Moin! Zurück aus dem viel zu kurzen Urlaub und nach einer Arbeitswoche schon wieder im Alltag verbrannt, freute ich mich über die bunt durchmischte Folge heute, auch wenn hier und da das Aggressionspotenzial Wirkung zeigte.
Die ARD - oder besser der ganze öffentlich-rechtliche Apparat - sind die Verkörperung des Wortes “cringe”, wenn es um die Anbiederung an die Jugend von heute geht. Dass die einzige Idee darin besteht, dorthin zu gehen, wo das Zielpublikum ist und mit wehenden Fahnen “Hey, wir sind jetzt auch cool - kommt alle her” brüllt (und das auch noch wörtlich!), zeigt eine erschreckende Kreativlosigkeit und ist im Grunde ein Eingeständnis, dass man offenbar “out” ist. Selbstreflexion wäre hier dringend angebracht. Stattdessen gibt es Games, die niemand will oder braucht und kindgerecht verpackte Ideologie über - sagen wir es mal so hart, wie es eigentlich ist - die Normalisierung psychischer Störungen. Na ja.
Aber eine Sache ist wahrhaftig nicht neu: die SWR3-Eis-Verteilerei gibt es in dieser Variation bereits mindestens seit 20 Jahren. Auch in meiner Firma war der Eistruck schon mal zu Gast, daher kommt der Aufreger reichlich spät.
Nun aber zum Kernthema, das mich schon ein bisschen gewundert hat, weil es für mich offenkundig ist: Fake-Werbung auf Facebook. Also in meiner Wahrnehmung besteht diese Art möglicherweise Betrug im gesamten Internet, egal, ob ich auf der Seite eines Fachmagazins oder einer Tageszeitung unterwegs bin und egal welche Plattform ich nutze. Facebook, Instagram, auch YouTube und jedes Webseite, die sich die Kostenfreiheit über Sponsoring verdient, hat massenhaft unseriöse Anzeigen im Programm.
Gut, viele sind vielleicht eher klassische Lockangebote im Sinne von Clickbait, aber man muss nicht lange suchen, um offensichtlichen möglicherweise Betrug zu finden.
Nach 10 Folgen Kay-Uwe Meyer müsste dann auch schnell klar sein, was mit der Kreditkartennummer veranstaltet wird, hat man diese erst mal rausgerückt (hoffe ich doch), aber danke dafür, dass wir das nun definitiv wissen, das nenne ich mal einen heroischen Selbstversuch. Jedenfalls ist das kein Facebook-individuelles Problem, es mag dort vielleicht deutlicher auffallen, weil man es als “Beitrag” und nicht als “Anzeige” laufen lassen kann.
Interessant ist, dass solcherart Werbung überall toleriert wird, während ein falsches Wort in einem Kommentar bereits zur Sperrung des Accounts führen kann. Mich begeistert ja beispielsweise Werbung für USB-Sticks mit grippten Spielen, bei denen offenbar selbst hart agierende Konzerne wie Nintendo machtlos sind. Und wenn sowas dann auch noch auf Amazon offiziell vertickt wird….anderes Thema, das sicher auch mal einen Beitrag wert wäre.
Fakt ist und bleibt: wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, ist es nicht wahr. Immer. Fakt ist auch, dass es immer schlimmer wird. Wo ich früher mit einem Startgeschenk zum Kauf-Abo des Bertelsmann-Clubs gelockt wurde, werde ich heute regelrecht überflutet mit Werbung, ich werde abgelenkt, ich werde belehrt, angeschrien, mir wird Angst gemacht und Zeitdruck aufgebaut.
Doch obwohl das Internet tatsächlich tot ist, scheint es immer noch genügend Menschen zu geben, die darauf hereinfallen, wie erst vor wenigen Wochen im eigenen Umfeld erlebt. “Haste gehört? Merz war bei Maischberger und hat versehentlich seine Trading-Strategie vorgestellt”. Facepalm!
Ich sehe weiterhin schwarz für die mediensüchtige Gesellschaft, die sich das alles jeden Tag stundenlang und bewusst oder unbewusst reinzieht. Da freut man sich ja auf weitere Ausbaustufen der Digitalisierung, basierend auf dem Vertrauen, die betreffenden Firmen würden schon gut auf die sensiblen Daten aufpassen.
Ich werbe an dieser Stelle noch mal mit Abstinenz von digitalen und vor allem sozialen Medien. Der Effekt: weniger Aufreger (einmal pro Woche Mediatheke verkrafte ich) und viel mehr Zeit zum Bücher lesen und mich anderen Hobbies zu widmen. Wie früher halt. Und die Entzugserscheinung hält hier nicht lange vor, es lohnt sich also, mal zu überlegen, warum man gerade mit einer App hantiert, denn meist kommt kein triftiger Grund dabei heraus.
In diesem Sinne ein schönes, medienfreies Wochenende.