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Folge 57: Die Urbane Hip Hop Partei

Veto Folge 57. Hier kann darüber diskutiert werden!

Die Wurzeln des Hip Hop liegen im Auflehnen gegen Rassismus und Diskriminierung. Daran orientiert sich die Urbane Hip Hop Partei, die zur Bundestagswahl antritt. Ziel ist eine Welt, in der alle Identitäten, Hautfarben und Kulturen friedlich miteinander leben - aber ist sowas wirklich erreichbar? Zwei Vertreterinnen der Partei sind im Studio.

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Unaufgeregt, sachlich und relativ klar formulierte Ziele.
Ganz klar eine Nischenpartei, aber schön dass man auch ohne Schaum vorm Mund über Politik reden kann.
Hat Spaß gemacht zuzuhören.

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Das war wirklich überraschend nett.

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Hab das Gefühl die Freundlichkeit und Sympathie der beiden war etwas entwaffnend für Holger. Das Gespräch war sehr harmonisch :smiley:

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Vielleicht war für die beiden ja auch meine Freundlichkeit entwaffnend :smiley:

Im Ernst: Beide waren sehr nett und freundlich, die Paula hatte sogar noch Mann und Kind dabei. Warum soll man dann also nicht auch entspannt miteinander diskutieren?

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Manche nehmen das Wort „Veto“ etwas zu ernst, die verlangen das du a la Michel Friedman rumbrüllend immer Contra gibst, alternativlos und kompromisslos. Leute, Holger kann auch ruhig diskutieren und eventuell gibt es ja mit dem Gesprächspartner ja Gemeinsamkeiten wo man sich Thematisch in der Mitte trifft.

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Power to the Bauer des is mia ois zu Lasch, i fahr jetzt nach New York und da kaf i mia an Hasch.
Zwoa sympatische Mädels

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Sehr sympathische Damen und ein unaufgeregtes nettes Gespräch.
Das Ganze Hip-Hop-Partei zu nennen, ist auf der einen Seite nicht unclever, um entsprechende Anhänger zu interessieren; auf der anderen Seite ist der Begriff Hip-Hop so klischeebelastet, dass es nervig sein muss, das ständig korrigieren zu müssen.

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Ich bin sehr positiv überrascht von diesem Interview. Als ich den Namen gehört und gelesen habe, hab ich erstmal gelacht, weil der Name so absurd klingt und hatte jetzt erwartet so einen pseudocoolen HipHoper zu sehen, der Holger erklärt was fürn geiler Checker er ist und warum HipHop die geilste Musikrichtung EVER ist und warum er voll durchstartet, wenn er erstmal den Bundestag nieder-„rappt“. :smiley:

Aber stattdessen ist es ein Inverview mit zwei wirklich sympathischen, freundlichen und unaufgeregten Menschen. Selten jemand so ruhig und sachlich über Politik reden sehen. Großartig! Ich kann mich auch absolut mit den allermeisten Punkten identifizieren und das obwohl ich der klassische, weiße, „Cis-Mann“ bin. Aber Gerechtigkeit, Hilfe, Solidarität und Gemeinschaftsgefühl macht eben nicht vor Geschlecht, Sexualität, etc. halt. Viele Menschen, vor allem schwarze Menschen, aber auch viele Natives in Amerika und überall in der Welt, mussten und Ausbeutung, Hass, Marginalisierung, tiefen Rassismus und der Entwürdigung durch koloniale, kapitalistische und sonstig unmenschlichen Mächten leben. Das dieser Umstand beseitigt wird und das man allen Menschen die Gerechtigkeit und die Menschlichkeit entgegenbringt, die sie verdienen, sollte mMn das Ziel jedes Menschen auf diesem Planeten sein.

Als Menschen können wir nicht mit der Ungerechtigkeit leben. Wir akzeptieren es vielleicht, entmenschlichen unsere „Feinde“ und kommen damit klar, aber mir kann niemand ernsthaft erklären wollen, dass er es gut findet, wenn Menschen leiden, wenn sie schlecht behandelt werden oder strukturellen Benachteiligung erfahren.

Die Schwierigkeit liegt dann aber am Ende, trotz allem Idealismus und trotz aller Empathie immer im Detail. In den großen Zielen schafft man es vielleicht noch eine gewisse Einigkeit zu erzielen. Aber in den Details gibts dann die Probleme und Uneinigkeiten. Was ich daher unheimlich schade finde ist, dass die beiden Vertreterinnen der Partei, trotz aller Empathie und ihrem sympathischen und positiven Weltbild, dass ich den Gesprächspartnerinnen sofort zu 100% abkaufe, wieder zu dem problematischen Schluss kommen: Man muss die Menschen, die nicht zu der FLINTA* Community gehören quasi sprachlich und gesellschaftlich aus ihren Communites ausschließen und natürlich reicht es eben nicht Sprachangebote zu machen um eine inklusive Sprache zu ermöglichen, sondern die Sprache MUSS sich zwangsläufig und alternativlos zu dem von ihnen gewünschten Gunsten verändern, weil sich marginalisierte Gruppen nicht gesehen fühlen. Zum Menschsein gehört es mMn auch dazu, zu erkennen, dass man nicht immer zu 100% alles erreichen und haben kann. Es gibt viele, viele versch,. Gruppen von Menschen auf der Welt. Sprache hat mMn nicht die Funktion in seiner Struktur zu 100% formal Gleichheit und Gerechtigkeit zu erzeugen, sondern Sprache ist ein Tool, das man dazu nutzen kann, seine Gedanken auszudrücken. Somit sind Angebote, Ideen, Wortneuschöpfungen vollkommen in Ordnung, aber in dem Moment, wo ich von ANDEREN dann erwarte, dass sie kleine bis sehr kleine Gruppen sprachlich berücksichtigen MÜSSEN, dann beginnt der Punkt, der dann auf Widerstand stößt.

Das ist leider am Ende wieder der alte Trugschluss, der ja auch gerne bei Religionen immer wieder zu Recht moniert wird:

„Mein Glaube/meine Ideologie sagt mir, dass ICH das und das tuen oder lassen muss.“ → „Okay.“

„Mein Glaube/meine Ideologie sagt mir, dass DU das und das tuen oder lassen muss.“ → „Verpiss dich!“

Aber abgesehen von diesem Punkt: Ein super spannendes und interessantes Gespräch :slight_smile:

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Mein persönliches Fazit:
Wir sehen Holger demnächst mit Dreadlocks (er sucht nur noch den richtigen Friseur)

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Als alter weißer, heterosexueller, nichtbehinderter Mann fühle ich mich von den beiden nicht repräsentiert.

„Deutschland wurde in den 50ern von Einwanderern aufgebaut.“ What? Zeig den beiden alte Filme aus der Zeit von Trümmerfrauen und männern. Mal sehen, ob sie dort Einwanderer finden. Vielleicht deutsche Einwanderer aus Polen und Russland.

Quoten in den Politik? Wird echt schwer für alle nicht ganz woken Parteien, die geforderten Randgruppen zu finden. Erinnert mich daran, als wir eine Frau für das Frauenbrett in der Schachmannschaft gesucht haben. War nicht einfach und nach einem Jahr hatte das Mädel die Schnauze voll. Nicht von uns. Sondern davon, dass sie fast ausschließlich gegen Topspielerinnen verloren oder kampflos gewonnen hat (weil die Gegner überhaupt keine Frau hatten).

Insgesamt ein netter Plausch, aber wählen werde ich die nicht.

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Der Begriff „Hip-Hop“ wirkt ein Bisschen draufgekleistert. Das ist nach meinem Empfinden eine sehr, sehr woke und linksideologische Partei, wobei Hip-Hop in Gänze doch noch mal eine vielseitigere Gemengelage aus Sichtweisen und Weltbildern abbildet, die teilweise auch im Widerspruch zu den hier geforderten Prinzipien stehen können, jedenfalls wenn wir z.B. an Kapitalismus, Sexismus oder auch an bestimmte Arten von schwarzem Humor denken, die viele Rapper kolportieren und die, meiner Ansicht nach, bei vielen zu „woken“ Leuten eigentlich nicht so gut ankommen dürften… Da ist mir der etwas monokausale Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Musik auch etwas zu kurz gegriffen. Es hat zumindest keiner am Reißbrett gesessen und sich gedacht: „Jetzt erschaffe ich die urbane Subkultur des Empowerments“. Hip-Hop war am Anfang erstmal nur eine Partykultur und alle weiteren Aspekte, auch das Politische sind nach und nach entstanden. Das Politische hatte in prägnanten Phasen des Hip-Hop klar einen dominanten Anteil, war aber nie der einzige Aspekt und auch häufig nicht frei von Widersprüchen. Alles in allem aber wirklich ein unterhaltsames und nettes Gespräch. Es hat an manchen Stellen gute Denkimpulse gesetzt, auch wenn mir solche Ansichten als Solches häufig zu konformistisch sind und mir die Abwägungen von Zwecken und Mitteln, beispielsweise hinsichtlich Sprachregelungen, dabei etwas zu unbalanciert erscheinen.

Als junger nicht-weißer, heterosexueller, behinderter Mann kann ich das nur unterschreiben.

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ein längst entlarvter Mythos

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Ändert aber nichts daran, dass Karls Kritik an der Aussage richtig ist. Als 1955 die ersten italienischen Arbeiter nach Deutschland kamen, war das sogenannte Wirtschaftswunder bereits im vollen Gange und die Wirtschaftsleistung aus der Vorkriegszeit längst wieder erreicht. Arbeiter aus der Türkei kamen erst in den 1960er Jahren. Das Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg von ausländischen Arbeitern aufgebaut oder wiederaufgebaut wurde ist falsch.

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Dagegen hab ich auch nichts gesagt, natürlich ist die Behauptung, das Land sei nur von Migranten wiederaufgebaut worden, Unsinn.

Für mich als jahrelangen Hip-Hop Fan ist diese Instrumentalisierung meines Genres für LGBTQ-Propaganda nicht länger als 10 mins zu ertragen. Zwar ist die Hip-Hop-Subkultur offen und tolerant, diese Werte finden aber in den Texten nicht statt.

Hip-Hop ist Musik der Straße, der Gangster, der Drogenkomsumenten-und Dealer. Da ist nix mit Texten in Regenbogenfarben, schwul ist eine der häufigsten Beleidigungen in Raptexten, schon immer.(Kool Savas - Schwule Rapper - YouTube) Klar gibt es auch Rapper, die absolut familienfreundliche Texte machen. Diese werden von der Szene jedoch nicht ersnt genommen. Im Gegenteil. Wenn Deutschrapper z.B. jemanden als fettes Brot oder Fanta 4 bezeichnen ist das eher ein Diss als ein Lob. (Schaut euch mal die erfolgreichsten DE Rapper und deren Texte an oder die „großen Kanäle“)

Auch der Aspekt mit den Migranten ist witzig, da diese idR den aggressivsten Deutschrap pumpen, mit den Texten, die Drogen, Gewalt und Chauvinismus am meisten veherrlichen bzw. kurz gesagt: harten, düsteren Gangsterrap. Wobei, mittlerweile ist da auch viel Partymäßiges dabei. (Apache z.B, der wird ja viel im Radio gespielt, so als exemplarisches Beispiel für den Stil) Mag sein, dass diese Mädels kein Problem mit LGBTQ haben. Die meisten Hörer hier in DE sind allerdings Männer mit Migrationshintergrund, darunter viele Muslime. Diese haben bekanntlich nicht sooo viel für LGBTQ übrig. Enstprechend gibt es in „der Szene“ eine gewisse Tendenz zur Homophobie. Das ist aber schon immer so, nicht wegen den Muslimen. Bitte nicht falsch verstehen.

Fürs Protokoll: Mir selbst ist der meiste DE Rap zu aggressiv bzw. zu asozial. Das gilt auch für den gängigen Standard im Hip-Hop auf Englisch. Insgesamt wird sehr viel Gangsterrap gehört.

Natürlich ist das alles sehr vereinfacht ausgedrückt und es gibt auch sehr viel „erwachsenere“ Künstler, diese sind jedoch nicht das, was die breite Masse hört. Nicht das, was man sich unter einem Rapper vorstellt. Entsprechend bin ich darauf nicht groß eingegangen. Auch wenn ich persönlich auch eher solche Texte bevorzuge.

Fazit: Zwar hat sich Hip-Hop insgesamt gewandelt und ist sehr viel diverser geworden, dennoch halte ich die Fusion von Hip-Hop und LGBTQ für nicht möglich. Period. Politisch gesehen ist Hip-Hop ganz klar gegen das System.

PS.: Das Statement des Parteichefs entlarvt das Projekt aber auch gleich zu Beginn: „Man könnte das mit jeder „…“ Subkultur machen…“ ergo geht es mehr um LGBTQ als um Hip-Hop oder die Subkultur.

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Ich habe die Folge noch nicht geschaut, aber nur schnell zu diesem Kommentar etwas:

Das hat man sich in USA und UK abgeschaut. Dort haben das auch etliche Aktivisten der Cancel Culture sehr clever gemacht. Leider hat es die Strukturen der LGB teilweise zerstört und das was übrig ist wird von den TQS im Buchstabensalat weiter kaputt gemacht.

Ganz traurige Geschichte. Fred Sargeant, welcher 1969 bei den Stonwall Riots in New York dabei war und seitdem für die Schwulenrechte in den USA kämpft, bekommt auf Twitter regelmäßige Timeouts, weil er die TQ und S kritisiert. Andere Gründungsmitglieder der „Stonewall Charity“ haben diese verlassen weil man dort nicht mehr offen diskutieren und das Verhalten der TQ und S kritisieren konnte.

Jetzt haben die LGB wieder eine eigene Charity, die LGB Alliance und die wird natürlich prompt als transphob abgestempelt weil es kein T gibt… Gleichzeitig ist die Akzeptanz für die „Alphabet People“ immer weiter am fallen…

Das hab ich vor zwei Jahren alles hier im Forum mal vorhergesagt…

Die Cebil hat es derweil schon zweimal stark mit Sexismus probiert. Einmal bei Jung&Naiv und einmal 45 Minuten lang in einer Phönix Sendung wo sie von einer anderen Politikerin schwer Gegenwind kassiert hat.

Rassismus kommt derweil von der Leiterin der Personalabteilung bei Siemens die bei siebenstelligen Jahreseinkommen ausversehen von einem Klempner mit dem Kindermädchen verwechselt wurde.

Die hat echte Probleme die Frau.

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Princess Anies? Sookee? Diams? Steff la Cheffe?

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Dazu hat Sven Felix Kellerhoff einen lesenswerten Artikel geschrieben.