Massengeschmack-TV Shop

Folge 65

Hier kann darüber diskutiert werden!

//youtu.be/-DNF1eU0Ek0

Moment mal. Also auf der einen Seite ist Adam im Park weil das Studio geschlossen ist, und dann geht er aber doch in das Studio um das Interview zu führen? Ich sag nur
[SPOILER]
//youtu.be/sVgVB3qsySQ
[/SPOILER]

Ich frage mich momentan, was den RFID Herren zum Experten macht, dass ihr ihn in der Sendung zu Wort kommen lasst.

  1. Es gibt zahlreiche RFID-Tags aus China, bei denen die ID verändert werden kann. Es gibt auch RFID Emulatoren, wie z.B. den Proxmark, mit denen RFID Tags simuliert werden können.

  2. Ein RFID-Tracking bedeutet nicht, dass du zu jeder Zeit genau weißt, wo sich ein Tag genau befindet. Es reicht ja schon aus, wenn der Tag mal gelegentlich gelesen wird um ein Profil eines Menschen zu erfassen.

  3. Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Wo Daten entstehen, werden die Daten auch gesammelt und ausgewertet. Eine Long Range RFID Antenne kostet um die 300$. In Verbindung mit einer Überwachungskamera (wie in Kaufhäusern üblich) kann man relativ billig an Profildaten eines Kunden kommen. Das Argument, dass sich mehrere Tags im Feld befinden können, ist BLÖDSINN!

Heute gehe ich mit meinen 3 Tags durch das Feld, zusammen mit dem Kunden X und Y. Beim nächsten Mall sind die gleichen 3 Tags im Feld, jetzt aber mit denen von Kunde A und B. Beim übernächsten Mall sind es die Tags von Kunde C und D. Also weiß man, dass diese drei Tags wahrscheinlich zu einer Person gehören.

  1. Das Argument, dass RFID Tags auch mal nicht gelesen werden können, ist genau deshalb auch Blödsinn. Weil es in der Praxis nicht darauf ankommt, dass alle Chips ausgelesen werden. Man macht einen Big Data Ansatz und stellt das Arbeitssystem darauf ein, dass Datenpunkte fehlen könnten. Am Ende hat man trotzdem ein konkretes Profil eines Kunden.

  2. Wer mir jetzt immer noch nicht glaubt, sondern dem „Experten“, der soll mal etwas zurückdenken. Wann wurdet ihr das letzte mal nach eurer PLZ beim Einkaufen gefragt? Auch das sind Kosten für den Betreiber. Würde er nicht an den Daten interessiert sein, würde er sie nicht erheben. Bei mir im Kaufland stehen ca. ein Mal im Jahr eine Woche lang ca. 5 Leute im Laden und fragen die Leute, wo sie herkommen. 5 Leute, 10 Stunden, 7 Tage, selbst beim Mindestlohn wäre ein RFID-System günstiger, das Daten ähnlicher Qualität liefert.

Und das letzte Argument ist, dass ein RFID-Tag nach der EU-DSGVO ein personenbezogenes Datum ist.

Und von Angriffen, wie z.B. das Tunneln von Daten zwischen RFID-Tag und Lesegerät durch das Internet habe ich noch nichts geschrieben. Damit ist es möglich, dass du an der Supermarktkasse dein Handy ans Zahlungsterminal hältst und Nero ein entsprechendes Lesegerät an die Brieftasche eines Gastes auf dem Festival. Und schon gehört bis 25€ die Ware dir und der Festivalbesucher hat es bezahlt.

RFID macht es möglich. Nix schöne bunte Welt!!!

Hübsch gemachte Folge! Gut anzusehen.

Beim Gast interessiert mich auch, was genau er macht bzw. gemacht hat. Mit dem Namen “Alex” kann ich ja nichts recherchieren. Ich vermute, er ist ein Elektrotechnik-Ingenieur, wobei er dafür sehr redegewandt ist. Es wirkt so als könnte er jedem etwas Unsinniges andrehen, Vertriebler-Typ-mäßig.

@terz
Wieso sollten Supermärkte das tun? Es ist viel einfacher die Paybackkarten den Kunden anzudrehen (da bekommt man ja sogar mehr “Zinsen” als bei der Sparkasse zur Zeit) oder die Bezahlkarten auszuwerten. In meinem Umfeld bezahlen erstaunlich viele Leute (ich schätze 50%) alles mit der Karte, auch wenn es 3 € an der Supermarktkasse sind. Außerdem kann man ja seinen Laden mit Kameras ausstatten, um die Laufwege zu sehen.

[QUOTE=Stachelbeere;470772]
Wieso sollten Supermärkte das tun? Es ist viel einfacher die Paybackkarten den Kunden anzudrehen (da bekommt man ja sogar mehr “Zinsen” als bei der Sparkasse zur Zeit) oder die Bezahlkarten auszuwerten.[/QUOTE]
Weil Unternehmen heute alle Daten einsammeln, die sie bekommen können. Und RFID Daten sind nun mal billig. Das PayBack Argument ist leider nicht richtig, da ein sehr großer Teil aller Kunden keine PayBack (oder Kundenkarte) hat und PayBack sich an das Datenschutzrecht halten muss.

Wieso gibt es denn bereits Märkte, in denen die WLAN-Daten der Kunden ausgewertet werden? (Technischer Background: Wenn du mal in einem WLAN-Netz eingeloggt warst, dann schickt dein Handy regelmäßig eine Anfrage raus, dass es die Netze mit dem Namen sucht. Siehe auch Mana Attacke.)

Da die neusten Betriebssysteme immer weniger anfällig auf diese Attacke reagieren, müssen Datensammler nun etwas neues nehmen. Und RFID ist da eine sehr gute und günstige Möglichkeit.

[QUOTE=Stachelbeere;470772]
In meinem Umfeld bezahlen erstaunlich viele Leute (ich schätze 50%) alles mit der Karte, auch wenn es 3 € an der Supermarktkasse sind. Außerdem kann man ja seinen Laden mit Kameras ausstatten, um die Laufwege zu sehen.[/QUOTE]

Es ist ein sehr großer Fehler, wenn man annimmt, dass RFID dazu verwendet wird, um Laufwege einzusammeln. Es geht um Daten wie z.B. dass das RFID-Tag 12345 zu der Zeit an dem Lesegerät mit dem Ort gelesen wurde. Diese Daten reichen in aller Regel schon für eine Profilbildung aus. Zahlungsverkehrsdaten von Karten sind dagegen kaum noch brauchbar und mit der Einführung von Apple Pay ist der Kunde nicht einmal anhand der Konto bzw. Kreditkartennummer mehr trackbar, da für jede Transaktion eine neue temporäre und pseudonymisierte Nummer angelegt wird.

terz, verstehe ich dich richtig, dass der Laufweg egal ist und wer was kauft auch egal ist, also jetzt in Bezug auf die RFID?
Wofür sind die Daten gut, dass irgendein Chip an einem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort war?

Ich kann mir das nur für die Laufwege vorstellen, weil es vielleicht billiger ist als sich eine Kamerabild-Auswertungssoftware zu kaufen oder zu erstellen.

Damit das mit der Position irgendwas bringt, muss man doch einen Schritt haben, wo man bestimmte RFID-Chips einem einzelnen Menschen zuordnen kann, oder nicht? Also ich meine, dass irgendwo alle Daten zusammenlaufen müssten. So ganz alleine, sind die Daten nicht so sinnvoll, schätze ich mal.

[QUOTE=terz;470774]Das PayBack Argument ist leider nicht richtig, da ein sehr großer Teil aller Kunden keine PayBack (oder Kundenkarte) hat und PayBack sich an das Datenschutzrecht halten muss. [/QUOTE]

Sorry, aber RFID muss das nicht? Das ist doch Blödsinn.

In den meisten Fällen werden RFID-Tags schlicht und einfach nur zur Vereinfachung des gesamten SCM-Kreislaufes verwendet. Heißt: Verkauf wird einfacher, man hat direkt nen Überblick, ob was aus dem Regal nachbestellt werden muss und weitere Vorteile. Der odinäre Supermarkt hat überhaupt nicht die Kapazitäten, um mit diesen Rohdaten irgendetwas sinnvolles anzustellen. Das ist schlicht und einfach ein Fakt. Da ist es nach wie vor einfacher, das Kaufverhalten mit Payback mitzuschreiben und für Marktanalysen stumpf nach der PLZ nachzufragen. Viele machen ja auch freiwillig ihr Kaufverhalten per GfK transparent.

Die meisten Tags, die in Supermärkten zum Einsatz kommen, sind auch viel zu primitiv dafür. Und die besseren Chips, also RFID, welches in Smartcards und Co. eingesetzt werden, sind performant genug für eine RSA-256/192-Bit-Verschlüsselung. Die meisten Preis-Tags senden höchstens mal eine 1 oder eine 0, um anzuzeigen, ob das Produkt bezahlt wurde oder nicht (Diebstahlschutz). Die haben teilweise nicht mal eine Identifikationsnummer.

^Thema Supermarkt: Wo soll denn der entsprechende Nutzer seinen RFID-Chip herhaben, wenn es nur darum geht, dass er an tag a in bereich b und an tag z in bereich y war? Muss der Nutzer dann jedes Mal ieine Supermarkteigene Karte haben und sich in den entsprechenden Terminals einloggen? Der Gast hat doch schon angesprochen, dass das aus der Ferne viel zu Störanfällig ist.
Gerade in Märkten (Einkaufstempeln), die freies Kunden WLAn-Anbieten musst du sehr viel misstrauischer sein. Die WLAN-Anbieter kommen da hin und bieten das zu Analysezwecken den betreibern dort an, dass ihre Software jetzt auf Kundenstaandortverfolgung und sowas in der Art kann und das das gaaaanz toll ist, Marketingzwecke und so.
Da dauert es bei mir noch ein bisschen, bis ich mir um das bisschen RFID-Zeugs sorgen mache

[QUOTE=ExtraKlaus;470776]Sorry, aber RFID muss das nicht? Das ist doch Blödsinn. [/QUOTE]

Okay, dann die Gegenfrage: Was ist auffälliger? Wenn dich eine Kassiererin nach der PayBack Karte fragt oder wenn eine Antenne mal mit dem Chip deiner RFID-Tags spricht? Und nur weil etwas verboten ist, bedeutet es nicht, dass man sich ans Verbot hält. Ich erinnere noch an diverse Skandale in Supermärkten mit dem Fleisch. Nur mal so als Beispiel.

[QUOTE=ExtraKlaus;470776]Der odinäre Supermarkt hat überhaupt nicht die Kapazitäten, um mit diesen Rohdaten irgendetwas sinnvolles anzustellen. Das ist schlicht und einfach ein Fakt. Da ist es nach wie vor einfacher, das Kaufverhalten mit Payback mitzuschreiben und für Marktanalysen stumpf nach der PLZ nachzufragen. [/QUOTE]

Was ist denn für dich der odinäre Supermarkt? Der Tante-Emma Laden in einem Dorf, der noch eine Kasse hat, die kein Strom braucht? Ja, der braucht das nicht. Aber in der Regel kaufen wir in Supermarkt-Ketten ein. Dahinter stecken auch heute schon große Konzerne (Metro Gruppe, Schwarz, Edeka, Rewe), die selbstverständlich Ressourcen haben, um Daten auszuwerten.

Und was glaubst du, was passiert, wenn diese Unternehmen feststellen, dass die neben dem Billig-Fraß an Endkunden z.B. auch Profile an die Industrie verkaufen können.

[QUOTE=Moon;470778]^Thema Supermarkt: Wo soll denn der entsprechende Nutzer seinen RFID-Chip herhaben, wenn es nur darum geht, dass er an tag a in bereich b und an tag z in bereich y war? Muss der Nutzer dann jedes Mal ieine Supermarkteigene Karte haben und sich in den entsprechenden Terminals einloggen? Der Gast hat doch schon angesprochen, dass das aus der Ferne viel zu Störanfällig ist.
[/QUOTE]

Die RFID-Tags bringst du als Kunde selbst mit. Ich trage momentan folgende Tags mit, die eine ID übermitteln:
0. Mein Perso (NPa)

  1. Meine VISA Karte
  2. Meine Mastercard
  3. Meine Maestro Carte (EC Karte)
  4. Zugangskarte von einem Car-Sharing anbieter
  5. Zugang zur Firma (am Schlüsselbund)
  6. Weitere Zugangskarte (am Schlüsselbund)

Wahrscheinlich ist in der Kleidung auch noch etwas eingenäht + ein weiterer Tag im Autoschlüssel, den ich bisher noch nicht versucht habe auszulesen. Aber mit dem neuen Personalausweis hast du ein Tag, das auch ausgelesen werden kann.

Ja, es kann sein, dass man ein Tag mal nicht auslesen kann. Das spielt aber in der Praxis kaum eine Rolle, wenn man davon ausgeht, dass Daten Lücken haben können.

Was viele nicht verstehen, ist dass Daten immer weiter gesammelt werden, über Jahre. Und anhand dieser Daten lassen sich sehr genau Profile erzeugen.

Ein ordinäres RFID-Tag und auch die RFIDs in den Kreditkarten haben eine Reichweite von 50cm - 1m, da müsste man im ganzen Laden etliche Lesegeräte aufstellen. Und da es meistens passive Chips sind, müssen sie ohnehin erst mit Strom versorgt werden, die senden ja nicht dauerhaft.

Aber glaub du mal weiter deine Horrormärchen :ugly

[QUOTE=ExtraKlaus;470782]Ein ordinäres RFID-Tag und auch die RFIDs in den Kreditkarten haben eine Reichweite von [B] 50cm - 1m[/B], da müsste man im ganzen Laden etliche Lesegeräte aufstellen. Und da es meistens passive Chips sind, müssen sie ohnehin erst mit Strom versorgt werden, die senden ja nicht dauerhaft.
[/QUOTE]

Diese pauschale Behauptung ist einfach falsch. Und mit Strom werden die Tags versorgt, in dem die sich im Feld des Lesegerätes aufhalten. Eine nähere Ausführung wie die Tags mit Strom versorgt werden und senden würde hier in einem nicht technischen Forum zu weit gehen.

Etliche Lesegeräte braucht man auch nicht, sondern nur wenige. Achte doch mal beim nächsten Einkauf in einem Geschäft, das eine elektronische Diebstahlsicherung hat, wie weit deine Brieftasche im Regelfall von der nächsten Säule entfernt ist.

Gibt es RFID wirklich schon in herkömmlicher Kleidung? Was sollte das bringen?

Nur Vorteile!

Ich habe auch ein wenig Ahnung von der Thematik, nein, sogar recht viel, weil ich im vergangenen Jahr mit der Technologie und der Einführung von SmartCards mich beschäftigen durfte.

Die Tags, die zur Diebstahlsicherung zum Einsatz kommen, sind solche, die sehr wenig Übertragungsleistung und Speicherplatz ausweisen. Mehr als ein True oder False kann man da nicht auslesen, muss man auch nicht. Die wirklichen Reichweiten bekommt man höchstens im Hochfrequenzbereich, was sich kostentechnisch kaum lohnt oder mit aktiven Transponder, was eine direkte eigene Stromversorgung erfordert.

[QUOTE=Baru;470784]Gibt es RFID wirklich schon in herkömmlicher Kleidung? Was sollte das bringen?
[/QUOTE]

Nein, hier werden einfach nur Horrorszenarien verbreitet. Es gibt diese Papp-RFID-Teile, die man zur Diebstahlsicherung im Laden findet, aber es werden keine Chips verbaut, die einen solche Anwendungsbereich wie angedeutet umsetzen können. Natürlich will man zukünftig versuchen, auf diese Pappe zu verzichten, da man diese momentan noch recht simpel loswird, da waren die Farbpatronen oder die großen klobigen Transponder von früher noch etwas besser, aber natürlich auch deutlich teurer. Und selbst wenn, es gibt keine personenbezogene Relation zwischen dem RFID-Tag (Also die Unique ID) und der Person, die es einsetzt. Alles, was man dann ermitteln kann, sind dieselben Dinge, die man auch bekommt, wenn man jemanden mit einem Block in den Laden setzt und die Kunden beobachtet.

Zukünftig denkbar wäre, wie Scumdog verlinkt hat, dass die RFID-Tags noch Daten wie Waschtemperatur und Texturbeschaffenheit speichern, um quasi mit anderen Geräten zu kommunizieren. Das ist die Idee des Internets der Dinge - Davon sind wir aber noch einen ganzen Schritt entfernt. Aber in einem Land mit recht hohen Anforderungen an den Datenschutz sollte man zwar immer ein skeptisches Auge auf die Entwicklungen haben, aber Panik muss man dabei nicht bekommen.

[QUOTE=ExtraKlaus;470787]Aber in einem Land mit recht hohen Anforderungen an den Datenschutz sollte man zwar immer ein skeptisches Auge auf die Entwicklungen haben, aber Panik muss man dabei nicht bekommen.[/QUOTE]
Das stimmt, aber was hat das jetzt mit der Situation in Deutschland zu tun?

In der Logistik werden die Chips ja schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt, dabei wurden die Prozesse optimiert und z.B. die Reichweite verbessert, zuletzt auf 8 Meter bei passiven Systemen- Artikel ist allerdings auch schon wieder 4 Jahre alt, die Beschreibung der Einsatzmöglichkeiten aber nach wie vor aktuell.
I.d.R. hat man es ja mit Reichweiten von max. 1 Meter zu tun, die Stromversorgung ist rein induktiv, d.h. die senden nicht und lassen sich zudem auch nicht beschreiben. In der Warenwirtschaft unprolematisch, kritisch sehe ich das erst dann, wenn man anfängt Menschen solche Dinger zu implantieren, am besten noch mit einer Stromquelle damit man zum Sendemast wird. Auch solche Überlegungen gibt es immer wieder, und da muss man schon aufpassen.
Sinnvoll ist so ein Chip aber z.B. bei einem Haustier, das entlaufen bzw. -fliegen könnte, weil es seine ID dabei hat, die beim Auffinden ausgelesen werden kann. Mein Hund hat auch einen (mittlerweile auch Pflicht), und die Chance das Tier wiederzufinden ist dadurch erheblich gestiegen, da jeder Tierarzt und jedes Tierheim ein Lesegerät hat. Wie gesagt, solange man damit Menschen nicht “impft”, sehe ich kein Problem.
Aber besonders größere, sprungfähige Tiere sollte man damit zwangsweise ausstatten, da sie immer wieder gern ausreissen (Skippy2, siehe ST-Faden!) und auch sonst allerlei Unsinn treiben

[QUOTE=ExtraKlaus;470787]Aber in einem Land mit recht hohen Anforderungen an den Datenschutz sollte man zwar immer ein skeptisches Auge auf die Entwicklungen haben, aber Panik muss man dabei nicht bekommen.[/QUOTE]

Was hast du eigentlich mit “Panik” und “Horrorgeschichten”?
Der Gast “Alex” hat im Interview nur die schöne bunte moderne Welt von RFID gezeigt. Ich sage, dass es auch eine Technologie ist, die missbraucht werden kann und sage auch, was möglich ist.

Ist es eine Horrorgeschichte, wenn dich jemand über RFID Kreditkarte um max. 25€ erleichtert, die du dann später evtl. sogar von der Bank zurück bekommst? Nein!

Ist es eine Horrorgeschichte, wenn ein Supermarkt ein genaues Profil von dir anlegt? Wahrscheinlich auch nicht, denn die Verkäuferin an der Wurst-Theke weiß auch heute schon ganz genau, was ich will.

Schlimmer wird es aber, wenn dein Auto gestohlen wird, weil es bei der dort eingesetzten Technologie mit den Komfortschlüsseln Probleme gibt.

Ich finde, dass man Leute aufklären muss, was die Vor- und Nachteile der Technologie sind, damit die sich selbst entscheiden können.

[QUOTE=ExtraKlaus;470787]Ich habe auch ein wenig Ahnung von der Thematik, nein, sogar recht viel, weil ich im vergangenen Jahr mit der Technologie und der Einführung von SmartCards mich beschäftigen durfte.[/QUOTE]

Und gerade deswegen solltest du selbst das Potential der Tags kennen.

[QUOTE=ExtraKlaus;470787]
Die Tags, die zur Diebstahlsicherung zum Einsatz kommen, sind solche, die sehr wenig Übertragungsleistung und Speicherplatz ausweisen. Mehr als ein True oder False kann man da nicht auslesen, muss man auch nicht.[/QUOTE]

Ich möchte nur nebenbei erwähnen, dass diese Tags in der Regel keine RFID-Tags sind, sondern EAS-Tags sind.

[QUOTE=ExtraKlaus;470787]
Die wirklichen Reichweiten bekommt man höchstens im Hochfrequenzbereich, was sich kostentechnisch kaum lohnt oder mit aktiven Transponder, was eine direkte eigene Stromversorgung erfordert. [/QUOTE]
Was lohnt sich nicht? Die Tags haben die Kunden schon bei sich. Ein Long Range Lesegerät ist relativ günstig zu haben. Da entstehen keine Kosten!

[QUOTE=ExtraKlaus;470787]
Und selbst wenn, es gibt keine personenbezogene Relation zwischen dem RFID-Tag (Also die Unique ID) und der Person, die es einsetzt. Alles, was man dann ermitteln kann, sind dieselben Dinge, die man auch bekommt, wenn man jemanden mit einem Block in den Laden setzt und die Kunden beobachtet.[/QUOTE]

Japp, stimmt. Nur ist diese Person teuer und Fehleranfällig. Und kann nicht tausende Personen auseinander halten und Kundenprofile bilden.

Alles, was man dann ermitteln kann, sind dieselben Dinge, die man auch bekommt, wenn man jemanden mit einem Block in den Laden setzt und die Kunden beobachtet.

Wenn in jedem Laden und jeder Behörde so einer säße, der dann auch bereitwillig jedem Interessenten seine Aufzeichnungen zeigte, dann stimmt die Analogie beinahe.

[QUOTE=Scumdog;470786]Nur Vorteile![/QUOTE]
Ach… und ich dachte, die sind dazu da, dass die Verkäufer schon beim Betreten des Ladens wissen, welche Unterwäsche ihr potentieller Kunde trägt. :wink:

[QUOTE=terz;470790]
Ist es eine Horrorgeschichte, wenn dich jemand über RFID Kreditkarte um max. 25€ erleichtert, die du dann später evtl. sogar von der Bank zurück bekommst? Nein![/QUOTE]

Doch, weil die Geschichte nicht ganz so abgelaufen ist, immer noch erfordert, dass man die Verschlüsselung dahinter hackt und da die Karten immer Leistungsfähiger werden auch bessere Verschlüsselungstechniken angewandt werden können. Und wo der Sinn darin ist, einen RSA-256 zu knacken, um 25 € abheben zu können, will ich gerne mal sehen. Es wird mit Tricks gearbeitet, für die die Technik selbst nichts kann. Diese Stories kommen teilweise aus den Zeiten, wo man eine properitäre Stromverschlüsselung in den RFID-Chips verwendet hat und die Dinger einfach noch nicht leistungsfähig genug für eine “echte” Verschlüsselung waren. Die Chips, die beispielsweise in SmartCards zum Einsatz kommen, bestehen aus Pseudo-RNG, einem RAM und einem EEPROM, sowie einer mal mehr, mal weniger leistungsfähigen CPU. Mit dem Pseudo-RNG wird bei der Identifikation des Chips eine randomizierte ID ausgegeben, nicht die UID.

[QUOTE=terz;470790]Ist es eine Horrorgeschichte, wenn ein Supermarkt ein genaues Profil von dir anlegt? Wahrscheinlich auch nicht, denn die Verkäuferin an der Wurst-Theke weiß auch heute schon ganz genau, was ich will.
[/QUOTE]

Das ist ein Ammenmärchen! WIE soll der Supermarkt denn zu Kunde “Hans Maier” das Beweungsprofil überprüfen mit den RFID-Tags, die im Einzelhandel zum Einsatz kommen? Das ist vollkommen lächerlich.

[QUOTE=terz;470790]Ich möchte nur nebenbei erwähnen, dass diese Tags in der Regel keine RFID-Tags sind, sondern EAS-Tags sind.
[/QUOTE]

Damit zeigt sich für mich schon, dass du keine wirkliche Ahnung von der Thematik hast, denn RFID ist ein Oberbegriff für Identifikationstechnologien mithilfe von Radiowellen (RFID = Radio-frequenzy Identification). EAS ist nicht einmal ein Technologiebegriff, sondern die Abkürzung - von Wikpedia übrigens - eines “elektronischen Warensicherheitssystems”, was das Gesamtsystem beschreibt. Eine Farbpatrone, die durch einen Emitter ausgelöst wird, wie es früher der Fall wäre, wäre auch ein EAS. Und es kommen vermehrt RFID-Tags des mittleren Frequenzbereiches im Einzelhandel zum Einsatz.

[QUOTE=terz;470790]Was lohnt sich nicht? Die Tags haben die Kunden schon bei sich. Ein Long Range Lesegerät ist relativ günstig zu haben. Da entstehen keine Kosten![/QUOTE]

Die Tags selbst müssen eine entsprechende Reichweite aufweisen. Da ich bereits aufgezeigt habe, dass die meisten RFID-Tags gerade mal eine Reichweite von einem Meter erreichen, kannst du da aufstellen was du willst, wenn die Sendeleistung auf dem Chip nicht ausreicht, reicht die Sendeleistung nicht aus. Für 3-6 Meter brauchst du schon Ultrahochfrequente Transponder, für mehr brauchst du aktive Transponder, also mit eigener Energieversorgung. Also auch nichts als ein Horrorszenario und fehlende Ahnung von der Technologie.

Vor allem, was will man da denn speichern? RFID sind einfach nur elektronische Kennungsmarken, die Informationen speichern. Nicht (ohne weiteres) veränderliche, undynamische Informationen. Da gibt es - nach wie vor - keine Relation zu personenbezogenen Daten. Ich habe dann vielleicht die ID des Chips, aber immer noch keine Identifikation des Kunden zu dieser. Ich kann höchstens nicht-personenbezogene, klassifizierte bzw. geclusterte Bewegungsprofile aufstellen, aber das wars dann auch.

@Scumdog: Natürlich ist es weit hergeholt, das es nicht eine massive Vereinfachung darstellt, diese Technologie dafür zu nutzen. Mir geht es nur darum klarzustellen, dass da kein Technik-Mumbo-Jambo stattfindet und auf einmal mehr Informationen zur Verfügung stehen als ohne diese Technologie. Selbst mit Methoden des Big-Data ist es keine Zauberei und man hat nicht auf einmal aus der Information: “Kauft zwei Brötchen, Milch und Kaffee” die Relation zu “Das ist Kunde XYZ”. Weil hier so viel Mist gerade geschrieben wird, geht natürlich unter, dass die RFID-Technologie auch Potentiale aufweist, die datenschutzrechtlich definitiv bedenklich sind. Aber da ist bisher noch kein Beispiel erwähnt worden, sondern nur die üblichen Horrorszenarien: “Uuh, mit RFID-Tags werde ich automatisch zum gläsernen Kunden, buhuhuuu grusel grusel”.
Das zieht natürlich immer einfach, wenn es um nicht simple Sachverhalte wie IT und die eingesetzte Technologie geht.