Der Durchschnitt sagt in diesem Fall absolut nichts über die Realität aus.
Ein Jahr voller Wetterextreme (eisig und glühende Hitze) kann auch einen moderaten Durchschnitt ergeben, ist aber dennoch verheerend.
In Bezug zum Bericht über die Anstalt ist mir in der selben Sendung ein weiterer kritischer Punkt aufgefallen die man vielleicht auch thematisieren sollte. In der Sendung wird ein Anruf des Sängers der Band Rammstein, Till Lindemann, nachgestellt. Lindemann spricht beim Anruf mit einer gutturalen etwas Hitlerresken Stimme. Da die Band bekanntermaßen politisch deutlich links steht, finde ich diesen Punkt in der Satiresendung sehr heikel. Es soll hier eine Person Nazifiziert werden, damit die Person negativ dasteht.
Ich möchte Herrn Lindemann hier nicht verteidigen. Die Gerichte sollen klären, was genau passiert ist und in welcher Form es sexuelleÜbergriffe gab, aber hier zu versuchen, eine Person politisch in eine rechte Ecke zu drängen, ist satirisch erbärmlich. Vielleicht ist dies ein Versuch, dass negative Sachen wie sexuelle Übergriffe von linkspolitischen Person nicht durchgeführt werden und deshalb wird Lindemann in die rechte Ecke geschoben.
Passend zu meiner Theorie möchte ich auf die Sendung von Maybrit Illner hinweisen, in der der Philosoph Julian Nida-Rümelin ähnlich argumentiert hat, in dem er darstellte, dass in der heutigen Zeit oft versucht wird, Person in eine Ecke zu drängen, um sie medial abzudrängen und abzuschalten.
Das stimmt zwar - nur wenn man „2022 war das heißeste Jahr" formuliert - dann spricht man vom Durchschnitt - und nicht von den extremen Ausreißern. ![]()
Dass es bei steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels eben auch zu mehr Wetterextremen kommt, ist ein Kontext, der hier tatsächlich nicht genannt wurde, der aber Konsens sein sollte.
In keinem Fall kann aber die (faktisch korrekte) Aussage mit Nennung der absoluten Zahl irgendwie in ihrer Dramatik relativiert werden, auch wenn diese vielleicht noch „angenehm“ erscheinen mag.
In diesem Zusammenhang: Dass absolute Werte manchmal in keinerlei Verhältnis zu ihrem Ausmaß stehen können, sieht man zB an der Erhöhung der Meerestemperatur bzw. an den Folgen, wenn sie um nur wenige Grad ansteigt.
In der Tat.
Kleiner Exkurs:
In Anbetracht der Erwartung von Extremwetterlagen (Egal jetzt ob in Richtung Hitze oder Kälte) wurde mir von jemanden aus dem hausbauenden Gewerbe die Sorge geäußert, dass Passivhäuser gar nicht so zielführend seien, wenn die Wetterextreme zu stark werden.
Kann ich gut nachvollziehen.
Mir macht es in einer Zeit mehr Sorgen, in denen viel zu viele damit brüsten auch schlecht in Mathe gewesen zu sein - inkl. Politiker, dass diese absoluten Zahlen von Entscheidungsträgern nicht korrekt gewertet werden. ![]()
Das der ÖR immer wieder Statistik nicht korrekt beherrscht ist m. E. durchaus ein Alarmsignal.
Ich hab ADS. Bekommt man alles hin
Wie lautete Deine Schlußfolgerung nochmal? War da was mit „Relativierung“?
Um aber neben dem Sarkasmus auch eine ernsthafte Antwort beizutragen: Holgers Kritik bezieht sich hier schlicht nicht darauf, ob oder wie das gut oder schlecht ist. Sondern, daß mit Lügen und Ungenauigkeiten gearbeitet wird, um eine Meinung zu verbreiten.
Gut, die Formulierung mit „Mag ja sein“ + „aber“ ist natürlich etwas unvorteilhaft ![]()
Aber im Kern ging es mir darum: Gerne diese Ungenaugkeiten kritisieren, aber ich habe nicht verstanden, wieso man das mit so relativierenden Aussagen zum Klimawandel kombinieren muss. Das ist unnötig und raubt dem Teil davor die Wirkung …
Das „Unwort des Jahres“ ist jedoch ebenso wie das „Jugendwort des Jahres“ banaler Unfug. Es ist immer lustig, sowas zu lesen – aber ebenso wie die tatsächlich verwendeten „Jugendwörter“ aus der Liste gestrichen werden, da sie irgendjemandem nicht passen, bedienen die „Unwörter“ stets einen politischen Hintergrund.
Ich bin ja stets für „Johannes B. Kerner“ als „Unwort des Jahres“, aber stoße damit nur auf taube Ohren.
Ich habe da keine wirklich relativierenden Aussagen wahrgenommen (weswegen die Kritik für mich in sich stimmig war) – welche Aussagen genau fandest Du denn fragwürdig?
… habe ich ja weiter oben geschrieben. Das waren halt ein paar Aussagen im Beitrag:
- dass die These an den Haaren herbeigezogen sei, dass Menschen mit höherem Einkommen mehr CO2 ausstoßen
- dass es schon immer heiße Tage in Südeuropa gegeben habe und deshalb eine Berichterstattung darüber nicht angemessen sei - obwohl sie ja in einen Trend der Zunahme der Hitzetage passen, in den man sie mMn ohne schlechtes Gewissen einordnen kann.
- dass bei der Korrektur der Lesch-Grafik suggeriert wird, dass die Hitzetage seit 1990 abgenommen haben (was aber einfach daran liegt, dass die ersten beiden Zeiträume 20 Jahre umfassen und der letzte Zeitraum 13 Jahre umfasst
Also ich bin ja bei der Hauptthese dabei, dass ein Überspitzen der Situation kontraproduktiv ist - aber dann halt auch nicht die Situation harmloser darstellen, als sie ist …
Hat er nie gesagt. Bitte im Beitrag nachschauen, ab etwa 3:40. Er hat stets nur gesagt, daß das Flächenverhältnis bei den Kreisen nicht stimmt.
Hat er doch so auch nicht gesagt (ab 1:40 im Beitrag). Ihm ging es um die prominente Platzierung als Aufmacher der Sendung. Und die Frage, ob man damit Panikmache nicht befördert, finde ich durchaus angebracht.
Ich gebe Dir hier recht, daß dies erwähnt hätte werden sollen. Ich habe es im Beitrag nicht bemerkt. Es ändert aber nichts daran, daß das Lesch‘sche Autorenteam hier genauso Mist gebaut hat. Aber: Ja, die Zusatzinfo, daß der letzte Zeitraum nur 13 Jahre umfasst, wäre sinnvoll gewesen.
Edit: Ich bitte für die fehlerhafte Formatierung um Entschuldigung. Ich finde den Fehler nur nicht.
Edit2: Hab‘s hinbekommen.
Du musst etwas vorher schauen, ab 2:45.
„Dies zum Beispiel ist die Sendung Deutschland 3000, in der Moderatorin Eva Schulz und mal erklärt, warum reiche Menschen deutlich mehr CO2 verbrauchen als arme. Eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene These, die obendrein von ihr falsch dargestellt wird.“
Also er sagt:
„Im Moment wird sehr heiß diskutiert, wenn es um die Hitze geht. Das Hauptproblem ist sicherlich, dass zwischen Wetter und Klima oft nicht unterschieden wird und dennoch: Dass es im Sommer gerade in Südeuropa richtig heiß werden kann, ja - ist nun auch kein neues Phänomen. Da ist schon die Frage, ob das etwa in Tagesschau der Aufmacher sein muss, oder ob da nicht auch ein bisschen Panikmache mitspielt.“
Wenn man das ganz wörtlich nimmt ist es vllt. nicht falsch, weil er halt sagt „dass es heiß werden kann“ - aber entscheidend ist ja, dass es öfter heiß wird, auch in Südeuropa. Das heißt, das ist doch schon ein neues Phänomen, in den man das Wetterlage einordnen kann, oder?
Ich wundere mich halt nur: Wnn es um Verbrechen von Menschen mit Migrationshintergrund geht, soll sofort über einzelne Ereignisse und die Beteiligung dieser Menschen berichtet werden (weil es einem allgemeinen Trend entspricht). Aber man darf nicht über Wetterlagen reden, die einen übergreifenden Trend passen? Das ist doch nicht koherent …
EDIT: Was ich in diesem Zusammenhang übrigens als Kritik akzeptieren würde: Die wahre Dramatik z.Z. was Klima angeht sind nicht unbedingt (aber auch) die Tempßeraturen in Südeuropa und vor allem nicht die Waldbrände, sondern die Wasseroberflächentemperatur (https://twitter.com/EliotJacobson/status/1684590711688294400) und Eismenge in der Antaktis (https://twitter.com/think_or_swim/status/1683556231481286656/photo/1).
Das scheint mir zugebenermaßen viel dramatischer als Hitze zu sein, findet aber in den Medien kaum statt. Trotzdem: Mehr Hitzetage hängen mit dem Klimawandel zusammen und das sollte auch berichtet werden dürfen …
Nein, sie sind nur kriminell, denn es wird geprüft ob sie eine kriminelle Vereinigung sind und nicht ob sie eine terroristische sind.
Gegen diese Einschätzung hab ich ja nichts. Von mir aus kann jeder sagen und denken :
Das Gleichsetzen mit Terroristen kritisiere ich. Allerding hast du auch Recht, dass geprüft wird
Solange es noch geprüft wird sollte man da auch sagen, dass es „mutmaßliche Kriminelle sind“ gerade @Fernsehkritiker achtet bei anderen ja immer auf die Wortwahl und hat schon häufiger Taggeschauberichte kritisiert für ein fehlendes oder zuvieles „mutmaßlich“
Es geht um den Begriff kriminelle „Vereinigung“. Das Klimakleber kriminell sind, steht außer Frage. Eine Straße zu blockieren, erfüllt den Straftatbestand der Nötigung. Dementsprechend muss man sie auch nicht als „mutmaßliche“ Kriminelle bezeichnen.
Sie KÖNNEN kriminell sein, nicht sie sind!
Die Unschuldsvermutung ist nur ein juristisches Konstrukt.
Schließlich kann man nicht ein Strafverfahren einleiten, weil nach kriminalistischer Erfahrung die wenn auch geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass eine verfolgbare Straftat begangen worden ist und gleichzeitig die Unschuld vermuten.
Ich zitiere mal wiki und nein es ist eben nicht nur „ein juristisches Konstrukt“, drückt es nämlich den Rechtsstaat aus und das Strafverfahren damit.
Nebenbei ist es noch abgebildet im Art. 6 Absatz 2 der Menschenrechtskonventionen
Es ist also nicht „just for fun“ sondern bildet ein Recht ab, welches in diktatorischen Staaten nur zu gerne unterbunden wird.
(2) Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.
wiki:
Die Unschuldsvermutung (auch Präsumtion der Unschuld [1]) ist eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens und wird heute von den meisten Ländern der Welt zumindest dem Anspruch nach anerkannt.
Wenn du jemanden für unschuldig hältst und trotzdem ein Strafverfahren gegen ihn einleitest bist du schizophren. Wieso kann jemand in Untersuchungshaft kommen, wenn alle seine Unschuld vermuten?
Trotzdem kann das ganze Menschenrecht und ganz wichtig sein. Von „Just for fun“ habe ich auch nichts gesagt.
Und das der Staat und die Justiz sich an seine Konstrukte halten sollte auch klar sein.
Es ist eben keine echte Vermutung. Keiner der am Strafverfahren Beteiligten muss an die Unschuld glauben oder sie vermuten.