Folge 347: Böhmi und die Nazis - Das Koks-Gerücht - Journalisten in der Politik

Und das glaube ich eben nicht (!). Ich möchte jetzt keine Verschwörung herbeireden, aber ich kennen fast Niemenden, der sich lineares Fernsehn noch anschaut, auch Nachrichten immer seltener (aus gegeben Anlass und dem aktuellen Zustand des TV und der Qualität der Nachrichen) und ich habe einen breit gefächerten Bekanntenkreis. Und wenn ich auf der Arbeit mal rum frage, was denkst du über Böhmermanns Bloßstellung des You Tubers, kommt sehr oft nur: " Was war denn?"

Gut, dass, kann man jetzt nicht als Grundlage sehen, aber bei dem Verhälntnis des ÖRR zur Faktenrecherche, wo die Realtität oder die tatsächlich geschehnen Dinge oft nicht das oberste Maß sind, sondern die Beinflussung von Menschen, diese Zahlen mögen sie aufstellen, aber Glauben muss man das sicher nicht.

Wenn 6 Million Menschen Böhmermann schauen, nehme ich aber alles zurück. Ich denke aber eher, dass auch von dem genannten Marktanteil gerade Zuschauer bei Netflix oder You Tube usw., unterwegs sind.

Ausserdem wird für die aktuelle Böhmermannsendung ja massivst geworben. :wink:

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Weiß nicht. An Hochschulen trifft man durchaus so einige Bio-Deutsche in ihren 20ern, die sich vom ÖRR und dem Spiegel gut informiert fühlen und denen Böhmermann und Die Anstalt seien gute Comedy.

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Leute, haltet es doch bitte so, wie es lange hier üblich war, dann bleibt das Forum auch weiterhin eines der angenehmsten seiner Art: nicht zuviel in geschriebenen Text reininterpretieren, nicht persönlich werden, nichts persönlich nehmen. Danke!

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Und verkündet wird dies aus Überzeugung oder dem Wunsch nach einem unzerstörten Leben?

Jan Böhmermann wird für mich zusehends zum Ärgernis und ich stelle mir immer öfter die Frage, ob nicht allmählich zu viele Begriffe zu sehr gedehnt werden, Hauptsache es dient irgend einem Aktivismus.

Man kann nun juristisch darüber debattieren, ob im Magazin Royale jemand gedoxt wurde oder nicht. Das kann und will ich nicht beurteilen, doch ich bin mir sicher, die Intension des Beitrags lag darin, dem Betreiber von Clownswelt das Leben außerhalb seines Kanals schwer zu machen.
Das erledigt dann allerdings der Mob, den man indirekt angestachelt hat. Und wenn man den jüngsten Berichten Glauben schenken darf (wovon ich leider ausgehen muss), geht es bereits mit handfesten Drohbriefen los. Anonym natürlich, klar, denn die andere Seite ist so viel besser.
Und bestimmt steckt da Russland dahinter. Oder es war doch nur Satire, hahaha. Erkennt man das nicht?

Ich kenne die Kanäle und Inhalte von Clownswelt sehr gut und ja, viele Beiträge hängen sich an Details auf und weisen eine Schulaufsatz-Rhetorik auf, die man auch von Kuchen-TV kennt. Das ist oft nur halb so relevant, als es uns Clownie verkauft, aber es ist auch nicht falsch, geschweige denn strafrechtlich bedenklich.
Wenn ich so manche Auswüchse von extremen „Linken“ (also Guten) anschaue, die sich Staiy oder Dekarldent nennen, gäbe es da viel mehr zu holen, allein was die Ausdrucksform angeht. Ist aber vermutlich auch Satire, was weiß ich schon?!

Dass sich Clownie in der Anonymität versteckt, finde ich hingegen schlecht, denn damit schwächt er sich und seine Position deutlich, da man davon ausgehen muss, dass er außerhalb seines Avatars eine konformere Rolle spielt, als er vorgibt. Ich sage immer, wenn ich eine Meinung habe, vertrete ich sie auch mit meiner Person und wenn ich deswegen Probleme, wie Übergriffe befürchten muss, dann liegt eigentlich dort eine Ursache, die es zu bekämpfen gilt.
Doch Anonymität ist eben auch sein gutes Recht, ob wir das nun alle dumm finden oder nicht.

Was aber auf jeden Fall passiert, ist, dass solche Aktionen genau die Leute stärken, die man angreifen wollte. All diejenigen, die sich bereits von links abgewandt haben, werden sich noch mal bestätigt fühlen und es werden noch weitere folgen, denn der einzige Extremismus, den man medial wahrnimmt, ist neben der Messergewalt der von angebliche guten Aktivisten, die sich mit fragwürdigen Mitteln in den Kampf werfen. Man sieht es bei Klimaklebern, man sah es in Lützerath, man sieht es auf jeder Demo gegen Rechts und man sieht es daran, dass sich durch einen Satirebeitrag Menschen dazu aufgefordert fühlen, die Mistgabel auszupacken, immerhin hat man ja offiziell den ÖRR im Rücken. Oder so.

Keine Ahnung, wohin wir uns noch entwickeln werden, aber der Trend geht rückwärts und abwärts. Wir waren echt mal besser, egal ob Toleranz, Akzeptanz oder Diskurs- und Streitfähigkeit.
Heute braucht man in der Medienwelt wegen jedem Scheißdreck einen Anwalt und einen Schlägertrupp. Ich warte echt auf den Bürgerkrieg.

Ah noch ein Puffi-Fan. :grinning_face: Ich finde, dass er nach anfänglichem Versuch, das alte Format wieder aufleben zu lassen, spätestens seit dem Wechsel der Band eine eigene Identität gefunden hat. Er braucht keinen Elton, keine Mannix-Stimme und keine Heavy Tones mehr und auch wenn es mal derber wird, ist alles sehr sympathisch.
Das hat Raab nicht (mehr) verstanden. Hätte er ein neues Format erfunden, das es so bisher nicht gab…aber er musste ja in den Krieg gegen Pro 7 ziehen. Die Zeit regelt.

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Leute! Da wundern die sich noch …

Ich Glaube ich lasse mich jetzt auch lieber Pfänden.

ZDF Zitat: " Die Berichterstattung behandelte dabei ein Thema von erheblichem öffentlichen Interesse.“ Es seien Kanäle, „die mit Hass und Hetze und hoher Reichweite gegen unsere freiheitlich demokratische Grundordnung agieren“.

Man kann den ÖRR einfach nicht mehr für voll nehmen, es geht einfach nicht mehr.

Hier mal ein Zitat, aus dem durchaus lohnenswerten Artikel des Cicero.

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Der Marktanteil gibt an, wie viele Menschen von allen, die zur gleichen Zeit fernsehen, die Sendung gesehen haben. 100% sind in diesem Fall nicht alle Zuschauer von 14 bis 49 Jahren, sondern alle Zuschauer von 14 bis 49 Jahren, die zu diesem Zeitpunkt Fernsehen gesehen haben. Der Marktanteil zeigt nur, wie populär eine Sendung zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich zur Konkurrenz war.

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Ex-Gottschalkproduzent Holm Dressler springt für Böhmermann in die Bresche (in den Kommentaren):

ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN 55100 Mainz
Anstalt des öffentlichen Rechts
Der Intendant
Mainz, 20.06.2025

An die
Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer
Programmkritik zur Sendung ZDF Magazin Royale vom 09.05.2025

Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihren Zuschriften sprechen Sie die Sendung „ZDF Magazin Royale" vom 09.05.2025
an.

Konkret kritisieren Sie in Ihren Eingaben, dass in der Sendung die Identität des
anonymen YouTubers „Clownswelt" offengelegt worden sei, einschließlich biografischer
Informationen und Bilder. Dieses Vorgehen erfülle aus Ihrer Sicht die Kriterien des
sogenannten „Doxxing" und stelle einen schwerwiegenden Eingriff in die
Persönlichkeitsrechte der betroffenen Person dar. Sie stellen infrage, ob die Darstellung
in der Sendung dem Gebot der Verhältnismäßigkeit entsprochen hat, insbesondere ob
eine angemessene Abwägung zwischen öffentlichem Interesse und Schutz der
Privatsphäre stattgefunden hat. Zudem fragen Sie, inwiefern das journalistische
Neutralitätsgebot durch die Sendung gewahrt wurde.

Das „ZDF Magazin Royale" vom 09.05.2025 beschäftigte sich als gesellschaftskritische
Satiresendung mit YouTuberinnen und YouTubern, die mit Hass und Hetze, hoher
Reichweite sowie einer gezielten Vernetzung gegen die freiheitlich demokratische
Grundordnung agieren. Dieser Missstand ist ein Thema von erheblichem öffentlichem
Interesse.

Ob und inwieweit Medien in identifizierender Weise über Missstände berichten dürfen,
ist nicht unmittelbar davon abhängig, ob die verantwortlichen Personen zuvor in der
Öffentlichkeit standen oder sogar bewusst aus dem Verborgenen agiert haben. Ziel der
Sendung war es zu verdeutlichen, wie demokratiefeindliche Inhalte über sich
vernetzende Kanäle verbreitet und kommerziell genutzt werden. Die Darstellung des
YouTubers „Clownswelt", so wie diese konkret in der Sendung erfolgt ist, ermöglicht es
den Zuschauerinnen und Zuschauern, sich ein eigenes, differenziertes Bild über den
Themenkomplex zu machen. Dass es davon losgelöst bei Personen, die über das Internet
und damit in der Öffentlichkeit agieren, kein allgemeines Recht auf Anonymität gibt,
zeigt beispielsweise auch die gültige Impressumspflicht, gegen die zum Zeitpunkt der
Ausstrahlung verstoßen wurde.

Wie bei jeder vergleichbaren Berichterstattung des ZDF fand auch im Vorfeld der von
Ihnen angesprochenen Sendung eine umfängliche redaktionelle und juristische
Abwägung zwischen dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und dem öffentlichen
Informationsinteresse statt. Als Ergebnis dieses Abwägungsprozesses beschränken sich
die Angaben in der Sendung bewusst auf nur wenige, recht allgemeine Informationen,
die es den Zuschauerinnen und Zuschauern gleichwohl erlauben, den Werdegang und
den Hintergrund des Machers von „Clownswelt" nachzuvollziehen und damit die Person
besser einordnen zu können. Anders als in der Öffentlichkeit vielfach behauptet, wurden
weder der volle Name des YouTubers „Clownswelt" noch dessen Wohnort genannt. Es
wurde auch kein identifizierendes Bild von ihm gezeigt.

Es handelt sich bei einer solchen Berichterstattung nicht um „Doxxing". Insbesondere
ein strafbares „Doxxing" gemäß § 126a Strafgesetzbuch scheidet nicht nur, aber bereits
deshalb aus, da laut Vorschrift (selbst identifizierende) Berichterstattung über Vorgänge
des Zeitgeschehens und die einhergehende Veröffentlichung einer Recherchearbeit
ausdrücklich nicht unter den Tatbestand fällt.

Zur Zeitgeschichte gehören alle Erscheinungen im Leben der Gegenwart, die von der
Öffentlichkeit beachtet werden, bei ihr Aufmerksamkeit finden und Gegenstand der
Teilnahme oder Wissbegier weiter Kreise sind. Der Begriff ist nicht auf historisch
bedeutsame Ereignisse beschränkt, sondern umfasst auch ganz allgemein das
Zeitgeschehen, also alle Fragen von gesellschaftlichem Interesse. Er wird vom Interesse
der Öffentlichkeit bestimmt und schließt auch die Darstellung einer Person ein, die
ständig oder anlassbezogen in der Öffentlichkeit steht und an der die Allgemeinheit ein
legitimes Informationsinteresse hat (vgl. BGH, Urteil vom 06.03.2007, VI ZR 51/06).
Dies gilt auch bezogen auf die Aktivitäten des YouTubers „Clownswelt" sowie
insbesondere auf seine Rolle als Teil eines größeren, demokratiefeindlichen Netzwerkes.
Es ist in diesem Zusammenhang durch die Rechtsprechung anerkannt, dass Formate, die
auch der Unterhaltung dienen, in besonderem Maße einen Beitrag zum
Meinungsbildungsprozess leisten (vgl. BGH, Urteil vom 06.03.2007, VI ZR 51/06; LG
Köln, Urteil vom 07.10.2009, 28 0 263/09). Die Redaktion des „ZDF Magazin Royale"
legt den Aussagen zu einzelnen Personen oder Themenkomplexen eine sorgfältige
journalistische Recherche zugrunde. Alle Personen, die in der Sendung thematisiert
wurden, erhielten außerdem vorab die Gelegenheit zur Stellungnahme. Der YouTuber
„Clownswelt" entschied sich, hiervon keinen Gebrauch zu machen.

Wie auch in den weiteren in der Sendung behandelten, untereinander vernetzten
YouTube-Kanälen werden von dem Betreiber hinter dem Kanal „Clownswelt" seit
mehreren Jahren insbesondere demokratiefeindliche, rassistische, frauenfeindliche
sowie trans- und homofeindliche Aussagen verbreitet. Diese Inhalte der Kanäle und
deren Reichweiten begründen ein entsprechendes öffentliches Interesse an diesen
Vorgängen und die kritische Befassung damit in unserem Programm. Die durch den ZDFFernsehrat erlassenen Qualitäts- und Programmrichtlinien verpflichten die ZDFAngebote insbesondere zu einer kritischen Haltung gegenüber allen Erscheinungen, die
sich gegen Demokratie und Rechtsstaat richten.

In der Hoffnung, Ihre Bedenken mit meinen Ausführungen ausgeräumt zu haben, würde
ich mich freuen, wenn Sie dem ZDF-Programm auch weiterhin als interessierte und
kritische Zuschauer erhalten bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Norbert Himmler

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