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Folge 9: Das neue EU-Urheberrecht


#23

O.K. - dann lege ich mal los:

Keine pornographischen Inhalte auf Youtube:
Herr Rennhack wundert sich “wirklich”, dass solche Inhalte nicht zu finden seien als Merkmal für funktionierende Filter?
Die “Filter” sind hier eher in Richtung “Selbstzesur” gegeben, denn wenn nachweislich entsprechender Content hogeladen wird, dann sie diese Accounts schneller demonetarisiert als mal das Wort sagen könnte.
Die Leute wollen Geld verdienen und Google schmeißt einen raus, wenn man Pronos bringt. Das Risiko geht halt keiner ein.
Mit “Nippelfiltern” oder was er sich darunter vorstellt hat das nichts zu tun.

Bezüglich der “Pauschallizenz”.
So was gibt es m.W.n. (noch) nicht und dieses Modell macht nur dann Sinn, wenn die Rechtevergeber verpflichtet werden eine Pauschallizenz anzubieten. (Illusorisch!)

Ca. 27:00: Herr Rennhack will Kontrolle über die Verwendung seiner Werke haben. Nur hätte er diese bei einer Pauschallizenz nicht. Das ist widersprüchlich.

Ca. 31:00: Natürlich hat die EU (indirekt) Uploadfilter beschlossen, denn es gibt keine andere Möglichkeit das kosteneffizient zu Bewerkstelligen.
Wenn man sich bewusst macht, dass schon 2015 alleine Youtube pro Minute 400 Stunden Videomaterial nochgeladen wurde. (https://www.googlewatchblog.de/2015/07/aktuelle-statistiken-youtube-pro/)
…dann kann man sich ausrechnen, dass dies Pro Tag 576.000 Stunden sind und man dafür gut 72.000 Mitarbeiter (8 Stunden-Arbeitstag) rund um die Uhr mit Video-Angucken beschäftigen müsste, um das alles sichten zu wollen.

Ca. 31:30: Frau Reda katastrophaler Inkompetenz zu unterstellen, wo Herr Rennhack diese selbst durch sein technisches Unverständnis zur Schau stellt ist irgendwie … ächtz.
O.K. - Er möchte ihre Äußerungen nicht hören - “sehr kompetent”.
Frau Redas Standpunkt kann man als “Gegenpol” in dem unten verlinkten Youtube-Video sehen.

Ca. 31:40: OMG! Wo die journalistischen Berichte waren? Natürlich in der IT-Fachpresse (z. B.: heise.de) - und das nicht erst sei gestern. Aber vielleicht wollte er auch deren Äußerungen einfach nicht hören.

Leistungsschutzrecht: Die Todgeburt schlecht hin. In allen Ländern, in denen es so was gibt, hat es nicht funktioniert. Wieso sollte es in der EU funktionieren? Google ist auf die Einnahmen in der news-Suche nicht angewiesen - auch findet man dort kaum Werbung. Wenn da eine Zeitung das Recht einfordern würde, dann wird diese Zeitung auf google nicht mehr stattfinden. So einfach ist das - und wurde von google auch so praktiziert.
Der Erlaubnisvorbehalt ist, dern Herr Rennhack anführt ist irrelevant. Ohne Suchmaschine werden Artikel und News von Zeitungen nicht gefunden. Wer nicht gefunden wird, erlebt Aufmerksamkeitsverlust, welcher sich monetär auswirken wird.
Natürlich geht es nur im die Vergütung. Es gibt keinen anderen plausiblen Grund ansonsten einer Suchmaschine die Nutzung zu verweigern. (Vor allem, wenn man bedenkt, dass Springer hinter dieser Idee steckt!)

Ca. 36:20 - Seufz! google-maps ist also für den Tod von map24 (damals von navteq gekauft, die heute “here” heißen und nach wie vor im Geschäft sind) verantwortlich? Ja, Ne - Is klar. Here hat die Marke “maps24” fallen lassen - mutmaßlich zu Gunsten der eigenen Marke - that’s all. Außerdem gibt es auf dem Navigations- und Karten-Softwaremarkt nach wie vor lebhafte Konkurrenz: TomTom, Garmin, Here, Microsoft, Apple, OSM, usw. usf.
Was für ein Null-Argument. Mal abgesehen vom Äpfel-Birnen-Vergleich.

38:00 - Zitatrecht: So klar ist das nicht. Lt. heise kann das so ausgelegt werden, dass nicht mal die Überschrift eines Artikels zitiert werden darf. (Was nach altem Recht legal war!)

Generell ist interessant, dass Herr Rennhack von sich aus anscheinend nur Youtube im Visier hat. Holger musste ihn schon auf “die anderen” aufmerksam machen.

Hier mal die “Gegenseite”. Ein Gespräch der Technikexperten der heise-Redation mit Frau Reda. Wenn man sich das anhört, dann merkt man in welcher Anderswelt Herr Rennhack zu leben scheint:


#24

Da frage ich mich gerade wieso der Kanal von Katja Krasevice immer noch nicht gelöscht wurde, denn diese Dame zeigt auf Youtube schon fast pornografisches Material, weder demonetariesiert wird Sie und erst recht nicht gelöscht. So was halte ich für schlichtweg fahr lässig und man schlägt einen falschen weg ein, wenn Youtube alles andere monetariesiert was Ihnen nicht passt, aber bei Ihr alles durch gehen lassen.

Ansonsten habe ich die Folge nach 20 Minuten abgebrochen, aber Herr Rennhack scheint mir nicht gerade kompetent genug zu sein für dieses Thema, vielleicht hätte sich Holger mal bei Christian Solmecke melden können, ich glaube der hätte mehr zum Thema sagen können.


#25

Kenne den Kanal nicht, aber wo fängt pornografisches Material an? Gibt bei YT bspw. Videos, die zeigen, wie man Kondome richtig benutzt und das wird definitiv nicht am schlaffen Glied demonstriert.


#26

Hier kannst du alles nachlesen. :wink:
Kurzform: Ein Reddit-User hat einen sarkastischen Kommentar hinterlassen für alle Kritiker der Serie. Daraufhin wurde der Text massenweise kopiert, abgeändert und in anderen Medien verwurstet.


#27

Weil diese Frau ganz genau die Grenzen von Youtube kennt und auf diesem schmalen Grad hervorragend balanciert.


#28

*räusper * wie heißt der Channel nochmal? Frage *hust * für einen Freund… :smiley:


#29

Dort wo man explizit so viel nackte haut zeigt, dass man schon ihre Brüste oder ihre scheide sehen kann. Außerdem ist sie mit ihrem content kein gutes Vorbild für Kinder und heranwachsende, da gibt es ein Kanal der dafür besser geeignet ist: 61 Minuten sex zum Beispiel.


#30

Also ist das auch pornografischer Inhalt? :thinking:


#31

Ich mir eben genau diese Richtlinien angesehen und meiner Meinung verstößt sie dagegen, weil sie weder dokumentarischen, wissenschaftlichen, künstlerischen und erst recht nicht pädagogischen wertvollen Inhalt macht, sondern einfach nur fast nackt irgendeinen Schrott in die Kamera labert hat nichts mit guten content zu tun.

Ich habe nichts gegen ihre Videos, aber sowas hat auf YouTube nichts zu suchen soll sie doch zu pornhub gehen, dass wäre der richtige Ort für sie.


#32

Das ist der Knackpunkt.


#33

Hier mal die Richtlienen und da steht sogar drinne dass Nackheit nur erlaubt sei wenn es Pädagogischen, dokumentarischen, wisschenschaftlichen oder künstlerischen Zwecken diehnt oder es wird mit einer Altersbeschränkung belegt, was bei Ihr auch nicht so oft passiert, da kann mir jetzt keiner erzählen, dass das noch erlaubt ist, aber scheinbar verdient Youtube mit Ihr so gut Geld verdient oder Sie hat gute Leute die Ihr da durch helfen so dass Sie nicht gesperrt wird.
https://support.google.com/youtube/answer/2802002?hl=de


#34

Du wirst von ihr kein Video finden in dem sie sich nackt zeigt. Deshalb wird sie nicht gesperrt. Natuerlich spielt da auch mit rein, dass sie viel Geld mit ihr verdient wird, aber streng genommen gibt es nun mal kein Video in dem sie sich nackt zeigt. Sie reizt halt die Grenzen aus.


#35

Das ist auslegungssache, aber ich würde eher sagen nein, da Sie ganz klar und deutlich nur zeigt wie man sich da unten enthaart, außerdem ist es einigermaßen professionel gedreht worden, dass sehe ich bei Katja nicht so die würde sich höchstwahrscheinlich sogar ne riesige Gurke unten einführen um Klicks zu generieren.


#36

Dann läuft wohl einiges schief auf Youtube, wenn SIe wenignistens auf alle Ihre Videos die Altersbeschränkung laufen lassen würde, wäre dass wenigstens ein Anfang, aber wird eh nicht passieren.

Extra für Ronny: This text will be blurredhttps://www.youtube.com/user/KatjaKrasavice


#37

Kenne den Kanal nicht,

https://www.tele5.de/tv/kalkofes-mattscheibe/video-clips/worst-of-internet?ve_id=1551126

Enjoy!


#38

Du kannst dich darüber so viel echauffieren wie du willst, die Begründung, warum sie nicht gesperrt wird, hat man dir gerade genannt, zum einen auch weil YT Geld mit ihr verdient, aber wenn man sich die Adpocalypse anschaut und wie Google mit Content Creators teilweise umspringt, ist das auch kein wirkliches argument zu glauben, sie würde nur deshalb nicht gesperrt werden.

Fakt ist, dass es harmlos ist. Mit deinen angesetzten Richtlinien müsste man in gleicher Konsequenz aber auch alle “Prank”-Youtuber und Schminktussen sperren. Sie alle vermitteln kein besonders gutes Vorbild für die Jugend von heute. Aber das ist doch auch nichts neues und nichts, was man nur an der Frau Krasavice festmachen kann.


#39

Die Antwort liegt in dem Wort “fast”.
Hatten wir nicht diesen Kanal mal irgendwo bei FKTV oder NP im Visier gehabt?

Es scheint div. Kanäle zu geben, die haarscharf an einer YT-Sperre vorbeischreddern und die Regeln sehr ausreizen (im wörtlichsten Sinne des Wortes :wink: )


#40

Ich denke, der Herr Rennhack sieht das nur aus seiner Sicht als Künstler, der so extrem ungerecht behandelt wird. Wer Kunst dafür macht, um reich zu werden, der sollte einfach dort einsteigen, wo zahlungskräftige Kundschaft wartet.

Was mich im gesamten Beitrag stört, ist die ständige Erwähnung der Verwertungsgesellschaften und welche tolle Arbeit sie leisten. Gerade die werden sich das Auffinden von Urheberrechtsverletzungen bezahlen lassen und selbst wenn sie nicht viel dafür tun werden, verliert am Ende der Künstler sowohl Geld als auch notwendige Aufmerksamkeit durch Löschungen, die ihm Geld bringen würde.

Ja, man möchte als Künstler nicht, dass seine Werke für gewisse Zwecke missbraucht werden. Genau das gehört aber zu unserer Gesellschaft dazu und muss man entweder erdulden oder sich dagegen wehren. Genausowenig können sich Wissenschaftler vor Fehlinterpretierung der dargelegten Fakten wehren, die die Journalisten diverser Tagespressen veröffentlichen und unreflektiert von Bürgern als Fakten aufgenommen werden.

Ich kenne genug Künstler, die keiner Verwertungsgesellschaft angehören und eine starke Fangemeinde aufgebaut haben, die zahlungswillig ist. Ich denke, dorthin sollte der Fokus der Gesellschaft gelenkt werden. Jeder soll nur für das zahlen, was ihm gefällt und was er nutzen möchte. Youtube macht es bereits vor mit ihrem Premium-Angebot und zieht quasi mit der Idee von Netflix und Amazon gleichauf: ein Teil der Nutzer ist gewillt, einen Pauschalpreis für Qualität zu bezahlen. Einen Pauschalpreis hingegen für etwas zu bezahlen, was qualitativ nicht einschätzbar ist, wird wenig Anklang finden. In dieser Position würde sich Youtube und diese Verwertungsgesellschaften befinden. Youtube müsste für etwas zahlen, was sie qualitativ nicht bewerten können. Wenn unter der ganzen Kohleasche ein Diamant versteckt ist, müsste Youtube also für das Zeigen des Diamanten auch noch die Kohleasche mitbezahlen. Als gewinnorientiertes Unternehmen ist das ein sehr schlechter Deal.

Von daher gehe ich nicht davon aus, dass Youtube sich mit den ganzen Verwertungsgesellschaften einigen wird und stattdessen einen Filter aufbauen wird, der eben eine Erweiterung der bestehenden Zensur darstellt. Selbst das Favorisieren von bestimmten Videos ist bereits eine Zensur. Dass Facebook auch nur subjektiv beliebte Beiträge dem Nutzer präsentiert, ist bereits Zensur. Diese Apparate dienen aber nur den jeweiligen Plattformanbietern, um die Nutzer länger auf diesen Plattformen zu halten. Spätestens dann, wenn staatliche Institutionen rechtliche Handhabe auf diese Filter bekommen, wird die Demokratie nur noch eine Idee sein, die dann nicht mehr gelebt werden kann. Genau dieses Szenario befürchten Netzaktivisten. Es steht natürlich nicht so im Wortlaut des Urheberrechts drin. Genausowenig steht in anderen Gesetzbüchern drin, wie man legal Steuern hinterziehen kann. Dieses Argument “steht nicht drin” sorgt nicht dafür, dass es nicht gemacht wird bzw. es explizit verhindert wird. Würde im Text stehen, dass keine automatischen FIlter zum Einsatz kommen dürfen, dann käme auch niemand auf die Idee, es als Argument und mögliches Szenario heranzuziehen. Nur dann müssten (wie @mchawk bereits schrieb) zig tausende Leute sämtliches Material durchsuchen und bewerten, was bei Facebook bereits zum Scheitern verurteilt ist, wie diverse Insiderberichte gezeigt haben.

Wir kommen durch schwammige Gesetzestexte in der Zukunft nicht umhin, ein Overblocking zu betreiben, weil jeder in dieser gesamten Verwertungskette Angst hat, am Ende der Verlierer zu sein. Ob Plattformanbieter, Künstler, Verwerter oder gar der Nutzer, alle können als Verlierer aus dieser Idee des Urheberrechts hervorgehen.


#41

Disclaimer: Natürlich hätte ich nichts dagegen, wenn man es so machen würde. Schafft das doch neue Arbeitsplätze. duck und weg! :ugly:


#42

Natürlich wäre es schön, wenn genau diese Prank oder Schmink Youtuber gelöscht werden, aber es wäre nicht richtig, aber so ist nunmal Youtube und ich werde mich weiterhin darüber echauffieren ist auch mein gutes recht das zu tun.

An Ihr möchte ich das auch nicht festmachen, aber Sie ist ein gutes Beispiel wie es auf Youtube läuft und wie man die Regeln oder Richtlinien umgehen kann und das sollte einen zu denken geben.