Folge 471: Filme über den Zweiten Weltkrieg

Pantoffelkino Folge 471. Hier kann darüber diskutiert werden!

In diesem Monat jährt sich zum 80. Mal das (aus europäischer Sicht) Ende des Zweiten Weltkriegs. Darüber gibt es bekanntermaßen unzählige Filme. Anna, Volker und Holger haben bewusst Filme ausgewählt, die unterschiedliche Perspektiven auf das Thema haben. Neben britischer und amerikanischer Sicht ist auch ein deutscher Film auf der Liste und ein preisgekröntes Werk aus Russland.

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Ich hätte eigentlich the longest day’ erwartet, ein monumentaler Film über die Landung in der Normandie.
Da find ich die s/w Kameraarbeit unglaublich beeindruckend.
Habt ihr schon mal ,Die Brücke von Bernhard Wicky besprochen?

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Ja, in Folge 15:

Ich hatte mal günstig die DVD von Stalag 17 erworben und ihn aber abgebrochen nach etwa 45. Minuten. Ich fand diese Albernheiten nervig und sonst langweilte er mich echt. Den von Anna erzählten Hintergrund kannte ich damals nicht aber trotzdem hätte der Film mich wohl genauso gelangweilt. Bei Billy Wilder Filmen hab ich leider ( bis auf sein Abschiedswerk Buddy Buddy ) immer Probleme bis zum Ende durchzuhalten.

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Bei den Zahlen zu den Verlusten der Achsenmächte in Stalingrad hat Holger die Zahlen durcheinander geworfen. Rund 100.000 deutsche Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft, und aus dieser kehrten nur rund 5.000 lebend zurück. An der Schlacht teilgenommen haben weitaus mehr deutsche und rumänische Soldaten.

Dass Hitler, obwohl die Schlacht nicht mehr zu gewinnen war, aus reinem Fanatismus ein Weiterkämpfen anordnete, ist nur die halbe Wahrheit. Die Stadt war zu 90% und westlich der Wolga fast vollständig genommen, als die Rote Armee in der Operation Uranus die weit überdehnten und vorrangig von nur sehr kampfschwachen rumänischen Kräften verteidigten Flanken des Frontbogens überrannte. Ab diesem Zeitpunkt, und das wusste die gesamte Wehrmachtsführung inklusive Hitler, ging es nicht mehr darum die Schlacht zu gewinnen, sondern nur noch darum, Schaden zu begrenzen und die Front zu stabilisieren. Die Generalität war mehrheitlich der Auffassung, den Kessel schnell aufbrechen zu können, darum wurden zu Beginn der Einkesselung auch kaum Lebensmittel sondern vorrangig Treibstoff und Munition eingeflogen. Erst als der Entsatzangriff (Unternehmen Wintergewitter) gescheitert war, wurden auch großzügig Lebensmittel eingeflogen, um die Truppen möglichst lange durchhalten zu lassen. Ab da war weder an einen Ausbruch noch an einen erfolgreichen Entsatzangriff zu denken. Von da ab begann man den im Kaukasus stehenden Teil der vormaligen Heeresgruppe Süd geordnet nach Westen ausweichen zu lassen, um sie vor einer Abschnürung zu bewahren. Hätte man die Truppen in Stalingrad kapitulieren lassen, hätte in dieser heiklen Situation die gesamte Südfront durch die dann von der Belagerung frei werdenden sowjetischen Truppen überrannt werden können. Das Durchhalten in Stalingrad ohne eine Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Schlacht war mitnichten militärisch sinnlos. Hitler hat nicht, wie von Holger dargestellt, gegen den Rat der Generalität eine sinnlose Schlacht führen lassen. Weder während der Phase des Angriffes auf Stalingrad, noch während der folgenden Einkesselung. Das trifft nur auf die Endphase ganz zum Schluss zu, als die Südfront stabilisiert worden war. Da gab es tatsächlich keine einen weiteren Widerstand rechtfertigende Bewandtnis mehr.

Ich weiß, es ist eine Filmkritik und kein Geschichtsreferat, aber diese beiden Aussagen wollte ich doch nicht einfach stehen lassen.

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Vielen Dank für die interessanten Infos. So im Detail stecke ich in der Tat nicht drin in der Materie.

Und ausgerechnet „Buddy Buddy“ wird ja von vielen als eher schwach angesehen. Ich mag das Original mit Lino Ventura auch lieber.
Mit „Das verlorene Wochenende“, „Zeugin der Anklage“, „Manche mögen’s heiß“, „Eins zwei drei“ hat er schon paar tolle Werke abgeliefert - aber in der Tat waren immer auch mal schwächere dabei, vor allem in seiner Spätphase.

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Ich mag wirklich die Filme aus seiner Spätphase ( Avanti, Avanti oder Extrablatt ) echt gern und nur mit seinen Filmen vor 1970 habe ich Schwierigkeiten wohl :grin: Kann nicht erklären warum. Die Filzlaus mit Ventura mag ich auch total gern.

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Nicht zu vergessen „Sunset Boulevard“ und „The Apartment“!
@wilhelm1914 auf die Gefahr hin, dass ich wie eine hängen gebliebene Schallplatte klinge, ich glaube es liegt wirklich an den deutschen Synchronfassungen. Wilders Filme haben im Original so unfassbar gute Dialoge, und der Sprachmix bei „Eins, zwei, drei“ und „A foreign affair“ macht 50% des Humors aus. trotzdem gibt es auch immer die ernsten Töne, Marlene Dietrich, die im Nachtclub im Nachkriegsberlin vom Schwarzmarkt oder von Illusionen singt… Gänsehaut!

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Der Wikipedia-Artikel zu Die Brücke von Arnheim ist sehr interessant. Es wurden immer wieder mal Teile vom Film gedreht und diese möglichen neuen Geldgebern gezeigt um dann weiter drehen zu können. Joseph E.Levine ( der sich auch tatsächlich an der Herstellung von Die rechte und die linke Hand des Teufels und Vier Fäuste für ein Halleluja beteiligte) war wohl sonst auch mehr auf günstige Produktionen aus und wäre bei einem Flop an der Kasse von dem Film kein reicher Mann mehr gewesen. Die Fluss-Szenen mit Redford sind mir noch gut im Gedächtnis.

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Es gab ja wirklich kaum einen internationalen Kriegsfilm ohne Wolfgang Preiss . Hier nimmt er sich wunderbar selber aufs Korn https://youtu.be/TJovCLn8YAs?si=6lb7P_g7qVuBJxji

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Buddy, Buddy und Küss mich, Dummkopf die Billy Wilder Filme die ich am schwächsten fand. Sonst viele großartige Werke dabei.

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So ging es mir bei dem Film auch, zum Teil ist das echt „Eis am Stiel“-Niveau.
Das und die sonst auch eher unrealistische Darstellung des Lager-Alltags hat mich dann auch die zum Ende hin aufkommende Spannung und Dramatik nicht mehr wirklich ernstnehmen lassen.

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Bin großer Wilder-Fan aber ,Stalsg 17’ mag ich auch nicht besonders
Im Gegensatz zu allen seinen sonstigen Filmen mit Ausnahme von ,The emperor waltz’ mit einem jodelnden Bing Crosby mit Titolerhut :roll_eyes:
Aber dadurch irgendwie auch schon wieder sehenswert :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Weiß jemand zufällig den Titel dieser ikonischen „Kriegsmusik“, die bei dem Trailer von Stalag 17 sowie in gefühlt jedem Film zum Thema Krieg zu hören ist? :sweat_smile: :folded_hands: :nerd_face:

Die Frage ist doch, wieviele russische Soldaten, die jetzt in der Ukraine kämpfen, haben jemals „Komm und sieh“ / Иди и смотри" gesehen? :folded_hands: :see_no_evil_monkey:

Du kannst den Film dennoch nicht mit Eis am Stiel vergleichen. Ich hab eben auch auf Spannung und Dramatik gewartet und wurde enttäuscht.

Mein Schwager war vor Jahren in Holland, und fragte nach einer bestimmten Route und bekam als Antwort „Vor 70 Jahren habt ihr auch nich nach dem Weg gefragt“! Was will man darauf antworten…

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Vielleicht hätte er nicht mit dem Panzer kommen sollen :grin: :winking_face_with_tongue:

„Patton“ von 1970 mit George C. Scott hat natürlich bei diesem Thema gefehlt, ansonsten eine gute Auswahl. Auf „Stalag 17“ hätte ich verzichtet, dann doch lieber „Gesprengte Ketten“ mit Steve McQueen. Und „Komm und sieh“ kenne ich noch garnicht, danke Volker, werde ich mir demnächst mal anschauen :+1:

„Komm und sieh“ gibt es übrigens komplett auf YouTube - allerdings mit englischen Untertiteln.
Die Dialoge sind aber, wie gesagt, eh nicht so entscheidend.

Vor allem empfehle ich die Szene ziemlich zum Ende (ab 2:15:00) mit dem Hitler-Bild.

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