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Folge 55: Sportstadt Hamburg?!

Massengeschnack Folge 55. Hier kann darüber diskutiert werden!

Ausnahmsweise mal geht es in dieser kleinen langen Folge rund ums Thema Sport. Dirk, Volker und Dean besprechen aktuelle Entwicklungen im Fußball sowie deren Übertragungswege, machen noch ein paar Exkurse in Richtung Eishockey, Basketball und auch die kommenden Olympischen Spiele kommen nicht zu kurz! P.S.: Kühne hält mehr Prozente als Volker!

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Aus den München Barons sind 2002 die Hamburg Freezers geworden, der Verein ist komplett nach Hamburg gezogen. Oder aus schwartau wurde der HSV Handball. Das gibt es im deutschen sport auch!

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Danke - mir war irgendwie so, dass die Freezers eigentlich eine „künstliche“ Mannschaft waren, hatte aber spontan da keine Quelle zu gefunden :slight_smile:

…und noch ne anmerkung 1968 hat sich die Nationalmannschaft nicht für die em in Italien qualifiziert

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Ich suche mir neue Experten. :rofl:

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Das stimmt, ist mir entfallen. Nichtsdestotrotz ist diese Form des Franchisings in Deutschland (soweit ich weiß) dennoch bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie in den USA. Bei denen ist es ja wirklich mal ein Wunder, sollte ein Verein wirklich ein Verein sein und sich selbst gehören.

Im Eishockey leider schon. Seit die DEL die alte Bundesliga als höchste Spielklasse abgelöst hat, ist Franchising bei deutschen Eishockeyklubs normal. Man erkennt es leider auch an den „amerikanisierten“ Vereinsnamen. Früher spielten ja DEG, Kölner EHC, Hedos München und Preußen Berlin in der Bundesliga, jetzt müssen die ja immer Namenszusätze wie Eisbären, Starbulls oder eben Freezers tragen, wie das in Nordamerika üblich ist.

Die Hamburg Freezers sind nach erfolgreichen Jahren von der Anschutz Entertainment Group fallengelassen worden, weil diese noch zwei andere DEL-Klubs besaßen und ihr Engagement runterfahren wollten. Die sind knallhart nach Bilanzen gegangen und so mussten die Freezers dran glauben, weil sich kein Interessent fand, das Franchise zu übernehmen.

Umzüge von Vereinen gab es außer im US-Franchising -System übrigens auch im gegensätzlichsten System, was man sich vorstellen kann - im DDR-Sozialismus. In den 50er Jahren forderte der SED-Bezirskvorsitzende einen Oberliga-Fußballklub für den Bezirk Rostock, weil diese nicht in der Liga vertreten waren. Da der Bezirk Karl-Marx-Stadt überrepräsentiert war, wurde kurzerhand die BSG Empor Lauter aus dem Erzgebirge zu SC Empor Rostock, dem Vorläufer von Hansa Rostock.

Man kann sich beim Vereinswappen mit der Hansa-Kogge eigentlich nur schwer vorstellen, dass der Klub eigentlich aus dem Erzgebirge kommt.

Das ist im Moment noch richtig, allerdings hätte ich Anfang der 90er auch nicht gedacht, dass ein österreichischer Hersteller von ekelhaft süßer Plörre mal die Lizenz des Fußball -Viertligisten SSV Markranstädt kauft und um die 2020er herum um die Meisterschaft mitspielt. Die deutsche wohlgemerkt.

Das stimmt wohl. Wenigstens dürfen sich Klubs hierzulande aber noch nicht nach ihren Sponsoren benennen, das hatte ja in den 70ern Günter Mast vergeblich versucht, als er Eintracht Braunschweig in SV Jägermeister umbenennen wollte.

In Österreich ist dieses Namenssponsoring hingegen seit Jahren üblich. Red Bull Salzburg heißt da ja offiziell so und hieß vorher auch schon Casino Salzburg (ursprünglich hieß der Verein mal Austria). Und der FC Tirol Innsbruck hieß auch zeitweilig schon Wacker und Swarowski Innsbruck.

So schlimm wird es hier hoffentlich nicht auch noch kommen.

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Was wäre daran schlimm, wenn die Kommerzialisierung auch im Namen repräsentiert wäre?

Wenn es doch eh jeder weiß, wer dahinter steckt und dafür extra eine bescheuerte Wortschöpfung wie „RasenBallsport“ (so heißt übrigens in ganz Deutschland KEIN EINZIGER anderer Verein) erschaffen wird, ist das doch gehupft wie gesprungen meiner Meinung nach. RasenBallsport Leipzig klingt fast noch idiotischer als „ratiopharm Ulm“ oder „EWE Baskets Oldenburg“, um mal die Brücke vom Eishockey und Fußball zum Basketball zu schlagen.

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Zumal man zum Spiel dann in die „Allianz Arena“ oder den „Signal Iduna“ Park geht.

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Bezogen auf den RB Leipzig ist dies sicherlich richtig. Aber als Traditionalist bin ich heilfroh, dass Eintracht Braunschweig sich nicht SV Jägermeister nennen durfte und auch sonst kein Traditionsname durch einen Sponsor getilgt werden kann.

Wir sprachen da doch aber in erster Linie über die WM-Qualifikation.
(versucht sich rauszureden :grimacing:)

Dann gibt es halt noch mehr von dieser Sorte hier (mein Favorit unter den absurden Teamnamen) :stuck_out_tongue:

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Da muss die „Vereins“-Führung halt abwägen, wie scheiße man für Kohle sein will. Klappt bei Spielertransfers und anderen Entscheidungen ja auch :slight_smile:

Zum Thema Tradition habe ich das Gefühl, dass die DFL so authentisch ist, wie eine Skihütte in Ischgl.

Und mittlerweile sogar ins „wohninvest Weserstadion“. Da blutet mir als Werder-Fan immer das Herz, wenn ich das höre oder lese…:scream: das mit den Stadionnamen treibt ja auch immer absurdere Blüten, wenn ich da z.B. an die „Schauinsland-Reisen-Arena“ in Duisburg denke…

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Stünde diese in Freiburg, hätte das in der Tat mehr Charme.

Aber was ist jetzt die Lösung? Sollte sich Werder Bremen jetzt in SV Wiesenhof umbenennen dürfen? Wäre das dann besser?

Das schönste Stadion ist immer noch das vom VFB Stuttgart. War dort mal bei einer VIP Party und ich kann nur sagen, die hauen das Geld raus als wäre es Müll :D. Direkt neben dem Stadion gibt es auch ein griechisches Restaurant (falls es das noch gibt!) das extrem lecker ist.

Von vor 80 Jahren hiess dieses Stadion Adolf Hitler Kampfbahn und inzwischen ist es zu dem glorreichen Namen Mercedes-Benz Arena gekommen, was auch viel viel besser klingt. Namen von alten Arschgeigen mag ich nicht.

Vor ca. 25 Jahren war da auch mal die Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die ich höchstpersönlich besucht habe. Der Bundesliga/2. Liga Fussball interessiert mich eigentlich nicht wirklich.

Ach du Schande, bloß das nicht!! :scream: zumindest im Falle von Werder Bremen muss ich das strikt ablehnen. Ich denke aber, dass das irgendwann kommen wird, so wie das in anderen Sportarten wie gesagt ja schon Gang und gäbe ist. Im Falle von Werder glaube ich aber, dass die Verantwortlichen genau um den damit verbundenen Imageschaden und damit einhergehenden Fanprotest- und verlust wissen, zumindest was Wiesenhof angeht. Ich persönlich habe mir wegen diesem Trikotsponsor seit Jahren kein Trikot mehr gekauft, obwohl frühere Sponsoren wie die DBV oder die Targobank auch nicht wesentlich sympathischer sind. Ich bezog mich ja aber ursprünglich auf RB Leipzig, wo ich es einfach Etikettenschwindel finde. Zumal eh jeder Red Bull Leipzig sagt. Das ist aber auch ein besonderes Konstrukt, für das man die Lizenzierungsauflagen der DFL, sagen wir mal, sehr großzügig ausgelegt hat. Ob das überhaupt ein Fußballverein ist, ist in dem Fall schon eine durchaus diskussionswürdige Frage. Aber das führt zu weit… :wink:

Ja, da sind wir uns einig. Mir ist natürlich auch klar, dass der Fußball immer mehr kommerzialisiert wird, und ich fremdle damit ebenso wie Du.

Das Rad der Zeit zurückdrehen kann leider niemand mehr, aber ich bin froh, dass wenigstens die Vereinsnamen der (etablierten) Vereine nicht käuflich sind wie eben in Österreich und teilweise auch in Frankreich (zumindest gab es dort in der Vergangenheit mal Umbenennungen nach Sponsoren).

Was die Stadien angeht, gab es ja hier in Hamburg einen Lichtblick, dort ist das Volksparkstadion durch entsprechenden Druck der Fans ja auch wieder zum Volksparkstadion geworden. Ist aber leider eher Ausnahme aus Regel in der heutigen Zeit.