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Folge 63

Zum Thema “KI gegen Pilot” aus Neros News:
Das wirklich faszinierende daran ist, dass der Pilot von einem Raspberry Pi ausgestochen wurde. (s. dazu auch den aktuellen CC2-Audiocast)

Zum Thema “Maximilian Wüster”:
Man darf also die Kultur einer Minderheit nicht karikieren und muss sich Beleidigungen bis Todesdrohungen anhören?
Sorry, lieber Redakteur - so geht Inklusion nicht. Das ist die Schiene, die Extremisten fahren.
Das ist die gleiche Begründung, die Islamisten gegenüber die Mohammed-Karikaturen auffahren - nichts anderes.

Erst wenn man anfängt seine Kultur nicht zu ernst zu nehmen, dann kann man Anfangen Richtung Inklusion zu denken.

ym2c

Sehr schönes Gespräch, starke Leistung von Adam. Wie im Gespräch bereits erwähnt, das Interview mit Untertitel veröffentlichen. Zum Thema Gebärdensprachdolmetscher für das Interview: Der FKTV Beitrag “Barrierefrei und Frust dabei” aus Folge 118 wurde von Sarah Köver in die Gebärdensprache übersetzt, vielleicht wäre das hier ja auch möglich, die Botschaft soll ja an alle gehen.

Top Sendung. Gefällt mir. Like.

Jetzt auch offiziell online!

//youtu.be/aouPtD-tS8M

Neros News waren dieses mal super, von der Vortragsweise. Aber auch inhaltlich.

Kommt es nur mir so vor, oder war diese Ausgabe im allgemeinen etwas dünn?

      • Aktualisiert - - -

[QUOTE=mchawk;466973]Zum Thema “KI gegen Pilot” aus Neros News:
Das wirklich faszinierende daran ist, dass der Pilot von einem Raspberry Pi ausgestochen wurde.[/QUOTE]

Hier hätte ich es z. B. noch schön gefunden, etwaige Parallelen zu den Tesla-Auto Zwischenfällen zu ziehen. Da versagt die Automatik in bestimmten unvorhersehbaren Situationen und man muss als Mensch eingreifen, was dann meist zu spät passiert und somit in diversen Unfällen endet, da man ja prinzipiell darauf vertraut dass das ganze funktioniert und man damit, im Fall der Fälle, eben die Sekunden verliert, die zur Rettung einer Situation beigetragen hätten. Aber wie rettet man z. B. eine mögliche Fehlentscheidung einer Maschine, die in Zeitintervallen kürzer als ein Wimpernschlag reagiert und gegenreagiert?

[QUOTE=mchawk;466973]
Zum Thema “Maximilian Wüster”:
Man darf also die Kultur einer Minderheit nicht karikieren und muss sich Beleidigungen bis Todesdrohungen anhören?
Sorry, lieber Redakteur - so geht Inklusion nicht. Das ist die Schiene, die Extremisten fahren.
Das ist die gleiche Begründung, die Islamisten gegenüber die Mohammed-Karikaturen auffahren - nichts anderes.[/QUOTE]

Stimme dir da zu. Fand die Fakten über die Kultur der Menschen mit beeinträchtigtem Hörvermögen zwar sehr interessant, aber das Abwehren der Satire zu plump und eintönig. Ohne das Wüster-Video hätte ich nie erfahren, dass es tatsächlich Musik gibt, die für Gehörlose übersetzt werden kann. Gerade durch derartige Satire wird man doch auf seine eigenen Vorurteile aufmerksam. Ironisches Durch-Den-Kakao-Ziehen dürfte mehr Leute dazu bringen, sich mit Minderheiten auseinanderzusetzen, als wenn diese nur in ihrem eigenen Universum existieren, und Komik über die jeweilige Minderheit nur von anderen Mitgliedern der Bevölkerungsgruppe zulassen.

Leider ist der Redakteur von Hearzone kein Stück von seiner Position abgewichen und wirkte, als wollte er nur belehren. Mal gespannt, wie die allgemeine Resonanz wird.

Um es mit den oft zitierten Worten Serdar Somuncus zu sagen: „Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!“

Ich fand es auch ein klein wenig hanebüchen, auf die Kultur der Gebärdensprache hinzuweisen und das Gehörlose angeblich keiner ernst nimmt und auch keine Lobby haben (im Gegensatz zur mächtigen Blinden-Lobby z. B.) zeitgleich die untertitelung von GNTM zu fordern. (Wobei die krassere Nummer wohl Heidi Klum und Konsorten komplett in Gebärdensprache übersetzt wäre. Da müsste sich sogar Max Wüster für eine Parodie noch gewaltig strecken …)

Nach der Pantoffel TV Folge, deren Nummer mir gerade entfallen ist, haben Blinde nicht mal annähernd so viel Möglichkeiten Filmen oder dem TV-Programm anständig zu folgen als Gehörlose. Ein Mangel an Untertiteln, jedenfalls bei Filmen und Serien, im Gegensatz zu Hörfilmfassungen für Blinde, besteht nicht.

Fand den hearZONE-Redakteur auch sehr komisch von seinen Ansichten. Ich verstehe ja, dass man sich als Teil einer Minderheit Inklusion wünscht und diese zu Recht in der Öffentlichkeit einfordert, aber die Art wie er das gemacht hat, halte ich für völlig unangebracht. Man stellt sich als die arme Minderheit da, die von den mächtigen Lobbys der anderen Minderheiten unterdrückt wird. Und anstatt wirklich Inklusion zu fordern, sagt er andauernd, dass eine wirkliche Gleichberechtigung (zu der auch Satire gehört) erst von der Minderheit erlaubt wird, wenn der Rest der Gesellschaft die Minderheit so bevorzugt, wie sie es wollen (z.B. durch komplette Untertitelung alles Web- und TV-Sendungen).
Natürlich ist mir klar, dass der Mann nicht für die gesamte Minderheit sprechen kann, zu der er sich zählt. Und vielleicht hat er sich auch nur ungeschickt ausgedrückt, aber wirklich nachvollziehen konnte ich alle seine Ansichten nicht. Wirkte eher wie ein Krieg zwischen Gehörlosen und dem Rest der Menschheit.
Kompliment aber an Adam: Das war wirklich kein einfacher Gast, aber du hast dich gut geschlagen und ein interessantes Interview geführt. Besonders als Herr Straumann dann auch noch so eine Entscheide-dich-Forderung gestellt hat, weil die Gehörlosenkultur ja sonst auf ewig im Krieg zu Adam steht, hat er gut um eine endgültige Antwort herumgeredet und sich nicht auf irgendwas festnageln lassen.

Jonas ist ein hochgradig unsympathischer Lobbyist.
Er kann Reaktionen verstehen, in denen Adam der Tod gewünscht.
Er ist für satirische Witze, aber nicht über Hörbehinderte. Inkonsistenter geht es doch kaum.

[QUOTE=Memo1;467228]
Er ist für satirische Witze, aber nicht über Hörbehinderte. Inkonsistenter geht es doch kaum.[/QUOTE]

Um fair zu bleiben: Er ist nicht gegen satirische Witze gegen Hörbehinderte, solange sie in (korrekter) Gebärdensprache gemacht werden, was eben auch eine intensive auseinandersetzung mit dem Thema erforderlich macht

Das war eine sehr interessante Folge.

Neros news waren wieder gut.

Der Beitrag über die deutsche Methode war genial! Das diese Seite auch noch in anderen Sprache zu Verfügung steht … Oh man. Geil fand ich auch die NP-Version mit Holgers Videoausschnitt.

Das Interview war interessant, da man die andere Sichtweise besser rüberbringen konnte.

Was aber wiederum bedeutet würde, dass man nicht Witze z. B. über Bayern, Schwaben, Friesen, Sachsen, whatever erzählen darf, solange man deren Dialekt nur nachäffen kann.
Dann wären auch die „Hurga-Hurga“-Witzchen von Otto ethisch nicht mehr O.K.

Nur beißt sich damit, dass Herr Straumann nicht mal ansatzweise den Versuch unternommen hat sich von den Gewalt-/Todesandrohungen zu distanzieren.

Ich meine - es ist O.K. Maximilian Wüster für ein Arschloch zu halten - es ist O.K. das Dargebotene als beleidigend zu finden - ist ist O.K. Adams Aktion zu verurteilen - Aber alles, was in Richtung Verstoß gegen Artikel 2-2 unseres Grundgesetzes läuft: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ geht gar nicht.

Und an dieser Stelle habe ich von einem Journalisten

…ein deutliches Statement dagegen erwartet.
Im Prinzip wurde genau das Gegenteil versucht - dafür Verständnis aufzubringen.
Wie gesagt: Das kann man gar nicht so schön reden, dass bei mir auch nur der Funke von Verständnis aufkeimt.

Ich habe mindestens seid einem Jahr nichts mehr gepostet aber jetzt kann ich mir dieses Video hier nicht verkneifen:

//youtu.be/JU7pYm_VEqU

Für mich ist sowas reine Satire und ich würde keinen Moment darauf kommen das sich eine bestimmte Menschengruppe deswegen so brüskiert das es dieses Video vom Netz nehmen will. Man könnte sagen das man das als nicht betroffene Person nicht verstehen kann, aber man muss bedenken das jeder Mensch Merkmale an sich hat oder Neurosen über die man sich lustig machen könnte. Wenn sich Jeder dann wegen geringsten Andeutungen beleidigt fühlen würde, dann wäre die Welt ein humorloser grauer Planet.
Und wer lebt schon gerne in solch einer Welt?
Was jedoch nicht geht sind Todesdrohungen, extreme Beleidigungen. Selbst wenn man den Humor einer Person nicht teilt muss man nicht gleich so übertrieben darauf reagieren. Und wer dies verteidigt kriegt die rote Karte und wird von mir nicht ernst genommen. Und ich glaube außerdem nicht das er für alle Tauben und Stummen Menschen dieser Welt spricht auch wenn er es so auslegt.
Allerdings wäre es sicherlich keine schlechte Idee wenn man die beliebtesten Sendungen in Fernsehkritik TV auch mit Untertiteln versehen könnte. Falls es nicht mit zuviel Kosten und Zeit verbunden wäre.

Sehe das genauso wie mchawk: M. Wüster hat durch seine eigene “Interpretation” der Gebärdensprache die Sprache nachgeäfft und nicht die Hörbehinderten beleidigt. Ansonsten dürfte man wirklich keine Witze mehr machen in denen die einzelnen Dialekte nachgemacht bzw. verarscht werden.

Fazit: So ganz lustig fand ich die Aktion auch nicht, aber so böse, wie es die Hörbehinderten finden halte ich es auch nicht. Gibt schlimmeres. Und mit den Kommentaren hat sich die “Szene”, wie sie sich nennen, komplett diskreditiert.

Hauptsache die “Szene” kann nun Görmanies näxt Topmodell schauen mit Untertiteln. Scheiß egal ob die öffentlich rechtlichen Untertitel senden, hauptsache der Müll läuft mit Untertiteln…

[QUOTE=elseppo;467280]Ansonsten dürfte man wirklich keine Witze mehr machen in denen die einzelnen Dialekte nachgemacht bzw. verarscht werden.[/QUOTE]
Fragt sich, ob man Dialekte nun [I]unbedingt[/I] mit einer Behinderung vergleichen kann.
Also, allgemein gesprochen. Sächsisch mal ausgenommen. Und bayrisch. Und schwäbisch vielleicht noch. Kölsch.

[post=467197]@smario66[/post]
Hier sehen wir, wie wenig Verständnis ‘gesunde’ Menschen gegenüber beeinträchtigte Menschen haben. Schade eigentlich!

      • Aktualisiert - - -

[QUOTE=mchawk;467248]
Nur beißt sich damit, dass Herr Straumann nicht mal ansatzweise den Versuch unternommen hat sich von den Gewalt-/Todesandrohungen zu distanzieren.
[/QUOTE]

Um auch hier fair zu bleiben, der Herr Straumann sagte klar, dass er die Gewalt-/Todesandrohungen nicht in Ordnung fand, darauf leider eben keinen Einfluss hat.

Hmm… also ich hätte jetzt gedacht, dass die Meinungsfreiheit nicht nur den Satiriker schützt, sondern auch denjenigen, der sich dazu positioniert.

Wenn die Sätze „Satire darf alles“ und wie Serdar Somuncu gesagt hat, „Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung“ bedeuten, dass Satire prinzipiell nicht kritisiert werden darf, frisst Revolution ihre eigenen Kinder. Ich hab den Eindruck, dass in letzter Zeit alles irgendwie hingenommen wird, solange Satire draufsteht. Dabei hätte ich jetzt gedacht, dass Satire sich der Überspitzung bedient, eben damit hinterher über ein Thema geredet wird.
Adam sagte ja auch, dass das der Sinn des Videos gewesen ist. Aber anstatt nun tatsächlich über die Probleme einer Hörbehinderung zu reden, bleibt die Diskussion dabei stehen, dass Satire alles darf und Gehörlose und Schwerhörige nicht so humorlos sein sollen, weils ja nur ein Witz sein sollte.
Find ich schade. Sehr schade sogar, weil dieses klärende Interview zwischen Adam und dem Redakteur super gewesen ist, sachlich wertvoll und mit geegenseitigem Respekt, trotz verschiedener Standpunkte. Das Internet ist bekanntlich… wie sag ich es richtig… wunderlich? Wunderlich bis Scheiße… ja… das trifft es. Das grade in diesem Medium eine so gute Debatte um ein so kontroverses Thema möglich gewesen ist, fand ich ganz ganz ganz großes (Internet)kino.

[QUOTE=00_max;467284]Um auch hier fair zu bleiben, der Herr Straumann sagte klar, dass er die Gewalt-/Todesandrohungen nicht in Ordnung fand, darauf leider eben keinen Einfluss hat.[/QUOTE]
Habe ich nicht herausgehört - jedenfalls nicht klar und deutlich.

Herr Straumann ist seinen eigenen Angaben nach Journalist - und damit Meinungsbildner. Dieser Punkt lässt mich strengere Maßstäbe für seine Person ansetzen als für “Normalsterbliche”.
Von journalistisch tätigen Menschen erwarte ich das Fingerspitzengefühl zwischen Ankündigung bzw. Aufruf zu einer Straftat und legaler, persönlicher Meinungsäußerung zu unterscheiden. Er hätte sich eindeutig und mit einer klaren Ansage distanzieren müssen. Das ist nicht erfolgt.

Prinzipiell ist auch zu beachten, dass die News bei hearzone nach wie vor nicht redigiert wurde - es findet sich lediglich ein Hinweis auf dieses Interview.
Nach dem es klar war, dass dies ein Scherz war, der bei vielen Gehörlosen in den falschen Hals gekommen ist, hätte man als Redakteur und Journalist, dies noch nachtragend erklären müssen.
So liest sich der Artikel nach wie vor, dass es Maximilian Wüster keine Kunstfigur ist und die Videos ernst gemeint sind.

[QUOTE=mchawk;467295]Habe ich nicht herausgehört - jedenfalls nicht klar und deutlich.

Prinzipiell ist auch zu beachten, dass die News bei hearzone nach wie vor nicht redigiert wurde - es findet sich lediglich ein Hinweis auf dieses Interview.
Nach dem es klar war, dass dies ein Scherz war, der bei vielen Gehörlosen in den falschen Hals gekommen ist, hätte man als Redakteur und Journalist, dies noch nachtragend erklären müssen.
So liest sich der Artikel nach wie vor, dass es Maximilian Wüster keine Kunstfigur ist und die Videos ernst gemeint sind.[/QUOTE]

Das Interview wurde ja noch nicht zugänglich für Gehörlose denke ich, daher glaube ich, dass noch nicht die Möglichkeit bestand, die Tatsachen aufzuklären. Erstmal abwarten bevor man urteilt.

[QUOTE=00_max;467298]Das Interview wurde ja noch nicht zugänglich für Gehörlose denke ich, daher glaube ich, dass noch nicht die Möglichkeit bestand, die Tatsachen aufzuklären. Erstmal abwarten bevor urteilt.[/QUOTE]
Meine Kritik bezog sich nicht darauf. Der Text hätte schon längst korrigiert sein [-]können[/-] müssen!
Das hat nichts mit der Interview-Veröffentlichung zu tun.