Politischer Smalltalk

Ich denke, der Vergleich, die AfD als Koalitions-Versuchung der CDU hinzustellen, analog zur Situation zwischen SPD und Linkspartei, hinkt etwas.

Die Partei ‘Die Linke’ erodiert nicht setig weiter in linksradikale Gefilde, wie es die AfD in Richtung Rechtsextremismus tut.
Die Linkspartei hat sich eingependelt, irgendwo zwischen Natoaustritt und 12 Euro Mindestlohn, während die AfD noch voll in einer Metamorphose steckt.
Die braune Raupe Nimmersatt innerhalb der AfD ist noch fleißig am Fressen.
Die Aufmüpfigen wollen oder können ihre ‘politische’ Marschrichtung nicht diplomatisch verpacken oder hinter verschlossenen Türen äußern.
Wahrscheinlich wird am Ende so etwas wie die NPD herausschlüpfen. Oder besser gesagt übrig bleiben.
Die arme Petry, vordem noch als braune Marianne der AfD bejubelt, muss sich mittlerweile die Augen ausweinen wegen der bösen Partei-Onkels.

‘Die Linke’ hat kein grundsätzliches Problem mit linksextremen Gruppierungen innerhalb der eigenen Reihen, wie die AfD mit ihren ganzen Neonazis.

Zur AfD gebe ich dir Recht.

Die Linke ist aber nicht nur ein bisschen NATO-Austritt und 12 Euro Mindestlohn. Obwohl diese Punkte an sich schon genügend politischen Sprengstoff bieten.

Die Linke ist auch Sahra Wagenknecht. Die Linke ist auch Ulla Jelpke. Die Linke ist auch bedenkliches Verhältnis zu Putins Russland. Die Linke ist auch Kommunistische Plattform. Die Linke ist auch Antikapitalistische Linke. Die Linke ist auch Cuba Sí. Die Linke ist auch Relativierung der DDR-Diktatur. Die Linke ist auch Zusammenarbeit mit der linksextremen DKP. Die Linke ist auch “Sozialismus des 21. Jahrhunderts”, der zurzeit im befreundetem Venezuela zum Zusammenbruch der Wirtschaft und Entmachtung des Parlaments führt. Die Linke ist auch auf einem Schiff mitfahren, auf dem erwartungsgemäß “Tod Israel” skandiert wird. Die Linke ist auch Antisemiten zu Vorträgen einladen (zum leidtragen Gregor Gysis :ugly). Die Linke ist auch Kontakt zur terroristischen Hamas und anderen Gruppen. Und die Linke ist noch vieles mehr.

Warum das alles konsequent ausgeblendet wird, verstehe ich nicht.

[QUOTE=MBS;486921]

‘Die Linke’ hat kein grundsätzliches Problem mit linksextremen Gruppierungen innerhalb der eigenen Reihen, wie die AfD mit ihren ganzen Neonazis.[/QUOTE]

Ich empfehle dir die Lektüre der Verfassungsschutzberichte.

[QUOTE=Danzig;486926]Die Linke ist auch Antisemiten zu Vorträgen einladen[/QUOTE]

Warum die Verharmlosung?

[QUOTE=Danzig;486907]Mittlerweile ist es die Linkspartei[/QUOTE]

Falsch geraten. Ich wähle nicht Links. Aus von Dir erwähnten Antisemitismus-Gründen.
Das heißt aber nicht, dass die Linke deshalb für mich kein Koalitionspartner sein dürfte in einer RRG-Regierung.

(Mitglied der PARTEI)

Weiß jemand, wann Somuncu sein Programm vorstellen wird? Er wurde zwar mit 100% der Stimmen zum Kanzlerkandidaten gewählt, aber was er politisch konkret verbessern will, ist mir noch nicht ganz klar.

Er sollte mit dem ausdrücklichen Ziel antreten, alles zu verschlechtern! (Auch wenn das stellenweise eine Herausforderung wird.)

Habe gerade das hier gefunden:

Zitat: [I]“Mit ihm gebe es […] keinen Streit um die Energiewende …”[/I]

Welche Streitseite will er da zum Schweigen bringen, die Gegner oder deren Gegner?

Also unter den etablierten Parteien gibt es keine Gegner der Energiewende. Es gibt eigentlich nur Streit bezüglich der Vorgehensweise und der Geschwindigkeit, aber das Ziel ist mittlerweile bei allen gleich. ich möchte allerdings betonen, das ich bei dem Thema nicht neutral bin, da ich in dieser Branche mein Geld verdiene. Ich bin nämlich der Erfinder des Slogans “Atomkraft nein nein!”

Die AfD sitzt ja jetzt auch auf manchen Sitzen. Man könnte sie leider “etabliert” nennen. Deshalb vorweg:

http://www.energiezukunft.eu/umwelt/politik/afd-grundsatzprogramm-energiewende-nein-atomkraft-ja-gn104041/

Zitat: [I]“AfD-Grundsatzprogramm: Energiewende nein, Atomkraft ja”[/I]

Bei SpOn gab es mal wieder eine Sonntagsfrage. (Durchgeführt mit einem Umfrageinstitut.)

CDU liegt wieder um drei Prozentpunkte vor der SPD, aber die einzige Regierungsmöglichkeit wäre Gro-Ko. Mit dem Schulz-Wahlkampf dann auch keine so einfache Sache mehr, sowohl zwischen den Parteien als auch zwischen SPD und den neuen Wählern der SPD.

Die SPD hat sich doch immer sehr flexibel gezeigt, gerade wenn die Wahl gelaufen ist. Dann ist sie halt ‘in der Verantwortung’.

Ich kann mir auch vorstellen dass Chulz lieber den Vize macht als irgendwas ohne Posten.

Ich halte es für unmöglich, dass Schulz unter Merkel den Vize macht. Denn bei einer erneuten Gro-Ko muss die SPD von ihrer neuen Politik in großen Stücken wieder abweichen. Die CDU macht dazu gerade einen Wahlkampf speziell gegen Schulz. Schulz wird damit nicht haltbar sein. Aber der Gabriel wird sich dann bestimmt freuen und sofort wieder die SPD übernehmen.

Die Empörung der SPD-Wähler dürfte bei einer erneuten Gro-Ko aber deutlich größer nochmal ausfallen als bei der letzten Wahl, zumindest nicht solange nicht davor über viele Monate darüber gerungen wurde.

Und keine Partei nennt Vorschläge hinsichtlich der Tatsache, dass es mit der unaufhaltbaren Robotisierung immer weniger Arbeit geben wird, und zwar über die ganze Bandbreite vom Putzdienst bis zum Topmanager. Die Menschen werden mehr und mehr ihre Dinge selbst organisieren weil sie nicht mehr viel Geld haben werden (Software, Kultur, Gärtnerei, Car-Sharing, 3D-Drucken, Nähen, Backen etc. pp.), und diejenigen Sachen, die sie nicht selbst herstellen können, stehen dank zunehmender Automation immer preisgünstiger zur Verfügung. Geld wird also kaum noch als Machtsymbol taugen, was wiederum machtgierige Menschen veranlassen wird, sich für ihre Machtbefriedigung etwas anderes auszudenken als den Vorstandsvorsitz einer großen Firma einzunehmen, denn die Hierarchien werden immer flacher. Spannend wird auch die Frage, ob die Zurschaustellung von Luxus – was ja schon immer nur reine Psycho-Symbologie war – weiterhin den betreffenden Menschen ein Erhabenheitsgefühl geben wird, oder ob sich das Luxus-Paradigma in eine andere Symbologie verschieben wird, zum Beispiel in die der Freundschaftlichkeit, oder handwerklichen Unabhängigkeit etc. pp., also Erhabenheit dadurch anstatt durch Vorzeigen von Schmuck. Utopisch ist das nicht: Schon jetzt, seit einigen Jahren schon, gelten beispielsweise (absichtlich) zerrissene Jeans als elegantes Statussymbol.

Keine der Parteien geht die Problematik mit der Digitalisierung konkret an. Alle meinen, man könne die Arbeitslosigkeit weiter senken! Die Aussichtslosigkeit auf diesem Irrweg wird die Menschen noch mehr frustrieren, wird die Gemeinschaften noch mehr spalten, wird die “Heilsbringer” noch mehr unterstützen und auch die “heilsame” militärische Aufrüstung weiter beschleunigen. Den letzten kalten Krieg haben wir übrigens nur mit viel Glück überstanden. An vielen Orten dieses Planeten wird immer mehr mit nuklearen Sprengköpfen herumhantiert. Das Risiko eines Unfalls oder eines unkontrollierten Wahnausbruchs einiger weniger Personen wächst. Und der Ursprung dieses Problems liegt in der Vernunft jedes Einzelnen. Wir brauchen neue, bessere politische Ideen. Die alten Ideen sind nun endgültig nicht mehr anwendbar.

Symbologie ist das erfundene Studienfeld von Robert Langdon, dem Hauptcharakter aus den Illuminati-Büchern. Ich habe keine Ahnung, was eine Psycho-Symbolik in Abgrenzung zur normalen Symbolik sein sollte.

Es ist gleichzeitig auch nichts neues, dass sich viele Reiche relativ bescheiden präsentieren. Siehe z. B. Steve Jobs, Bill Gates oder Mark Zuckerberg und das geht historisch wahrscheinlich noch ein paar Jahrzehnte zurück. Dazu gab und gibt es aber natürlich immer noch die Proll-Reichen.

Utopisch ist das nicht: Schon jetzt, seit einigen Jahren schon, gelten beispielsweise (absichtlich) zerrissene Jeans als elegantes Statussymbol.

Das ist aber nicht gerade eine neue modische Entwicklung, phasen- und szenenweise gibt es das wohl seit den 60er Jahren.

Keine der Parteien geht die Problematik mit der Digitalisierung konkret an. Alle meinen, man könne die Arbeitslosigkeit weiter senken!

Ich weiß nicht, ob Parteien aktuell der Meinung sind, dass man die Arbeitslosigkeit noch groß senken kann. Habe nichts in der Richtung wahrgenommen.

Und während eine Zukunft absehbar ist, in der wieder massenhaft Jobs durch Automatisierung vernichtet werden, ist sie nur absehbar, aber noch nicht da. Dazu wird es auch bis KI-Singularität, die vielleicht die nächsten Jahrhunderte nicht kommen wird, auch Grenzen geben von vielen Jobs, die weiterhin bestehen bleiben. Wegfallen werden nur viele Jobs im unterem Einkommens- und Ausbildungssegment. Zunächst LKW- oder Zugführer, Verkäuferinnen im Supermarkt, Post- und Paketzusteller, einfache Jobs in der Industrie, einfache Bautätigkeiten. Der Manager muss da eher nichts befürchten.

Nun kann man die Befürchtung haben, dass diese Menschen dauerhaft in der Massenarbeitslosikeit verbringen. Aber vielleicht entwickeln sich auch neue (und deutlich interessantere) Jobs dann. Noch ist es schwer vorherzusehen, aber es ist ja nicht die erste Umwerfung des Arbeitsmarktes in der menschlichen Geschichte.

Wir brauchen neue, bessere politische Ideen. Die alten Ideen sind nun endgültig nicht mehr anwendbar.

Tja, dann entwickel neue Ideen, bringe sie an Mann und Frau und an die Parteien oder gründe deine eigene Partei und lass dich dann wählen.

[QUOTE=Baru;487108]
Nun kann man die Befürchtung haben, dass diese Menschen dauerhaft in der Massenarbeitslosikeit verbringen. Aber vielleicht entwickeln sich auch neue (und deutlich interessantere) Jobs dann.[/QUOTE]
Oder - noch utopischer - man sieht endlich ein, welch sinnfreies Unterfangen es ist, auf Teufel komm raus jeden Menschen in eine Erwerbsarbeit pressen zu wollen. Vielleicht überdenkt man sogar den Stellenwert ebendieser insgesamt und passt den dann der neuen Realität an.

meep meep

Huh?
Oh, der Wecker… :frowning:

ERWERBSarbeit halte ich nicht für so wichtig. Und eine Welt, in der man über ein BGE abgesichert ist, damit man auch Tätigkeiten nachgehen kann, die kein Geld bringen, finde ich gut.

Aber das kann man auch in eine Dystopie verzerren: Eine Welt, in der man zwar überlebt, weil der Staat alles dringend nötige zahlt, aber die Menschen ihr Leben vor dem TV oder Internet als reine Konsumenten verbringen.

Klar, das wäre denkbar.
Auch denkbar wäre, daß die Menschen täglich glücklich auf den Straßen tanzten, anderweitig in welchem Sinne auch immer nützlichen und Produktiven Dingen nachgingen und Kultur am laufenden Bande produzierten.
Who knows, die persönliche Vision hängt ganz vom jeweiligen Fabrikat der Glaskugel ab :wink:

Was die Menschen heutzutage nicht wirklich oft tun. Woher sollte also die veränderte Einstellung kommen? Ich glaube fast, dass das BGE nur denen gut tut, die aktuell auch schon irgendwie im kreativen oder sozialen Bereich tätig sind. Die wären dann besser abgesichert. Es macht das BGE nicht falsch, weil es immer noch Nutznießer gäbe, aber wenn Massenarbeitslosigkeit zurückkehren sollte, müsste sich auch von vielen Menschen die Einstellung ändern, wie sie ihre (Frei-)Zeit verbringen, damit das BGE wirklich gut funktioniert.

Was die Menschen heutzutage nicht wirklich oft tun.

… und das ist so, weil …

Na, woher wohl?

Aber sonst hast du natürlich recht.