fall (bin leidenschaftlicher Teetrinker) wegen der Thermoskanne Tee die man dabei hat.
Der Grund ist meistens einfach der das man nicht direkt mit der „Klassengemeinschaft“ mitzieht. Nächstens ist der Grund, dass eine Gruppe von Menschen Opfer braucht. Klingt gemein aber wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist dann bemerkt man das jeder "mobbt"Falsches Wort ich weiß, ich will aber nur den Grundmechanismus ansprechen und nicht die Unterscheidung zwischen einfachem „Lästern“ und „Mobbing“ liegt nämlich erstens nur in der Intensität und ist zweitens ganz stark von der Wahrnehmung des Opfers abhängig.. Die Frage ist nur wie offensichtlich. Greife ich mein Opfer direkt an? Lästere ich hinterm Rücken? Verstecke ich Sachen von meinem Opfer, mache ich etwas kaputt? [Eine Sache ist dabei immer ganz wichtig]
Aus Opfersicht: Mir war es immer am liebsten wenn jemand versucht hat mich direkt zu verprügeln, auch wenns zwei oder drei auf einmal waren. Da wusste ich wenigstens wie ich mich verhalten musste. Damit konnte ich immer besser umgehen, als mit dem wegnehmen von Schulsachen oder so.
Nach dieser (wie immer recht langen) Einleitung komme ich zum Thema Schuluniform:
Die Klamotten sind also nicht Grund fürs Mobbing, dann kann eine Uniform wohl nichts ändern. Thema beendet.
Leider nicht so einfach. Eine Schuluniform könnte dafür sorgen die offensichtlichen Anläße zu verringern, könnte deshalb dafür sorgen, dass es innerhalb einer Klasse mehrere Opfer gibt. Wenn diese Opfer dann in verschiedenen Kleingruppen der Klasse sind, so dass Opfer A zusammen mit Gruppe A über Opfer B herzieht. Während das in Gruppe B gegen C vorgeht und C vielleicht in seiner Gruppe gegen A. Dann ist das alles kein Problem, damit wird das alles nicht als Mobbing angesehen, sondern einfach nur als „ich kann den da halt nicht leiden.“ Dann haben A und B halt einfach eine Meinungsverschiedenheit, da aber beide ihre Gruppen haben in die sie sich „zurückziehen“ können ist das Problem gelöst.
Diese Situation aufzubauen könnte durch Schuluniformen unterstützt werden. Die bisherigen positiven Ergebnisse zur Einführung scheinen das ja auch zu bestätigen (an der Stelle will ich Danzig bestätigen, dass was er da anmerkt hab ich auch schon gehört und es klingt plausibel). Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, dass Schuluniform = keine sozialen Spannungen mehr heißt.
Abgesehen davon bin ich persönlich trotzdem gegen Schuluniformen… was aber damit zusammenhängt, dass ich meine Zeit als „Mobbingopfer“ als sehr charakterstärkend bewerten würde. Mir hats gut getan der geprügelte Außenseiter zu sein. (Ich rate trotzdem davon ab mir da nachzueifern, während der Zeit war es doch ziemlich belastend und wer weiß wie ich mich ohne Mobbing entwickelt hätte… vielleicht wäre ich ja auch so recht gut gelungen ^^)
Was Kleidung und Denken angeht: Ich kann das vollkommen bestätigen das die Kleidung das Verhalten grundlegend ändert. Ich verhalte mich auf jeden Fall anders je nachdem was ich trage. Gut wenn ich hier zuhause bin verhalte cih mich gleich egal in welchen Klamotten oder nur unter Freunden das ist auch egal. Aber sobald jemand „fremdes“ dabei ist, haben meine Klamotten eine Auswirkung auf mein Verhalten.
[Ok da kam jetzt viel nach, hab den Post gefühlte 5 mal gelöscht und neu angefangen… wurde immer viel zu schnell OT, naja mal sehen ob gleich noch was editiert wird]