Folge 62

Doch, weil sich das auch anders regeln liesse.
Die Relationen stimmen vorne und hinten nicht.
Das ist in etwa so, als würde man so etwas wahnsinniges tun, wie z.B. für jede Tasse Kaffee eine Plastikkapsel zu benutzen.

1 „Gefällt mir“

Also sollten wir auch an Kohle- und Kernkraft festhalten, denn deren Nutzen liegt im niedrigeren Strompreis und Geld ist offenbar wichtiger als die Umwelt. Oder ist diese Sorte Kosten-Nutzen-Rechnung nur dann zulässig, wenn es um den Geldbeutel des Staates geht?

Warum produziert bspw. Nestle Kapseln? Weil sie den Wunsch der Kunden bedienen ihren Kaffee schnell und einfach zuzubereiten. Außerdem verbindet man damit ein „Lifestyle- und Luxusgefühl im Alltag“. Noch dazu sind Plastikkapseln billig. Kurzum: Nestle verdient damit Geld. Das ist auch keineswegs „wahnsinnig“, sondern schlicht ein legales Geschäftsmodell.

Man nimmt im Fall der Kassenbons etwas „unnütze“ Verschmutzung in Kauf, um den Nutzen vermeidbarer Steuerhinterziehungen zu gewährleisten.

Wie denn? Und was genau stimmt da nicht?

Jedenfalls ist die Energiepolitik (damit einhergehend Struktur-, Sicherheitspolitik u.v.m.) der Grund dafür, warum es immer noch Kohle- und Kernenergie gibt. Abgeschafft wird sie aufgrund externer Kosten oder im Fall Deutschlands/der EU, um die erneuerbaren Energien u. a. als Spitzentechnologie gegen die Konkurrenz weltweit zu forcieren. Außer in deinem Kopf ging es dabei noch nie um etwas anderes als um Geld/Investitionen und Staatsmacht/Energie- und Sicherheitspolitik - mit den entsprechenden uns allen bekannten Folgen für Mensch und Umwelt. Du kannst mich auch nicht fragen, ob das so sein soll: Ich hab die Grundrechenarten der Bundesrepublik weder erfunden noch verteidige ich sie. Ich leugne sie aber auch nicht.

Nur weil etwas legal ist, bedeutet es nicht, daß es nicht zugleich total irre sein kann.

Wie gesagt: Die Verhältnismäßigkeiten stimmen nur, wenn man Geld den allerhöchsten Wert zumisst, noch vor Lebensqualität und allgemeinen Existenzvoraussetzungen.

Papierlos.
Was da nicht stimmt?
Nehmen wir mal an, jemand würde irgendwie damit Geld verdienen, alles mit Hundescheisse vollzuschmieren.
Wäre das deshalb ein legitimes Geschäftsmodell?

Aber wenn du noch immer derselbe Sherlock bist, dann trollst du eh nur rum grad.

2 „Gefällt mir“

Der Gesetzgeber hält es für angemessen, weil ihm seine Steuern wichtiger sind als mehr Papiermüll auf den Straßen. Denn von Steuern ist er abhängig. Du kannst das anders sehen, dadurch wird es aber nicht anders.

Da müsste die Politik nachrechnen, ob sich das Geschäft lohnt. Das Geschäft mit Kaffeeherstellern jedenfalls lohnt sich, es bringt Steuergelder und Investitionen, den Preis der Umweltverschmutzung nimmt man dafür in Kauf. Ohne Land und Leute zu runieren, schafft es schließlich kein Staat an die Spitze. Mit hohen Produktionskosten aufgrund von Öko-Spinnereien kommt keine Nation voran. Mit Gift-Grenzwerten in Fabriken, Kassenbons gegen Steuerhinterziehung und Kernspaltung dagegen schon. Deutschland ist nicht so mächtig und erfolgreich geworden, weil es sein Staatsvolk und die Welt verschont.

Ich finde die Marktwirtschaft auch irre. Im Gegensatz zu dir bilde ich mir dabei aber nicht ein, dass es mit ihr auch anders ginge.

Also von Hundekot-Schmiergeschäften zu erzählen und mich dann als Troll zu bezeichnen, hat schon was. Niemand zwingt dich mir zu antworten.

Ist denn schon 2020?

Rechnen tut die Kasse. Der Kassierer kann sich maximal beim Wechselgeld vertun.

Die Logik geht aber nach hinten los, wenn die, die wohl am meisten Steuern hinterziehen (könnten) eh unter die Ausnahmeregeln fallen.

Ähm… doch, wenn das genügend Leute laut genug anders sehen, wird es auch anders.

Ah, du bist es noch!

Doch, ginge bestimmt.
Es ist nur… eine Herausforderung, da tatsächlich über die Gier der etablierten Hauptnutzniesser und ihrer Lakaien hinweg in relevantem Maße was dran zu drehen.

„Troll“, „Teufelsadvokat“ - alles Fantasy.

1 „Gefällt mir“

Da bin ich keinesfalls so vertrauensvoll wie Du unterwegs.
Es gibt falsche Preise im Kassensystem, doppelt gescannte Waren, falsch abgetippte Barcodes alles schon mal gehabt.
Mal abgesehen von Gewährleistungsansprüchen, die man ohne Beleg nicht hat bzw. nicht nachweisen kann.

Der Umweltaspekt bei unnötig ausgedruckten Kassenbelegen ist mir durchaus bewusst - aber welche Belegart wäre denn in gleichem Maße rechtlich abgesichert?
Wenn es digitale Belege gäbe, müsste man auch mal nachschauen, ob die im Gesamtkontext von Gerätemagterialen, Stromverbrauch, usw. wirklich ökologischer wären.

Blödsinnig ist vor allem die Belegausgabepflicht in der Form.
Das sagt das Bundesfinanzministerium dazu:

Warum gibt es eine Belegausgabepflicht ab dem 1. Januar 2020? Reicht es nicht, dass der Handel in der Kasse boniert wurde?
Die Belegausgabepflicht dient der verstärkten Transparenz im Kampf gegen Steuerbetrug, da auf den Beleg zukünftig zusätzliche Daten aufgedruckt werden müssen. Anhand des ausgegebenen Belegs ist im Rahmen einer Kassen-Nachschau oder einer steuerlichen Außenprüfung u. a. leichter nachprüfbar, ob der Geschäftsvorfall einzeln festgehalten, aufgezeichnet und aufbewahrt wurde. So kann beispielsweise anhand eines Abgleichs des Bons mit den Aufzeichnungen der Kassensoftware eine Manipulation der Kasse festgestellt werden.

Es würde doch die Pflicht zur Möglichkeit ausreichen und die Dinger wie gehabt auf Verlangen rauszugeben.

Theoretisch - aber wenn ich mir den Text so durchlesen bekomme ich den Eindruck, dass das BMF nicht den Verkäufer sondern auch den gewerblichen Einkäufer stärker ins Visir nehmen will. Aber ob es was nutzt? :thinking:

Jup, diesem Duktus folgt auch mein Sachbearbeiter vom FA.

Ist ja auch okay, aber deshalb muss man das nicht generell zur Pflicht machen.

Kommt eher selten vor. Außer du meinst was anderes, aber falscher Preis am Regal ist nicht das gleiche wie falscher Preis an der Kasse :wink:

Kann passieren, stimmt. Da muss der Kassierer aber wirklich unaufmerksam sein. Das doppelte piepen hört man ja eigentlicht.

Das ist nahezu unmöglich. In fast 10 Jahren im Handel ist es mir noch nicht 1mal passiert, dass ein Zahlendreher/Vertipper beim abtippen des Barcodes dieser falsche Barcode zufällig zu einem anderen Artikel gehörte.

1 „Gefällt mir“