Folge 98: Sportarten, die zu wenig Beachtung finden

Sonntagsfrühstück Folge 98. Hier kann darüber diskutiert werden!

In Deutschland dominiert Fußball sehr stark den Sport. Keine andere Sportart bekommt auch nur annäherend diese Aufmerksamkeit. Schade eigentlich, denn es gibt ja schließlich genug Wettbewerbe, die viel Spannung bieten und eigentlich auch mehr Quote verdient hätten. Olli, Volker und Holger gehen mal ein paar solcher Sportarten durch.

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Ich muss Olli leider widersprechen, wrestling ist harter Sport! Show natürlich, aber die Jungs müssen jeden Tag trainieren, damit es so aussieht wie es aussieht.

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Ja kaum zu glauben, da schaue ich im Halbschlaf was das Thema heute wird und dann sehe ich, dass es mein Thema ist, was in den Umfragen immer stark abstank :smiley: Vielen Dank für die Lobby @GuentherStoll :stuck_out_tongue: Ich finde die freie Themenwahl schon mal richtig geil :wink:

Habt sehr gute Stichwörter gebracht die ich im Hinterkopf hatte, wo ich dieses Thema immer wieder vorgeschlagen habe.
Ich war früher grosser Fussballfan, aber mich hat diese Kommerzialisierung immer mehr angekotzt und auch das Spiel an sich hat mich immer weniger erreicht. Die Spieler waren immer weniger richtige Charaktäre, zum Schluss ständg dieses richtig ekelhafte zeitschinden, bei jedem kleinsten Kontakt simulieren dass man am sterben ist. Das wurden keine Einzelfälle sondern standard. Kann mir mittlerweile Live auch nur noch ganz wenige Spiele antun, genau wegen solchen Sachen.

Meine richtige Liebe war schon immer Eishockey. Damals konnte ich es nur bei der Olympiade schauen und war sofort fasziniert und kann es bis heute nicht verstehen, wie das nicht mindestens genauso populär ist, wie Fussball. Es ist unglaublich dynamisch, innerhalb von Sekunden können Tore fallen, hier wird kaum simuliert, auf Zeit spielen geht viel schwieriger und ist halt ein richtiger Kontaktsport. Das Vorurteil „Ich sehe den Puck“ nicht höre ich selber auch oft, wo ich die Leute aber zu den Spielen bringe, haben die das Problem nicht und haben auch immer sehr grossen Spass. Gehe auch schon seit gut 17 Jahren zu fast allen Heimspielen meiner Mannschaft UTE Budapest. Schade, dass Dean nicht dabei war, der hätte auch für diesen geilsten Sport mächtig Werbung gemacht

Ich sehe den Puck auch im Fernsehen, aber ich weiss auch auf was ich achten muss, das bringt die Routine wohl mit sich.

In Ungarn ist Wasserball noch sehr populär, womit ich aber selbst kaum was anfangen kann, höchstens nur bei Olympia.

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Thema Basketball: Ich wohne in Gießen und das ist tatsächlich eine Basketball-Stadt. Der Verein hier sind die Gießen 46ers. Die großen Zeiten hatte er aber in den 60ern und 70ern. Da war er mehrmals Meister. Galt auch lange als der HSV der Basketballbundesliga weil er seit Gründung der Liga immer dabei war bis er 2013 dann abgestiegen ist.
Ich bin selbst aber erst 2015 Fan geworden,nachdem ich mich nachdem Wiederaufstieg entschlossen hatte mir das mal anzuschauen. Und hat mich gleich gepackt. Obwohl ich schon seit 2007 in Gießen wohne. War vorher aber auch eher vom Fussball dominiert und hatte auch mal ein paar Jahre Dauerkarte bei Eintracht Frankfurt.

Und wie Volker sagte, es macht richtig Spaß mit ner Mannschaft beim Basketball mitzufiebern. Da sich im Spiel noch soviel immer ändern kann. Da kannst dir fast nie sicher sein das trotz hoher Führung der Gegner doch noch aufholt.

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Als jemand, der gut ein Dutzend Sportarten sehr regelmäßig ergebnistechnisch (props gehen an dieser Stelle raus an Flashscore) oder visuell On-Demand verfolgt, gefiel mir diese Folge sehr gut! Bei den Passagen über Darts und vor allem Professional Wrestling habe ich kurz mal weggehört :grin:

Ansonsten könnte ich noch Poker ergänzen, das zwischenzeitlich mal auf Sport1 eine televisionäre Hochzeit Mitte der 2000er/Anfang der 2010er-Jahre hatte, und hin und wieder in den (Print-)Medien Beachtung findet, wenn ein deutscher Erfolg bei der WSOP zu melden ist. Dass die deutsche High-Roller-Szene weltweit eine der dominantesten ist und Spieler wie Fedor Holz, Christoph Vogelsang oder Ole Schemion mittlerweile Preisgelder im (weit) zweistelligen Millionenbereich eingefahren haben, fällt auch medial gern mal hinten runter.

Abschließend gibts noch eine Honorable Mention für den Pferdereitsport mit der unvergleichlichen Kommentatoren-Legende Carsten Sostmeier und für Snooker, bei dem in der erweiterten Weltspitze zum Großteil immer noch dieselben Namen zu finden sind wie zu meiner Jugendzeit Ende der 90er-Jahre.

Ihr/Euer thepokerbrat :wink:

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Danke für die Sendung, die deutlich unterhaltsamer und vor allem informativer wurde, als man wohl vorher gedacht hat.

Ich schaue tatsächlich eher selten Sport im Fernsehen, bin aber leidenschaftlicher Hobby-Sportler. Was mich am Hobby-Sport allerdings schon stört, ist die sehr offensichtliche Bedeutung von Doping, die im professionellen Rahmen natürlich nochmal eine ganz andere Hausnummer ist. Ich denke da in meiner Filterblase z. B. an Fitness, Kraftsport, Cross-Fit usw. Offiziell sind die ganz breiten Männer und Frauen selbstverständlich immer nur mit einer ganz tollen Genetik gesegnet. Wer es glaubt… :grinning_face_with_smiling_eyes: :grinning_face_with_smiling_eyes:

Klassische Leichtathletik-, Schwimmturniere usw. schaue ich mir per se nicht an, da ich davon ausgehen muss, dass alle gedoped sind. Manchen „Saubermännern (und -frauen)“ kann man es lediglich (noch) nicht nachweisen.

Adventskalender 22: Das große MG-Buzkashi-Hobby-Horsing - wer schnappt sich zuerst die Ziege? :wink:

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Ich als großer Handball-Fan schau immer neidisch zum American Football, wie gut der hierzulande mittlerweile vermarktet wird. Man geht wie ich finde einfach sehr stiefmütterlich mit der Vermarktung des Handballs um, obwohl man faktisch „die stärkste Liga der Welt“ vorzuweisen hat und man sieht ja anhand der Großereignisse bei WM, EM und Olympia, dass es ein grundsätzliches Interesse an der Sportart gibt.

Zu Holgers Frage bezüglich American Football, ob die Fans nicht sauer werden, wenn Spiele nach Europa verkauft werden: Rein von der Distanz ist es für den Fan eines Teams der Ostküste kein großer Unterschied, ob er zum Auswärtsspiel nach Seattle an die Westküste reisen muss oder eben nach London oder München (mit dem kleinen Unterschied, dass bei Spielen in Europa noch ein großer Teich dazwischen liegt).

Eine Sportart, die ich mittlerweile sehr gerne schaue und hier wahrscheinlich kaum jemand kennt, ist der Australian Football, ein Mix zwischen Fußball, Rugby und Football, gespielt auf einem wahnsinnig großen ellipsenförmigen Spielfeld:

Endlich mal ein gutes Thema.

Wrestling: Ich finds immer Traurig, wie herabwertend auf das Wrestling geguckt wird. Das sind voll austrainierte Sportler, die jede Woche X-Stunden im Gym schwitzen, um diesen Körper zu bekommen/halten.
Dazu noch die viele Reiserei - es gibt nicht wenig Wrestler die in Interviews sich darüber beklagten, mehr in fremde Hotel Betten zu Schlafen, als im eigenem Zuhause.
Top Stars sind mehr als 300 Tage im Jahr On the Road. Neben den Live Shows Raw und Smackdown, kommen noch diverse House Shows dazu, weswegen nicht wenige 3,4 Länder innerhalb einer Woche abklappern.
Dann immer dieses „Show“ Argument, keiner behauptet das nicht vorher klar ist wer Gewinnt/Verliert aber man spricht nicht darüber, um eben diese „Magie“ zu behalten und es vor allem Kindern nicht zu versauen. Was aber ECHT und keine Show ist, sind die harten Bumps und kleinen wehwechen, die jeder Sportler mit sich rumschleppt.
Künstliche Hüfte, Rückenschmerzen, kaputte Knie und diverse andere Folgeschäden sind keine Seltenheit. Es ist erschreckend wie viele Wrestler sehr früh gestorben sind, da Medikamenten, Alkohol und Drogen, oft der einzige Weg waren, um den Schmerz zu unterdrücken.
Heute wird bestimmt auch noch massig Tabletten geschluckt, auch wenn es wesentlich besser geworden ist. Dennoch gilt, wenn du heutzutage ein Star werden willst und die Bosse nicht verärgern willst, dann schleppst du halt mal ne kleinere Verletzung ein paar Monate mit dir rum, um oben dran zu bleiben.
Klar sind das alles keine armen Menschen, aber im Vergleich zum Fußball, ist das Kleingeld was die alle bekommen und dafür wird der eigene Körper Woche für Woche verschlissen.

Dart: Mit dem Formel1 Argument „die Sitzen im Prinzip ja auch nur im Auto“ habt ihr eigentlich schon genau das ausgesprochen, was ich mir immer denke, wenn es um die „Was ist eigentlich Sport“ Thematik geht. Sport muss nicht immer körperlich sein, sondern findet eben auch im Kopf statt.
Mentale Stärke, auf den Punkt funktionieren, dass alles ist für mich auch Sport und daher kann eben nicht jeder X-Beliebige Dicke Typ, ne WM gewinnen.
Gerade Dart ist ne Sportart die ne menge Training erfordert, ich würde sogar soweit gehen, dass sich das Dart Spielen beibringen auf einem hohen Niveau, mehr Fleiß erfordert als das eines Fußballers … Warum ? weil es nicht Selten vorkommt das Profis jeden Tag mehr als 3,4 Stunden vor der Scheibe stehen.
Phil Taylor meinte sogar mal das er als Anfänger Täglich 8 Stunden trainierte, da er eben kein Gott gegebenes Talent hatte, sondern er mehr über das Training kam.
Beim Fußball hab ich immer das Gefühl, wenn jemand Richtig Talent hat, dann geht er so und so seinen Weg, natürlich müssen diese Jungs auch Trainieren, aber wenn du einfach 2, 3 Klassen besser bist als der Rest, dann fällt es dir wesentlich leichter.
Gerade weil Fußball ein Mannschaftsport ist, während Schach, Dart und Co Einzelsport ist und alle Augen auf dich sind, wenn du Versagst dann bist du raus, auch eine Sache die man nicht Unterschätzen sollte.

Ansonsten gut das Volker noch Football angesprochen hat. Was leider kein Thema war, sind die vielen Unterbrechungen im US-Sport. Beim Fußball haben wir 45 min keine Werbung, keine Musikeinlage etc aber beim Football und Basketball wirst du alle paar Minuten rausgerissen, auch eine Sache die der „Ami“ gewohnt ist, während wir in Europa da andere Sehgewohnheiten haben.

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Ich war früher grosser Fussballfan, aber mich hat diese Kommerzialisierung immer mehr angekotzt und auch das Spiel an sich hat mich immer weniger erreicht. Die Spieler waren immer weniger richtige Charaktäre, zum Schluss ständg dieses richtig ekelhafte zeitschinden, bei jedem kleinsten Kontakt simulieren dass man am sterben ist. Das wurden keine Einzelfälle sondern standard.

Ich kann dein Argument sehr gut nachvollziehen, aber wer hat etwas dagegen, dass durch Zeitschinden oder auch das Überprüfen strittiger Entscheidungen durch den VAR die Nachspielzeit immer länger wird: Das Fernsehen und die Verbände sind dankbar, weil der Fußball der Quotengarant schlichthin bei uns ist - je länger das Spiel dauert, je länger hält man die Einschaltquote oben. Attraktiver wird die Sportart dadurch für die Fans allerdings ganz und gar nicht…

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Bitte nicht die wirklich als solche zu bezeichnenden WRESTLING-Promotions (allen voran AEW) vergessen :wink:

Ansonsten kann ich dieses Posting dick und fett unterschreiben. :+1:

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Beim Wrestling ist es halt eine reine Definitionsfrage, ob es ein Sport ist oder auch nicht. Wenn man sagt: beim Wettbewerbssport ist das Ergebnis offen, dann ist Wrestling natürlich kein Sport, sondern ein körperlich anspruchsvolles Schauspiel. So wie eine Kampfsport-Choreografie für einen Film halt auch was anderes ist, als eine Weltmeisterschaft in Karate oder Tae Kwon Do.

Natürlich macht sich der Wrestler über die Jahre körperlich kaputt. Aber reicht das zum Sport? Dann wären der Gerüstbauer und der Lagerarbeiter auch Sportler :wink:

Für mich ist Wrestling eine abendfüllende Show für die ganze Familie. In den 90s habe ich es gerne gesehen - gerade die Rockers mit Michels/Jannetty.

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Ich wusste natürlich, dass es in diesem Punkt hier einige Widerworte im Forum geben wird. Aber
dass die Jungs hart trainieren, hat niemand am Tisch in Abrede gestellt.

Trotzdem ist es eben kein Sport, weil der Wettbewerbscharakter fehlt. Es sieht eben nur so aus, wie Du ja selber schreibst.

Genau das ist für mich das Abgrenzungskriterium.

Madonna, Shakira, Jennifer Lopez, die ganzen Boygroups etc. müssen auch für ihre mehrstündigen und ausgeklüngelt durchchoreographierten Shows hart trainieren, untrainiert würden die auf der Bühne, bei gleichzeitigem Singen, wahrscheinlich schon nach einer Viertelstunde platt sein.

Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, diese als Sportler zu bezeichnen, man rechnet sie ganz selbstverständlich dem Showbiz zu.

Das ist bei der Erfolgsquote Ungarns im Wasserball ja auch kein Wunder, Ungarn dürfte Rekordolympiasieger sein.

Wasserball wollte ich in der Tat auch erwähnen, das ist auch ein technisch sehr anspruchsvoller und kraftraubender Sport. Letztes Jahr bei den Olympischen Spielen habe ich natürlich im Herrenfinale besonders mitgefiebert wegen Griechenland, leider sind sie im letzten Drittel eingebrochen, so dass Serbien Gold holte. Trotzdem ein sehr spannendes Event.

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WWE wrestling heißt sportsentertainment und wettbewerb ist das auch, nur halt nach Drehbuch aber das ist Sport, was soll das sonst sein? Ringelpietz mit anfassen?:joy:

Wenn es um die Definition Wettkampfsport geht es Wrestling keiner. Bei der Frage hast du dich heute schon Sport getrieben würde es da eher hineinpassen. Wenn ich echte Fights sehen will würde ich mir MMA ansehen was mir aber zu langweilig ist weil es da eben keine abwechslungsreichen Aktionen wie im Showrestling gibt.

Was genau wuerde sich jetzt eigentlich aendern wenn man Wrestling als „Sport“ bezeichnen wuerde?

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Habe ich doch schon mehrfach gesagt und geschrieben: Show. Für diese Show gibt es einen großen Markt, daher hat sie eine Daseinsberechtigung.

Aber es ist eben kein Sport.

So ist, wie schon oben geschrieben, eben meine Definition. Sonst könnte man auch die Bühnenshows der Musikstars als Sport ansehen, körperlich anstrengend und schweißtreibend sind diese ja auch.

Poledance hätte übrigens auch mehr Beachtung verdient - im Gegensatz zum Wrestling gibt es da auch echte Wettbewerbe/Meisterschaften :wink:

Unabhängig von der konkreten Sportart findet ich es toll, wieviele tausend Menschen ehrenamtlich Woche für Woche für ihren Verein arbeiten - abseits jeder Kamera und jeden winkenden Schecks. Und da gibt es wirklich alle möglichen Exoten, von denen wir vermutlich nix wissen, die aber in ihrer Nische eine klare Daseinsberechtigung haben.

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Ein ARD Spartensender hat tatsächlich mal ein e-Sports Event übertragen, aber die Quote war vermutlich nicht so hoch. Die absolute e-Sports Plattform ist aber auch Twitch. Da ist das alles besser vertreten und meisterhaft präsentiert.

Es gibt auch noch eSports1, ein Ableger von Sport1, dass die großen eSports-Turniere im englischen Originalkommentar live überträgt

Wirklich cooler Sport. Ich war in Melbourne sogar mal live im Stadion bei nem Spiel dabei. Da ging stimmungsmäßig mega die Post ab.
Aber die Ähnlichkeit zum American Football verhindert da wohl die Ausbreitung über Australien hinaus.

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