Millionärswahl (ProSieben/Saat.1)

Prosiebens neue Show ist in etwa wie Das Supertalent ohne Jury. Die letzten Wochen haben sich tausende Kandidaten gebattled und übrig geblieben sind 49, die aufgeteilt auf 7 Sendung mit je 7 Kandidaten ihr Konzept präsentieren mit der sie um den Gewinn von einer Million Euro werben, deren Vergabe im Finale entschieden wird. Anders als im Supertalent kann man alles mögliche präsentieren, bis hin dazu dass man die Million einfach verteilt.

Interessanterweise scheint ProSieben es geschafft zu haben, die Show in der aller ersten Sendung selbst zu torpedieren - unbeabsichtigt, denke ich. Grund ist das Abstimmungsverfahren. Es wird ja damit geworben, dass es die erste Sendung ist in der demokratisch jemand zum Millionär gemacht wird, dazu vergeben die tausenden von Teilnehmer online und die Zuschauer zu Hause Punkte von 1-7 und die Kandidaten selber 4 Punkte (aufsplitbar). Hat also ein bisschen was vom Eurovision Song Contest. Am Ende der Sendung schien ein Patenonkel der für ein behindertes Kind einfach alles mögliche macht fast den Einzug ins Finale geschafft zu haben, die Entscheidung hing nun ab von einer Altherrenrockergruppe. Die vergab alle vier Punkte für einen Breakdancer, der mit einem Punkt Vorsprung gewinnt:

Platz 1
Online-Voting: 1 Punkt
Zuschauer-Voting: 2 Punkte
Live-Voting: 14 Punkte
Gesamtergebnis: 17 Punkte

Platz 2
Online-Voting: 7 Punkte
Zuschauer-Voting: 7 Punkte
Live-Voting: 2 Punkte

Die gesamte Wahl lief am Ende also weniger auf ein demokratisches Ergebnis hinaus als viel mehr darauf, dass die Kandidaten ihre zu vergebenden Punkte so vergeben, dass sie möglichst gut dastehen, wie man gut sehen kann. Was ProSieben wohl nicht bedacht hat ist, dass einer der Kandidaten den Sender derart trollen würde, dass der Publikumsliebling mit dem behinderten Kind bei der finalen Punktevergabe zurückfällt hinter Wayne-0815. Wäre es nicht passiert, würde das Abstimmungssystem vielleicht kritisiert werden aber im Gesamtergebnis wären die Reaktionen vermutlich recht positiv, doch so ist das ganze Demokratiekonzept mit einem Mal als Bullshit entlarvt.

Seh ich das richtig, dass man das hätte verhindern können, wenn man nicht gerade die Wählergruppe, die als einziges selbst von der Wahl betroffen ist zuletzt wählen lässt, nachdem(!) sie die Ergebnise beider anderen Wahlgruppen erfahren haben?

Jupp. Oder man hätte ihnen zwar dieses Ergebnis zeigen können ABER im Anschluss nicht nacheinander die Punkte verteilen lassen. Zwar war die Reihenfolge der Kandidaten zufällig aber natürlich konnten sie die ganze Zeit über ihre Meinung ändern und wenn sie an der Reihe sind einfach die Punkte ganz anders verteilen.

Ich bin gespannt, ob ProSieben den Kopf aus der Schlinge bekommt, in dem sie den Breakdancer ausbezahlen, wenn er auf eine weitere Teilnahme verzichtet und der „nette Patenonkel“ nachnominiert wird.

Ich habe die Sendung nicht gesehen, bin heute nur nicht an den einstimmig negativen Kritiken in den Onlinemedien vorbeigekommen. Aber ich finde es sogar gut, dass der Breakdancer gewonnen hat. Dieses ganze „ich spende die Mio. an diesen Benachteiligten und jenen Kranken“ finde ich nicht sonderlich toll. Es sollte einfach um die Leistung gehen, die die Kandidaten auf der Bühne darstellen und die Verwendung des etwaigen Gewinnes sollte nicht öffentlich sein und damit de facto zu Wahl stehen.

Aber egal. Auch nach der Starthilfe durch den „Skandal“ werde ich die Sendung nicht anschauen :smiley: .

Ich bin gerstern abend zufällig beim Zappen bei dieser Szene hängen geblieben und habe exakt das gleiche gedacht - ohne zu wissen, was jetzt die einzelnen Kanditaten wirklich vorgetragen haben…

Ich dachte: Hey, die sind doch nicht blöd. Die werden taktisch so wählen, dass der erste keine Punkte bekommt und die unteren vier jeweils einen, damit man den ersten nicht uneinholbar macht und die eigene Stimme so gut es geht wegschmeißt, weil man sich selbst ja nicht wählen konnte…

Nachdem ich jetzt weiß, wie die anderen Punkte zu Stande gekommen sind, frage ich mich ernsthaft, was es für einen Sinn macht, die größte Wahlmacht (eine Stimme der Kanditaten hat ja wesentlich mehr Wirkung als die eines Zuschauers) Leuten zu geben, die gar kein Interesse an der Punktevergabe haben können und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit so wählen, dass ihre Stimme sich nicht auswirkt…

Ziemlich dämlich das Konzept…

++Eil++ Das Wahlverfahren wird natürlich geändert: http://www.quotenmeter.de/n/68383/.

Die ganze Show war so dermaßen langweilig… Ich würde sogar sagen vom Entertainment Faktor war sogar das Supertalent 10x besser. Ist ja auch kein Wunder, waren ja auch alles eingekaufte Performances. Nur war diese Show so langweilig, da finde ich selbst Musikantenstadl interessanter. Und die Quoten waren bereits in der 1. Sendung unter dem Senderschnitt, die wird noch ins Bodenlose fallen, Reichweite irgendwann geringer als BibelTV…

Den Quatsch sollten die am besten direkt abbrechen, Niemand wird sich die 7!! anderen Liveshows noch ansehen… Epic Fail! :ugly

[QUOTE=LSD;338764]++Eil++ Das Wahlverfahren wird natürlich geändert: http://www.quotenmeter.de/n/68383/.[/QUOTE]
Das ist absoluter ■■■■■■, die Regeln standen vorher fest, man kann die doch nicht einfach ändern weil Jemand zu blöd war um mal nachzudenken…

Absolut kann der ■■■■■■ nicht sein, denn schließlich war das vorherige Prinzip nicht das was angekündigt würde. In der Werbung war keine Rede davon, dass ein alter Rockopa das Weiterkommen bestimmt, stattdessen war die Rede vom ersten demokratisch gewählten Millionär. Interessant ist es aber schon, was wäre wenn ein Kandidat sich jetzt versuchen würde gegen die Änderung zu wehren. Was wiegt nun höher, die falsche Bewerbung oder die eventuell unterschiebenen Verträge (vorausgesetzt die sind dann auch rechtmäßig)?

Schlecht fand ich die Sendung unter dem Strich nicht. Grundsätzlich kann man hier mehr sehen als bei einem Supertalent und scheinbar gibt es auch mal weniger Sänger und es gibt mal ganz artfremde Ideen von den Kandidaten. Das weglassen einer Jury ist in jedem Fall ein Fortschritt.

Wenn die von ProSieben halbwegs schlau sind, dann lassen sie das Wahlverfahren doch und verkaufen es am Ende einfach als großangelegtes Sozialexperiment.
Frei nach dem Motto: Wie eogistisch verhalten sich Menschen wenn es um Geld geht, selbst wenn sie in der Öffentlichkeit stehen?

Immerhin scheint das Verhalten dieses Altrocker nur sehr bedingt als “gesellschaftlich erwartet” bezeichnet werden zu können.

Klug wäre es jetzt also irgendeinen Sozialwissenschaftler aus dem Taxi zu reißen und den dann nach Abschluss der Sendung irgendeinen netten “gesellschaftskritischen” Text runterrattern zu lassen.
Dann kriegt die Show am Ende den Ruf einen “gewollten Skandal” geschaffen zu haben und gilt als Geniestreich.

Meint ihr ProSieben braucht noch Imageberater? :ugly

Frei nach dem Motto: Wie eogistisch verhalten sich Menschen wenn es um Geld geht, selbst wenn sie in der Öffentlichkeit stehen?

Meinst Du, nach 9Live und der Übernahme durch die Finanzheuschrecken gibts da von Seiten von Pro7 noch Aufklärungswillen? :?
Mich erinnert diese ganze Farce ja an den ESC-Vorentscheid letztes Jahr.
Guter Artikel: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/tv-kritik-millionaerswahl-die-moechtegernmillionaere-und-die-brutale-realitaet-des-fernsehens-12745461.html

Mal eben von Star Wars rübergeschaltet. War ja schon angekündigt, dass das Wahlsystem geändert wird, nach dem die Zuschauer mehr macht haben. Der Sender hat dem ursprünglich Erstplatzierten Ralf Zanders angeboten nachträglich ebenfalls ins Finale zu kommen, was der Kandidat allerdings ablehnte. Die Kandidaten haben nun neuerdings 1 Punkt und nicht mehr, die Punkteverteilung der Zuschauervotings sind nun ebenfalls verändert worden, das geht jetzt von 12 (oder 14, habs nicht so gut gehört) runter. Das Spendenkonto für das Patenkind mit dem Gendefekt wurde ebenfalls noch mal eingeblendet. Immerhin reagiert der Sender aber dass niemand im Vorfeld daran gedacht hat, dass es schief laufen konnte war trotzdem ziemlich naiv.

Edit:
Kleines Update, tatsächlich hat in der heutigen Sendung der Kandidat gewonnen, der seine Million dem Hanfverband schenken will. Eigentlich recht mutig von ProSieben das zuzulassen aber auch vernünftig, in anbetracht der ungerechtfertigten Prohibition.

Wer bekommt denn jetzt nun die Millionen?

Denn ProSiebenSat.1 zieht bei „Millionärswahl“ die Notbremse

Muss gestehen, ich habe die 1. Folge gesehen habe - jedenfalls die ersten 30min., dann wurde es mir zu doof, Das hatte für mich so ne Mischung aus “Suppentalent” und “Geld zu verschenken” (was mal auf VOX lief). Irgendwie war es für mich etwas zu langatmig und hätte mehr “Action” erwartet. Die anderen Folgen habe ich nicht (mehr) gesehen.

Und tschüss! Pro7 kürzt den Müll massiv ab, auch wegen miserabler Einschaltquoten. Es gibt noch einmal eine komprimierte Einspieler-Show und ein irgendwie geartetes Finale. Ich hoffe, dass sie wenigstens die Million auch auszahlen. :roll:

Dann hätte es ja auch gereicht, auf prosieben.de neben das Portrait der Bewerber einen Voting-Button anzubringen. Läuft ja jetzt aufs Gleiche hinaus.

Ja, außer eine Million Reichweite mehr und Einnahmen durch Werbung und Call-in-Anrufer.

Minus der Produktionskosten und der Opportunitätskosten, für eine Sendung mit deutlich höherer Quote :wink: .

Eigentlich schade, denn das Konzept war gar nicht so Übel aber es war vorhersehbar dass es soweit kommen würde. Es zeigt auch mal wieder, dass diverse Leute die von Absprachen und kalkulierten Handlungen sprechen falsch liegen, denn ProSieben ist voll auf die Nase geflogen. Hätten sie von Anfang an das übliche Votingsystem oder das neue eingeführt, könnte ich mir zwar nicht vorstellen, dass die Sendung ein großartiger Erfolg wäre, wohl aber dass sie es so hätten durchführen können wie geplant. Aber es zeigt sich eben doch, wer den Zuschauer irgendwann zu sehr verarscht, der kriegt die Quittung dafür.

Also meine Reaktion auf die fast Absetzung könnte man ungefähr so beschreiben:

//youtu.be/_FIJUe1rEMQ

:mrgreen:

[QUOTE=SethSteiner;339237]Es zeigt auch mal wieder, dass diverse Leute die von Absprachen und kalkulierten Handlungen sprechen falsch liegen, denn ProSieben ist voll auf die Nase geflogen.[/QUOTE]
Das war auch mein erster Gedanke. Aber ich denke nicht, dass man hier so einfach von dem Ergebnis auf die Ausgangslage schließen kann. (Wenn du mit AA verlierst heißt das noch nicht, dass du damit nicht hättest All-in gehen dürfen.)
Das heißt: Dass Pro 7 auf die Schnauze geflogen ist bedeutet für mich noch nicht, dass die nicht mit Absicht zuerst ein bescheuertes Voting-Verfahren verwendet haben könnten um so einen Skandal zu provozieren.
Ich halte sogar auch jetzt immernoch für plausibel und wahrscheinlich, dass sie ein miserables Voting-System Wissens in Kauf genommen haben.

Eigentlich Schade…

Eine Show wo die Kandidaten auf die Zuschauervote reagiren können und so auch taktisch Leute rauswählen können gegen die sie in Späteren runden eh keine Chanse hätten, wäre doch eigentlich eine gantz interessante Idee.

nur dazu häte man wohl als Macher den Mut haben müssen den Zuschauern zu sagen das sie dann ebend Strategich Wählen müssen, und man hätte nicht nur einen Sturm aushalten müssen. Dafür hätte man aber auch in den Nachrichten gestanden und viele Diskusionen angefeuert.

So kahn es zu dem " Wir entscheiden wer gewinnt. " des Senders. Und da das Konzept nun schon wirklich fast eder kennt, kann man sich die Sendung Sparen und gleich den 1 platz den geben den der Sender sich aussucht.