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Folge 48: Libertarismus - Gast: Max Remke, "Der andere Rebell"

Veto Folge 48. Hier kann darüber diskutiert werden!

Die totale Freiheit ohne staatliche Bevormundungen? Würde das wirklich funktionieren oder nicht erst recht zur Anarchie führen? Max Remke, auf YouTube als „Der andere Rebell“ bekannt, wirbt schon länger für das Modell des Libertarismus, also dem radikalen Abbau des Staates. Motto: Wenn jeder an sich denkt, sind alle versorgt.

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Ich weiß, hat nichts mit dem Inhalt zu tun und geht vermutlich nur mir so -
aber irgendwie erinnert mich Max Remke entfernt an den frühen Drachenlord Rainer Winkler,
der sich damals oft um Kopf und Kragen geredet hat und dabei auch völlig von sich überzeugt war. :wink:

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1:47 und schon kapiert, dass dies ein Utopia für Egoisten und Einzelgänger ist. :man_shrugging:

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Ein Utopia welches die Abschaffung des Sozialstaats zur Folge hätte.

Ich bin bei 18 Minuten und kann bislang nur mit dem Kopf schütteln bei solch einem Weltbild.

Edit: Argh (22-23 Minuten)! „Leute, die Pech haben“ sollen angewiesen sein auf „Charity“! Na, wie nett dass die Wohlhabenden freiwillig was abgeben, um für die Schwachen zu sorgen. Dann müssen die aber auch artig „Danke!“ sagen! Und das ist dann auch „würdevoller für die Leistungsempfänger“, weil es kein Recht ist das sie hätten sondern sie selber „einen Anspruch an sich haben müssen um es zu kriegen“.
Und dann faselt der noch was von Moral! Ich könnte…

Ich reg mich jetzt schon auf, mal sehen ob ich es bis zum Ende schaffe! :laughing:

Edit 2: (54 Minuten) Die Ausländer, die nach Deutschland kommen sind alle Schmarotzer die nur in unseren Sozialstaat ausnutzen wollen. Aha! Von welchen Seiten hört man das noch?

Edit 3: (Schluss) Ich habe es bis zum Ende geschafft. Zum Schluss hat er mich noch umgehauen mit seinem dümmlichen Geschwafel zum Klimawandel und Umweltschutz. Anstatt den Unternehmen also direkt zu untersagen den nächsten Fluss zu vergiften, sollen diese das erst mal schön machen und die Betroffenen holen sich dann finanzielle (natürlich!) Entschädigung für ihre verhunzte Gesundheit durch eine Sammelklage. Klingt toll! :unamused:

Ich habe mich schon lange nicht mehr einer MG-Sendung so aufgeregt. Würde ich Alkohol trinken, müsste ich jetzt erst mal ein Schnäppschen zur Beruhigung trinken. Na egal, geht auch so.

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Da bin ich ganz bei dir.

Das Weltbild von Max Remke basiert ja darauf, dass alle Menschen im Sinne der Gemeinschaft handeln. Dem ist schlichtweg nicht so. Es gibt viel zu viele Menschen, die Andere ausnutzen, um ihren Vorteil daraus zu ziehen (ich spreche aus Erfahrung) und das sieht er schlichtweg nicht. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder das machen kann, was er will?

Und am Beispiel Wohnraum sehen wir ja aktuell wie schwierig es ist, bezahlbare Wohnungen / Häuser zu finden. Wenn ich mir meine Schwester angucke, die mit Mann und drei Kindern - obwohl beide gut verdienen - schon seit Monaten versucht eine neue Wohnung zu finden und kläglich scheitert, weiß man woran man ist.

Edit: Holger, ich finde es sehr gut, dass du ihn zum Teil einfach hast reden lassen, wodurch klar wurde, dass seine Vorstellungen nicht umsetzbar sind, und auch durch dein Nachfragen, wodurch er in Erklärungsnot kam. Sehr gut :orange_heart:

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Siehste, und genau da wirst du unehrlich. Denn Max Remke hat weder gesagt, dass dies auf „alle“ Ausländer zutrifft, noch hat er diese Menschen als „Schmarotzer“ bezeichnet. Er äußerte sogar Verständnis für diese Motivation und sagte, dass lediglich oft die Anreize für Arbeit fehlen.

Kannst du denn faktisch belegen, dass die Motivation durch den Sozialstaat in der Migration wirklich überhaupt keine Rolle spielt? Oder sprechen da nur deine Fühlis aus dir und du willst es schlichtweg nicht wahrhaben? Wie würdest du dann die Ergebnisse dieser Studie aus Dänemark erklären:

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Wie kann man eigentlich eine Partei gründen und wählen, deren Ziel es ist, dass sie gar nicht notwendig ist und man sie deswegen nicht gründen und wählen kann?

Man nutzt also die Vorzüge eines Systems, um das System dahingehend zu ändern, dass man diese Vorzüge gar nicht mehr hat.

Keine Ahnung, aber das klingt nicht grad sehr überzeugend. Zumal, selbst wenn es eine Partei geben würde, die diese Ziele umsetzt und an die Macht kommt, dann stülpt man seine Ideen zwangsweise Leuten über, die das gar nicht wollen.

Was ich an dieser Utopie des Liberatismus ja so interessant finde ist, dass die Anhaenger dieses Systems so tuen als ob unser momentanes politisches System so unfassbar schlimm und untertraeglich sei, dass es einer derart radikalen Kursaenderung beduerfte. Als ob momentan alles drunter und drueber gehen wuerde.

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Wo hat Remke denn so „getuen“? :relaxed: Welche seiner Sätze beschrieben dieses „drunter und drüber“?

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Ok, bei den Beiträgen hier bin ich mir sicher, dass ich nicht zu Ende schauen muss. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Max Remke wirkt auf mich, wie jemand der frisch sein Studium beendet hat, aus privilegiertem Hause stammt und noch nicht viel von der Welt gesehen zuhaben scheint.
Er erwähnt am Anfang zwar oft die USA als ein mögliches positives Beispiel, aber irgendwie scheint er noch nicht zu wissen das auch dort Dinge wie der Arbeitsmarkt stark reguliert sind. Viele Bundesstaaten haben Mindestlohn, Arbeitgeber müssen Vollzeitbeschäftigte krankenversichern. Kalifornien hat mit die strengsten Abgaswerte für Autos (Außer CO2) und die Hersteller feiern das garantiert nicht. Nicht umsonst hat VW in den USA am meisten finanziell bluten müssen für ihre manipulierten Diesel.

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…ausschließlich im Zusammenhang mit Charity.

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Max Remke will sowas wie Rapture, falls das einer kennt.
Zwar ohne Gensplicing und Little Sisters, aber sonst eben Rapture.
Und: Bei nur ca 500 Abonnenten müsste Max - wenn er die eigene Ideologie ernst nimmt - merken, dass sein „Produkt“ (= seine Wirtschaftsordnung) kaum einer haben will…

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Es ist nicht „sein“ Produkt. Er hat sich das nicht ausgedacht. Anhänger des Libertarismus gibt es weltweit. In einem Bürokratiefetischistenland wie dem unserem naturgemäß weniger.

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Ich weiss, dass der Libertarismus schon von Ende des 19. /erste Hälfte 20. Jahrhunderts aufkam, von Leuten wie von Hayek, Ayn Rand, Ludwig von Mises usw.
Mir fehlt nur die Konsequenz: Liberty Rising kennt keiner, die Youtube-Videos werden kaum nachgefragt - also Max, sei ein guter Marktwirtschaftler, lass es sein.

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Das ist doch völliger Unsinn. :sweat_smile: Anders als bspw. die GEZ, die auch ein großer Teil der Leute nicht mehr will, ziehen die Libertarier niemandem Geld aus der Tasche, um ihr Produkt künstlich am Leben zu erhalten. Sie tragen sich selbst. Solange ihre bisherigen Unterstützerzahlen dafür ausreichend sind, ist das Produkt kein Flop. Die einzige Zahl, die du für deine alberne Schlussfolgerung heranziehen kannst, ist der gerade mal 6 Monate (!) junge Youtube-Kanal einer Einzelperson. Sehr überzeugend. :yawning_face:

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Vielleicht bekommt Max nach der Sendung mehr Reichweite :grin: - allerdings gibt es keinen freien Ausschnitt auf dem MG-Youtube-Kanal.
Aber Holgers Worte am Ende stimmen, Libertarismus ist derzeit nicht angesagt. Wenn das so ein zündender Gedanke wäre, würde er viel mehr Zulauf haben - Ich denke die meisten wollen einfach nicht in so einer Gesellschaft leben, wo Solidarität nur Charity ist.

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Tjoa, aber man hat eben auch wirklich nur sehr schwache Argumente, wenn man sich allein auf die Zahlen eines gerade mal 6 Monate bestehenden YT-Kanals stützen muss. Mehr fällt dir dazu wohl tatsächlich nicht ein. :wink: Ob die Menschen hierzulande in der Gesellschaft leben, in der sie leben wollen, ist wiederum eine ganz andere Frage. Die meisten Menschen nehmen die Gesellschaft, in die sie hineingeboren wurden, schlichtweg als gegeben hin. Deiner Logik nach müsste ja auch die DDR immer noch existieren, denn die Bürgerrechtsbewegung, die damals den Anstoß zur Wiedervereinigung gegeben hat, bestand lange Zeit nur aus einem relativ winzigen Grüppchen von Menschen. Historisch betrachtet, kann sich sowas aber jederzeit schlagartig ändern.

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Jetzt musste ich mir wegen dir dieses Geschwurbel noch mal anhören. Er sprach wie folgt:

Weil wir aktuell noch diesen riesigen Sozialstaat haben und der lädt natürlich - ermutigt eher nicht die moralischen Eigenschaften die wir uns von Menschen wünschen. Er lädt natürlich Leute ein, die quasi das Geld mitnehmen wollen einfach weil sie hier selbst auf geringen Sozialleistungen höheres Einkommen haben als in ihren Heimatländern. Das finde ich nicht mal übermäßig moralisch verwerflich, man kann das verstehen. Wenn ich jetzt unglaublich arm bin und in irgendeinem Land, bspw. in Afrika oder Syrien sitze und es mir da schlecht geht – warum sollte ich nicht versuchen in ein Land zu kommen wo ich quasi ohne eine entsprechende Gegenleistung bringen kann sehr, sehr gut finanziert bin, das ist zutiefst verständlich. Aber es sorgt halt dafür das es… das die Migrationsbewegung auch sehr, sehr stark Leute anzieht die nicht unbedingt arbeitsmotiviert sind.

Klingt für mich wie: Unser Sozialstaat zieht Schmarotzer an. Sehr, sehr sogar!

Nein, habe ich auch nie behauptet.

Nun, im Gegensatz zu Herrn Remke verfüge ich noch über Mitgefühl. Bei ihm ist das ja finanziell nicht möglich. Kostet nur Geld.

Und das ist auch gut so!

Okay, du weichst zwar komplett der dänischen Studie aus, hast aber immerhin bestätigt, dass Remke weder das von dir gewählte Wort „alle“ noch „Schmarotzer“ verwendet hat.

Grundsätzliche Frage: Siehst du Kapitalismus eher kritisch oder stehst du voll dahinter?

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Der kommt nächste Woche nach - wir dürfen leider derzeit nicht :roll_eyes:

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