Schulkleidung / Schuluniformen

Schuluniformen?
Och nöö! Ich habe es als Kind furchtbar gehasst, Kleider zu tragen, in denen ich mich nicht wohl gefühlt habe. Nicht alles, was gut gemeint ist, tut auch tatsächlich gut.

Uniformieren …, kasernieren …, Gehirn amputieren …, klasse Idee!
Das hat wohl auch Roger Waters gedacht, als er seine Schulzeit musikalisch aufgearbeitet hat:
[video]http://www.youtube.com/watch?v=37Zso3qXMbc&feature[/video]

Ich wusste, dass irgendjemand irgendwann mit genau diesem Video kommt. Das meinte ich damit, wenn ich schreibe, eine Kampagne könnte (unbegründete) Vorurteile abbauen. :roll:

Uniformieren …, kasernieren …, Gehirn amputieren …, klasse Idee!

Du hast noch vergessen zu erwähnen, dass jeder, der eine Schulkleidung trägt, als Erwachsener zu einem seelenlosen Nazi mutiert. Dann haben wir alle Klischees durch. :roll:

  1. Eure Individualität definiert sich über Kleidung? Tolle, tiefgründige Individualität…

Äh, ja, und deine Individualität drückt sich also nicht in der Kleidungswahl aus, oder wie?

  1. Was ist an Kleidung aus H&M, Pimkie & Co. denn individuell? :roll:

Bisher war hier nur die Rede von individueller Wahl der Kleidung im Allgemeinen, die Marken/Händler bringst du jetzt erst rein. Freie Kleidungswahl abseits von Schuluniformen kann ja auch bedeuten, dass man im Winter den Pullover trägt, in den Oma mit viel Liebe einen SuperMario auf Pilzen gestrickt hat.
Und selbst mit H&M, Pimkie und ähnlichem kann man individuell sein, wenn man die Klamotten nicht so anzieht, wie sie von der Stange kommen, sondern sich noch mit Ziernieten, Spitze und was Mutterns Nähkorb sonst so hergibt daran zu schaffen macht.

Und ja, Kinder sind grausam weil sie einfach soziales Verhalten lernen müssen, das ploppt nicht einfach so im Gehirn auf wenn man 18 oder 20 ist, sondern es ist das Ergebnis eines Lernprozesses. Dieser Lernprozess wird aber sicherlich nicht gefördert indem man Kinder uniformiert.

Ich denke dieser Satz sollte eindeutig als der wichtigste der Diskussion nochmal betont werden. Das unter diesem Lernprozess einige leiden müssen ist leider auch traurige Wahrheit aber lässt sich nicht aus der Welt schaffen.

Zur Ursprungsfrage:
Ja ich kenne Mobbing in Bezug auf Modefragen und vor allem „Markenklamotten“ oder nicht. Habe ich auch am eigenen Leib erfahren müssen.
Was ich nicht kenne ist Mobbing wegen Klamotten. Die Klamotten sind NICHT der Grund zum mobben, das ist maximal der Anlaß. Der Grund dafür gemobbt zu werden liegt woanders aber bestimmt nicht an den Klamotten, am Haus oder ähnlichen. Wer den offensichtlichen Anlaß als Grund nimmt, macht sich die Sache zu einfach. Als Kind fällt man darauf natürlich rein, kann man ja gar nicht anders. Man geht zur Schule und wird gehänselt wegen der Schuhe oder in meinem Fall (bin leidenschaftlicher Teetrinker) wegen der Thermoskanne Tee die man dabei hat.

Der Grund ist meistens einfach der das man nicht direkt mit der „Klassengemeinschaft“ mitzieht. Nächstens ist der Grund, dass eine Gruppe von Menschen Opfer braucht. Klingt gemein aber wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist dann bemerkt man das jeder "mobbt"Falsches Wort ich weiß, ich will aber nur den Grundmechanismus ansprechen und nicht die Unterscheidung zwischen einfachem „Lästern“ und „Mobbing“ liegt nämlich erstens nur in der Intensität und ist zweitens ganz stark von der Wahrnehmung des Opfers abhängig.. Die Frage ist nur wie offensichtlich. Greife ich mein Opfer direkt an? Lästere ich hinterm Rücken? Verstecke ich Sachen von meinem Opfer, mache ich etwas kaputt? [Eine Sache ist dabei immer ganz wichtig]
Aus Opfersicht: Mir war es immer am liebsten wenn jemand versucht hat mich direkt zu verprügeln, auch wenns zwei oder drei auf einmal waren. Da wusste ich wenigstens wie ich mich verhalten musste. Damit konnte ich immer besser umgehen, als mit dem wegnehmen von Schulsachen oder so.

Nach dieser (wie immer recht langen) Einleitung komme ich zum Thema Schuluniform:
Die Klamotten sind also nicht Grund fürs Mobbing, dann kann eine Uniform wohl nichts ändern. Thema beendet.
Leider nicht so einfach. Eine Schuluniform könnte dafür sorgen die offensichtlichen Anläße zu verringern, könnte deshalb dafür sorgen, dass es innerhalb einer Klasse mehrere Opfer gibt. Wenn diese Opfer dann in verschiedenen Kleingruppen der Klasse sind, so dass Opfer A zusammen mit Gruppe A über Opfer B herzieht. Während das in Gruppe B gegen C vorgeht und C vielleicht in seiner Gruppe gegen A. Dann ist das alles kein Problem, damit wird das alles nicht als Mobbing angesehen, sondern einfach nur als „ich kann den da halt nicht leiden.“ Dann haben A und B halt einfach eine Meinungsverschiedenheit, da aber beide ihre Gruppen haben in die sie sich „zurückziehen“ können ist das Problem gelöst.
Diese Situation aufzubauen könnte durch Schuluniformen unterstützt werden. Die bisherigen positiven Ergebnisse zur Einführung scheinen das ja auch zu bestätigen (an der Stelle will ich Danzig bestätigen, dass was er da anmerkt hab ich auch schon gehört und es klingt plausibel). Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, dass Schuluniform = keine sozialen Spannungen mehr heißt.

Abgesehen davon bin ich persönlich trotzdem gegen Schuluniformen… was aber damit zusammenhängt, dass ich meine Zeit als „Mobbingopfer“ als sehr charakterstärkend bewerten würde. Mir hats gut getan der geprügelte Außenseiter zu sein. (Ich rate trotzdem davon ab mir da nachzueifern, während der Zeit war es doch ziemlich belastend und wer weiß wie ich mich ohne Mobbing entwickelt hätte… vielleicht wäre ich ja auch so recht gut gelungen ^^)

Was Kleidung und Denken angeht: Ich kann das vollkommen bestätigen das die Kleidung das Verhalten grundlegend ändert. Ich verhalte mich auf jeden Fall anders je nachdem was ich trage. Gut wenn ich hier zuhause bin verhalte cih mich gleich egal in welchen Klamotten oder nur unter Freunden das ist auch egal. Aber sobald jemand „fremdes“ dabei ist, haben meine Klamotten eine Auswirkung auf mein Verhalten.

[Ok da kam jetzt viel nach, hab den Post gefühlte 5 mal gelöscht und neu angefangen… wurde immer viel zu schnell OT, naja mal sehen ob gleich noch was editiert wird]

… Achja, wegen der Selbstmordate in Japan: der Hauptgrund liegt bei dem krassen Leistungsdruck. Doch hat dies nix mit der Uniform zu tun. Oder springen in England die Schüler reihenweise von der Brücke?

In England gibt es traditionsreichere Wege, sich umzubringen; Brücken werden nur zum „Trainspotting“ gebraucht. In Japan aber fasst man sich (zumindest im Film…) für den Suizid gemeinsam an der Hand, um beim kollektiven Absprung in den Tod ein schönes Bild abzuliefern - in gemeinsamer Schuluniform sieht das dann ganz schick aus: s. Sion Sonos „Suizide Club“ Suicide Circle (2001) - IMDb , man sehe das Still Nr.8 von 14 Suicide Circle (2001) an. Ein paar Jährchen später haben Filmemacher immer noch ein schlechtes Bild von Japans Jugend: s. Tetsuya Nakashimas „Confessions“ Geständnisse (2010) - IMDb Die japanischen Filmemacher möchten die Schuluniformen aber gern beibehalten wissen, in blutigen Dramas kommt der Kontrast „rot-auf-weiss“ ästhetisch immer ganz hübsch rüber… Deutsche Filmemacher halten dagegen Schuluniformen sowieso für einen Schritt in die falsche Richtung: Die Welle (2008) - IMDb

Wie ich bereits schrieb, bin ich gegen eine Zwangseinführung. Aber ich finde, dass Bund und Länder z. Bsp. eine Werbekampagne für Schulkleidung starten könnten. Die endgültige Entscheidung, ob sie dann auch eingeführt wird, sollte dann aber immer noch bei Eltern und Schülern liegen.

Genau da liegt die Entscheidung bestimmt nicht. Das ist im Endeffekt eine Entscheidung der Politk/ Schulbehörde. Und gerade während meiner Schulzeit (btw in Thüringen) hab ich die Erfahrung gemacht, dass sich diese Leute einen Dreck um die Bedürfnisse der Schüler kümmern. Es wird alles gemacht nur um mal in den Medien gut dazustehen. Die reale Situation in den Schulen zu verbessern steht da hinten an. Ich könnte da jetzt einige Beispiele nennen, aber das würde zusehr OT führen. Der Punkt ist einfach nur der, dass es eine Entscheidung ohne Beteiligung der Betroffenen gefällt wird und eher vom Ausgang der nächsten Wahl abhängig sein wird.

Dann ist da noch eine andere Sache die mich mal interessiert. Ich persönlich kennen keinen der mal Schuluniformen tragen musste. Mein ganze Vorstellung wie solche Uniformen aussehen stammt mehr oder weniger aus dem Fernsehen. Was ich so gesehen/gehört habe, sollen ja die Kleidungsvorschriften sehr strikt sein. Also von wegen Mädchen im Sommer nur Röcke und keine Hosen und Jungs auch im Hochsommer nur mit langen Hosen und Halbschuhen.
Stimmt das denn? Gibt es solche strikten Vorschriften? Werden dadurch Personen mit „unvorteilhaften Körperbau“ nicht benachteiligt?

Das kann man jetzt z.B. aus der Deutschen sicht natürlich so sehen, weil wir es ja nicht anders kennen. Aber schau Dir zum Beispiel mal das japanische Schulsystem an.

Ich denke nicht, dass das japanische oder chinesische Schulsystem mit ihren Schuluniformen uns Deutschen als Vorbild gereichen kann. Die Japaner und Chinesen haben ein anderes Obrigkeitsdenken und Kollektivdenken in ihrer Gesellschaft und Kultur.

Ich finde es viel wichtiger, dass die Persönlichkeit und der Mut zur Individualität der Kinder in den Schulen gestärkt wird, als sie in solchen Zwangsjacken wie Schuluniformen einzuzwängen und zu vereinheitlichen. Die Menschen sind nicht gleich, sondern individuell. Die Kleidung ist ein Ausdruck der Individualität, sie definiert sie aber nicht. Bescheidenheit und Toleranz kann man auch ohne Schuluniformen lehren. Es gibt übrigens auch einen Unterschied zwischen dem Markendruck der Mitschüler, und dem Zwang von Schuluniformen. Gegen das Mobbing der Mitschüler kann man als Schüler was unternehmen, gegen Schuluniformen nicht. Anchantia, man muss die Kinder nicht vor sich selbst schützen, viel wichtiger ist es, dass sie lernen sich selbst zu verteidigen, sowie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Und sei es gegen Mobbing in den Schulen. In dem Sinne sehe ich den Erziehungswert.

Und ja, Kinder sind grausam weil sie einfach soziales Verhalten lernen müssen, das ploppt nicht einfach so im Gehirn auf wenn man 18 oder 20 ist, sondern es ist das Ergebnis eines Lernprozesses. Dieser Lernprozess wird aber sicherlich nicht gefördert indem man Kinder uniformiert.

Ich denke eher, dass es umgekehrt ist, Kinder lernen erst mal diese Vorurteile durch ihre Erziehung und ihr soziales Umfeld. Das ist vorher auch nicht einfach so im Gehirn aufgeploppt.

Sozialverhalten muss erlernt werden, auch wenn man bereits vorher Vorurteile durch die Erziehung mitbekommen hat. Hier sehe ich einfach nicht den förderlichen Ansatz von Uniformen, im Gegenteil. Sie verhindern bzw. erschweren, dass man sich mit genau diesem Punkt auseinander setzt und das in einem Alter in dem man wohl noch am lernfähigsten ist.

Bingo!

Z.B. in der Transaktionsanalyse geht es auch um Vorurteile, die eine Trübung des „Erwachsen-Ichs“ darstellen.
Aber ums verständlicher auszudrücken:
Wenn ein Kind gelehrt bekommt „die Bullen sind blöd“ wird es dies als Information übernehmen im Kopf, weil es etwas von den Eltern „erlerntes“ ist.
Somit wird das Kind die Information nicht auf den „Wahrheitsgehalt“ prüfen und diese information kann man auch nicht mehr löschen.
Diese kann man sehr wohl verwerfen wenn die Person deren „falschheit“ selbst bemerkt und sich der „veralteten“ Information bewusst wird und diese durch die eigenen Erfahrungen ersetzt, zwar bleibt diese trotzdem gespeichert aber man ruft/spielt diese Information bewusst nicht mehr ab.
Genau da sollte so ein Konzept wie ich es im letzten Post erwähnte ansetzen.

Lese ich das aus einigen Kommentaren richtig heraus? Schulkleidung ist deshalb abzulehnen, weil sie dazu beiträgt, dass Kinder sich nicht mehr aufgrund von Äußerlichkeiten mobben können und damit verhindert werden könnte, dass sie sich mit dieser Problematik auseinandersetzten?

@Danzig:

Nein Mobbing existiert mit oder ohne Uniform. Uniformen sind aus meiner Sicht zur Verhinderung von Mobbing vollkommen nutzlos. Daher braucht man sie nicht aus dem Grund einzusetzen, Kinder vor Mobbing schützen zu wollen.

Aus dem von mir geposteten Artikel (der sich auf eine Studie von Psychologen der Universität Gießen bezieht):

Schüler, die eine einheitliche Kleidung tragen, lernen besser, sind rücksichtsvoller und können sich besser konzentrieren.

In den höheren Klassen ging Schulkleidung mit einem besseren Sozialklima in den Klassen und einem höheren Sicherheitsgefühl einher

Streitereien oder Prügeleien werden weniger

„Das Klima innerhalb der Klasse ist viel besser“, sagt sie. Auch das Mobbing sei weniger geworden.

http://www.welt.de/wams_print/article41 … bleme.html

Und auch die positiven Effekte könnten größtenteils wirklich darauf zurückgehen, dass die betroffenen Schüler intensiv dahingehend betreut worden sind, auch bloß artig zu sein.

Gibt’s denn gar keine ordentliche Studie dazu?

@Danzig:

Das Verhalten der Schüler einzig auf Kleidung zu reduzieren, ist doch ein bisschen wenig. Als ob es im Leben von Kindern und Jugendlichen nicht anderes gibt als Textilien. Wie soll denn das vonstatten gehen? Vereinheitlicht man die Kleidung und schon sind alle Probleme gelöst? So liest es sich im Text. Vielleicht haben ja die Rahmenbedingungen, oder das Beschäftigen mit der Problematik alleine, vorrübergehend für ein anderes Umgangs- und Lernklima gesorgt. Ich zweifle die Authentizität dieses Textes an.

@Tibetterrier

Du musst die Studie nicht anerkennen. Das ist dein Recht. Hast du aber außer deiner persönlichen Meinung etwas Besseres dagegen zu setzen?

und Jungs auch im Hochsommer nur mit langen Hosen und Halbschuhen.

Ich schätze mal, dass es Sommergarnituren gibt.
AC/DC-Gitarrist „Angus Young“ tritt ja auch immer in einer kurzen Schuluniformhose auf.

Die Menschen sind nicht gleich, sondern individuell. Die Kleidung ist ein Ausdruck der Individualität, sie definiert sie aber nicht. Bescheidenheit und Toleranz kann man auch ohne Schuluniformen lehren. Es gibt übrigens auch einen Unterschied zwischen dem Markendruck der Mitschüler, und dem Zwang von Schuluniformen. Gegen das Mobbing der Mitschüler kann man als Schüler was unternehmen, gegen Schuluniformen nicht.

Interessant ist doch eigentlich, dass die Eliten und Besserverdiener des Landes sich scheinbar gerne uniformieren, obwohl nicht unbedingt nötig, vom Doktorkittel angefangen, über die Roben und Amtstrachten der Juristen bis zum edlen Anzug mit Krawatte des Geschäftsmannes.
Sich in Uniformen zu zwängen und auf Individualität zu verzichten scheint den oberen Schichten kein bißchen lästig zu sein, wenn man bedenkt, dass selbst ihre Freizeitaktivitäten immer irgendwelche Dresscodes erfordern und ein kleidermäßiges aus der Reihe Tanzen negativ auffallen würde, ob in der Oper, beim Golf oder bei einem Festbankett.

Ein „reicher Schnösel“-Klassiker ist z.B., das Poloshirt mit um den Hals gebundenem Kashmir-Pullover. :ugly

Und um so mehr man in die Gefilden des einfachen Mannes hinuntersteigt und sich dem gemeinen Pöbel annähert, desto größer wird die Auswahl an Klamotten und sonstigem Schnick-Schnack im Marken- und -sagen wir mal- Genredschungel.
Viele Kombinationsmöglichkeiten, viel Klamottenmüll, viele Pseudo-Uniformen, um den eigenen individuellen Stil zu finden.
Die Unterschichten können sich ja so glücklich schätzen, nicht so eingeschränkt in der Kleiderwahl zu sein, wie die armen Vermögenden. Toll. :smt023

Was ich sagen will.
In Deutschland entscheidet meist die soziale Herkunft über den Bildungserfolg.
Sicher würde eine Uniformierung der Schüler an dieser Schieflage nichts ändern. Aber die Einführung von Schulkleidung würde zumindest ein sichtbares, unmissverständliches Zeichen setzen, in welche Richtung die Verbesserungen gehen sollten und müssen. Der Wahrnehmungspsychologische Effekt sollte nicht unterschätzt werden. Vor Augen geführt zu bekommen, dass, ob Arzt- oder Sozialhilfeempfängerkind, in der Uniform alle gleichrangig sind, ist staatliche Propaganda im besten Sinne, dass im schlechtesten Fall nur nicht wirkt.
All die anderen Argumente pro und contra, ob nun Uniformen Mobbing verhindern oder das Wir-Gefühl stärken, finde ich redundant.
Dass bei Kleidungszwang mit dem äußeren Wesen auch das innere Wesen der Schüler uniformiert wird, halte ich für irrelevant, vor allem, weil wir in einer dermaßen auf Individualität setzenden Gesellschaft leben, dass diese kleine Zwangsjacke während der Schulzeit wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken würde.
Und wie gesagt, wenn Uniformen nichts begehrenswertes sind, wieso uniformieren sich dann mit Vorliebe die Elite-Berufsstände?

@Danzig:

All das was ich bereits gesagt habe, die Logik und den gesunden Menschenverstand. Dazu brauche ich mich nicht der Erkenntnis eines anderen zu bedienen. Es gibt Mobbing auch in Schulen in denen Uniformen vorgeschrieben wird. Die Engländer haben einen eigenen Begriff dafür: „bullying“.

Wenn Schuluniformen vorgeschrieben werden, dann weichen die Anfeindungen eben auf andere Bereiche als die Kleidung aus. Jedwede Andersartigkeit bietet Angriffspunkte. Ob jemand zu dick, behindert, zu unsportlich, Brillenträger oder sonstwas ist. Schuluniformen ändern überhaupt nichts. Einfach nur blinder Aktionismus der überhaupt keinen erwiesenen, nachvollziehbaren Nutzen hat. Die Qualität der Bildung und die Aufnahmefähigkeit von Unterrichtsstoff hängt nicht von der Kleidung ab. Sonst hätte ich ja als Kind nur meine Kleidung zur Schule schicken können, anstatt mich selbst dahinzubegeben.

Edit:

Allerdings, das sind kulturelle Gegebenheiten, die sich im Laufe der Zeit eingebürgert haben. Aber wer weiß schon ob sich das hält und wir in 50 Jahren noch in Anzug und Krawatte durch die Gegend laufen. Aufgrund meines Berufsfeldes unterliege ich glücklicherweise nicht dem Zwang einer Uniform. Jedenfalls noch nicht. Daher trage ich „Uniformen“ äußerst selten.

Sicher würde eine Uniformierung der Schüler an dieser Schieflage nichts ändern. Aber die Einführung von Schulkleidung würde zumindest ein sichtbares, unmissverständliches Zeichen setzen, in welche Richtung die Verbesserungen gehen sollten und müssen.

Jedenfalls nicht in die Richtung, dass die Botschaft vermittelt wird, dass alle Menschen gleich sind. Das würde ich nicht als Verbesserung sehen.

Schuluniformen sollen dazu dienen, “Mobbing” aufgrund unterschiedlicher sozialer Herkunft zu verhindern?

Ehrlich: Mir ist eine differenzierte, die soziale Wirklichkeit nun einmal wiederspiegelnde Kleidung tausendmal lieber. Ich musste mir früher auch einiges anhören, weil ich keine Markenkleidung getragen habe. Ich hätte von meinen Eltern welche bekommen, habe aber keinen Wert darauf gelegt. Geschadet hat es mir nicht.

Die Vorstellung eines Pausenhofs voller uniformierter Schüler und Schülerinnen finde ich beängstigend. Was unter anderem Uniformen aus Menschen machen können, hat die deutsche Vergangenheit vielfach gelehrt.

Aber es wäre irgendwie eine typische Problemlösungsstrategie: Schulsozialarbeit? Gesprächsrunden? Intelligente Projekte? Nein, dann doch lieber eine Schuluniform. Zu zahlen von den Eltern.

Viel zu anstregend, uniformieren und gut ist viel einfacher.

Spaß beiseite, Ich sehe ja ein, dass es zu positiven Resltaten in Studien kam, aber den stehen auch relativierende Studien gegenüber, die besonders die pädagogische Betreuung der Schulklassen für das bessere Schulklima verantwortlich machen.

Es fehlen mir einfach endgültige Beweise, die eine Schuluniform der individuellen Kleidung überlegen machen.