Folge 268: Wunschfilme Juli: u.a. Terminator 2, American Pie, Winnetou

Ich habe die Folge jetzt bewusst nicht geschaut, weil ich zu viele emotionale Erinnerungen an diese Filme habe :sweat_smile:

Winnetou im Wokeness-Check des BR. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ich warte auf das Reaction-Video mit Oliver Flesch.

In der 11. Minute ging George kurz auf die Winnetou Filme ein Götz George, Schauspieler - YouTube

Toll der Hinweis am Ende:

Hinweis: In einer früheren Version wurde behauptet, dass Sam Hawkens Haarausfall hatte und darum eine Perücke trägt. Er wurde aber skalpiert. Außerdem wurde fälschlich beschrieben, dass Karl May nie in Amerika war. Er war in Amerika, aber erst nachdem er Winnetou geschrieben hatte. Er hat bei seinem Aufenthalt in New York und Massachusetts nie einen Cowboy oder indigene Personen gesehen.

Richtig gut recherchierter Artikel…

Zu den Filmen kann ich nicht viel sagen, weil ich die beim einmaligen Schauen furchtbar fand, aber die Bücher von Karl May habe ich als Kind phasenweise verschlungen und Winnetou I lese ich aktuell nochmals.
Man kann sowas natürlich nicht aus heutiger Perspektive beurteilen, aber was mir am Negativsten auffällt ist Deutschtümelei. Diverse Westmänner, denen der Ich-Erzähler begnegnet stellen sich als Deutsche heraus und jeder vorkommende Deutsche ist immer zu 100 % positiv gezeichnet (bis auf den Apachenlehrer Klekih-petra, der in seiner Vergangenheit den Frevel begangen hat sich an der 1848er Revolution zu beteiligen und sich gegen den Glauben zu stellen, inzwischen aber geläutert ist und den Indianern die christliche Religion nahegebracht hat).
Schurken sind ausschließlich unter weißen Amerikanern und Indianern zu finden, wobei letzteren ihre verzweifelte Situation zu Gute gehalten wird.
Das ist auch was, wo Karl May für seine Zeit wirklich weitblickend war - und das ohne die Gegebenheiten persönlich zu kennen. Der Kolonialismus der Weißen wird stark kritisiert und sich für die Belange der Indianer eingesetzt. Der zentrale Konflikt in Winnetou I entspinnt sich ja auch darum, dass der Ich-Erzähler als naives Greenhorn als Landvermesser anheuert für den Bau einer Eisenbahn durch das Gebiet der Apachen. Dass diese aus Sicht des Autors die besseren Argumente haben und im Recht sind, wird sehr deutlich, nur können weder sie noch Old Shatterhand an dieser Entwicklung etwas ändern.
Auch die Wahl des Apachenvolkes als ausnahmslos positiv dargestellte Gruppe und Ursprung des Blutbruders Winnetou ist bemerkenswert - Apachen galten damals als besonders grausam und hatten einen extrem schlechten Ruf. Seine entgegengesetzte Darstellung war sicher Absicht. (Siehe: Apachen – Karl-May-Wiki).
Dass Karl May dafür verantwortlich ist, dass Indianer in Deutschland insgesamt einen sehr guten Ruf haben (weswegen auch die Übertragung von amerikanischen Debatten um das Wort ins Deutsche unsinnig sind), sollte man ebenfalls nicht vergessen.

Letztlich lässt sich der Roman als Plädoyer für Völkerverständigung und das Recht der Ureinwohner auf Erhalt ihres Lebensraums lesen und ist aus meiner Sicht recht gut gealtert.

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Sehr gutes Interview zur Karl-May-Debatte:

Deckt sich im Grunde mit dem, was ich auch schon geschrieben hatte.

Ist das Thema nicht langsam (pardon-the-pun) totgeritten? :rofl:

Sein wir froh, dass Terminator 2 in den Neunzigern rauskam. Vermutlich auch durch den woken Shitstorm zu Avatar 2 distanziert sich Cameron nun von seinen Altwerken, da er nun mit der positiven Inszenierung von Waffen ein Problem hat: