Der Tod von Henry Nowak ist genauso wie diese unterirdischen AfD-Berichterstattungen ein Paradebeispiel dafür, warum sich der politische Wind immer stärker nach rechts dreht. Ich sehe zur Rassismus-Frage eigentlich eine simple Regel: sobald Hautfarbe als Argument für oder gegen eine Sache ins Feld geführt wird, ist es Rassismus. Und da muss ich leider dem Krawall-Beitrag von NIUS zustimmen, denn offenbar hat es in diesem speziellen Fall wirklich ausgereicht, dass ein Typ mit exotischem Aussehen, das R-Wort verwendet hat, um sein privilegiertes, verblutendendes Opfer zu verhaften. Es ist keine Grundregel, klar, aber die Empörung ist nachvollziehbar, denn seit George Floyd haben wir ja auch hierzulande diesen bescheuerten Aktivismus an der Backe, der einfach nur die Leute auseinandertreibt.
Und dann aus einer AfD-Kundgebung und einer „Antifa“-Störaktion in einem Dorf, das weniger bedeutsam ist als Altschauerberg, eine Kampfberichterstattung zu formen, ist wohl schon ein Zeichen des Sommerlochs. Fehlt eigentlich nur noch eine neue Corona-Variante, die gefährlich ist, weil man sie mit Heuschnupfen verwechseln könnte. Aber eines wundert mich nicht: dass die AfD Oberwasser gewinnt. Danke liebe etablierte Medien, mehr kann man einer unliebsamen Partei nicht helfen.
Zum Thema KI in der Kunst gibt es ein wunderbares Video vom YoutTube Kanal Ultralativ. Der Kern ist, dass Kunst von Menschen für Menschen gemacht ist. Niemand interessiert sich langfristig dafür, wie Maschinen menschliche Errungenschaften imitieren. Und man hat das ja am Erfolg dieser absurden Staying Alive Show gesehen. Die Macher feiern sich selbst dafür, Pseudo-Elvis und Pseudo-Mercury auftreten zu lassen und die wenigen Leute, die es gesehen haben, fanden es absurd oder ärgern sich über die Grabschändung dieser Legenden.
In der Synchronbranche mag es eventuell ein wenig anders sein, ich habe ja selbst die KI-gestützte Pumuckl-Vertonung gutgeheißen, weil natürlich diese Stimme unverzichtbar ist. In gewisser Weise ist es hier aber tatsächlich ein Werkzeug.
Im Falle von Netflix unterstelle ich dem gierigen Streaming-Konzern aber, dass man mit Stimm-Extrakten langfristig komplett auf Menschen verzichten möchte. Einfach einen Text reingeben und der digitale Danneberg-Versatz liest das im typischen KI-Stil vor. Oder nein, nicht mal das. Einen Text generieren und dann vorlesen lassen, Drehbuchautoren braucht man ja vermutlich auch nicht mehr. Einer solchen Entwicklung stehe ich entgegen. Schon heute sind mediale Erzeugnisse, wie Präsentationen und die meisten Texte im Internet nichts mehr wert und ich bin weiter weg denn je, auf irgendeinem Portal Geld zu bezahlen, um am Ende einen belanglosen Plus-Artikel zu lesen, der möglicherweise ein hingerotztes KI-Konzentrat ist. Nein danke. Dann werde ich halt wieder 14 Jahre alt, als wir keinen Fernseher zu Hause hatten, mich Zeitungen und Nachrichten nicht die Bohne interessiert hatten und ich stattdessen draußen im Wald oder am Bach meine Kopfkino-Abenteuer erlebt hatte.
Bleibt noch eine Frage offen: ist die Obduktion eines toten Wals linke oder rechte Diskriminierung? Ich brauche da eine Einordnung, denn sonst müsste ich den Beitrag als vollkommen belanglos abtun.