Folge 56

Der Attentäter von Halle war zum Glück zu dämlich die Tür aufzukriegen.

Tja, mein Reden. Daher finde ich es auch befremdlich, wenn immer von „Juden“ gesprochen wird, in erster Linie sind es Mensch, die erst als zweites einer bestimmten Religion angehören.

Erwische mich ja selbst dabei, dass ich von „Juden“ spreche/schreibe, obwohl ich denke, dass es angebrachter wäre von „Menschen mit jüdischem Glauben“ zu reden.

Nö, aber ich möchte dir gefallen :smiling_face_with_three_hearts:

Das stimmt. Es sollte also kein Gegenargument sein.
Na denn… :slight_smile:

Was falsch wäre. Denn zum Judesein gehört mehr als der Glaube. Du kannst den jüdischen Traditionen und dem Glauben folgen, wirst aber von der jüdischen Gemeinde nicht unbedingt als Jude anerkannt (je nach Konfession). Dazu gehören spezielle Riten. Jude bedeutet im hebräischen „Einwohner von Jehuda“ (Das Reich Juda) Verdeutlicht noch heute, dass jeder Jude in der heutigen Wiedergeburt von Jehuda, namentlich Israel, aus der Diaspora Zuflucht findet.

Einen Juden also als „Mensch jüdischen Glaubens“ zu bezeichnen, greift zu kurz. Fehlgeleitete PC.

Das Problem ist nicht, wie man sie nennt, das Problem ist, dass sie in Deutschland immer mehr auf Hass stoßen. Wen Halle überrascht, der verschließt die Augen vor dem, was seit Jahren in Deutschland passiert. Der Antisemitismus war ja nie weg, er hatte sich nur verkrochen. Aber so langsam trauen sich diese Arschlöcher wieder, das Maul aufzumachen und wie wir sehen auch aktiv zu werden. Ich kann nur jeden Juden beglückwünschen, der die Möglichkeit hat, in seinen Staat heimzukehren. Viele können das leider aufgrund der Lebensumstände nicht, aber die meisten wollen es, leider. Deutschland, 2019.

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Einmal das, und es scheinen neue Arschlöcher heranzuwachsen, für die es nie ein Tabu war, das Maul aufzumachen bzw. als digital natives immer wie selbstverständlich Berührung mit entsprechendem Müll hatten.

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Und die Anschuldigungen, Juden seien ja selbst schuld, weil sie sich aus der Gesellschaft, die sie verachtet, zurückziehen, helfen bestimmt.

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Ich merke schon, kompliziertes Thema. Ich meine es war bei Galileo (ja, ich schäme mich), da wurde gesagt, dass die Mehrheit/ein großer Teil der deutschen Juden aus Osteuropa/Russland stammen/kommen. Dort meinte ein entsprechender Mann, welcher zum Judentum konvertiert ist, dass er sich gezielt eine Jüdin als Frau gesucht hat, weil nur diese jüdische Kinder auf die Welt bringen könnten. Hat mich insgesamt dann verwirrt, weil dieser Mann dann nach seiner eigenen Definition eben kein Jude wäre.

Müsste man dann aber nicht trotzdem zwischen Jude (Isrealit) und eben Konvertiten unterscheiden?

Ja, ich weiß, ist für das Thema Antisemitismus unerheblich, geistert mir interessehalber nur grad durch den Kopf^^

Man kann zum Judentum konvertieren, ohne jüdische Mutter. Dazu sind einige Initiierungsriten je nach Konfession nötig. Zum Mindesten aber die Beschneidung und das Bad in der mikveh. Viele Gemeinden fordern auch zunächst eine gewisse Zeit, jüdisch zu leben (mit Besuch des Gottesdienstes, der Einhaltung der Kaschrut, etc.).
Nach Abschluss der Konversion haben sie die gleichen Rechte wie alle Juden bspw. das Recht in Israel dauerhaft zu leben.

Klar, er meinte, dass seine Konversion nicht reicht, damit die Kinder automatisch jüdisch erzogen werden könnten. Die Kinder müssten dann selbst konvertieren, wenn sie 12-14 sind, vorher ist das ohne jüdische Mutter nicht möglich. Man wird also von einer jüdischen Mutter geboren oder muss ein Bekenntnis ablegen.

Im Endergebnis sind geborene Juden und Konvertiten gleichgestellt.

Deswegen Unterscheidet man das nicht. Selbst bei einem Konvertiten würde man es Heimkehr (Alija) nennen, wenn er nach Israel zieht. Das israelische Gesetz heißt entsprechen Rückkehrgesetz und sieht keine Unterscheidung vor. Das Jüdischsein muss nur von Rabbinern anerkannt werden.

Sollten nicht eher die Opfer in Erinnerung bleiben und nicht ein Täter?
Das ist etwas, das mir echt massiv auf den Zeiger geht bei Gewaltverbrechen. Immer werden die Täter entsprechend glorifiziert aber an die getöteten erinnert sich keine Sau.

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Das hat mehrere Gründe.

  1. Ist das ganze für die Opfer (platt gesagt) vorbei. Ihnen wird gedacht, aber sie spielen im Verlauf der Ermittlungen erstmal keine Rolle, wenn sie nicht gezielt ausgewählt waren, sondern eher Zufallsopfer. Der Täter hingegen wird in einem Gerichtsprozess genauer beleuchtet, denn es geht ja darum die Hintergründe und Ursachen der tat zu begreifen. dafür spielen Zufallsopfer keine Rolle. Auch bei verstorbenen Tätern spielt der Hintergrund eine Rolle. Aus den Opfern „lernen“ wir nichts. Beispielsweise der Absturz der germanwingsmaschine. Die Kenntnis über die Opfer lehrt uns nichts über den Komplex Depression, Therapie, Selbst- und Fremdgefährdung; die Kenntnis über den Täter allerdings schon.
  2. Kann man wohl im Nachhinein kaum feststellen, ob sie das möchten. Wenn der Täter aus öffentlichem Interesse gezeigt und benannt wird, das ist etwas, auf der er sich selbst eingelassen hat. Dass eine solche Tat mediale Aufmerksamkeit geriert, wusste er und hat er in Kauf genommen bzw. bezweckt. Das Zufallsopfer nicht, es ist schlicht anständig, diese nicht in die Öffentlichkeit zu ziehen, auch wenn die Motive (Gedenken) hehr sind.

OK, danke für die Aufklärung, wieder was gelernt.

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