Politischer Smalltalk

Wahlomat Schleswig-Holstein. Das Ding ist sehr gut, denn es liefert korrekte Ergebnisse.

Die PARTEI 64,5
Linke 63,2
SSW 60,5
Piraten 60,5
ZSH 60,5
Grüne 56,5
FDP 47,4
Freie Wähler 47,4
SPD 46,1
LKR 44,7
Familie 43,7
AfD 38,2
CDU 31,6

Klar, noch ne Runde:

Linke: 77,6%
PARTEI 71,1%
Grüne: 71,1%
SPD 71,1%
Piraten 69,7%
SSW 69,7%
ZSH 64,5%
FW 53,9%
FDP 43,4%
AfD 42,1%
Familie 39,5%
LKR 35,5%
CDU 30,3%

Hallo Baru,

danke für Deine Ergänzungen. Mich würde interessieren, was Du aus ihnen schließst. (Mir scheint, Du gehst mehr auf meine Illustrationen ein als auf meine Kernfragen.)

Du schreibst, es sei nichts neues, dass sich viele Reiche relativ bescheiden präsentieren (“siehe z. B. Steve Jobs, Bill Gates oder Mark Zuckerberg und das geht historisch wahrscheinlich noch ein paar Jahrzehnte zurück”).

Das meine ich auch. Nur betrachte ich diese Entwicklung, historisch relativiert, durchaus als “neu”. Lasst uns nicht über Begrifflichkeiten streiten. Ich denke darüber nach, wie das jetzt Eingeläutete am besten weitergestaltet werden sollte, hinsichtlich der wachsenden Erwerbsfreizeit und dem Ende der bisherigen Rohstoff-Resourcen; mehr Bescheidenheit wird notwendig sein, aber nicht im Sinn von Armut, sondern im Sinn des Abbaus materieller Übertreibungen. Es werden andere Statussymbole entstehen müssen, welche, die keiner Rohstoff- und Arbeits-Ausbeutung bedürfen.

(Der springende Punkt bei meinem Beispiel mit der zerissenen Jeans ist, dass so ein Riss im Stoff früher eine selbst erlebte Geschichte darstellte, also ein Unfall oder Abenteuer, oder ein Protestsymbol war gegen Schickimicki, während heutzutage diese Risse fertig zu kaufen sind, und als schick gelten, hergestellt in Asien von asthmakranken Arbeitern in staubigen Fabriklöchern mittels Bohr- und Flexmaschinen und Ätzmittel. So verdrehen sich die Mode-Symbole.)

Du schreibst, der Manager müsse sich vor der zunehmenden Automation eher nicht fürchten. Ich glaube, dass auch im monetären Bereich die Zahl der Arbeitsplätze zurückgehen wird. Das Bankenwesen und der Wertpapierhandel werden zunehmend computergesteuert. Immer mehr Einzelbetriebe werden unter Großkonzernen zusammengefasst, die von wenigen Vorsitzenden geleitet werden. Sogar juristische und steuerberatende Aufgaben können inzwischen fast vollständig durch Software erledigt werden.

Ja, ich stimme Dir darin zu, dass auch neue Jobs entstehen können. Aber die Arbeitszeit insgesamt wird weiter abnehmen. Manche sagen, wo viele Handys sind, gäbe es auch viele Handys zu reparieren. Das sehe ich anders: ein Handy wird praktisch nicht mehr repariert; es wird ausgetauscht – durch ein anderes, vom Roboter hergestelltes.

Du schreibst, ich solle neue Ideen entwickeln und sie an an Mann und Frau bringen.

Ja, das versuche ich. Das möchte ich aber nicht alleine tun. Deshalb diskutiere ich das gerne – hier zum Beispiel.

(Selber Politiker werden, das kann ich nicht, da fehlt mir das Talent. Muss auch nicht. Die Sachen ins Gespräch bringen kann man auch im “normalen” Alltag.)

Software, Kultur, Gärtnerei usw. kosten doch auch Geld?

Warum?

Viele und essentielle Software-Produkte sind kostenlos. Linux, Firefox, Programmierumgebungen, Audioprogramme, Office-Pakete, Video-Software etc. pp. tausende … basierend auf freie, kostenlose Mitarbeit. Jeder kann mitgestalten, jeder kann es benutzen.

Kultur kann man selber machen: Musik, Visuelles, etc.

Gartenarbeit kann man selber machen.

Ja, die Gießkanne musst du kaufen. Was kostet die?

Warum werden Produkte durch Automation immer billiger, fragst du? Weil Computer nahezu kostenlos die Verbesserung von Computern ausrechnen, die wiederum in der Lage sind, noch kostengünstiger immer leistungsfähigere Automaten zu bauen. Und weil kluge Menschenhirne bei dieser Entwicklung mithelfen.

Als Informatiker kann ich über die letzten zwei Seiten gerade nur lauthals lachen.

Als Raucher finde ich obige Bemerkung mild belustigend.

Hier wird so viel Unsinn geredet, da wusste ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

[QUOTE=Quck;487181]Viele und essentielle Software-Produkte sind kostenlos[/QUOTE]

Aber sobald man sich im Profibereich bewegt begibt man sich IMMER in den Bereich proprietärer Software. Selbst im Office-Bereich kommt ein OS-Libre Office NICHT an Microsoft Office heran. Nicht nur, weil MS weiter verbreitet ist, sondern weil die Software im großen und ganzen ausgereifter ist. Open Source, wenn man nicht gerade von Firefox oder Chrome spricht, krankt IMMER an einer Philosophie des Informatikers, der die Funktion vor der Form stellt. Das Interface/UI-Design der meisten Opensource-Projekte ist eine mittlere Katastrophe und damit bremst sich diese Entwicklung immer wieder selbst aus bei der Verbreitung. Wir sind noch leider eine ganze Ecke davon weg. Und das sage ich, während ich auf einem OS-Betriebssystem in einem OS-Browser schreibe.

[QUOTE=Quck;487181] Warum werden Produkte durch Automation immer billiger, fragst du? Weil Computer nahezu kostenlos die Verbesserung von Computern ausrechnen, die wiederum in der Lage sind, noch kostengünstiger immer leistungsfähigere Automaten zu bauen. Und weil kluge Menschenhirne bei dieser Entwicklung mithelfen. [/QUOTE]

Völliger Unfug. Von künstlicher Intelligenz sind wir noch jahrzehnte, vielleicht noch mindestens 100 Jahre entfernt. Zwischen selbst-fahrenden Autos, schachlösenden Computern und Skynet liegt noch ein ziemlich großer Spielraum. Aktuell ist jede KI davon abhängig, das sehr clevere und hochqualifizierte Kräfte entsprechende Algorithmen entwickeln. Im Verhältnis zu ihren Pendants aus der Science-Fiction sind die bisher bestehenden und in naher Zukunft entstehenden Systeme furchtbar primitiv.

[QUOTE=Quck;487130]Ja, ich stimme Dir darin zu, dass auch neue Jobs entstehen können. [/QUOTE]

Das ist kein “können”, das ist eine logische Schlussfolgerung. Die Herausforderung ist, dass die neu entstehenden Arbeitsplätze immer mehr Ausgangsqualifikation erfordern als die Jobs, die durch technologische Innovation wegrationalisiert werden. Für jeden Roboter, der an der Fertigungsstraße einen Arbeiter ersetzt, braucht es mindestens eine Person, die das Teil warten kann. Und durch komplexer werdende Steuerungssysteme entstehen auch hier neue Arbeitsplätze und komplett neue Geschäftsfelder. Deshalb muss man ja auch jetzt in Bildung investieren und nicht, wie Martin Schulz es fordert, das Geld im Sozialsystem verbrennen. Denn dieser Wandel ist nicht mehr aufzuhalten und man hält künstlich Professionen am Leben und wundert sich, warum man unqualifizierte Arbeitskräfte ohne jegliche technische Kenntnisse nicht mehr an den Mann bekommt.

[QUOTE=ExtraKlaus;487222]Deshalb muss man ja auch jetzt in Bildung investieren und nicht, wie Martin Schulz es fordert, das Geld im Sozialsystem verbrennen. Denn dieser Wandel ist nicht mehr aufzuhalten und man hält künstlich Professionen am Leben und wundert sich, warum man unqualifizierte Arbeitskräfte ohne jegliche technische Kenntnisse nicht mehr an den Mann bekommt.[/QUOTE]

Das stimmt so pauschal nicht.

Das Arbeitslosengeld Q, also die Verlängerung des Arbeitslosengeld auf maximal 4 Jahre, soll es ja nur geben, wenn der (neue) Arbeitslose sich weiterbildet/weiterqualifiziert.

Wie sieht das Konzept der CDU in der Bildung aus? Wo soll das Geld reinfließen? Was sieht die CDU für Menschen vor, die die typische Bildungszeit spätestens mit 30 überschritten haben und arbeitslos sind?

Weil die bisherigen Fortbildungsmaßnahmen ja so sinnvoll und erfolgreich sind. :ugly mhm, welche Partei hat nochmal dieses Ministerium? Oh Wunder.

Wenn man bis zu vier Jahre hat, eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten. Dass die aktuellen Schulungen oft nicht sinnvoll waren, ist geschenkt. Das macht aber den Vorschlag nicht schlechter und er zielt auch auf den Bildungsbereich.

Bildung ist immer gut, keiner wird wahrscheinlich je sagen, dass er gegen mehr Ausgaben für Bildung ist. Bildung betrifft aber nicht nur die jungen Menschen, sondern muss auch eine Chance für motivierte Arbeitslose sein. Man kann nicht immer nur auf die neue Generation schielen und arbeitslose Menschen mit 15, 20 oder 30 Berufsjahren vor sich abschreiben. Wenn da die CDU auch Vorschläge hat, her damit.

@ ExtraKlaus Woher willst du wissen, ob die Fortbildungsmaßnahmen nicht sinnvolll und erfolgreich sind? Ich denke, dass sie auf jeden Fall sinnvoll sind.

Das wird doch die ganze Zeit kritisiert… Die Zahlen werden geschönt durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen etc. pp. Und jetzt kommt Maddin und auf einmal kann man noch mehr Geld in das selbe angeblich kaputte System pumpen? Ich versteh das nicht mehr, wie man es schafft derartig schizophren in den eigenen Positionen zu sein wie die Linke. Arbeitsplätze sollen da sein aber Autos sind böse, Industrie ist böse, alles ist irgendwie verkehrt, egal was man macht.

Sag bitte mal konkret, was man stattdessen mit Arbeitslosen tun sollte?

Du hast beruflich doofe Entscheidungen getroffen, warst schlecht in der Schule oder hast Ausbildung oder Studium völlig am Markt vorbei gewählt oder der Markt hat sich völlig verändert oder du hast einfach überhaupt keine Musterkarriere hingelegt, warst faul oder sonstwas. Nun bist du arbeitslos, willst das aber ändern. Selbst wenn du noch irgendwo mit deinem alten Job eine Stelle findest, wird die auf Dauer ebenso stark gefährdet sein.

Sollen diese Leute nicht neuqualifiziert werden?

Auf etwas genauere Infos zur Bildungspolitik der CDU als ein letztlich ziemlich populistisches “Mehr Geld für Bildung!” warte ich auch noch.

Hallo ExtraKlaus,

in meinem Kommentar ging es mir nicht um den qualitativen Vergleich zwischen kostenloser und kommerzieller Software (für bestimmte berufliche Aufgaben benutze auch ich immer noch kommerzielle Software). Sondern es ging mir um die Tatsache, dass das Angebot freier Software immer größer und besser wird. Natürlich werden gleichzeitig auch kommerzielle Produkte besser. Das Software-Beispiel war nur eines von mehreren Detail-Beispielen bei der Frage um das Große Ganze, nämlich darum, wie wir in Zukunft “Arbeit” und “Erwerb” definieren. Das betrifft nicht nur Arbeitsplätze in der Informatik.

[QUOTE=ExtraKlaus;487222]Die Herausforderung ist, dass die neu entstehenden Arbeitsplätze immer mehr Ausgangsqualifikation erfordern als die Jobs, die durch technologische Innovation wegrationalisiert werden. Für jeden Roboter, der an der Fertigungsstraße einen Arbeiter ersetzt, braucht es mindestens eine Person, die das Teil warten kann. Und durch komplexer werdende Steuerungssysteme entstehen auch hier neue Arbeitsplätze und komplett neue Geschäftsfelder. Deshalb muss man ja auch jetzt in Bildung investieren …[/QUOTE]

Wenn ich Dich richtig verstehe, bist Du der Ansicht, dass jeder neue Automatisierungsschritt, der einen alten Arbeitsplatz abschafft, zugleich einen neuen schaffen wird, nämlich einen solchen, der selbigen Automatisierungsschritt pflegen wird. Das mag sein. Aber wieviel menschliche Arbeitszeit wird bei der Automatenpflege nötig sein? Wenn ein neuer Automatisierungsschritt einen alten Arbeitsplatz durch einen neuen ersetzt, aber am Ende des Monats keine Arbeitszeit einspart, dann kostet diese Automatisierung mehr als sie einspielt. Macht das Sinn?

Noch eine ehrliche Frage an Dich: Bist Du der Meinung, dass jeder Erwerbstätige, der von einem Automaten ersetzt wird, umgeschult werden kann auf eine Tätigkeit im Bereich der “Automatenpflege”? Ich meine, es sind nicht alle Menschen technisch begabt. Viele haben eher eine Begabung beispielsweise im sozialen Bereich. An dieser Stelle sehe ich übrigens gute Chancen, falls es bei uns soweit kommt wie in Japan, wo Senioren zunehmend von Pflegerobotern betreut werden: Wenn der Roboter einfache Arbeiten übernimmt wie Waschen und Bedienen, können die menschlichen Pfleger durchaus ihre Arbeitsstelle behalten, und die gewonne Zeit nutzen für die eigentlich wichtigste Aufgabe, nämlich für die menschliche Zuwendung in Gesprächen, in gemeinsamen Tätigkeiten usw.

Das verlagert Qucks Szenario nur in die Zukunft und da soll es dann stimmen. Die Überlegung stimmt aber generell nicht, weil die Produktivität gesteigert wird, um über die Lohnstückkosten den Produktionspreis zu senken. Die Folge des Produktivitätszuwachses ist daher nachweislich ein Anstieg der Armut - KI hin oder her.

[QUOTE=Sherlock;487317]Das verlagert Qucks Szenario nur in die Zukunft und da soll es dann stimmen. Die Überlegung stimmt aber generell nicht, weil die Produktivität gesteigert wird, um über die Lohnstückkosten den Produktionspreis zu senken. Die Folge des Produktivitätszuwachses ist daher nachweislich ein Anstieg der Armut - KI hin oder her.[/QUOTE]

Vorweg: Von “KI” im speziellen habe ich nicht gesprochen; dessen Fortschritt zu beurteilen ist nun auch völlig nebensächlich. – Ich denke, wir sind uns darüber einig, dass die Automation [I]zunimmt[/I], und, ja, dass die Produktivität [I]steigt[/I] (qualitativ oder quantitativ). Und da sehe ich in erster Linie einen Anstieg der [I]Freizeit[/I]. Ob daraus unvermeidlich eine Armut folgen wird, das ist die Große Frage, die ich seit drei Seiten ansprechen möchte.

Ich vermute, dass im Lauf dieser Zunahme sich [I]kulturell[/I] etwas ändern wird im Umfeld derjenigen, die immer mehr Freizeit haben werden. Ein kleiner Teil wird womöglich anfangen zu saufen, aus Langeweile. Der größte Teil aber, so vermute ich, wird weiterhin tätig sein, aus Lust am Machen. Man tut, was man am besten kann, und wann einem danach ist. Das heißt, die menschliche Produktivität wird ziemlich konstant bleiben, vielleicht sogar zunehmen. Nur der Austausch an den Märkten und in den Diensten wird wohl anders organisiert werden müssen. Das Erfolgserlebnis wird weniger durch Geld enstehen, sondern eher durch das Gefühl, etwas an einem gemeinsamen guten Projekt beigetragen zu haben. Wenn die Menschen sich dieser Denkweise anpassen, weg vom bisherigen in der Schule gelernten Geiz- und Ellenbogensystem, dann ist die Gesellschaft auch bereit für das bedingungslose Grundeinkommen. Es muss so kommen. Die Industrie wird ihre Produkte nicht an Arme verkaufen können. Wachstum ist nur dort möglich, wo neue Märkte entstehen. Nun sind die Märkte aber bald überall, und deshalb kann der Wachstum nicht linear so weitergehen, wie in den letzten 200 Jahren.

[QUOTE=Quck;487309]Sondern es ging mir um die Tatsache, dass das Angebot freier Software immer größer und besser wird. Natürlich werden gleichzeitig auch kommerzielle Produkte besser. [/QUOTE]

Mir geht es gar nicht darum, dass kommerzielle Produkte immer besser werden. Sondern das sich hier die OpenSource- und FOSS-Szene immer etwas selbst im Weg stehen wird. Die von der Usability am besten nutzbaren freien Programme werden von Unternehmen mitfinanziert. Das sollte man definitiv wissen, wenn man sich über Open Source freut.

[QUOTE=Quck;487309]Wenn ich Dich richtig verstehe, bist Du der Ansicht, dass jeder neue Automatisierungsschritt, der einen alten Arbeitsplatz abschafft, zugleich einen neuen schaffen wird, nämlich einen solchen, der selbigen Automatisierungsschritt pflegen wird.[/QUOTE]

Nein, sogar mehr. Denn schließlich muss bei steigender Automatisierung auch mehr konzipiert, mehr geforscht, mehr entwickelt und mehr gewartet werden. Automation ist kein Zauberstück, das einfach da ist und Arbeitsplätze verschlingt.

[QUOTE=Quck;487309]Noch eine ehrliche Frage an Dich: Bist Du der Meinung, dass jeder Erwerbstätige, der von einem Automaten ersetzt wird, umgeschult werden kann auf eine Tätigkeit im Bereich der “Automatenpflege”?[/QUOTE]

Nein, natürlich nicht. Aber zum einen sind wir noch LANGE nicht in der Position, dass es abseits dieses Bereiches keine anderen Jobs mehr gibt,zum anderen erfordert dies ein komplettes Umdenken in der Arbeitslosensicherung. Es erfordert, aber das erkläre ich hier auch nicht zum ersten Mal, eine klarere Trennung zwischen Arbeitsunfähigkeit und -unwilligkeit. Und das soziale und Pflegeberufe besser bezahlt werden müssen. Aber mit Sicherheit nicht, dass man völlig ohne Plan Menschen einfach länger in der sozialen Hängematte hält, weil man nichts mit ihnen anzufangen weiß.

[QUOTE=Quck;487309]An dieser Stelle sehe ich übrigens gute Chancen, falls es bei uns soweit kommt wie in Japan, wo Senioren zunehmend von Pflegerobotern betreut werden[/QUOTE]

Ich glaube kaum, dass Roboter uns in allen Lebensbereichen ersetzen werden. In den Jobs abseits der technischen Branche wird es logischerweise auch die Möglichkeit geben, die Menschen besser zu bezahlen. Was vor allem den sozialen Jobs (Pflege, Feuerwehr, Polizei, etc.) entgegen kommt. Und es wird wohl auch immer bis ans Ende dieses Staates Beamte geben, die sowieso Jahre hinterher hängen.

[QUOTE=Quck;487332]Ich vermute, dass im Lauf dieser Zunahme sich kulturell etwas ändern wird im Umfeld derjenigen, die immer mehr Freizeit haben werden. [/QUOTE]

Ich glaube, dass so etwas eine kulturelle Revolution werden würde, die aber nicht zeitnah stattfindet. Auch hier unter der Prämisse, dass die Automation uns wirklich auf lange Sicht Arbeit abnimmt und sie nicht nur anders verlagert.

[QUOTE=Quck;487332]Wenn die Menschen sich dieser Denkweise anpassen, weg vom bisherigen in der Schule gelernten Geiz- und Ellenbogensystem[/QUOTE]

In der Schule wird dank fehlenden Noten und Leistungsdruck und fanatisch geführter Inklusion eigentlich nur gelehrt, dass das echte Leben ein Wunschkonzert ist, wo auf jeden Rücksicht genommen wird. Keine Ahnung, wo du zur Schule gegangen bist, aber wenn dieses Bildungssystems eine Sache nicht vermittelt, dann Ehrgeiz.

Zur KI: Doch, das ist nicht nebensächlich, weil du imho hier Automation und künstliche Intelligenz vermengst. Aber dazu vielleicht später mehr, wenn gewünscht.

Du schreibst, es entstünden dank zunehmender Automation sogar noch mehr Arbeitsplätze. Nun kann man sich überlegen, wie “eine” Arbeitsplatz-Einheit zu definieren ist, und diese Einheiten kann man dann zählen. Das führt unsere Diskussion nicht weiter. Wir sollten über die zunehmende [I]Freizeit[/I] sprechen. Über [I]Zeit[/I], nicht über Plätze. Man kann ja 3 verschiedene Arbeitsplätze am Tag ausfüllen, und dennoch täglich 20 Stunden frei haben.

Wie gesagt, ich sehe eine Zunahme der Freizeit. Und das sehen die in Automation Investierenden genauso, sonst würden sie ja die teure Menschenarbeitszeit nicht reduzieren wollen. Diesen Punkt hast Du ausgelassen.

Noch eine zweite Frage, weil Du mir in Sachen “Ellbogen und Geiz” wohl gerade widersprochen hast: Findest Du, es herrscht in unserer Kultur gegenwärtig – durchschnittlich – [I]zu wenig[/I] Leistungsdruck und ein [I]zu schwacher[/I] Geiz?

Ich komme schon.

Also: Arbeit wird in L Gemessen. Dabei gilt ein Mensch verrichtet eine Arbeitseinheit pro Zeiteinheit. Wie viel auch immer das sein mag. Durch Technischen Fortschritt, wird der Mensch Leistungsfähiger. Er schafft also mehr in der gleichen zeit, oder das gleiche in weniger Zeit. Das Modelliert man in dem man dem L einen Faktor E hinzufügt (ich meine das E stände für Engineering, aber das könnte auch falsch sein). Die Gesamte Menschheit ist also in der Lage mehr zu Leisten. Ist nur die Frage, wie man dieses Frei werdende Potenzial nutzt.

Womit wir bei der Frage wären, warum es eigentlich Profi Wissenschaftler gibt, die Grundlagenforschung betreiben? Schließlich sind das ja schlaue Menschen, die man in der Freien Wirtschaft sicherlich auch unterbringen könnte. Und schon haben wir auch die Lösung, wo diese Reise mit der Automatisierung hingehen wird. Der Mensch, der keine Beschäftigung hat, sucht sich eine Beschäftigung. Wir sollten das vielleicht ein bisschen Steuern, sodass nicht jeder den ganzen Tag PC spiele spielt, sondern tatsächlich der ein oder andere Wissenschaftlich tätig wird. Es gibt abseits der Automatisierung genug Fragen und Probleme der Menschheit, die wir klären können. Und wenn das gelöst ist tun sich tausende neue Fragen auf.

Natürlich werden auch durch Automatisierung Jobs geschaffen. Man muss sich nur mal ansehen wie viele Informatiker es heute gibt, und wie viele es 1817 gab. Wo sind die hergekommen? Die ersetzen die Stellmacher, Rohrpostbeamte, Schriftsetzer und andere Berufe die heute so gut wie ausgestorben sind.