Folge 401: Geschichten aus Kiew - Böhmi und der ÖRR - NIUS schwankt

Tschetschenien passt nicht die Reihe, das ist etwas ganz anderes. Tschetschenien gehört völkerrechtlich zu Russland, Abchasien und Südossietien aber zu Georgien, die Krim zur Ukraine.

Das sollte man schon unterscheiden.

Da gebe ich auch funkygrog Recht, es geht ja nicht nur um militärische Invasionen, Russland mischt sich massiv in die Belange anderer ehemaliger Sowjetrepubliken ein, so in Belarus, Armenien, Moldova (Transnistrien), Ukraine, Georgien, Baltikum.

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Man hat sogar mit Russland zusammen Militärische Übungen gemacht oder machen wollen und denen moderne Technik für Übungsplatze hingestellt oder die war noch kurz vor dem Einmarsch angedacht.

Ausserdem hatten Putin und Lawrow keine Probleme mit einem EU oder Nato Beitritt.

Handelsblatt: Bedeutet das Recht auf Souveränität etwa für Georgien und die Ukraine auch, dass Russland nichts gegen deren Beitritt zur EU und zur Nato hätte?

Lawrow: Das ist deren Wahl. Wir achten das Recht jedes Staates — unsere Nachbarn eingeschlossen —, sich seine Partner selbst zu wählen, selbst zu entscheiden, welcher Organisation sie beitreten wollen. Wir gehen davon aus, dass sie für sich überlegen, wie sie ihre Politik und Wirtschaft entwickeln und auf welche Partner und Verbündete sie setzen.

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um auf Nummer sicher zu gehen und blos nichts zu relativieren immer folgende Formulierung benutzen: ”brutaler, völkerrechtswidriger Angriffskrieg des Aggressors Putin”

Damit bist du immer auf der sicheren Seite, und damit ist schon sehr viel gesagt, nach diesen wichtigen Worten hört auch keiner mehr richtig zu und es ist auch egal was man dann sagt.

”Putin will nicht verhandeln” hast du schon selber gesagt, super :+1:
Falls er doch mal verhandeln will rate ich zur Formulierung “mit einem Kriegsverbrecher darf man nicht verhandeln”

Wir wollen ja am Ende alle eines: Frieden, richtig?

Soll denn etwas relativiert werden? Warum? Warum kann man die Sachen nicht beim Namen nennen.
„russischer Angriffskrieg“ ist schon zuviel? Den Rest "brutaler… " hast du ja fantasiert, aber auch dass ist nicht falsch.
Es fällt mir schwer zu sagen: „Das Schlitzohr Putin macht sich breit“

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Ich denke der zentrale Punkt ist hier, dass „Führer“ (Hust!) die anfangen Land militärisch einnehmen zu wollen, meist von selbst nicht mehr aufhören. :thinking:
Krim, Ostukraine, … naja…

@Fernsehkritiker

Bezüglich “Vergeltungsschlag” und Studenten:

https://x.com/UKikaski/status/2060305659854237715

Da war noch sein Freund Schröder an der Macht, der den Amerikanern einen Absage im Irakkrieg 2003 erteilte und eine komplett andere Politik mit Russland fuhr, wo eine Annäherung zwischen Russland und Europa und sogar NATO noch möglich waren.

Aber danach ist irgendetwas schiefgelaufen, hat da vielleicht jemand einen Keil in die friedliche Stimmung auf unserem Kontinent getrieben? Naja.. wahrscheinlich eine Verschwörungstheorie

Mittlerweile verstehe ich nicht mehr was dein Punkt ist oder deine eigentliche Argumentation. Es handelt sich nun mal um einen “Angriffskrieg” und Putin lehnt offensichtlich alle Gesprächsangebote ab. Die Ukraine bietet ja seit längerem einen Waffenstillstand OHNE Bedingungen an. Angesichts der vielen Relativierungen des Angriffscharakters von Links, Rechts und auch offenbar von Dir, finde ich es sehr gut, wenn man öffentlich bei diesen klaren, einordneten Formulierungen bleibt.

Das heißt aber nicht, dass man nicht auch über mögliche Kriegsverbrechen oder Fehler der Ukraine berichten muss. Wie jetzt der vorangegangene Tod von 18 russischen Zivilisten…. Mittlerweile gibt es mehr berichte dazu, aber zum Zeitpunkt des Mediatheken-Beirtrags war das tatsächlich nicht der Fall….. Daher guter Punkt von Holger

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Genau, diese Formulierungen sind wichtig, bevor noch jemand auf die Idee kommt, da wird genauso wenig für unsere Freiheit gekämpft wie am Hindukusch!

Passend zum Thema:

Heute um 22:15 lief Maybrit Illner, kurz danach um 1:48 veröffentlicht die SZ ein dahingerotztes, mieses Artikelchen, das außer Diffamierungen kaum Gehalt hat. Autor Jan Diesteldorf lässt sich aus über Illners Gast Klaus von Dohnanyi und benutzt dabei folgende Formulierungen:

  • Putin-Propaganda
  • dann lässt sie den 97-jährigen Klaus von Dohnanyi widerlegten Unsinn erzählen
  • 97-jährigen früheren SPD-Bürgermeister, dessen politische Karriere schon in den 90er-Jahren vorbei war
  • russische Propaganda
  • der dann Stuss wie diesen erzählen darf
  • ein aberwitziges Buch geschrieben
  • Falschbehauptungen
  • Dohnanyis wildem Gerede
  • beim nächsten Mal andere Menschen zu fragen. Zum Beispiel Leute, die sich auskennen.

Zum Autor Jan Diesteldorf: Jahrgang 1988, berichtet als Brüssel-Korrespondent vor allem über die Wirtschafts- und Finanzpolitik der EU. Diesteldorf absolvierte die Kölner Journalistenschule und studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Energie- und Umweltökonomik.

Zu Klaus von Dohnanyi: Jahrgang 1928, sein Vater war im NS-Widerstand, ermordet 1945 im KZ. Studium der Rechtswissenschaften, später Dr. jur., Studium in München, Stanford, Yale. Anwalt in New York, Detroit, dann Abteilungsleiter bei infratest. 1990-1994 Beauftragter bei einer Treuhandanstalt. Mitglied in diversen Aufsichtsräten. Spitzenkandidat der SPD RLP, später Hamburger erster Bürgermeister. 12 Jahre Mitglied des Bundestages, Staatssekretär in Wirschaftsministerium, Bildungs- und Wissenschaftsministerium, Auswärtigem Amt. Gründer und Mitglied in diversen Stiftungen, Beiräten, Think Tanks, zahlreiche Ehrungen, Schriften, Bücher.

Natürlich sagt das nichts darüber aus, wer von beiden die Lage besser einschätzt. Wenn man nicht weiter weiß kann man sich ja an der Mehrheitsmeinung orientieren, da liegt man immer gut. Diesteldorf erwähnt es auch im Artikel: es gibt nur noch sehr Wenige, die öffentlich eine ähnliche Meinung wie Dohnanyi vertreten, die überwältigende Mehrheit sieht es ganz anders.

Miliarden von Fliegen können nicht irren - fresst Scheiße :poop:

(oder die gleichwertige Alternative: SZ-Abo holen)

Zu behaupten, dass “beide Seiten schuld am Krieg sind”, ist Stuss, da würde ich dem Autor recht geben. Und in der Tat sagte Dohnanyi, dass “Putin um Personen gebeten habe, die im Namen der EU über einen Frieden in der Ukraine verhandeln”, was so nun wirklich nicht stimmt.

Aber eine “Fernsehbühne für Putin-Propaganda” war es trotzdem nicht. Es war ein 8-minütiges Interview, das zwischendurch eingespielt wurde. Für die eigentliche Debatte in der Talkshow im Prinzip nutzlos. Daher halte ich diesen Meinungsbeitrag des SZ-Autors auch für etwas überzogen.

An das Thema, was eigentlich gar nicht Thema der Sendung war, sondern nur in einem Nebensatz erwähnt wurde, haben sich aber auch andere Medien rangehängt.

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Der Autor bringt darüberhinaus keine Argumente, er haut einfach „Stuss“ raus und damit ist der Fall erledigt? Das ist doch sehr verdächtig.

Angenommen, man wusste, dass Russland gewisse Ansprüche stellt bezüglich Ukraine, und im Zweifelsfall eskalieren würde, hat man dann nicht eine Teilschuld wenn man dies ignoriert?

Man sollte darüber streiten ob diese Ansprüche überhaupt berechtigt sind oder nicht, aber wenn man sie wissentlich ignoriert, und permanent eine Politik betreibt, die diesen Ansprüchen entgegen wirkt, dann weiß man, dass dies die Lage verschärft. Man nimmt eine weitere Verschärfung und irgendwann eine Eskalation in Kauf.

Diese Schuldfrage ist seit 2022 immer im Zentrum der Debatten. Ich glaube, man möchte mit dem statement „alleine Putin ist schuld“ jegliches westliche Verschulden von sich weisen. Man wollte nie Zugeständnisse an einen Diktator machen und will es jetzt und in Zukunft auch nicht, und das soll auch so bleiben.

Das darf auch gar nicht sein, erstens wegen der Moral, und zweitens, eigene Interessen. Wer hat Schuld an einem Interessenkonflikt? :roll_eyes: