Solange es Leute gibt, die echte Stimmen hören wollen und gezielt fördern, soange wird es auch den Beruf des Synchronsprechers und die zugehörige Infrastruktur geben.
Ich muss an die Schallplatte denken, die viele Jahre in einer kleinen Nische weiterexistierte und sich dann nach und nach Marktanteile zurückerobert hat.
Wenn man jeden Fortschritt als Jobkiller betrachtet, dann können wir auch wieder mit Pferdekutschen zur Arbeit fahren. Wie hier schon angemerkt wurde, wird es der Masse am Ende scheißegal sein, ob mit KI oder Menschen synchronisiert.
Digitalkonzerne betrachten sich ja selbst als Jobkiller. Killen bzw. „Disruption“ ist die Geschäftsgrundlage. Bestehende Strukturen und Geschäftsbereiche haben massive Konkurrenz durch Digitalplattformen und Apps berkommen und wurden zum Teil gekillt.
Die KI will jetzt Jobs killen und das Geld soll an die Digitalkonzerne fließen. Je mehr jobs man killt, desto mehr Geld, ist doch ganz einfach.
Ich lehne nicht die Technologie ab, ich nutze sie ja selber. Der Umgang damit ist entscheidend.
Und da muss ich leider behaupten, dass es in den meisten Fällen schlicht um Kosten sparen geht, aber eben nicht am Prozess, sondern am Menschen.
Wäre es so, dass die freie Nutzung der Stimme oder des Gesichts oder was auch immer mich ausmacht, mir ein dauerhaftes Einkommen beschert, gäbe es sicher weniger Wirbel.
Aus meinem eigenen Unternehmen weiß ich, was der aktuelle Trend ist: Personalkosten sparen, schneller werden, Märkte fluten, wachsende KPI generieren und China nacheifern. Qualität und Mensch - früher mal das Credo auf jeder Betriebsversammlung, kommen nicht mehr vor. Stattdessen die unverblümte Drohung, von KI überrollt zu werden. Ein Motivator, der für mich nur so semi gut funktioniert und mich eher zur Frage treibt, mich mit 47 Jahren nochmal umschulen zu lassen und meinen Zivi-Job in der Pflege aufzunehmen. Zumindest, bis die Roboter kommen.
Ich sehe da keinen Fortschritt, echte Stimmen durch angelernte KI-Stimmen zu ersetzen. Den Ansatz, Stimmen von Verstorbenen für die gleichen Schauspieler weiterhin zu verwenden, kann ich sogar nachvollziehen, würde mir dennoch wünschen, den Job dann an andere Sprecher zu vergeben.
Mit dem Einkommen hast du sicher Recht, das es weniger Wirbel darum geben würde. Ich für meinen Teil lehne sowas ab, würde niemals auf die Idee kommen, meine Stimme, Gesicht oder sonst was von mir herzugeben für Geld (bin auch sonst ein großer Freund von Datenschutz). Da wäre ich immun - das bin nicht ich, sieht aber aus oder hört sich ähnlich an wie ich.
Verstehen kann ich dann eher Erben, die sich eine Einnahmequelle erschließen - aber auch einer solchen Idee, wenn auch verführerisch, würde ich nicht nachkommen. Wenn ein geliebter Mensch aus der Verwandtschaft nicht mehr da ist, will ich mich an der Echtheit, am Hinterlassenen erfreuen, erinnern, wertschätzen, alles Neue was da käme, wäre nicht mehr diese Person und diese hat auch keinen Einfluss mehr darauf.