Aber das Argument stimmt doch: die Lokführer streiken während der Arbeitszeit, umd Druck aufzubauen (auf die Konzernleitung, aber auch auf die Fahrgäste - damit diese wiederum Druck auf den Konzern ausüben).
Die FFF-Demonstranten demonstrieren während der Schulzeit, um Druck auf die Politik und und die Eltern auszuüben, und das funktioniert sehr gut wie man an den Reaktionen sehen kann. Sie demonstrieren allerdings auch an schulfreien Tagen (gerade wieder letzten Freitag in Wien gab es eine große Kundgebung mit Greta Thunberg, auch Arnold Schwarzenegger war anwesend. Das war ein schulfreier Brückentag in Wien). Aber die Wirkung ist nur erklärbar, weil die Schüler ihren Unterricht niederlegen. Nur deshalb kann die Politik es nicht einfach ignorieren.
“Der Streik Ist eine vorübergehende Verweigerung der Arbeitsleistung einer verhältnismäßig großen Anzahl von Arbeitnehmern, um ein gemeinsames Ziel im Rahmen ihrer Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse zu erreichen. Deren kollektive Arbeitsniederlegung verletzt - nach dem kollektiven Arbeitsrecht der Bundesrepublik Deutschland - nicht ihre Arbeitspflicht, da für die Dauer des Streiks das Beschäftigungsverhältnis als suspendiert gilt.”
Case closed. Sie demonstrieren. Sie streiken nicht.
Kläre mich auf Holger. Vom Gesetzgeber her gibt es nur den Begriff der Umsatzssteuer. Ich habe auch noch nie in meinen Rechnungen Mehrwertsteuer aufgeführt oder bei Eingangsrechnungen Mehrwertsteuer gesehen?
Bin aber immer offen dafür, dass ich da auch mal was falsch verstehe. In meinen bald 20 Jahren der Selbsständigkeit hat mich jedenfalls nie etwas anderes als die Umsatzsteuer begleitet.
@ExtraKlaus trotzdem stimmt der Vergleich und das Argument. Dass es formal kein Streik ist - okay! Dann ist es eben eine Verweigerung, oder ein Aufstand.
Eine gewöhnliche Demonstration ist es jedenfalls nicht, da sie ja absichtlich ihrer Schulpflicht nicht nachkommen.
Ja, und der hat halt konsequenzen. Deutschland ist immer noch ein Rechtsstaat, und damit kann selbst der grünste Lehrer nicht ewig das Schulschwänzen als legitim rechtfertigen und die Kinder schützen. Die Aussage Streik ist schwachsinn, weil sie impliziert, dass das Schulschwänzen für Demos de fakto konsequenzlos bleiben muss/ müsste. Ein Frame, der sich nicht etablieren darf, weil er wirklich falsch ist.
Das Ziel ist sich nachher nämlich als Opfer zu inszenieren, die nicht versetzt werden, weil sie teilweise über 30% der Unterrichtszeit fehlen könnten.
Natürlich hat es Konsequenzen. Denen muss sich jeder Teilnehmer bewusst sein. Ich würde als Schüler auch nicht jeden Freitag schwänzen, sondern vielleicht einmal im Monat. Die Abwägung, ob man die Konsequenzen in Kauf nimmt, muss jeder für sich selbst treffen, eine sehr persönliche Entscheidung.
Als Schulstreik bezeichnet man die Schulverweigerung durch Schüler, meist verbunden mit Demonstrationen während der Unterrichtszeit, zur Durchsetzung politischer Ziele.
Das die Schulpflicht nicht ohnehin stärker vollzogen wird, ist schon ein enormes Privilleg, und mehr als genug Hand-vor-den-Arsch-halten als eigentlich zugestanden werden müsste.
"Da Schüler in der Schule eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, handelt es sich genau genommen nicht um einen Streik im konventionellen Sinne, sondern um einen Boykott. Dennoch hat sich der Begriff des Schulstreiks etabliert. "
Wie @STaRDoGG mit seinem Link schön untermauert ist es kein Streik im juristischen Sinn. Aber die deutsche Sprache richtet sich nicht nach dem Gesetzbuch. Daher ist es schon ein Streik, nur keiner nach dem Streikrecht Case closed.
Der Begriff Schulstreik hat sich etabliert. Dass es einen Unterschied gibt zwischen Schueler die nicht zum Unterricht gehen und Arbeitnehmern die nicht zur Arbeit gibt im juristischen Sinne ist jedem klar. Aber wenn du Erbsenzaehler-Alman spielen willst tu das gerne. Aendert aber nix dran, dass jeder von einem Schulstreik redet
Es ging aber nicht um die Begrifflichkeit, wenn ich daran mal kurz erinnern darf, sondern an einen VERGLEICH mit Arbeitsstreiks. Und der ist falsch. Punkt. Völlig egal, ob sich im Volksmund die Begrifflichkeit Schulstreik eingebürgert hat, es ist kein Streik im Sinne des Wortes, kann es auch gar nicht sein. Man muss hier schon fragen, ob hier einige gerade nur aus Prinzip widersprechen und gar nicht Holgers initiale Bemerkung, auf die ich reagiert hatte, gelesen haben:
Um den vergleich der Wirkung ging es, und die trifft nun einmal nur während der Arbeits/Schulzeit ein. Wenn die Lokführer nach der Arbeit streiken interessiert es keinen - exakt wie bei den Schülern nach der Schule. Schwer zu verstehen?
Und meinetwegen sollen sie auch in der Schulzeit schwänzen um zu demonstrieren. Aber das muss man moralisch nicht überhöhen, und halt die Konsequenzen dafür tragen, wenn man jede Woche einen Tag im Unterricht fehlt. In diesem Land gibt es Gesetze nicht dafür, damit man sie je nach politischer Gesinnung mal ernst und dann wieder nicht ernst nehmen muss, wenn es nur um den Richtigen Grund geht. Auf genau dieser Basis arbeitet aber dieser Vergleich und diese Argumentation.
Geht mal bitte weg von dem Schulstreik und die Definition des Wortes, oder die Auswirkungen, oder ähnliches. Ihr habt meine extrem hohe Schwelle zum Ausblenden von OT Beiträgen zu 99,987435% erreicht.
Was merkwürdig ist, das Deutschland mehr Strom expandiert und am internationalen Strommarkt verkauft als es benötigt. Zudem Subventionieren wir Kohlekraftwerke und zahlen für deren „Sofortbereitstellung“ irrsinnig viel Geld. Ach ja, die Atomlobby bekommt ja auch noch Geld von uns, weil wir vorzeitig aussteigen. Gleichzeitig werden die Atommeiler ausgegründet damit die Energiekonzerne nicht haften müssen für Rückbau und Lagerung. Ausgleich AuslagerungKrise Energieunternehmen
Das ist nur die halbe Wahrheit. Komisch, dass der teure Einkauf von Atomstrom aus Frankreich bei diesem Pseudoargument immer unter den Tisch geworfen wird!
Und es macht Sinn, sich vielleicht auch mal mit den elektrotechnischen Gründen außeinander zu setzen, warum wir konventionelle zentralistische stabile Energieversorgung brauchen.
Nein, es gibt beides. Aber vielleicht hast du deshalb meine Argumentation im Beitrag nicht nachvollziehen können. Jetzt ergibt es ein ganzes Bild
Ich versuche es mal: Die Mehrwertsteuer ist im Grunde eine Unterkategorie der Umsatzsteuer. Als „Mehrwertsteuer“ wird EINE Variante bezeichnet, wonach die Umsatzsteuer erhoben wird. Ein Unternehmen zahlt auf den Mehrwert des Produktes die Umsatzsteuer. Das Unternehmen erhält die im Einkauf bezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt zurück.
Oder als Analogie: Tische sind Möbelstücke, aber nicht alle Möbelstücke sind Tische.
Es bleibt unscharf, Holger. Die gesetzlichen Begrifflichkeiten sind Umsatzssteuer und Vorsteuer. Das erläuterst du ja auch so. Allerdings ist für den Endkunden die Vorsteuer gar nicht relevant. Für ihn gibt es nur die Umsatzssteuer, die er praktisch auf alles entrichten muss, was er erwirbt. Dabei ist es für die Gesamtbetrachtung auch nicht wirklich erheblich, dass es einen ermäßigten Satz z.B. für Lebensmittel gibt.
Die Belastung ist prozentual bei den kleinen Einkommen höher als bei den großen Einkommen. Genau das hat das DIW in der Betrachtung, die ich dir oben verlinkt hatte, so auch festgestellt. Daher halte ich Rezos Argument in diesem Punkt für korrekt.
Edit: Es ist sogar ein wichtiger Kritikpunkt, weil es nicht ein passives Verhalten kritisiert, sondern ein Verhalten, welches aktiv durch die von ihm kritisierte Partei durch eine Anhebung des Steuersatzes betrieben wurde. Das war übrigens damals aus genau den Gründen, die das DIW aufführt, auch schon stark in der Kritik.