Hierzu ein Zitat aus dem Buch „Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders“ der norwegischen Journalistin und Schriftstellerin Åsne Seierstad, die sich intensiv mit der Lebensgeschichte Breiviks beschäftigt hat. Im Jahr 2015 äußert Breivik in Schreiben an die sozialdemokratische Arbeiterjugend: „Ich bin kein Christ und bin es auch nie gewesen. Es gibt nur wenige Dinge auf der Welt, die pathetischer sind als die Figur Jesus und seine Botschaft. Mein Gott ist Odin.“
Die Kreuzzüge wurden auch aus der Bibel heraus begründet - also dem Buch, in dem steht „halt die andere Wange hin“. Und Chapman hat im „Fänger im Roggen“ den Aufruf zum Mord an Lennon gefunden.
Wer will, kann aus jedem Buch alles heraus begründen. Es hat also relativ müssig, ein Ranking von extremistischen Begründungen aufzustellen.
Tine Wittler scheint in ihrer Kneipe ihre beste Kundin zu sein.
Schönes Beispiel von „Text nicht gelesen“.
Kenntnis bestenfalls vom Hörensagen.
O.K. - Wie wurden die Kreuzzüge von wem begründet?
Woher ein Extremist, ob nun links, rechts, islamisch, die Legitimation für seine Taten nimmt ist doch völlig nebensächlich. Eine solche Tat, die sich eindeutig gegen unsere freiheitliche Gesellschaft richtet, ist zu verurteilen! In Deutschland gilt das Grundgesetz und keine religiösen Schriften von Anno Domini.
Auf jeden Fall. Deswegen fand ich es auch schade, dass es erst eingeführt wurde, als ich schon in einer höheren Klasse war, wobei die Bücher, die wir in der 7./8. Klasse lesen mussten, auch noch in Ordnung waren.
Danke für die Sendung!
Ich finds gut, dass diese für Außenstehende banalen Sachen in den 3. Programmen gezeigt werden. Es ist eben ein Stück Kultur und Tradition, die Heimatgefühl ausmachen und verschwinden, wenn man sie nicht pflegt. Das kann der Kölner Karneval, das Wurstfest Bad Dürkheim, die Geisbockversteigerung Deidesheim, die Wahl der Weinprinzessin, das Eierpicken in Lambrecht, der Mainzer Karneval, die Leipziger Buchmesse, Wacken, das Oktoberfest oder die Hanse Sail sein (die man ja auch schon 35 Mal(?) gesehen haben könnte und darum nicht wieder bräuchte…). Wenn man das zu geringschätzt, kann man auch sagen, dass die kirchlichen Feiertage weg können - viele gehen ohnehin nicht mehr in die Kirche oder sind ausgetreten.
Edit: Neben „Dinner for one“ was auch jedes Jahr läuft und diesen komischen Silvestermusikabenden könnte man insbesondere auch die Weihnachtsansprache und Neujahrsansprache unserer Staatsoberhäupter weglassen. Der Text ist ohnehin vorhersehbar und es wurde ja auch einmal versehentlich das vom Vorjahr gesendet.
Testbild (Dirk Michael Weskamp unterstützt das).
Sollte mir jemals Tine Wittler über den Weg laufen, werde ich „Guten Tach!!“ sagen. ![]()
Na, vom Papst (Urban II.), der ja dazu aufgerufen hat. Hier kannst du seine Rede vor dem Konzil von Clermont nachlesen, wo er sich unter Anderem auf Matthäus 18,20 und Mt 21 bezieht. Es gibt auch noch mehr Quellen mit abgeändertem Wortlaut, aber im Bibelbezug sind sie sich einig.
Man erinnere sich daran, dass das ja tatsächlich mal passiert ist und die ARD am Silvesterabend 1986 die Ansprache von Kohl aus dem Jahr 1985 noch einmal gesendet hat. Und keinem ist es aufgefallen, bis er am Ende das falsche Jahr gesagt hat. Man merkt also, dass Gesabbel war auch damals schon so austauschbar, dass es eigentlich egal ist. ![]()
Richtig, lieber TaxiDriver. Aufgefallen ist es den Zuschauern nur, weil Kohl in der ARD eine andere Krawatte trug als eine Stunde zuvor im ZDF, das die aktuelle Neujahrsansprache sendete, am Inhalt ist es niemandem aufgefallen, weil das eh nur ein Gelaber und eine Ansammlung an allgemein gehaltenen Plattitüden ist. Als er am Ende allen Zuschauern ein „frohes und gesegnetes 1986“ (statt 1987) gewünscht hatte, meinte der Vater eines Kumpels damals nur „Der weiß auch nicht mehr, was er redet“.
Bei Angela Merkel hat die Titanic ja 2009 ein lustiges Trinkspiel entwickelt - hätte man das durchgezogen, hätte man den Jahreswechsel wohl nicht mehr bewusst mitgekriegt:
Jep, das meinte ich. Danke für die Details. Das war mir tatsächlich unbekannt.
Aktuell läuft übrigens live im WDR die Drohnenshow zu „Kölner Lichter“ 2026.
(Und eine Veranstaltung die ich vorhin vergessen hatte: Vorgestern war Zissel in Kassel)
Ich will hier nicht spießig wirken, Clockwork Orange gehört defo zur Weltliteratur, ich würde aber keinem Grundschulkind diesen Roman vorlesen.
Animal Farm (der tolle Zeichentrickfilm) ist FSK 6 hat mich als Kind aber total verstört, wie habe ich um Boxer gehäult. Und der Film hat das Kinderfreundlichere-Ende als der Roman (alle sahen wie Schweine aus), im Film rächt Benjamin Boxer. Noch dazu sind sie die schönsten Pferde der Welt.
In seinem Manifest hingegen bezeichnet er sich als „100-prozentigen Christen“. Ihm geht es nicht um eine persönliche Beziehung zu Gott, sondern er sieht das Christentum als „kulturelle, soziale Identitäts- und Moral-Platform“ im Kampf gegen den Islam. Deswegen faselt er auch von Kreuzrittern und Templerorden, die im Sinne einer christlichen al-Qaida aufgebaut sein müssten.
Da ist dann tatsächlich eine Schnittmenge zwischen rechtsextremen und islamistischen Terroristen. Die schauen sich ihre Methoden von einander ab.
Diese Lokalnachrichten waren doch noch alle recht relevant. Die Hessenschau hingegen berichtet sogar, wenn eine Reality-TV-Tante einen Penny-Markt eröffnet. ![]()
„Konservativ“ ist das mitnichten. Damit bezeichnet man in Deutschland ein politisches Konzept, das Strukturen, Ideale oder Traditionen bewahren will, und damit meint man natürlich deutsche Strukturen, Ideale und Traditionen. Dazu gehören z.B. Menschenrechte, Demokratie, Gleichberechtigung, Säkularisierung.
Wenn jemand Scharia, Salafismus und Islamismus propagiert, kann man das nur als konservativ bezeichnen, wenn er das etwa in Iran, Saudi-Arabien oder Afghanistan macht. Die Debatte um den Anschlag in Berlin drehte sich aber um Islamismus in Deutschland. Wer diese rückständige, menschenfeindliche Drecks-Ideologie in Deutschland propagiert ist nicht konservativ, sondern verfassungsfeindlich, antidemokratisch, fundamentalistisch.
iranischer Konservatismus ≠ deutscher Konservatismus
Diese Folge der Mediatheke könnte man prägnant mit „Die Verdummung“ überschreiben, denn das scheint sich durch jeden Beitrag zu ziehen.
Als das CSD-Attentat durch die Medien ging, habe ich mit meiner Frau eine Wette abgeschlossen, wie lange es wohl dauern mag, bis man den Schwenk zur AfD und Putin geschlagen hat und es hat tatsächlich länger gedauert, als ich dachte. Ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass es - und ich muss es leider so deutlich sagen - ideologische Verblödung ist, solche Debatten zu führen. Die AfD ist die Folge von der Weltverblendung mancher Leute, nicht die Ursache. Aber schön, dass unser ehemaliger Faktenfuchs Dara nun offen zeigt, wie fest sein Aluhut sitzt und dass die wahren Demokraten nicht schockiert über einen Anschlag sind, sondern über das unerwünschte Täterbild.
Im Prinzip zeigt die digitale Meinungsfreiheit, wie wir sie dank zahlreicher Internetplattformen ausleben dürfen, das sie ein Multiplikator dieser Verdummung ist, denn immer, wo es einen Sender gibt, gibt es auch einen Empfänger. Der Stammtisch ist nicht länger die schummerige Kneipe, wo sich die Arbeiterklasse zum Feierabendbier trifft, sondern die digitale Welt. Fluch und Segen und natürlich mache auch ich Gebrauch davon, wohlwissend, dass nicht jeder in Rage formulierte Satz bis zum Ende durchdacht ist. Macht das Ergebnis nicht besser, aber ich hab’s wenigstens gesagt. Die Frage ist aber, was passiert, wenn Meinung, Gefühl und Fakten vermischt und gewichtet und danach relevante Entscheidungen getroffen treffen? Nun das sehen wir mittlerweile täglich. Der Kampf gegen politisch unliebsame Mitbewerber wird mit einem Elan geführt, den wir eigentlich in anderen Fragen, wie Klima, Energie, Kosten und Infrastruktur bräuchten. Stattdessen zeigen alle bunten Flaggen stur nach rechts und wir hören Leuten zu, die überrascht sind, wenn sie Strafen zahlen müssen, weil sie dachten, ein behördliches Schreiben wäre erledigt, wenn man es vergisst. Das sind die Vorbilder der nachwachsenden Generation und die Stammtische der Zukunft.
Aber Kontext verstehen ist eine Hürde und wenn das so weitergeht, müssen wir in Comedy-Veranstaltungen oder auf Konzerten künftig wohl einen Simultan-Kontextgeber im Ohr mitführen oder auf einem Bildschirm ablesen, nicht dass wir das Gesagte oder Gezeigte wörtlich nehmen.
Bleibt noch Tine Wittler. Und ich vermute mal, dass sie entweder ein Rhetorik-Seminar besucht hat und die Themenfelder „Spannungsbogen aufbauen“ und „Bedenkpausen einlegen“ etwas zu überbewertet hat oder ihr saß ein Hypnotiseur gegenüber, aus dessen Einfluss sie sich mit ihrem nervösen Geblinzel retten wollte. Aber ich unterstelle ihr trotzdem dass sie etwas zu sagen hatte und ich der Auserwählte bin, der es verstanden hat: die Welt ist im digitalen Raum mit einer Negativität aufgeladen, die selbst Vigo, die Geißel der Karpaten nicht verarbeiten könnte und das auf allen Seiten, egal ob links, rechts, homo, hetero, religiös oder sonstwas: alle kacken sich gegenseitig an, sobald es außerhalb der Wohlfühlblase Widerworte gibt. Der Kreis schließt sich.
Aber ich schließe mit etwas Positivem, das in der Mediatheke eher negativ bewertet wurde: regionale Berichterstattungen.
Ich habe mich gefragt, warum nicht die kleinen, regionalen Freuden Platz in den „großen“ Medien finden sollten. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass die „relevanten“ Themen zu kurz kommen und ein Kontrapunkt, der sich nicht innerhalb der üblichen Promiwelt abspielt, sondern beim kleinen Fritz und der kleinen Lotte in Hinterdupfingen, finde ich erfrischend. Dafür sind doch regionale Sender gedacht und es ist ja nicht so, als würden solche Berichte nun gravierend viel Sendezeit einnehmen. Ich würde es jedenfalls feiern, einen Beitrag über die Restauration unserer historischen Dunninger Kegelbahn zu sehen. Und wer es nicht will, schaltet weiter oder ab.
Das ist der „Kontext“, den viele offenbar nicht mehr verstehen
Aber der Beitrag wäre doch eine prima Aufgabe für eine Interpretation im Deutsch-Unterricht.
Zu Farm der Tiere haben wir den Zeichentrickfilm in der Schule geschaut. Das war aber mindestens fünfte Klasse, wenn nicht sogar höher.