Ja, hat sie, mit 25.000 € oder 30.000 € (weiß nicht, wieso verschiedene Summen genannt werden), die sie für den Aufbau ihres Lebens ohne Alg II verwenden sollten. Gleichzeitig sollten sie sich vom Amt abmelden. Siehe auch:
https://www.huffingtonpost.de/entry/hartz-iv-paar-bekam-von-rtl-25000-euro-nach-3-wochen-war-es-weg-das-sagen-sie-heute_de_5b505e19e4b0fd5c73c27676
Naja, laut RTL ist das alles echt - aber wir wissen ja, dass auch hier die Grenzen zu Scripted Reality oft fließend sind.
Das ist natürlich die denkbar einfachste Lösung: Widersprüche einfach ignorieren. Komm schon, das kann man auch eleganter vermitteln.
Wer den ideellen Kern der Skeptikerbewegung lebt (Positivismus, Empirismus, Naturalismus, Wissenschaftlichkeit), ist selbstverständlich immun gegen pseudowissenschaftlichen Nonsens. Eine These, die nicht zu den Beobachtungen passt, wird einfach verworfen oder - falls möglich - modifiziert. Es gibt keinen über diesen harten Kern hinausgehenden Dogmatismus. Daher sind Skeptiker keine Homöopathen, Impfverweigerer oder Astrologen. Wer dennoch Fan eines irrationalen Glaubenssystems sein möchte, muss nun einmal damit leben, dass diese nicht mit der skeptischen Denke in Einklang zu bringen sind. Jener Sicht auf die Welt also, die uns technischen und zivilisatorischen Fortschritt bringt.
Nach dem Motto: Kennst Du eine, kennst Du alle. Das ist mir zu flach. Eine Auseinandersetzung mit der Sendung muss schon sein. Wo war denn der nicht offensichtliche Trash? Jetzt müsste ich mir zumindest die eine Sendung nochmal ansehen, um das beurteilen zu können. Das kann ja nicht Sinn von FKTV sein. Satire gut und schön. Das der Satire zugrundeliegende muss aber erklärt werden.
Hi! Wollte mich nur bedanken für die Antwort in Beitrag 19!
In Anbetracht, dass es sich um RTL handelt, war mir das nicht klar ersichtlich.
Irgendwie kam mir die Sendung recht lieblos dahingerotzt vor, in Anbetracht dessen, dass es die letzte reguläre FKTV-Folge war. Holger wirkte so “gähn”, jetzt kommt was, was schon oft war und “gähn”, sowas hatten wir immer wieder in der Sendung und nun noch das “gähn” obligatorische RTL-Bashing.
Aber schön, dass man den Beitrag für den gestrichenen Serienkiller noch in FKTV verwenden konnte.
Zunächst einmal: Ich hoffe, ihr bekommt wenigstens vor dem Europäischen Gerichtshof recht, auch wenn die einzelnen Staaten die Urteile nicht immer umsetzen ( ob das beim Menschenrechtsgerichtshof auch so ist, weiß ich nicht ).
Der politische Weg ist wahrscheinlich ohne Alternative. So wie das ÖR-Fernsehen jetzt strukturiert ist, wie es politisch beeinflusst wird und wie selbstgefällig es mit Kritik umgeht, kann es nicht ewig weiterlaufen. Alles, was du bisher zu dem Thema gebracht hast, deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen sich der Fehler in ihrem System sehr wohl bewusst sind, aber Reformen um jeden Preis abwehren wollen, weil die Maden Angst haben, dass man ihnen den Speck wegnimmt. Da helfen nur harte Einschnitte von außen.
Puncto RTL-Zahltag-Trash: Leute, die „Comedy“ ist doch, dass der Zuschauer wieder für blöd verkauft wird: Das Hartz-IV-Paar geht vor die Tür und findet dort total überrascht einen Geldkoffer vor. Die Anwesenheit der Kamera nimmt es natürlich nicht wahr. Alles ganz spontan. Und dann sollen wir auch noch glauben, dass diese Paare das Geld völlig auf sich gestellt, eigenverantwortlich ausgeben? Während nebenbei die Kamera läuft und ein Fernsehteam dabei ist? Und die ganzen Dialoge völlig authentisch sind, überhaupt nicht vorgegeben? So wie Privatmenschen miteinander reden, wenn, äh, naja, keine Kamera dabei ist?
Und es kommt euch nicht komisch vor, dass da eine dreiköpfige „Jury“ im Hintergrund das Verhalten der Protagonisten beurteilt? Und damit stellvertretend für den Zuschauer über die vorgeführten Menschen ablästert? Wenigstens kann man hoffen, dass die Familie die eingekauften Güter behalten durfte - eine kleine Entschädigung fürs Blamieren vor der ganzen Nachbarschaft und dem Bekanntenkreis mit all seinen Folgen. Bei „Schwer verliebt“ und „Schwiegertochter gesucht“ haben die Protagonisten weniger Glück, wie wir wissen.
Bei „Armes reiches Deutschland“ kam die Comedy weniger raus, aber „Obststand-Didi“ hat schon was.
Wie immer habe ich den Beitrag von Wolfgang M. Schmitt sehr genossen, und ich glaube, dass wir die Diskussion in diesem Thread darauf konzentrieren sollten.
Aber ich komme nicht umhin zu erkennen, dass der Beitrag eigentlich für den „Serienkiller“ gedacht war.
Gibt es echt keinen Weg mehr für euch, sich noch zusammenzuraufen? Das Format würde ich wirklich vermissen.
Anyway.
Schon über das Format „Big Brother“ hieß es im „Spiegel“ einmal sinngemäß, die Darsteller hätten im Leben zu viel ferngesehen. Sie agierten vor der Kamera tatsächlich wie halbe Soapdarsteller und hielten sich dabei für authentisch.
Man sollte allerdings wirklich die Frage stellen, wann wir im Leben eigentlich keine Rollen spielen, wann wir wirklich „wir selbst“ sind. Lernen wir nicht von klein auf durch jedwede Sozialisation, wann für uns welches Verhalten am vorteilhaftesten ist? Spielen wir nicht permanent Rollen, versuchen uns vor anderen darzustellen, ob uns das jetzt bewusst ist oder nicht? Aber wenn das so ist, wann wird eine Rolle zu einer Fiktion, wann wird sie zu einer Lüge?
In einem anderen, Jahre darauf folgenden „Spiegel“-Beitrag ( es ging um eine Sozialwissenschaftlerin, Name vergessen ) hieß es, Entfremdung entstehe nicht durch die Rollen selbst, aber es gäbe Entfremdung in diesen Rollen.
Ist diese „Vereindeutigung“ der Welt, wie sie Wolfgang hier zitiert, eine Form der Entfremdung?
Angenommen, ich schreibe eine Nachricht auf Whattsapp, von der ich nicht wissen kann, ob die Worte so verstanden werden, wie ich sie rüberbringen wollte. Dann bin ich froh, dass es die Emoticons gibt. Und wenn ich spiespältig empfinde, kann ich auch zwei oder mehr Emoticons aneinanderreihen.
Im persönlichen Gespräch jedoch würde mein Gegenüber jedoch viel mehr Zwischentöne bemerken. Er spürt die Vielschichtigkeit meiner Persönlichkeit, ohne sie dafür gänzlich durchleuchten oder sezieren zu müssen, und wenn er dies ernsthaft tun wollte, wäre er sein ganzes Leben damit beschäftigt. Entsprechend wird er reagieren, und auch das mit der ganzen Vielschichtigkeit seiner Persönlichkeit.
Der größte Anteil unserer Denkprozesse ist unbewusst. Der bewusste Teil unseres Selbst ist dabei nicht mehr als ein Arbeitsspeicher. Werde ich mir selbst gerecht, wenn ich all das, was ich empfinde, in ein Emoticon presse?
Sicher, das ist das Problem der Schriftsprache überhaupt. Ein Romanautor beschreibt nicht alle Empfindungen seiner Figuren haarklein, sondern hofft, dass der Leser durch bestimmte Wortwahl angetriggert wird und die Konnotationen und Assoziationen aus ihm raussprudeln.
Aber was, wenn wir das Emoticon permanent mit uns herumtragen, wie von Wolfgang behauptet? Wenn wir glauben, um von anderen verstanden zu werden, müssten wir uns auf einen Wesenszug reduzieren, eine Emotion? Dann schneiden wir uns von dem größten Teil unseres Selbst ab, sprich entfremden uns von uns selbst.
Kennt ihr Beispiele aus eurem Alltag, die das belegen würden?
Nein, ganz so dumm ist es nicht. Direkt davor wird in der RTL-Sendung gesagt: „René und Andrea wissen bisher nur, dass sie als Teilnehmer für unser Experiment infrage kommen. Was sie aber nicht ahnen: Wir haben sie bereits ausgewählt und stellen ihnen jetzt einen Koffer mit 24.220 Euro vor die Tür.“ (Zahltag! Ein Koffer voller Chancen, Folge 1, Kapitel 1, ab 14:00)
Bei der zweiten Familie in der Sendung:
„Familie Bergmann weiß, dass wir sie für das Auswahlverfahren unseres Sozialexperiments filmen. Aber sie haben keine Ahnung, dass wir gleich 29.535 Euro vor ihrer Tür abstellen, ihre kompletten Hartz-IV-Bruttobezüge für ein ganzes Jahr.“ (Kapitel 2, ab 06:45)
Natürlich, denn das anonyme Niederschreiben von Personen ist ganz sicher keine Aufklärung. Aufklärung wäre es, wenn man die Thesen derjenigen Personen, die du oben als Quaksalber, Scharlatane oder Verschwörungsfans bezeichnest, entsprechend erwiedern würde und fertig.
Wenn einem das zu mühsam ist, was ich verstehen kann, dann kann man es auch gerne lassen, aber wenn man es macht, dann gefälligst sauber ohne das ganze anonyme Denunanzentum von Psiram.
Glaubst du ernsthaft, er hätte im Serienkiller „Berlin Tag & Nacht“ besprochen?
Das war schon eine exklusive Arbeit für FKTV.
Ja, aber das Kamerateam ist bereits in ihrem Haus. Ist doch komisch, wenn man erst in der engeren Auswahl steht, oder?
Nein, weil man mit ihnen vorgeblich eine Art Bewerbungsvideo dreht, bei dem das Team zum einen die Familie interviewt und zum anderen alltägliche Szenen gezeigt werden, die sich in der Wohnung abspielen. Dann klingelt es zufällig an der Tür (was der Familie nicht unbedingt passt, man ist schließlich bei Dreharbeiten), ein Familienmitglied öffnet sie, eine Kameraperson geht hinterher, und das Familienmitglied findet verwundert einen Koffer vor. Möglicherweise ist draußen auch noch jemand mit einer Kamera versteckt. Was ich nicht so recht deuten kann, ist die Reaktion der Familie, die sich fragt, was wohl im Koffer sein mag. Vielleicht ist es nur Aufregung oder Vorfreude, denn der zeitliche Zusammenhang mit den Dreharbeiten sollte der Familie sofort auffallen und daher fände ich Überraschung beim Öffnen nicht ganz passend (so ein Geldkoffer vor der Tür ist ja leider nicht alltäglich).
Ich will damit auch gar nicht die Sendung verteidigen, sondern nur ausdrücken, dass es nicht gespielt sein muss.
Wozu eigentlich dieser Riesenkoffer, 25.000 - 30.000 € passen locker in einen Briefumschlag. Dieser ganze RTL-Scheiß ist doch wieder von vorne bis hinten gescriptet. Klar, dass sich eine Flachdenkerin wie Cindy dafür hergibt, ansonsten steht bei der doch Hartz4 wieder an.
Mir ist sofort ein Gedanke gekommen, welchen ich leider nirgends lese oder höre. Bezieht sich auf das Urteil:
Wenn nun diejenigen, welche sich zwei, drei oder zehn Wohnungen leisten können, nur noch einmal zahlen müssen, müssen das doch all die mit bezahlen, welche sich selber kaum ihre eigene Wohnung leisten können. Dieser “Ausfall” muss doch die Allgemeinheit nun mittragen.
Klar würde keiner der zwangsfinanzierten Medien je sowas berichten. Stattdessen darf man ja seit Wochen im DLF hören, das ihr Programm ja nur 50 Cent im Monat kostet.
Prima! Wo kann ich dieses Angebot buchen? 50 Cent zahle ich gerne und auf den Rest verzichte ich sehr gerne! Dann brauche ich den anderen Schrott nicht mitfinanzieren, denn gucken tu ich es eh nicht!
Holger, ist es eigentlich technisch möglich, dass du dich beim telefonieren selber filmst? Kommt zwar nicht häufig vor, aber die Telefoninterviews mit minutenlangen Standbildern sind nicht so toll.
Natürlich ist das technisch möglich - aber empfindest du es wirklich als einen Mehrwert, minutenlang meine Visage sehen zu müssen? 
Ich habe ja dadurch immerhin ein bisschen Abwechslung ins Bild gebracht, dass ich Auszüge aus dem Urteil gezeigt habe.
Deine Visage würde sich aber ab und zu mal bewegen, da ist man mehr fokussiert. Einblendungen kannst du ja trotzdem machen, aber das Standbild vom Interviewpartner lädt nicht gerade dazu ein mit dem Blick auf dem Fernseher/Bildschirm zu verweilen und dann gehen solche Screenshots schnell mal unter.
Ich mein, bei Direkt sieht man dir teils stundenlang beim quatschen zu, da stört es doch auch keinen 
Sehr unterhaltsame und interessante Folge, besonders die Trash-Analyse finde ich super! Ist Wolfgang hier im Forum auch aktiv?