Aber du setzt es halt schon gleich und sagst „es wäre genauso unfair wie“. Nein. Das eine ist ein Fakt, der sich auch belegen lässt, die Rechtsnachfolge der SED angetreten zu haben, während das andere lediglich eine Gegenargumentation ist, die dann immer aufgebaut wird, mit Vorliebe von LINKE-Politikern und Wählern.
Sozialismus kann per Definition kein freies System sein. Da im Sozialismus alles dem Menschen in seinem innersten Wesen widerstrebt, wird er ein anderes System sich wünschen. Um das zu unterbinden, muss dann die Demokratie abgeschafft werden, damit ein solcher Rollback nicht passiert und die Freiheit eingeschränkt werden, weil die Leute sonst Millionenfach aus dem Land flüchten. Das ist mit der DDR ja genau so passiert. Was viele Leute ja gerne ausblenden, ist die DDR so als klar sowjetrussischen Satellitenstaat abzuspeichern im historischen Gedächtnis. Aber die Leute die dort an der Spitze saßen, das waren überzeugte Sozialisten und die haben am Anfang noch versucht bzw. geglaubt ihre Ideologie wäre so gut, dass die Leute aus dem Westen dann auch den Sozialismus haben wollen würden.
Deshalb ist die DDR der beste Beleg dafür das „demokratischer Sozialismus“ ein Euphemismus ist, den sich die alte SED-Kaderspitze dann Richtung 1990 ausgedacht bzw. in der Linkspartei manifestiert hat, um sich den Anstrich einer demokratischen Partei zu geben.
Das sagt damit ja keiner. Nur das dieselbe Ideologie, die Millionen Menschen terrorisiert und teilweise in den Selbstmord getrieben hat, immer noch im deutschen Parlament sitzt. Beim Nationalsozialismus zurecht undenkbar (auch wenn die AfD immer damit kokettiert, sind wir da immer noch einen Schritt von weg), sitzt Jahre nach dem Mauerfall eine Partei wie die Linke im Parlament und entscheidet in einigen Bundesländern schon quasi über die Opfer ihrer eigenen Politik, vor allem beim Thema Gedächtnis an die Verbrechen der DDR. Dort wird immer sehr, sehr schnell der Holocaust vorweggeschoben. Den solle man niemals vergessen, aber die schweinereien, die im Namen des „demokratischen Sozialismus“ im Osten begangen wurden, die würde die Linke gerne unter den Teppich kehren.
Jein. Sie wären dann zumindest nicht mehr mit dem SED-Nachfolgepartei-Stigma behaftet, aber sie fordern immer noch eine zutiefst undemokratische Ideologie. Nur weil man Demokratie drauf schreibt, ist nicht unbedingt Demokratie drin. Und dort gilt meiner Meinung nach: Wehret auch hier den Anfängen.