Moin. Zeit für ein Manifest. Die Casa Ulmen ist wieder ein typisch medial aufgebauschter Misthaufen, in dem Prominente ihre schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit waschen und der digital gespaltene Mob die Fackeln anzündet. Und natürlich dürfen die guten und so besonnenen Feministinnen ihre Gewaltfantasien ins Netzt pöbeln, während der privilegierte Mann das Generalproblem für alles ist. Klar. Und scheiß auf die Justiz, die ist eh vom Patriarchat unterwandert und schützt die Täter. Besser, wir regeln das selbst, denn damals im Mittelalter, als man rothaarige Frauen verbrannt hat, war es viel besser. Da wurde aufgeräumt.
Aber es ist ja eigentlich eh nur digitale Gewalt und die Idee, der Gesetzgeber möge hier regulieren, ist ehrenwert, aber fernab jeglicher Realität, weil unsere Mühlen erstens sehr langsam mahlen und Gesetze nach ihrer Reife schon wieder hinter den aktuellen Zuständen herhinken und zweitens oft gar nicht greifen, weil das Internet ein global agierender Körper ist. Ob in Deutschland nun ein Deepfake-Beitrag oder ein Sexvideo gesetzlich verfolgt wird, kommt der Irrelevanz nahe, da gleichzeitig abertausende solcher Beiträge auf alle möglichen Portale gespült und verbreitet werden. Das Internet ist tot, so sieht es aus! Und dazu muss man einfach mal die tollen KI-generierten Tier- oder Babyvideos auf der Boomerplattform Facebook anschauen und die Kommentare überfliegen. “Süß”, “ach wie toll”, “so rührend” - niemand checkt es.
Und um an härtesten Sex in Bild und Ton zu gelangen, reicht eine Google-Suche. So gut funktioniert der digitale Schutz. Es war früher schwieriger, an eine Bravo Zeitschrift zu kommen als heute an abgründigste Sexfantasien. Ein Fass ohne Boden, nicht zu flicken.
Zum Kirchenbeitrag kann ich nur sagen: als traditionell christlich aufgewachsener Mensch, der getauft und konfirmiert ist und sich gerne auch auf die Feiertage Ostern oder Weihnachten besinnt, sehe ich jegliche Art der Religion als Wurzel vielerlei Übels. Ich sehe den Glauben mittlerweile eher als eine Art Leitfaden, für sich selbst ein ordentliches Leben zu führen und Werten wie Nächstenliebe oder Moral einen Raum zu geben. Aber sein Leben einem Gott zu unterwerfen und sich strenge Regeln aufzuerlegen, die auch Ausgrenzung andere Menschen beinhaltet (wie etwa Homosexuelle, was ich in einer christlichen Glaubensgemeinschaft erfahren durfte, der Teile meiner Verwandtschaft angehören), ist für mich kein Weg. Da tendiere ich dann fast schon zum Atheismus. Die Austritte aber damit zu begründen, ist doch lachhaft, denn es ist wahrscheinlich die entfallende Kirchensteuer, die lockt. Schade für viele kirchlich engagierte Bewegungen, die man vielleicht nicht auf dem Schirm hat, wenn man diese Entscheidung trifft, aber generell ist Religion ein Relikt aus einer unaufgeklärten Zeit, die es vor allem in den Extremen zu hinterfragen gilt.
Bleibt noch Shurjoka. Irrelevant. Fertig.
Schön auch, wie Ali mit veralteten Mythen aufräumt, an denen man gut sehen kann, wie man Vorschriften einfach weiterführt, obwohl deren Ursprung gar nicht mehr existiert. Ein wunderbares Beispiel für langsame Mühlen.
Und bei Funk wissen wir nun, dass wir ein Trial-and-Error-Prinzip finanzieren. Wir probieren was aus, klappt nicht, alles klar, nächstes Format. Prima. Passt zum Zeitgeist “Hauptsache schnell - Qualität kommt nach zig Fehlversuchen automatisch.” Zumindest statistisch. Alte Sprichwörter wie das vom kornfindenden blinden Huhn bleiben somit weiterhin wunderbar modern.
Schönes Wochenende!