Folge 80: Cancel Culture - Gast: Kolja Zydatiss

Veto Folge 80. Hier kann darüber diskutiert werden!

Zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Umfrage der Meinung, man dürfe nicht alles sagen was man meint. Das ist eine alarmierende Zahl für eine Demokratie. Ist das eher so ein diffuses Gefühl oder steht es um die Meinungsfreiheit wirklich schlecht bestellt? Der Journalist Kolja Zydatiss hat darüber ein Buch geschrieben und sieht in der „Cancel Culture“ tatsächlich eine Gefahr.

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Interessante und nachdenkenswerte Argumente und Beispiele, die Kolja Zydatiss hier anführt.
Ich überlege tatsächlich, ob ich mir sein Buch besorge.
Sein etwas unseriöses Auftreten bei Veto („ich zeige euch mein Brusthaar, wie ein Provinzzuhälter aus dem Bayrischen Wald, nur ohne Kettchen“) mindert leider die Seriosität seiner Argumente.

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Naja, es war gestern extrem heiß im Studio - außerdem hatte er das Mikro ja dran, was ein gewisses Gewicht hat. Nun sei mal nicht albern :thinking:

Du hattest das nicht, sondern einen ziemlich schicken Pulli an :upside_down_face:
Inhalt und Form sollten doch übereinstimmen!
Und inhaltlich (als Audiopodcast) war es super.

Der gecancelte Vortrag der Biologin Marie Vollbrecht ist zu finden unter:

Wenn man sich ihn anschaut: da ist kein bisschen Transfeindlichkeit enthalten. Null!
Es ist vor allem Schulwissen, mit netten Bildern aufgearbeitet.
Solche allgemein verständlichen Vorträge sind bei Veranstaltungen wie „Lange Nacht der Wissenschaften“ ja üblich.

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Hat doch a bissel abgelenkt, fand es aber a bissel lustig :joy:

Ja, sehe ich genauso so, hab ihn mir auch angeschaut. Ich kann allerdings die Reaktion der Uni verstehen, dass man bei diesem Event, das sich auch an Familien richtet und Wissenschaft und Forschung feiern und der Allgemeinheit schmackhaft machen will, nicht will, dass das von politisierten Grabenkämpfen überschattet wird. Wenn man das in einem anderen Rahmen nachholt und eine Diskussionsrunde anschließt, ist das wohl das beste.

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Holgers ziemlich schicker Pulli war ein Hemd.

Spannender Austausch, guter Gast! Danke für ein neues VETO!

ein T-Shirt

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Ziemlich vieles von dem was er sagt, fand ich schlüssig und konnte häufig absolut zustimmen.
Überlege tatsächlich, ob ich mir das Buch zulegen sollte.

Dass er gegenüber dem Verlag, für den er tätig ist nicht die allerkritischste Haltung einnimmt, ist nachvollziehbar.
Vielleicht wurde er da auch vom Werdegang seines Gegenübers beeinflusst :wink:

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Das sehe ich anders. Da finde ich den Ansatz, den der Gast vertritt zielführender. Im Zweifel eben mit Polizeischutz durchsetzen, auch wenns weh tut (nicht körperlich gemeint). Alles andere kommt einer Kapitulation oder mindestens einem Wegducken gleich. Abgesehen davon, ist ja eine Nachholung bisher nicht angedacht.

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Das bezog sich auf die Aussage der Wissenschaftlerin vor ihrem YouTube-Vortrag, die ich so verstanden hatte, dass sie mit der Uni im Gespräch ist. Sollte es gar nicht mehr stattfinden, würde ich das auch nicht gut finden.

Edit:

Mich würde das Buch auch interessieren. @Fernsehkritiker ist das Buch gegendert? Dafür gibt es von mir dann kein Geld.

Zitat aus diesem Artikel:

„Die Humboldt-Universität erklärte, der Vortrag werde im Rahmen einer Diskussionsrunde nachgeholt. Dabei solle danach gefragt werden, wie man mit solchen aufgeladenen Situationen und polarisierenden Fragestellungen umgehen könne. Einerseits müsse die freie Rede der Wissenschaftler gesichert werden, andererseits sei aber auch legitimer Protest wichtig.“

Das heißt ja, es ginge bei dem Nachholtermin gar nicht mehr (primär) um das Sachthema, sondern nur noch um die Frage, wie mit dem Protest zu diesem umgegangen werden sollte. Das würde ja dann aber implizieren, dass das Sachthema an sich schon problematisch ist. Und das wäre auch schon wieder bedenklich.

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Ja, gut, du kommst aber inzwischen auch aus der Sache nicht mehr raus, ohne auch die Metaebene mit zu thematisieren.
Man hätte sicher als Universität souveräner reagieren können, zum Beispiel gleich bekanntgeben, dass man einen Alternativtermin mit anschließender Diskussionsmöglichkeit sucht, bei dem Sicherheitsstandards gewährleistet sind und dass der Vortrag selbst den wissenschaftlichen Standards der Uni entspricht.
So hat man versucht sich aus der Sache herauszuwinden und sich gleich von beiden Seiten Kritik eingeholt.
(Siehe dieses sehr vielsagende, für sich sprechende Interview mit einer Sprecherin der Protestgruppe: Humboldt-Uni | Streit um abgesagten Vortrag über Transsexualität: "Ist skandalös")

Das sehe ich wiederum ähnlich. Es war von Anfang an die falsche Wahl den Vortrag abzusagen. Alle Versuche das jetzt im Nachhinein noch zu kitten, können eigentlich nur scheitern. Allein weil immer mehr Metaebenen dazu kommen.

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Natürlich nicht :smile:

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Wieder eine sehr gute und sehr spannende Veto-Folge! :slight_smile:

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Vielen Dank für diese interessante Sendung!

Zurzeit studiere ich Soziologie und Politikwissenschaften und verglichen mit meinen Kommilitonen würde ich mich eher als konservativ beschreiben. Die Sorge um den wissenschaftlichen Diskurs kann ich vollkommen nachvollziehen. Schon oft habe ich mich dabei ertappt, dass ich mich im Rahmen eines Seminars mit Wortbeiträgen zurückgehalten habe, weil ich den Eindruck habe, ich müsste sonst gegen 20 andere Personen argumentieren. Dass ich mich nicht äußere, liegt wohl auch an meinem Charakter- das will ich nicht ausschließen.
Ich kann natürlich aus meinem kleinen Kreis meines Studiums und meiner Kommilitonen argumentieren, sollte sich aber der Schwund an einem sachlichen Austausch verschiedener Argumente und Ansichten durch die kommende Akademiker-Generation ziehen, würde mir das große Sorgen bereiten, denn ich bin der Meinung, dass der Erkenntnisgewinn durch den Diskurs in der Soziologie/Politikwissenschaften eine große Rolle spielt.

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Interessantes Interview. Seltsam, dass es so wenig um die Öffentlich-Rechtlichen im Allgemeinen bzw. Extreme wie Funk im Speziellen ging - Themen bieten beide nun wirklich genug. Sei es die oft sehr selektive Themensetzung mit den Lieblingsthemen pro Corona-Einschränkungen, pro FFF, pro Gendersprache usw., das Verschweigen der Nationalität von Tätern mit Migrationshintergrund (ist der Mörder ein Deutscher, hat man damit seltsamerweise nie ein Problem…), des Framings über die Sprache (ein linker Angreifer auf einer Demo ist ein „Aktivist“, ein rechter Angreifer ein „Terrorist“) usw.

Gerade bei den ÖR habe ich keinerlei Hoffnung auf Meinungspluralismus, da offenkundig nur Leute in die Redaktionen geholt werden, die dem identischen Weltbild angehören.

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