MAXimal Musik Folge 20. Hier kann darüber diskutiert werden!
Normalerweise empfiehlt Max ja musikalische Werke. Diesmal geht es in eine andere Richtung: Musik, die wirklich schrecklich ist! Dabei nimmt er sich nicht nur naheliegende Beispiele wie etwa Daniel Küblböck vor, sondern auch Musikgrößen wie Lou Reed oder John Lennon. Ja, nur weil ein großer Name drauf steht, muss nicht etwas Großartiges drin sein…
@max.stascheit: was hältst Du von “Winnetou und die sieben Geißlein” von “Erste Weibliche Fleischergesellin nach 1945”? War damals auf einem NDW-Sampler drauf, den ich zu Abi-Zeiten in meinem Auto gehabt habe. Meine Mitschüler hat es gegraut vor diesem Song:
Die kamen zur Frühzeit der NDW raus, als das noch experimenteller Punk und Underground war. Insofern wohl eher eine Mischung zwischen Punk und Wave. Die hatten meines Wissens auch nur dieses eine Album (“Ferien auf dem Lande!”) herausgebracht.
Muss ich dir auch zustimmen. Mein Musiklehrer würde sagen, dass die Arbeit mit der Stimme fehlt.
Bei mir am Gymnasium gab es von der 11.-13. Klasse zwei Grundkurse Musik, wobei man Musik in der 13. Klasse abwählen konnte, was die ganzen schlechten Leute zum Glück auch getan haben. Aus den beiden Grundkursen hat sich auch ne regionale Band gegründet (die mittlerweile u.a. bedingt durch Corona Geschichte ist). Jedenfalls durften wir fast jedes Halbjahr ne CD mit diversen Musikaufnahmen produzieren. Im ersten Halbjahr der 11. Klasse war ich in einer Gruppe, mit der ich noch ne klassische Kassette aufgenommen habe. Einer konnte Geige und Klavier spielen aber leider konnten beide Team-Mitglieder nicht singen.
Ich sag mal so: „Ohrenbluten“ wäre bei der Kassette noch ein nettes Wort gewesen. Zum Glück hab ich die irgendwann in die Hände bekommen und in einem Lagerfeuer verbrannt, sodass es keine Beweise mehr davon gibt.
Darf ich an dieser Stelle nochmal Werbung für den Adventskalender machen?
Mensch Max, echt eine tolle Idee gewesen für eine Folge und schreit ja förmlich nach einer Fortsetzung. In Sachen Musikverbrechen ist ja noch eine ganze Menge drin.
Danke für diese Folge, ich hab eine Menge gelernt und dir gerne zugehört!
Finde ich überhaupt nicht (ja ok, vom Gesang her), aber das Techno-Element gleicht es wieder aus.
Schlimm finde ich auch manche EPs. 2009 hab ich mir die von Disco Pogo geholt und hab mir die Sachen bis auf den Hauptsong nur 5x angehört, weil ich die Versionen scheiße finde. Bei Disco Pogo fand ich zumindest noch die Techno-Version geil.
YouTuber-Musik natürlich auch, sowas wie damals Löwenkind von LionT (war wohl zumindest ganz gut produziert, weil er damals mit Dagi Bee zusammen war und die hatte guten Kontakt mit einem bei Farid Bangs damals sehr erfolgreichen Label Banger Musik) oder auch die Alben von Leon Machere und KSFreak…
Ich meine JuliensBlogs Album war ja auch nicht wirklich gut, seine Rapanalysen waren ja okay, aber da wurde zurecht kritisiert dass er sich sehr auf die Texte versteift hat und sein eigener Rap war gar nicht mal so gut.
Bei The Shaggs fallen mir so die Begriffe Industry Plant und Florence Foster Jenkins ein, Industry Plants sind eben Leute die wie Nepo Babies zum Beispiel durch die Eltern gute Beziehungen in die Industrie haben und dadurch leicht an einen Plattenvetrag etc. kamen und ordentlich gepusht wurden.
Bobbi Althoff ist auch so ein Beispiel, die hat nen Podcast und hatte einfach mal dank Vitamin B einen gewissen Drake zu Gast, als Interviewerin war sie aber eben gar nicht mal so gut (und irgendein durchaus wichtiges Ereignis in der Familie hat sie auch sausen lassen nur um was mit Drake aufzunehmen, let that sink in); und letztere war ja legendär schlecht:
Aus solch einer Kategorie fällt mir noch Ali Bumaye ein, der ist so aus dem Dunstkreis von Arafat Abou-Chaker (Cousin) und saß wohl damals mal ab und an im Studio mit Bushido und Shindy und so hat man erst einen Song und dann zwei Alben gemacht, bald danach brach Bushido mit Arafat und das bisherige Ersguterjunge zerfiel, Ali hat seitdem auch kein Album mehr rausgebracht, nur hin und wieder macht er bis heute mal einzelne Songs.
Ich hab das vor 20 Jahren mal als Music Fanart veröffentlicht, daher hab ich kein Problem damit das wieder aus der Versenkung rauszuholen - zumal das zu der Zeit ne Menge Arbeit gemacht hat.
Von Lou Reed war ich nie ein Fan, auch wenn er und Velvet Underground einige Songs gemacht haben, die auch mir gefallen. Sein “Gesang” wurde aber mit zunehmendem Alter für mich immer unerträglicher. 2011 hat er auch noch mit Metallica das Album Lulu aufgenommen, das kaum jemand gut findet. Dem Album haben wir immerhin das “I-am-the-table”-Meme zu verdanken.
Aber es gibt in der Noise-Szene durchaus Leute, die Metal Machine Music schätzen. Bei dem Genre bin ich auch weitgehend raus. Der Appeal erschließt sich mir nicht, obwohl ich auch gewissem Krach nicht abgeneigt bin. Aber wenn überhaupt kein Rhythmus zu erkennen ist, keine Struktur, dann wird es schwierig.
20 Minuten Merzbow beispielsweise halte ich nicht durch.
Merzbow macht regelmäßig Kolloborationen mit BORIS. Das ist für mich minimal zugänglicher, da man wenigstens was vom Schlagzeug und ein paar Riffs hört. Da materialisiert sich ein gewisser Musik-Charakter im Grundrauschen heraus.
Weg von Noise, hin zu Dolly Buster. Ein paar Dinge konnte die richtig gut, singen gehörte nicht dazu. Zumal auch die Musik echt schlecht war. Aber das Thema ist topaktuell.
Auch nicht besonders toll sind die musikalischen Darbietungen von Corey Feldman. Immerhin schreibt er die Musik weitgehend selbst.
Ich wollte erst Steven Seagal nennen, aber dessen Musik ist nicht wirklich schlecht, sondern allenfalls banal.
Deine zweite positive Empfehlung ist schon wieder so bescheuert, dass sie wieder geil ist.
Ich finde aber auch die Beispiele von @GuentherStoll und @James_Pond nicht weiter schlimm. Mein Gymnasiums-Kumpel war Punk Rock Fan - eine Musikrichtung, die ich total schrecklich finde. Wahrscheinlich bin ich dadurch abgehärtet…
Für die Shaggs hat der Vater die Aufnahmen finanziert. Freiwillig hätte ein Produzent diese Band nicht angenommen. Das Album war dann erwartungsgemäß auch ein Flop. Der Kult um die Band ist erst viel später entstanden.
Florence Foster Jenkins hat ihre Aufnahmen auch aus eigener Tasche bezahlt. In ihr hatten auch nur wenige ein Talent gesehen.
Etwas später, in den 60ern, gab es noch Mrs. Miller, die in eine ganz ähnliche Richtung ging. Die fing damit an, eigenproduzierte Kinderlieder an Kinderheime zu verschenken, bevor sie entdeckt wurde und tatsächlich einen Plattenvertrag bei Capitol erhielt. Mrs. Miller war ein paar Jahre sehr erfolgreich.
Aus Schweden kam Anna-Lisa Ingemansson. Eine Fußpflegerin, die in ihrer Freizeit Lieder sang und auf ihrem eigenen Label veröffentlichte. Die hatte es immerhin als Kuriosität auch mal ins schwedische Fernsehen geschafft. Aber sie hat bisher nicht mal einen Wikipedia-Eintrag.
Wenn ich mich richtig erinnere, war es bei Bruce Willis so, dass er zunächst eine Werbung machte, in der er sang. Dann fragte ihn das legendäre Motown-Label, ob er nicht mehr machen möchte.