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Folge 45: Axel Reitz war der "Hitler von Köln"

Veto Folge 45. Hier kann darüber diskutiert werden!

Man nannte ihn den „Hitler von Köln“: Axel Reitz war einst einer der führenden deutschen Rechtsextremisten. Er saß sogar zwei Jahre im Gefängnis. Doch irgendwann kam der Bruch mit der Nazi-Szene. Heute hilft Axel Reitz anderen Neonazis beim Ausstieg und gewährt einen spannenden Einblick in das Denken eines verblendeten Extremisten.

https://www.youtube.com/watch?v=fZib0ZbXD_M

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Der Gute hat ein bisschen was von Wolfgang M. Schmitt vom Auftreten her. :grinning_face_with_smiling_eyes:
Man merkt das die Rechte-Szene ein fester Bestandteil seines Lebens war. Er spricht immer noch von Kameraden statt ehemaligen Mittstreitern oder Gleichgesinnten.
Unterschreibe auf jeden Fall, dass die Schule wesentlich sattelfester in politischer Bildung werden muss. Totschlagargumente im Sinne von „Das ist Schmutz, darüber reden wir hier nicht“ sollten keinen Platz haben. Oder wie schon von vielen gefordert, sollte Medienkompetenz gefördert werden.
Denke es würde signifikant dazu führen, dass weniger Teenager und junge Erwachsene auf plumpe Propaganda / über dramatisierte Schlagzeilen hereinfallen.

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:joy::joy::joy: Das gleiche hab ich beim Anschauen auch immer gedacht.

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Ich finde sein Beispiel mit dem Referat in der Schule sehr bezeichnend. (Etwa ab Minute 8)

Dadurch, dass die Lehrerin ohne Erklärung zensieren wollte, hat er sich erst Recht für die rechten Parteien interessiert.

Ein offener Umgang mit extremistischen Ansichten und die Anerkennung, dass links-extrem und rechts-extrem gleichermaßen zu verachten sind, sowie Holger das auch seit Jahren klar sagt, wäre der bessere Ansatz in allen Debatten.

Wenn man versucht, rechtes Gedankengut zu unterdrücken, macht man es erst recht interessant.

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Eine schöne Gewichtung zwischen einer, mit der Einladung zur Verantwortungsübernahme verbundenen, Konfrontation einerseits und Raum für sachliche Erklärungen der Entwicklung anderseits. Ein rundes Gespäch mit Mehrwert.

Aktuell läuft’s bei Holger… :wink:

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Super Folge.
Ich fand vor allem interessant dass er zwar eine starke ideologische Änderung durchgemacht hat, aber trotzdem nicht ins andere Extrem gekippt ist. Man konnte einen inzwischen sehr differenzierten Menschen reden hören, der es geschafft hat sich von einer extremen Ideologie zu befreien, ohne dabei zu klingen, als hätte man ihn einer Gehirnwäsche unterzogen .

Ich habe seinen YouTube Channel noch nicht gesehen, aber nur auf Grundlage des Videos hier könnte man ihm unterstellen, dass er aus „Bequemlichkeit“ und nicht aus Überzeugung der Szene den Rücken zu gewannt hat. Doch eigentlich ist der Grund gar nicht relevant, da er jetzt authentisch erscheint.

Von Holger hätte ich mir mehr Fragen zu seinem heutigen Standpunkt zu Themen gewünscht, die ihn damals als Nazi klassifiziert hätten. Außerdem hätte ich gerne gewusst ob es bestimmte, insbesondere kontroverse Dinge gibt über die er seine Meinung gar nicht oder nur wenig geändert hat, und ob er die Medien und Altparteien politisch nach links wandern sieht.

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Ja, ich hatte noch so viele Punkte notiert, die ich hätte ansprechen können. Wir haben zum Beispiel auch nicht erwähnt, dass mal der Verfassungsschutz versucht hat ihn anzuwerben usw. - mit 90 Minuten war diese Veto-Folge trotzdem schon überdurchschnittlich lang. Vielleicht setzen wir das nochmal irgendwann fort. Ist halt ein interessanter Gast mit vielen Brüchen im Leben, wir hätten locker drei Stunden reden können :smiley:

P.S.: Das mit W.M.S. fiel auch mir auf :grin:

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Naja, das Thema war für Veto doch leicht verfälscht, oder? Ich meine ihr seid doch beide euch einig im Sinne von gegen Nazis sein. Das ist mir schon damals bei der SPD-Folge aufgefallen. Insofern liegt ja hier kein wirklicher Dissens vor. Ruhig wieder gerne mehr „Krawall“-Gäste.

P.S.: Er macht auch viele Streams mit Philip Schlaffer zusammen. Der wäre als Gast sogar noch interessanter gewesen (und kommt sogar aus Norddeutschland, wäre also vielleicht ins Studio gekommen). Ich suchte aber auch ziemlich viel von seinem Channel. :smiley:

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Die Fragen die du gestellt hattest waren übrigens allesamt gut. Ich finde auch, und das war bei dem Redeschwall bestimmt nicht einfach, dass du das Interview gut geführt hast. Verglichen mit anderen Veto Folgen ging diese aber schon eher in Richtung Podcast und deswegen waren 90 min immer noch ein bisschen zu wenig :laughing:

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Das stimmt - aber kam ja in Veto in letzter Zeit öfter vor. Ich finde es auch interessant, wenn uns ein ehemaliger Betroffener erklären kann, was in solchen Menschen vorgeht. Das hatten wir letztes Mal mit dem ehemaligen Verschwörungstheoretiker Alexander Benesch auch.
Einen „echten“ Nazi zu interviewen ist schwierig und extrem dünnes Eis. Außerdem ist es mir ehrlich gesagt dann auch zu blöd, noch über „deutsches Blut“ oder Genetik oder sowas diskutieren zu müssen. Da ist dann auch bei mir die Grenze dessen erreicht, was ich bereit bin zu akzeptieren.

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Kann ich verstehen. Wäre wahrscheinlich auch problematisch für das Image von MG auf langer Sicht. Außerdem setzt das Strafrecht hier ja die Grenze und es ist halt nicht zielführend, wenn der Gegenüber nicht „offen“ sprechen kann.

Endstation Rechts (Initiative der SPD MV) hat mal eine Liste mit rechtsextremen YouTube Kanälen erstellt. Da waren auch die dabei: https://www.youtube.com/user/FSNtvOffiziell/

Aber ob die sich einem Gespräch auch wirklich stellen ist halt die andere Frage.

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Zum Thema „echte“ Nazis: Interessant wäre, einen von den 68ern für VETO zu bekommen, die inzwischen ins rechtsextreme Lager gewechselt sind. Leute wie Horst Mahler.

Vielleicht lässt sich im Interview ergründen, warum dieser Wechsel von einem ins andere Extrem gerade bei 68er-Aktivisten so häufig stattgefunden hat. In Panorama wurde dieses Phänomen mit dem Titel „Von Mao zu Hitler: Studentenführer von 68 als Rechtsradikale“ schon mal ganz gut auf den Punkt gebracht. Denn im Grunde sind diese Leute ja von einem Massenmörder als ideologischen Führer (Mao) zum nächsten Massenmörder (Hitler) gewechselt. Dieser bizarre Führerkult ist zumindest auf den ersten Blick die stärkste psychologische Gemeinsamkeit zwiwchen diesen 68er-Nazis.

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Reinhold Oberlercher gehört auch in die Kategorie: Gerichtsverhandlung: Wie Hamburgs „Rudi Dutschke“ zum Reichsbürger wurde | MOPO.de

Fun Fact: Der war in den 90ern mal mein Nachbar :smiley: Darauf hatte mich eine ehemalige Lehrerin (selbst Alt-68er) aufmerksam gemacht.
Eigentlich ein freundlich wirkender Herr, wenn ich ihn mal im Treppenhaus traf. Aber meine Menschenkenntnis ist ohnehin nicht gut ausgeprägt - leider :man_shrugging:

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Horst Mahler ist ein offener Nationalsozialist, dem es tatsächlich auch egal ist, ob er für das was er sagt ins Gefängnis kommt oder nicht. Es gibt ja auch solche, die sich nicht so offen bekennen, oder sich zumindest so äußern, dass es im Rahmen geltender Gesetze ist. Bei Mahler ist es anders, der hat ja auch Friedmann mit Heil Hitler begrüßt, es gab ja mal auf Youtube ein Video nach seiner Entlassung, wo der sich äußert. Der hätte kein Problem damit, seine Ideologie offen zu zeigen. Wenn der bei Veto wäre, dann würde er tatsächlich sein Weltbild verteidigen. Ein Stalinist hätte es einfacher, der kann sich offen zu Stalin bekennen und ihn verherrlichen ohne sich strafbar zu machen, dass ist bei einem Nazi durchaus anders. Der muss aufpassen, dass er mit dem was er sagt nicht gegen den §130 STGB verstößt. Deswegen würden viele da vorsichtiger agieren, während Mahler da anders drauf ist. Deswegen wäre Mahler da interessant, weil man da dann sehen kann, wie ein Hitleranhänger und Holocaustleugner seine Position begründet. Das wäre bei anderen Rechtsextremisten anders, da deren Meinung strafbar ist, was bei Stalinisten ja nicht so ist.

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Ja, Horst Mahler wurde erst Ende letzten Jahres aus dem Knast entlassen:

Gesundheitlich steht es wohl aber nicht besonders gut um ihn. Der Mann ist inzwischen 85 Jahre alt. Könnte also schwierig werden, ihn noch für ein Interview zu bekommen.

Der Vorteil bei VETO wäre immerhin, dass es nicht live aufgezeichnet wird. Sollte Mahler also wieder mit Hitlergruß u.a. Provokationen kommen, könnte man das vor der Veröffentlichung raus schneiden.

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Das war eine sehr interessante Folge. Ich hätte ebenfalls noch länger zuhören können.

Mich würde jetzt auch mal ein Aussteiger des Linksextremismus oder von Religionen interessieren.

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Ich finde es interessant, dass Du anscheinend „Extremismus“ anscheinend mit „Religion“ gleichsetzt. Die Formulierung legt dies zumindest nahe.
So eine Ansicht hat auch schon extremistische und diskriminierende Züge.
Denn klar, gibt es auch innerhalb von Religionen auch Extremismus bzw. extremistische Menschen - aber „Religion“ und „Extremismus“ gleichwertig in einem Satz zu nennen zeugt von Intoleranz anderer Weltanschauungen gegenüber.

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Ich hatte mich bei der Ankündigung schon des Themas wegen auf das Interview gefreut, und Axel Reitz kann man durch die nüchterne Sachlichkeit seiner Schilderungen obendrein auch gut zuhören. Die 90 Minuten waren zu keinem Zeitpunkt langweilig, hätte man meinetwegen auch auf 120 Minuten Spielfilmlänge bringen können. :grinning:
Dass jemand, der so tief drin saß wie er, wieder einen vernünftigen Weg eingeschlagen hat, freut mich. Eine wirklich gute Folge, danke Holger!

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@mchawk

So war es nicht gemeint. Da habe ich mich bescheiden ausgedrückt, tut mir leid. Es ging mir um den Wandel der Menschen in ihrem Handeln und Handeln.

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Bin ein Religionsaussteiger… Besser gesagt, ich habe noch nie an einen Gott geglaubt. Ich glaube daran, dass uns die Naturwissenschaften das Heil bringen werden und dass wir diese Erde irgendwann mal verlassen müssen um ferne Welten zu entdecken, weil sie nicht mehr lebenswert ist. Es liegt in unserer Natur, unseren Lebensraum zu zerstören, auch wenn wir das nicht wollen.

Ich bin relativ links eingestellt und meine, dass es sinnvoll ist, dass man kein Eigentum an Grund erhalten sollte. Der Staat sollte es einteilen, wobei hier vieles schon scheitert, weil es dann bestimmt zu Neid, Hass, Bestechung und anderen hässlichen Dramen kommen wird.