Politischer Smalltalk 2.0

Japp. Da gibt es keinen Widerspruch.

Achso. Na dann.

Alle anderen Länder haben noch Atomkraft (zumindest die, die sie je mal hatten). Alle anderen Länder verboten bis 2001 die Homo-Ehe. Alle anderen Länder … da muss ich wohl nicht weiter machen. „Die anderen machen das“ ist kein Sachargument.

edit: du hälst Menschen grundsätzlich für

? Wow, das ist echt ein mieses Menschenbild…

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Inwiefern? Findest du es gut, dass Dummköpfe entscheiden, wer regiert?

Nein, ich finde, dass eine repräsentative Demokratie, wie wir sie ganz bewusst haben, eine recht gute Sache ist.

Nö, ein realistisches. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Menschen in der Lage ist, komplexere Situationen zu überblicken.

Dafür bekannt sind die Sorte Demokraten, die der Meinung sind, man müsse dem Volk erst mal eintrichtern, was es eigentlich wolle, ehe man ihm irgendeine Form von Macht gebe.

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Dann sollte das Wahlrecht folgerichtig an einen IQ-Test gebunden sein oder?

Parteiprogramme abwägen und mögliche Koalitionen und deren Folgen abschätzen dürfte das so ziemlich komplexeste sein, was ich mir als Demokratiebeteiligung der Masse vorstellen kann.

Das folgt aus keiner meiner Aussagen.

Eine repräsentative Demokratie, deren Vertreter von Leuten gewählt werden, die du für unvernünftig und unmündig hältst. Ist das Dialektik?

du meinst, die meisten menschen sind nicht zu komplexen Entscheidungen in der Lage

Ja?

Kannst dich ja selbst mal realistisch fragen, warum wir wohl keine direkte Demokratie haben.

Es ist halt einfacher, einen kompetenten Vertreter noch irgendwie „richtig“ und trotzdem anhand seiner eigenen prinzipiellen Interessen zu wählen als höchst komplexe Vorgänge und Gesetze dann richtig einschätzen zu können.

das problematische ist, dass in politisch unruhigen Zeiten wie heute immer mehr Parteien dem Bürger alles vordenken möchten. An die persönliche Verantwortung und Selbstbestimmung appellieren leider immer weniger. Die SPD entfernt sich von diesem Prinzip ja leider auch immer mehr. SPD und CDU möchten den Bürger in Luftpolsterfolie einwickeln, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich.

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ich bin auch gegen direkte Demokratie. Jede Abstimmung hier im Forum zeigt, dass das keine grundsätzlich gute Idee ist. Dennoch würde ich nicht so weit gehen, alle Bürger als unmündig zu bezeichnen. Das ist Elitarismus vom Feinsten.

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Immer weniger?

Wir haben deutlich mehr Freiheit als in allen vorherigen Jahrzehnten. Maximal deine Freiheit, ein AKW zu betreiben oder Müll in den Wald zu kippen wurde eingeschränkt.

Dann bist du gerade nur aus Prinzip in dem Punkt gegen mich. Oder entdeckst gerade die Widersprüche in deiner eigenen Meinung.

Und ich habe auch nicht alle Bürger als unmündig bezeichnet.

nein, aber jede politische Entscheidung vom Volk entscheiden zu lassen ist in einem Staat unserer Größe unrealistisch. MdB ist nicht umsonst ein 60h-Job. Nicht jeder kann umfassende Dossiers zu jeder Sachentscheidung lesen.

Sagen wir mal so: Ich sehe, welches Verhalten gefördert wird und welches nicht. Je wichtiger es dir ist, auf eigenen Beinen zu stehen, desto mehr Steine legt dir der Staat in den Weg.

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Sein wir doch realistisch: Sehr wahrscheinlich können weniger als die Hälfte der Bevölkerung solche Dossiers überhaupt wirklich verstehen.

sicher, dass das staatliche Bildungssystem gescheitert ist, sehe ich auch so. Und wieder sind wir bei Symptomen.

Ich halte das für kein Symptom irgendeiner akuten Entwicklung. Das war nie anders so.

Das ist richtig, aber zum Teil auch ein sprachliches Problem. Viele Beamte und Akademiker sind schlichtweg nicht dazu in der Lage, sich in verständlichen Sätzen auszudrücken. Sie versuchen es auch gar nicht, da Abweichungen vom jeweiligen Jargon in ihren Blasen als unseriös wahrgenommen werden.

Ich hab das früher im Deutschunterricht schon festgestellt. Je besser ich schachteln konnte, desto weniger musste ich lernen. :grin:

Also kurz: Ich bin ebenfalls gegen die direkte Demokratie, aber Fachabhandlungen nicht zu verstehen, ist nicht automatisch ein Zeichen von Dummheit.