Folge 82: Wie stellen wir uns den Ruhestand vor?

Das entspricht auch meiner Erfahrung. Trotz bestehender Konto- und schon vor Jahren notariell aufgesetzter Vorsorgevollmacht wurde meiner Mutter ein Formular zum Unterschreiben zugeschickt. Am Ende war sie in Tränen aufgelöst, weil sie ihren Namen nicht mehr richtig schreiben konnte. Sie hat es nach Kräften versucht. Ich hätte ihr das gern erspart, aber ich wusste nicht mehr weiter. Danach ging zum Glück alles sehr schnell mit der Freischaltung.

Vorher wurde mir monatelang der Zugriff auf ihr Girokonto verwehrt, irgendwelche Schreiben gingen auf mysteriöse Weise verloren. Wenn ich bei der Hotline anrief (die einzige Möglichkeit der telefonischen Kontaktaufnahme), hatte ich Mitarbeiter am Draht, die regelrecht pampig wurden und keine Auskunft erteilen konnten / wollten / durften. Selbst die Betreuungsbehörde war ratlos und konnte nur empfehlen, mir einen Rechtsbeistand zu holen. Seltsamerweise war die von mir unterschriebene Lastschrift fürs Pflegeheim vorher ohne weiteres akzeptiert worden. Alle sonstigen Rechnungen (von Apotheken, Sanitätshäusern etc.) musste ich dann aus eigener Tasche auslegen. Das wäre nicht lange gut gegangen.

Kein Ruhmesblatt für dieses Finanzinstitut.
Aber vielleicht wird das ja generell so gehandhabt.

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Eine Zeitlang hatte ich anfangs über häusliche 24-Stunden-Pflege nachgedacht.
Es gibt ja Agenturen, die Pflegekräfte (zumeist aus Osteuropa) vermitteln.
Letztlich habe ich davon Abstand genommen, weil mir fast alle Angehörigen abgeraten haben. Zum Glück! Zwischenzeitlich hat sich ja die Rechtslage geändert und somit auch die Tarife. Natürlich sollen die Pflegekräfte angemessen entlohnt werden, auch für ihre Bereitschaftszeiten. Die leisten Knochenarbeit, vor allem wenn Inkontinenz im Spiel ist. Andererseits: Wer kann das noch bezahlen.

Eine Heimunterbringung ist sicherlich nicht die optimale Lösung, aber oft die einzig mögliche. Auch in privat betriebenen Pflegeheimen herrscht ein Mangel an Pflegekräften, es gibt wenig Ansprache. Manchmal kommt jemand Ehrenamtliches oder ein Sozialpädagoge vorbei, der sich bissl Zeit nimmt zum Reden oder zum Vorlesen. Womöglich ist das anders in privaten Institutionen, wo sich die Creme de la creme mit wirklich dickem Geldbeutel einkaufen kann. Da werden womöglich auch die Pflegekräfte übertariflich - sprich: angemessen - entlohnt.

In ein Heim, das nur auf Bewohner mit staatlicher Grundversorgung ausgerichtet ist („Satt und sauber“ ist dort das höchste der Gefühle) würde ich nicht gehen wollen.
Stattdessen würde ich assistierten Suizid in Anspruch nehmen wollen.
Auch diesbezüglich hat sich ja letztens die Rechtslage geändert.

Ich frage mich, ob ich dies explizit als Passus in meine Patientenverfügung aufnehmen kann. Schätzungsweise gibt es in meiner Zukunft niemand Nahestehenden, der da groß Einspruch erheben würde.

Ich befürchte, wir hatten immer die falschen Bankberater! Bei den Anlagen mit mittlerem Risiko (Fonds u.s,.w.) reicht der Ertrag nicht wirklich zum (Über-)Leben. Manche Anlagen haben sogar verloren. Es läuft mehr oder weniger auf ein Nullsummenspiel hinaus.

Zweifellos hat der Staat als Anleger die bessere Expertise und sicherlich auch ein besseres standing bei den Banken als der Kleinanleger. Von mir aus sollen sie mit der Rentenkasse an der Börse spekulieren. Schlimmer kann’s nicht werden. Und falls es schief läuft, wissen wir wenigstens, wen wir zur Verantwortung ziehen können.

Da ja auch die Frage angeschnitten wurde, was wird aus MG wenn Holger nicht mehr da ist, würde ich sagen, dass wäre doch ein interessantes Thema für eine Studio Folge.
Also wenn Holger in Rente ist, und jemand anders das dann übernimmt.
Oder meint ihr nicht?

Nicht.

Das gab es sogar so ähnlich schon mal im Handlungsstrang um die „Affäre Alsterfilm“ (ab Folge 257). Die Folgen 262-264 handeln davon wie Mario versucht den Laden ohne Holger zu schmeißen.
Falls du das noch nicht kennst, diese ganze „Mini-Serie“ lohnt sich.

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Das Betreiben von MG ist für Holger ja ein Full-Time-Job. Ich bezweifle, dass einer der Anderen so viel Zeit aufwenden könnte, um das Projekt adäquat weiterzuführen.
Das wäre wohl leider das Ende für MG (in dieser Form).

Wenn alles gut läuft, kann Holger das mindestens noch 20 Jahre machen. Sich darüber jetzt schon den Kopf zu zerbrechen, ist albern. Da spielen zu viele Faktoren rein, die man nicht voraussehen kann. Bspw. wie sich das Team bis dahin zusammensetzt oder ob Volker seine Anteile nach China verkauft hat.