Von der Corman-Doku habe ich noch eine Arte-Kopie. Lief dort vor über zehn Jahren mal. Ich schaue mir solche Dokus auch immer gerne an, bin aber immer wieder etwas genervt von dem typischen Stil, der sich etabliert hat, immer nur winzig kurze Interview-Sequenzen zusammen zu stückeln.
Da redet Jack Nicholson zwei Sätze, Schnitt zu Jonathan Demme, der kurz was sagt, Schnitt: oh da ist Pam Grier, und dann auch schon Schnitt zu Martin Scorsese, der nun den Teil ergänzt, den er vor fünf Minuten mal angefangen hat.
Da führt man Interviews mit diesen großartigen Leuten und verwendet nur Minimal-Aussagen. Mit dem Rohmaterial aus diesen Interviews könnte man sicher ganze Bücher füllen.
Wenn man dran kommt, empfehle ich die 13-teilige Interview-Serie Cult-Tastic: Tales from the Trenches with Roger and Julie Corman. Fast 9 Stunden erzählen die beiden aus dem Corman’schen Filmschaffen. Mehr Anekdoten geht kaum. Cormans Autobiografie How I Made a Hundred Movies in Hollywood and Never Lost a Dime ist auch lesenswert und unterhaltsam noch dazu.