Folge 49: Ken Jebsen

Naja das mit dem Whataboutism ist so eine Sache. Das liegt ja auch zum Teil daran, dass bei einigen Themen deutlich kritischer hingeschaut wird als bei anderen. Und die Reaktion darauf dann als Whataboutism wegzureden ist schwierig.
Wenn Medienanstalten unausgewogen berichten dann ist das wie eine Vorlage.
Bei Russland sind alle superkritisch, pipeline soll nicht gebaut werden und was nicht alles.
An Saudi Arabien verkaufen wir Waffen und nehmen gerne das Öl.
Das ist ein klares Ungleichgewicht im Handeln und in der Berichterstattung.
Liegt daran, dass nicht das Kriterium „Demokratie“ angelegt wird woher wir unsere Rohstoffe beziehen.
Gerade die ÖR verklären das aber und das ist dann eben eine Vorlage für die Kritiker.

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Mir ist aufgefallen, dass in Kens „Redeschwall“ erst alles Mögliche (falsche siehe @Jutsch80 Beitrag) gesagt wird und dann setzt er am Ende ein Satz hin, welchen man zustimmen kann. Was @Fernsehkritiker dann auch getan hat („Da bin ich mit dir einer Meinung“ o.ä.). So bekommt Ken dann trotz Unfug Redens am Ende immer noch seine Bestätigung.

Holger hätte wenn Ken loslegt Quatsch zu erzählen nicht so freundlich/höflich sein und ihn „ausreden“ lassen sollen, sondern laut/energisch „STOP!“ dazwischen rufen müssen um wirklich einen Punkt nach einander abzuarbeiten.

Sollte noch ein zweites Interview zustande kommen, wäre ein „Punkt für Punkt“-Faktencheck des ersten mit ihm nicht schlecht.

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Als Beispiel für Personen, die mit Personen anderer Weltanschauung keinen Diskurs suchen.
Weiterhin als Personen, die mit „Kontaktschuld“ argumentieren.
Das wurde ja inzwischen recht deutlich.

Richtig - und man darf nie mit dem Anspruch rein gehen alles debunken zu wollen bzw. dadurch den Gesprächspartner „vom Gegenteil“ überzeugen zu wollen - das funktioniert so nicht.

Ich bin noch nicht ganz durch mit dem Video - einfach, weil ich mir dieses „Behauptungen-Dauerfeuer“ nicht am Stück ansehen kann…

„Analysieren“ wäre wohl das höflichere Wort.
Hätte das Holger so gemacht, dann würden wir das Video heute noch nicht haben und die kommenden Wochen auch nicht… Mal abgesehen davon, dass ich mit einer Verdoppelung der Sendungslänge rechnen würde. :wink:

Unterschreibe ich so - selbst die Schriftfarbe #FFFFFF wäre besser lesbar.

Man muss dazu fairerweise sagen, dass genau so die Wissenschaft arbeitet - und das grundsätzlich auch nicht verkehrt ist.

Die spannende Frage ist viel mehr wie ergebnisoffen man bei der Belegsuche ist.
Es macht halt einen Unterschied aus, ob man

  • Belege dafür sucht, dass etwas so ist oder
  • Belege dafür sucht, ob etwas so ist.

Er sagte ja noch, dass er einen Campus betreiben wird und philosophieren möchte. Der wusste vielleicht wegen der Beobachtung vom VS?

hätte als hayali oder will oder plasberg keinen bock mit so einem quacksalber zu reden.

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Insgesamt doch sehr gutes Interview von Holger. An der ein oder anderen Stelle hätte er noch intensiver nachfragen sollen, aber weit entfernt von „Bühne bieten“.
Allerdings fehlt mir eine wichtige Sache!
Holger hätte unbedingt mal wegen dem Telegram Kanal, den Jebsen auch betreibt, nachhaken sollen. Jebsen pocht ja immer auf guten Journalismus. Aber auf dem Telegramkanal wird dort täglich von angeblichen Impftoten berichtet und völlig zusammenhangslose Videos von Menschen gezeigt die Krampfanfälle haben etc. mit dem Hinweis das dies wohl mit der Impfung zu tun hat.
Mich hätte interessiert ob Jebsen persönlich diese Dinge da raushaut oder ob das Leute von ihm sind. Aber auch dann findet es ja unter seinem Namen statt. Der Kanal heißt schließlich Ken Jebsen. Und was er darüber denkt, wenn das seine Leute unter seinem Namen dort posten. Also das hätte man auf jeden Fall erörtern sollen!

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Es ist alles eingetreten, was man von dem Interview erwarten konnte: Jebsen durfte seinen Müll loswerden, seine Fans feiern das Gespräch, machen sich hier und in den YouTube-Kommentaren breit, um seinen Schwachsinn zu verharmlosen und Holger redet sich alles schön. Hätte man das vorher wissen können? Nein, man hätte es vorher wissen müssen.

Ich habe über die 13 Jahre, in denen ich FKTV bzw. MG nun verfolge, viele Formate und Protagonisten ins Herz geschlossen. Seit einigen Monaten fühle ich mich aber zunehmend unwohl, weil es mehr und mehr Beiträge gibt, bei denen ich nur noch den Kopf schütteln kann, und die ein Publikum anziehen, in dem ich mich nicht repräsentiert sehe. Ja, auch ich möchte mich mittlerweile von Teilen des Programms bzw. der Formate Mediatheke, Veto, Betreutes Gucken und MG Direkt distanzieren und lasse mein Abo daher erst mal ruhen. Diese Veto-Ausgabe ist nicht der Grund, sie ist ein Grund.

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Es mag sein, dass er nur vorgibt, nichts von manchen erwähnten Vorfällen zu wissen; aber das ist durchaus legitim. Er will meines Erachtens damit erreichen, dass er nicht zu Personen befragt und für fremde Aussagen in Haftung genommen wird, mit denen er nichts zu tun hat.

Die von Holger angesprochene Aussage der jungen Frau, die erwähnte, dass sie sich in ihrer eigenen Situation an Anne Frank erinnert habe, halte ich zum Beispiel für in Ordnung. Sie ist nur dadurch problematisch, weil sie sofort missverstanden und überinterpretiert wurde und dies voraussehbar war. So gesehen, halte ich diese Aussage für naiv oder ungeschickt, aber nicht mehr.

Warum soll sich Ken Jebsen aber dazu äußern? Muss er zu jeder ungeschickten und manchem verdächtig erscheinenden Äußerung anderer Personen, die er teilweise nie getroffen hat, Stellung beziehen? Ich denke, er verneint das prinzipiell und hat deswegen jede Stellungnahme zu solchen Äußerungen und eventuell problematischen Verhaltensweisen anderer abgeblockt, indem er vorgab, überhaupt nichts darüber zu wissen.

Er will sich nicht detailliert und ausführlich mit allen diesen Leuten und allen fragwürdigen bis dummen Handlungen mancher anderer Personen beschäftigen, was ihm aufgezwungen würde, wenn er zu jeder dieser Geschehnisse oder Personen Stellung bezöge.

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Ich fand das Interview in Ordnung, sicher keine Sternstunde des Journalismus, aber auch kein Fehler, das zu machen.
Ich hatte mich vorher nie mit Ken Jepsen beschäftigt und denke, ihn aufgrund des Interviews jetzt ganz gut einschätzen zu können.

Dass seine Anhänger das Interview feiern, ist klar, es war nicht zu erwarten, dass Holger Jepsen dadurch entzaubern könnte und sich dann alle enttäuscht von ihm abwenden. Das würde selbst beim bestmöglichen Interview nicht passieren.

Sein rhetorisches Agieren haben ja einige hier schon analysiert, ich fand das auch sehr offensichtlich, wie er Fragen häufig nicht beantwortet hat, Whataboutismen gebracht hat, von der konkreten Frage auf einen Allgemeinplatz übergegangen ist, dem jeder zustimmen kann. (Allgemein hat er häufig versucht sich Holger anzubiedern, was dieser - wohl um das Gesprächsklima aufrechtzuerhalten - dann oft auch angenommen hat. Das wäre mein Hauptkritikpunkt.)
Jedenfalls verfängt diese Art wohl bei manchen, die hätten aber auch sonst massenweise Material im Netz gefunden mit ihm, da verursacht Holgers Interview in dem Sinne keinen zusätzlichen „Schaden“. Wer über MG zum Interview kommt, dürfte Jepsen ohnehin tendenziell kritisch gegenüber stehen, aus dieser Position sieht man die erwähnten Tricks.
Wer von Jepsen kommt - siehe oben.

Für mich ist durch das Interview klargeworden, dass Jepsen im Grunde hauptsächlich heiße Luft anzubieten hat, wenig echte Substanz oder Aussagen, mit denen man sich näher beschäftigen müsste.
Von daher fand ich es letztlich recht aufschlussreich.

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Hast du da ein konkretes Beispiel?

Ich fand es ehrlich gesagt ganz angenehm, dass das Interview nicht mit grimmigem Blick und scharfer Stimme geführt wurde.
Das wirkt vielfach doch auch einfach aufgesetzt.
Man kann auch sehr gut kritische Fragen mit nem Lächeln im Gesicht stellen. Das hat doch dann nichts mit Anbiederung zu tun.

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Das Like zu Dislike Verhältnis spricht für sich (YouTube)

Ansonsten beobachte ich hier mal wieder das typische. Man greift sich einzelne Aussagen heraus, stellt diese als unwahr hin (sind diese vielleicht ja auch) und suggeriert, das ALLE Aussagen für die Tonne sein.

Dieses Verhalten ist auch ein neues, welches sich in „Kontaktschuld“ etc. einreiht.

Man macht es sich eben neuerdings so leicht wie es nur geht.

Der Höhepunkt ist dieses „Bühne bieten“ bla bla bla

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Konkrete Beispiele müsste ich nochmal raussuchen, was mir spontan einfällt ist die Stelle, wo er meinte Holger könne ja in seinem geplanten Campus einen Vortrag halten.
Allgemein halt, wenn er Aussagen gemacht hat, bei denen er wusste, dass Holger da auch zustimmt und Holger sagte: „Ja, das sehe ich genauso.“
Ist beides jetzt nicht so schlimm, aber ein bisschen konfrontativer hätte es halt schon sein können.
Ist Geschmackssache.

Das sind die Wurzeln von „Kontaktschuld“-Denken.

Mal abgesehen von der widersprüchlichen Annahme, dass ein Publikum irgendwas „repräsentieren“ sollte. Diese Aussage „repräsentiert“ schon ein sehr großes Schubladendenken, mit dem alle Zuschauer über einen Kamm geschert werden.

Sehr schön zusammen gefasst.
Aber mal ehrlich: Ich hätte es auch nicht anders erwartet.
Wenn man richtiges Debunking hätte betreiben wollen hätte man Herrn Jebsen zig mal im Satz unterbrechen müssen um Belege/Quellen anzufordern. :ugly:

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Nun, ich dagegen habe so etwa seit 2015 jede Menge Interviews bei Kenfm im Gespräch gesehen. Und ganz ehrlich: Das war für mich schlicht und einfach teils gute Unterhaltung, teils hoch interessant und teils kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. (je nach Gast halt!) Aber auch das hat mich ehr amüsiert. Ich sehe absolut nicht, weshalb der Typ irgendwie „gefährlich“ oder sonstwas sein soll. Ich sehe es wie Dirk Pohlmann, der seine Sendung „Im Gespräch“ mit Günter Gaus verglichen hat. Das waren einfach interessante Plaudereien. Z.B. mit dem Buback-Sohn oder mit Eugen Drewermann. Auch Jean Ziegler hatte Jebsen mal interviewt! Und der ist ja wohl alles andere als rechts. :wink:
Also ehrlich, ich verstehe die Aufregung um den Typen absolut nicht und finde viele Bewertungen hier sehr empfindlich und überreizt…
Problematisch finde ich bei Jebsen tatsächlich die Haltung zu Covid/Impfungen usw. Und auch die Aussagen über Gates und co. Was für ein Interesse sollte der Typ eigentlich noch daran haben, Kohle zu machen? Der schwimmt doch in Geld. Und eigentlich kann man doch froh sein, dass da so ein reicher Knilch angelatscht kommt und sich dafür einsetzt, dass eine Pandemie bekämpft wird! aber egal.
Und auch diese Runden mit Ganser, Bröckers und co. fand ich problematisch. Bei denen ist im Grunde JEDER Anschlag, der irgendwo passierte, einer unter „falscher Flagge“. Und dann dieses ewige Gerede über WTC7… Nun ja, aber sonst wüße ich nicht, warum man Jebsen irgendwo „rechts“ einordnet oder gar Antisemit nennt. Das ist nun wirklich Blödsinn! Und Jutta Ditfurth (die ich mal klasse fand und von der ich einige Bücher gelesen habe) übertreibt da doch gewaltig! bzw. ist die Frau so dermaßen empfindlich. Mir ist das unverständlich. Egal, ich fand das Interview hier jedenfalls absolut in Ordnung!

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Du hast keinen Anspruch darauf, dass deine Meinung und deine Weltanschauung von mir repräsentiert wird - wie auch niemand anders dies hat. Ich habe es immer als Bereicherung empfunden, dass unser Publikum sehr heterogen ist und eben nicht nur einer Bubble angehört. Leider gibt es Leute, die meinen, nur wenn ihre eigene Weltsicht bestätigt würde, dann wäre das seriös. Aber das ist natürlich eine absurde Vorstellung von Berichterstattung.

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Mir geht es gar nicht um den direkten Inhalt des Jebsen-Interviews, sondern um seine Stilmittel. Die anschließende Diskussion und die dazugehörigen rhetorischen Fähigkeiten wären übrigens auch ein Thema für die Mediathek. Daher ist es auch nicht so wichtig, ob jeder Punkt zu 100% abgearbeitet wurde. Jebsen ist, wie hier schon gemerkt, unfassbar schnell, wirkt getrieben, damit er zahlreiche Argumente unterbringen kann, die man aufgrund der Schnelligkeit kaum widerlegen kann.

Hat dich Jebsens Antwort auf deine Frage nach seinen jüdischen Wurzeln eigentlich wirklich überzeugt? Er spricht über seine Iranische Großfamilie, wo bei Geburtstagen mehr als 600 Leute kommen sollen, und seine alteingesessene Hamburger Jebsen-Familie, die ursprünglich aus Skandinavien käme, und „Sitze“ in Südamerika, Hongkong und Israel habe. Dadurch habe er „in jeder großen Religion letztendlich Verwandte“.

Also wenn man so zählt, dann trifft das vermutlich auf jeden hier zu. Auf alle Fälle belegt es keine Wurzeln. Meine Eltern sind Katholiken, meine Großeltern sind Katholiken, ich habe Cousins die Evangelen sind - dadurch habe ich aber noch lange keine evangelischen Wurzeln. Und es spricht mich auch von keinem Vorwurf frei.

Trotzdem hast du das aber nach dem Interview bei MG-Direkt als Fakt dargestellt, Jebsen habe jüdische Wurzeln.

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Da ich weder die Möglichkeit noch die Absicht habe in seiner Familiengeschichte herumzukramen muss ich das erstmal so akzeptieren, wenn er mir das sagt. Was gibt dir das Recht, dies zu bestreiten?

Im Übrigen ist der Punkt mit den unzähligen Interviews zum Thema Holocaust (und das ist ja nun wirklich belegt und nachweisbar) für mich auch der gewichtigere.

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Es geht nicht um kramen, es geht darum, dass nach Jebsens eigener Aussage die Behauptung jüdischer Wurzeln verworfen werden kann.

kritischer Sachverstand. Dass du diese Frage stellst, erklärt warum dieser dem Interview weitestgehend abgeht.

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Nein, das sehe ich nicht so. Er hat im Grunde gesagt, dass er eine riesige Familie hat, in der ALLE Religionen vorkommen - also auch die jüdische. Was ist daran jetzt nicht zu verstehen?
Ob das stimmt ist eine andere Frage - aber wie gesagt: In dem Moment habe ich das erstmal so hinzunehmen. Im Übrigen war dieser Punkt, wie gesagt, eine Nebensächlichkeit im Interview.

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