Politischer Smalltalk 3.0

Ich bin absolut für diese Widerspruchsregelung, weil sie die Menschen hoffentlich dazu bringt, sich überhaupt mal mit Organspenden zu befassen. Und nicht wie bisher einfach nur aus Interesselosigkeit oder Faulheit keinen Spenderausweis zu haben, obwohl sie durchaus aufgeschlossen für eine Spende wären.

Und natürlich steht jetzt niemand automatisch für eine Organspende zur Verfügung, wie manche offensichtlich glauben, nachdem was man so im Netz allgemein lesen kann. Man muss nur mal seinen Hintern hochbekommen und halt widersprechen.

Wenn diese Regelung eingeführt wird, werde ich sofort widersprechen. Warum?

Hirntot ist für mich eben nicht “ganz” tot, sondern man liegt im Sterben. Wurde dieser Begriff ursprünglich nicht sogar nur geschaffen, um Organtransplantationen überhaupt ethisch vertretbar möglich zu machen?

Selbst wenn die Hirntoddiagnose 100%ig eindeutig ist (woran ich persönlich auch Zweifel habe, aber darüber möchte ich hier nicht gar nicht streiten), ist doch der übrige Körper durchaus noch lebendig, auch wenn das natürlich nur durch die intensivmedizinische Behandlung (salopp: angeschlossen an “die Maschinen”) möglich ist. In diesem Zustand möchte ich keine Untersuchung auf Hirntod, bei der z. B. “Reaktionslosigkeit auf Schmerzreize im Gesicht, das Nicht-Vorhandensein von Augenbewegungen bei Spülen des Gehörganges mit Eiswasser und das Fehlen des Würge- und Hustenreflexes” usw. getestet werden.

Und ich möchte erst Recht nicht dann noch ausgeweidet werden sondern bitte sofort in Frieden sterben dürfen. Maschinen aus und gut ist.

Aber natürlich ist es absolut in Ordnung, wenn sich jemand gut über Organspenden informiert und sich dann dafür entscheidet.

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