Bei den anderen Punkten würde ich nicht mal widersprechen, aber ich halte die Forderung nicht für nötig.
Du forderst dort etwas, was es in der Medienlandschaft noch nie oder nur in seltenen Ausnahmefällen gab. In Zeitungen wird nur ein kleiner ausgewählter Bruchteil der Leserbriefe veröffentlicht. Egal wie viel Unsinn jemand geschrieben hat, es war dem Journalisten und der Zeitung überlassen, auf solche Kritik zu reagieren. Primär wurde und wird dort nur die Kritik von ebenbürtig beschäftigten Journalisten (und andere Meinungsführer) anderer Zeitungen überhaupt ernst genommen, wobei sich der Diskurs meist eh nicht als direkter Schlagabtausch (als Antwort-Text( gestaltet, sondern als ein Diskurs um das Thema, in dem Journalisten ihre verschiedenen Ansichten ausdrücken. In der TV-Landschaft ist erst recht die direkte Auseinandersetzung mit Kritikern unüblich. Maximal in Talkshows findet dann eine Diskussion statt, aber sicherlich ohne Pflicht für die Produzenten, dort auch erscheinen zu müssen.
Und auch für Produktionen primär für das Internet sehe ich keine direkte Pflicht, auf Kritik reagieren zu müssen. Zum einen stellt sich da schon die simple Frage, wer das überhaupt bezahlen soll. Zum anderen gibt es die Frage, ab wie viel Reichweite, ab wie viel Likes oder Retweets man denn überhaupt reagieren muss.
Wer etwas gegen eine Doku hervorzubringen hat, hat mit dem Internet und mit Youtube im Speziellen schon ein hervorragendes Tool, seine Meinung zum Ausdrück zu bringen. Jeder kann einen Gegenartikel, einen Gegenbericht erstellen und damit Menschen von der anderen Seite überzeugen. Wenn das natürlich ständig auch nur billig und schnell gemachte Antwort-Videos sind, kann es vielleicht sehr frustrierend sein, wenn das Gegenüber darauf nicht reagiert, ist aber vielleicht auch einfach die eigene Schuld, da man gar nicht so viel Aufwand da reinstecken will, als dass man als ebenbürtig in der Diskussion aufgefasst werden kann. Ich sehe auf jeden Fall nicht, dass ausgerechnet die Kombination „hat für die Produktion öffentliche Gelder (in unbekannter Höhe) erhalten“ plus „ist auf Youtube aktiv“ dazu verpflichtet, auf Kritik reagieren zu müssen.
Das nimmt übrigens nicht direkt Rayk Anders in Schutz. Man hat ja schon eine Reaktion von Ryak Anders auf Kritik, nur leider eine wenig produktive und wenig einsichtige. Wenn man dann reagiert, dann sollte das schon vernünftig sein, so wie alles, was man in die Welt setzt als Medienschaffender.
Diesbezüglich möchte ich kurz auf den dazugehörigen Wikipedia Artikel verweisen, bei dem es heißt „_Das Referendum wurde von einer Regierung unter Führung von Sergei Aksjonow von der Vier-Prozent-Kleinpartei Russische Einheit, die am 27. Februar 2014 handstreichartig die Macht übernommen hatte, angesetzt. Bei der Abstimmung im Regionalparlament waren nach Augenzeugenberichten maskierte bewaffnete Männer anwesend. Der Termin der Abstimmung wurde zweimal vorgezogen (erst vom 25. Mai auf den 30. März und dann auf den 16. März.“ Also knapp 2 Wochen nach der Besetzung, durchgeführt von einer Splitterpartei, unter Beobachtung bewaffneter Kräfte - inwiefern erfüllt das eine „freie und unabhängige Wahl“ über den Status der Krim? Und genau DAS ist einer von vielen Gründen, warum die Mehrheit der Länder, diese Wahl nicht anerkennen.
Ich denke wir können uns insofern einigen, dass die OSZE Beobachter unter Waffengewalt am betreten der krimschen Region gehindert wurden.