Christian, fängst Du schon an, Gespenster zu sehen?
Ich kann – nein, ich will – mir nicht vorstellen, dass „Der Räuber Hotzenplotz“ u.a. gewählt wurde, um Euch eins reinzudrücken. Zumindest war das nicht meine Motivation und da hätte es in der Liste auch einen viel geeigneteren Kandidaten gegeben, gell, Wilhelm? 
Ich mag den ersten Hotzenplotz. Sehr gern sogar. Manche Eurer Kritikpunkte sind nicht von der Hand zu weisen, vor allem das Makeup. Meine Theorie ist, dass es sich hier eigentlich um einen Mann vom Theater handelt. Zumindest ist Hotzenplotz die einzige Filmarbeit von Reiner Pohl, und wenn es sich nicht um einen großen Zufall mit einem Namensvetter handelt, dann findet man tatsächlich bis Anfang der 90er einige Einträge zu Theaterproduktionen. Während das Makeup im Theater aufgrund der Entfernung zur Bühne halt durchgeht, ist das im Film fatal. Was mich allerdings schon als Kind viel mehr gestört hat, ist, dass der Film komplett ohne Ton gedreht wurde und fast alle Kinder (allesamt Laiendarsteller, die aus dem Drehort Wolframs Eschenbach stammen) nachträglich von Frauen synchronisiert wurden. Und das merkt man massiv.
Das ist aber alles, was ich zu meckern habe. Gert Fröbe finde ich sensationell, Meinrad sowieso. Gerhard Acktun wird immer mein Seppel sein, egal wie oft sie das verfilmen, allein wegen der ansteckenden Lache. Die Szene mit der Pfefferpistole ist einer meiner ersten Jump Scares der Filmgeschichte. Und ich finde, man sollte Rainer Basedow noch erwähnen, jahrelanges Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft (und u.a. die deutsche Stimme von John Belushi in „Blues Brothers“), dem als Dimpfelmoser keiner seiner Nachfolger das Wasser reichen kann.
Zum neuen Hotzenplotz: Hab ich (genauso wie die Armin-Rohde-Version) nie fertig gesehen. Da war ich raus, als Hotzenplotz mit der Pfefferpistole nur noch in die Luft geschossen hat (kann man ja nicht mehr machen, auf ein Kind zu zielen) und die schlechten CGI-Pfefferkörner (so viel zum Thema Effekte) langsam runtergesunken sind, so dass der arme Seppel ein bisschen husten musste.
Und zum Schluss noch: Ich hab im Sebastian-Gedenkthread schon kurz davon erzählt, dass ich mich mit ihm bei der MG-Tour in München ein bisschen unterhalten habe und dabei auch die TV Fassung vom Hotzenplotz angesprochen hab. Er wusste nichts davon und wollte gerne über seine Social-Media-Kanäle einen Aufruf starten, ob da jemand noch die TV-Aufzeichnung hat. Leider ist es nicht dazu gekommen. Er hatte mich zwar gebeten, ihn nochmal daran zu erinnern, falls er es vergisst, aber das war unmittelbar bevor er angefangen hat zu streamen (in seiner letzten Mail hat er sogar erwähnt, dass er damit jetzt anfängt), und das ging dann ja dermaßen schnell durch die Decke, dass ich ihn deswegen auch nicht mehr nerven wollte.
Wie auch immer, hier ist die Mail, die ich ihm damals geschrieben habe, mit allen Infos zur Langfassung, an die ich mich noch erinnern kann. Für die zwei Leute, die das vielleicht interessiert. 
Hi Sebastian,
evtl. kannst Du Dich erinnern, wir haben auf dem MG Tourtermin in München kurz gequatscht und Du hattest mich gebeten, Dir eine Mail zu schreiben und Dich an die Langfassung von Räuber Hotzenplotz zu erinnern.
Kurz zusammengefasst: Neben der Kinofassung gab es noch eine vierteilige TV Version des Films, die u.a. mal im ZDF Ferienprogramm gezeigt wurde. In diese Version wurden - wahrscheinlich um die Laufzeit auf ca. 4x30min. inkl. Nachspann zu bekommen - einige Szenen wieder eingefügt, die in der Kinofassung nicht zu sehen waren. Laut Fernsehserien.de war die deutsche TV-Premiere am 01.05.1978, aber sie muss auf jeden Fall 1982 oder später nochmal wiederholt worden sein, denn ich hatte sie mal selbst auf VHS und unseren ersten Videorekorder bekamen wir erst 1982.
Die Szenen, an die ich mich noch erinnern kann:
- eine zusätzliche Einstellung am Anfang von Folge 2, in der Hotzenplotz die Holzkiste durch den Wald schleppt.
- ebenfalls in Folge 2 ist die Szene länger, in der Hotzenplotz Kasperl fängt, aus der Grube befreit und in den Sack steckt. In der Kinoversion kommt sofort ein Schnitt und Hotzenplotz trägt Kasperl in die Höhle. In der TV Fassung schafft es Kasperl, sich nochmal loszureißen nachdem Hotzenplotz ihn in den Sack gesteckt hat. Darauf rollt Kasperl im Sack den Berg runter, Hotzenplotz läuft hinterher und fängt ihn unten wieder ein. Die Szene war sogar recht aufwändig gedreht mit einem POV Shot als Kasperl den Berg runterrollt, so dass die Kamera sich hier mehrfach mit um die eigene Achse dreht.
- eine zusätzliche Szene in Folge 3, in der Dimpfelmoser den Leiterwagen, mit dem Kasperl und Seppel die Holzkiste transportiert haben, im Graben findet und sicherstellt. In der Kinofassung fehlt die Szene komplett und man sieht nur, wie er den leeren Wagen zurück in den Ort zieht.
Es ist möglich, dass noch mehr Szenen und Einstellungen wieder eingefügt wurden, aber das sind die einzigen, an die ich mich noch erinnern kann. 
Wenn Du magst, kannst Du ja mal Deine Fühler ausstrecken, ob es noch jemand da draußen gibt, der das mal aufgenommen hat. Meine Videokassetten sind leider alle den diversen Generationswechseln an Heimkinomedien zum Opfer gefallen.
LG,
Sam