Folge 82: Wie stellen wir uns den Ruhestand vor?

Sonntagsfrühstück Folge 82. Hier kann darüber diskutiert werden!

Der Ruhestand - so lange ist er für manche im Alsterfilm-Team gar nicht mehr hin. Aber wie wird das Leben auf dem Altenteil wohl aussehen? Welche Pläne fürs Rentenalter liegen vor? Und gibt es überhaupt die Absicht, sich irgendwann zur Ruhe zu setzen? Darüber plaudern Holger, Mario, Julian und !CF am Frühstückstisch.

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Mediatheke war gestern früh am Morgen da und das Sonntagsfrühstück wird bereits mitten in der Nacht released? Wurde Holger im Büro eingeschlossen über das Wochenende?

Naja, gleich mal ansehen :smiley:

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Nein, Holger war mit Mario im Bud Spencer Museum in Berlin. Das Frühstück war also ausnahmsweise nicht live.

Computermaeuse gehören in den Elektromuell, nicht in den Hausmüll. Vor einigen Wochen habe ich eine echte Maus im Müll gefunden. Die habe ich freigelassen.

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Meine Prognose ist ähnlich „positiv“ wie die von !CF und ich erwarte eher nicht, die Rente zu erreichen und denke, dass bei mir der Ruhestand = der ewigen Ruhe ist. Der frühzeitige Lebensabschluss meiner Eltern (Mutter mit 49, Vater 2 Wochen vor der Rente) bestärken mich dabei in meinem Entschluss, überhaupt nicht für die Rente vorzusorgen.

Bezüglich der Sorgen von !CF wegen der Versorgung seiner Eltern:
Seit 2020 müssen sich Kinder nur noch an den Kosten für ein Pflegeheim beteiligen, wenn das Jahresbruttoeinkommen über 100.000 € liegt. Also wenn er und sein Bruder jetzt nicht in dieser Größenordnung verdienen, müssen sie sich da nicht so sorgen machen. Ich habe das jetzt mal als Beispiel genannt, weil ein Pflegeheim erhebliche Kosten verursacht.

Außerdem erhält man ja auch staatliche Unterstützung, wenn bestimmte Pflegestufen erreicht werden. Also völlig auf sich alleine gestellt ist man da nicht.

Des Weiteren kann man für relativ wenig Geld auch im höheren Altern noch eine zusätzliche Pflegeversicherung abschließen, an der sich der Staat auch beteiligt. Dadurch kann man den Eltern im Pflegefall eine bessere Versorgung ermöglichen.

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Ich glaube -wie so viele- nicht an die Zukunft der staatlichen Rente. Die Absenkung des Rentenniveaus und die volle Rentenbesteuerung haben sich ja noch nichtmal ganz ausgewirkt - das kommt alles noch. Dazu perspektivisch steigende Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung, die auch von der Rente bezahlt werden müssen. Habe noch eine betriebliche Altersvorsorge (Pflicht bei alle) und eine zusätzliche betriebliche Vorsorge, die ich dazu noch abgeschlossen habe. Ist -fürchte ich- aber am Ende des Tages auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Schon bitter, wenn man als Arbeitnehmer mit zusätzlicher Altersvorsorge am Ende nicht wesentlich mehr haben wird als jemand, der sein Leben lang nur vom Sozialstaat gelebt hat und dann die Altersvorsorge auch aus Steuermitteln bekommen wird.

Zum einsamen Sterben im Alter noch eine Sache, die mir eingefallen ist. In der Tageszeitung hier wird einmal im Jahr von der Kirche (oder der Stadt?) eine Annonce geschaltet, um den Menschen zu gedenken, die keine Angehörigen mehr hatten. Es wird etwas nett verklausuliert, es betrifft aber auch gerade diejenigen, die nach Tagen oder Wochen erst gefunden wurden. Die Liste ist schon so gute 120 Namen lang jedes Jahr. Einen von denen kannte ich sogar (ähnlicher Altersjahrgang wir ich) - wir beide sind vom hohen Alter noch deutlich entfernt.

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Das ist korrekt so,
Ansonsten übernimmt das Amt die Kosten für ein Heim. Wenn die Eltern aber genug Rente und eine Eigentumswohnung haben, muss das natürlich erst mal aufgebraucht werden. Den Rest übernimmt der Staat.
Ein Doppelzimmer in nem Pflegeheim kostet übrigens ca. 2600 € und ein Einzelzimmer kostet etwa 3200 €. Kann natürlich auch noch Unterschiede geben, aber ich glaube, dass das in meiner Region die normalen Preise sind.
Das Schlimmste für die Pflegebedürtigen, die noch bei Verstand sind, ist wohl die Entmündigung. Ab dann hat Geld für dich persönlich keinen Wert mehr, weil es dir nicht mehr zur Verfügung gestellt wird und andere über deine Finanzen usw. bestimmen. Wählen darfst dann auch nicht mehr.

Edit: Ich kann Holger aus eigenen Beobachtungen sagen, dass man in einem Altenheim kein Internet mehr benötigt. 80 % sind sowieso halb blind und können so gut wie nix mehr lesen. Wie das in 20 Jahren aussieht ist auch wieder eine andere Sache. Denen reichts, wenn sie mit den Pflegern Lieder singen oder einfach im Gemeinschaftsraum sich von der Glotze berieseln lassen. Fernseher sind dort aber in jedem Stockwerk großzügig verteilt, so dass eigentlich alle mit dem Programm ihrer Wünsche glücklich werden können. In den Einzelzimmern kann man sich auch einen Fernseher reinstellen lassen.
Laptops oder gar PCs habe ich grundsätzlich nicht gesehen!
Ausserdem bestimmen ab da dann für gewöhnlich andere über dich und entscheiden was dir gut tut. Du entwickelst dich halt wieder zurück.

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Eine Entmündigung im rechtlichen Sinne, wie sie im Allag noch sprachlich herumspukt, gibt es doch garnicht mehr, sondern die Möglichkeit, einen Betreuer zu stellen. Und der fällt auch nicht einfach so vom Himmel, sondern da muss es schon triftige Gründe für geben. Ich mutmaße, dass so mancher Film da den Bürgern auch Flausen in den Kopf gesetzt hat („Der reiche Opa ist irgendwie seltsam geworden. Wir lassen den mal entmündigen, damit unser Erbe gesichert wird“).

§1896ff

Man kann sich natürlich entmündigt fühlen, wenn man eben nicht mehr in den eigenen 4 Wänden lebt und nur noch ein „Taschengeld“ gestellt bekommt. Aber mal ehrlich: Einfach so kommt man nicht ins Pflegeheim. Ein Hauptgrund ist da die Demenz heutzutage - wohl auch eine Folge des Alterns, da man früher schlicht nicht das typische Alter erreicht hat, in dem heute demenzielle Erkrankungen zunehmen.

Zwischen bitter und kurios sind dann immer die inszenierten Bushaltestellen auf dem Gelände der Pflegeheime an denen die Menschen stehen, um „nach Hause zu fahren“. Der Freiheitsdrang ist irgendwie noch da - aber Körper und/oder Psyche machen ein selbständiges Leben nicht mehr möglich.

Danke für deine Antwort! Bist du in dieser Branche tätig?

Da hast du natürlich auch wieder recht, aber faktisch habe ich die Generalvollmacht über eine Angehörige von mir. Ich entscheide, was mit ihrem Geld geschieht und ich entscheide, wie sie mit was untergebracht wird. Leider hat sie inzwischen Demenz, ist aber noch sehr gut bei Verstand, wobei das manchmal besser und mal eher schlechter ist.
Das zieht natürlich auch Pflichten meinerseits nach sich, die ich aber meiner Meinung nach gewissenhaft erfülle.

Was ich noch anmerken muss, in bestimmter Weise kann ich sogar über das Erbe der Person bestimmen, ich kann mich nicht zum alleinerben machen, aber ich kann bei der Aufteilung ein Wörtchen mitsprechen, wobei ich da die Finger lasse, weil ich den Familienfrieden nicht künstlich zerstören möchte.
Sowas kann aber sinnvoll sein, wenn die Person ein großes Vermögen angesammelt hat und man dem Staat nicht die ganze Erbschaftssteuer in den Rachen werfen will. Dann kann man auch nicht erbberechtigte zu Erben machen.

Das ist ja auch völlig ok. Ich finde es grundsätzlich gut, dass es die Möglichkeit gibt, jemanden zu Unterstützen. Und eine Betreuungsvollmacht sollte ja idealerweise (ja, macht natürlich wieder keiner…) zusammen mit dem Bevollmächtigten besprochen und ausgefüllt werden, wenn die zu betreuende Person noch geistig und körperlich fit ist aber merkt, dass es gerade konstant schlechter wird.

Es gibt da entsprechende Vordrucke, in denen man für so ziemlich jeden Bereich alles abdecken kann. Nur Banken stellen sich gerne mal quer und bestehen oft auf eine separate Vollmacht, die häufig auch notariell beglaubigt werden soll. Beim Thema Geld wird auch so manche Sparkasse gerne richtig unangenehm.

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Nein, aber ich musste schon 2 Familienangehörige pflegen. Irgendwann bin ich selbst fast wahnsinnig geworden und sah nur noch das Heim als Lösung. War auch der dringliche Rat der Ärzte.

Das Härtest ist aber, wenn du deinen Todkranken Vater zu tode pflegen musst, vor allem wenn er von einem Tag auf den Anderen nichts mehr machen kann, wie ein Baby. Das geht hart an die Nieren.

Ok verstehe.
Aber es ist definitiv keine Schande, seine Angehörigen ab einem bestimmten Grad ins Heim zu geben. So lange man dafür sorgt, dass sie in guten Händen sind, ist es sogar die beste Lösung. Denn zum einen arbeiten in dem Heim Fachkräfte, die dafür ausgebildet sind und zum anderen ist es mit Sicherheit eine ganz erhebliche psychische Belastung, wenn man Angehörige, die einen bestimmten Grad der Demenz oder Unselbständigkeit erreicht haben, zu pflegen. Erschwert wird das natürlich dann noch, wenn man Vollzeit arbeitet.
Meine Eltern sind glücklicherweise noch fit. Ich will gar nicht dran denken, wie das irgend wann mal sein wird. Bei mir ist jetzt grad die Phase zu Ende gegangen, in der die Großeltern verstorben sind (natürlich über einen Zeitraum von vielen Jahren verstreut). Aber alle waren sie zum Zeitpunkt des Todes noch geistig fit und keine Pflegefälle (wenn auch teilweise krankheitsbedingt erheblich eingeschränkt). Ich bin sehr froh, dass ich diese Erfahrungen noch nicht machen musste und hoffe natürlich auch, dass dies bei meinen Eltern nicht so sein wird.

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Warum !CF bei 5:57 Min. die Aktien „weggelacht“ hat, verstehe ich nicht. Für die heutige Generation U35 bleibt hinsichtlich der privaten Altersvorsorge angesichts des momentanen und in naher Zukunft zu erwartenden Zinsniveaus doch kaum etwas anderes übrig als die Investition in den Kapitalmarkt. Dort selbstredend nicht a la „Volksaktie“, sondern in Form eines breit diversifizierten Weltportfolios. 5-6% pro Jahr (historische Annual-Rendite des gesamten 20. Jahrhunders - wohlgemerkt inklusiver ALLER Krisen, Kriege und Katastrophen!) sind auf diese Weise bei langfristiger Anlage absolut im sehr wahrscheinlichen Rahmen, was mittlerweile wissenschaftlich durch zig Studien breit belegt ist. Dank des „8. Weltwunders“ (mutmaßlich Einstein) - des Zinseszinseffektes - wäre die zu erwartende Rentenlücke ordentlich gestopft, selbst bei wenig Verdienenden (z.B. ergibt eine Monatssparrate von 100€ gänzlich ohne Startkapital bei 6% über 30 Jahre hinweg knapp 95000€, davon alleine 59000€ (!) durch Zinsen).

Für Weiteres empfehle ich sehr z.B. „Finanzfluss“ als größten (und besten, weil unabhängigen [= kein Eigeninteresse an bestimmten Kapitalmarkt-Produkten]) deutschsprachigen YouTube-Kanal im Bereich der finanziellen Bildung. In dem Zusammenhang wiederhole ich gerne meine Bitte @Sprechplanet , den Mitgründer von Finanzfluss, Thomas Kehl, auf die Liste potenzieller Gäste zu setzen :wink:

Ich hoffe, diese Studien stammen nicht von denselben Leuten, die schon Ende der 2000er nicht dazu in der Lage waren, das große Platzen der Immobilienblase in den USA vorauszusehen. :smirk:

Vorher wurde dort auch vielerorts von anerkannten Experten empfohlen, Immobilien wären die genialste Altersvorsorge überhaupt. Ob man als Privatmensch wirklich dazu in der Lage ist, die Risiken solcher Anlagemöglichkeiten langfristig abzuschätzen, wenn schon Experten oft daneben liegen, wage ich einfach mal zu bezweifeln. Von daher setzen viele Leute wohl lieber auf Anlagemöglichkeiten, die auf den ersten Blick vertrauter und solider wirken als Aktiengeschäfte. Gerade wenns um etwas weit in der Ferne liegendes wie die Altersvorsorge geht, will man möglichst viele Zukunftsrisiken ausschließen.

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Keine Sorge; wer sich einigermaßen auskennt, vermeidet ohnehin Klumpenrisiken und setzt nicht alles auf ein Asset (wie im angesprochenen Beispiel „(physische) Immobilien“). Für den globalen Aktienmarkt war die Subprime-Krise aus Langfrist-Perspektive übrigens völlig egal - die maßgeblichen Weltindices brauchten nicht einmal 10 Jahre, um die Verluste ausgeglichen zu haben. „Buy & Hold“ ist eben gerade die Antwort, wenn es darum geht, „möglichst viele Zukunftsrisiken auszuschließen“. Das ist kein Hexenwerk :wink:

Hat das nicht jeder vorher geglaubt, der mit solchen Dingen eine Bruchlandung erlitten hat?

„Glauben“ ist eher was für die Kirche und ein denkbar schlechter Begleiter bei der (privaten) Altersvorsorge :grinning_face_with_smiling_eyes: . „Spekulationspropheten“ gab und gibt es immer. Das hat aber rein gar nichts mit der erwähnten wissenschaftsbasierten langfristigen Investition in ein breit diversifiziertes (= über mehrere Asset-Klassen hinweg) Weltportfolio zu tun.

Na gut, ich hoffe mal, du liegst für dich richtig mit deinen Einschätzungen. Heute scheint bei der Flut von simpel bedienbaren Broker-Apps irgendwie jeder zu denken, er wäre reif fürs Aktiengeschäft. Da lässt sich ohne genauere Kenntnisse oftmals nur schwer unterscheiden, wer nun wirklich richtig Ahnung hat und wer nur ein Hobby-Dampfplauderer ist. Ohne intensive Eigenrecherche kommt man da wohl nicht weiter. Wer mit Zahlenkram nicht so viel am Hut hat, lässt deshalb wohl prinzipiell lieber die Finger davon.

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Das unterschreibe ich übrigens dick und fett! Die sog. „Neo-Broker“ mit ihren Konditionen sind ein ernstzunehmendes Risiko und Problem für spekulationsfreudige Neulinge.

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