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Folge 211: Poker


#1

Hier kann darüber diskutiert werden!


#2

Hat der blonde Wuschelkopf zum ersten Mal Poker gespielt?

Da hat er gleich zu Anfang nen 4er und macht das, verzeihung, dümste was man machen kann. Er setzt als erster 2000. Ist ja klar das alle sofort rausgehen… zumal er das erste Mal überhaupt mit ging…
Gutes Beispiel für einen Anfänger wie er es keinesfalls machen sollte…


#3

Danke an Dennis für einen reibungslosen Ablauf und Sicherstellung, dass die Regeln eingehalten werden. Ansonsten hab ich keinerlei Ahnung, was ihr da manchmal zusammengespielt habt. Es ist ja bei dem Spiel nicht verboten, schlecht und unsinnig zu spielen. Hatte überhaupt jemand eine Taktik und hat mit Odds (Wahrscheinlichkeiten) gerechnet? Mit jeder noch so miserablen Hand habt ihr euch in den Flop eingekauft. Und das ganze “Rumgechecke” (selbst wenn man auf dem Flop das Top-Pair hatte und der Turn und River einem doch nur schaden kann) war mir auch viel zu passiv. Insgesamt eine sehr loose Runde, die zu viel gecallt hat und zu wenig geraist. Poker muss imo tight (man spielt nur wenige Hände) und aggresiv (viele Bets & Raises) gespielt werden! Trotz der Kritik an eurem Spiel, habe ich mir die Folge gerne angeschaut. Poker spielen oder anderen beim Poker zuschauen, macht mir eigentlich immer Freude.


#4

Naja, ich persönlich passe eigentlich nie vor dem Flop, weil es meiner Meinung nach eine “miserable Hand” zu Beginn gar nicht geben kann. Jede Hand kann mit dem passenden Flop plötzlich Gold wert sein.

Ansonsten gebe ich dir insofern Recht, dass ein bisschen mehr Aggressivität ganz gut gewesen wäre.

Und an mich, der 52 Pokerrunden grafisch aufarbeiten musste - was VIEL Arbeit war :wink:


#5

Das ist definitiv falsch.


#6

Was wäre denn eine miserable Hand?


#7

Das kann man pauschal nicht sagen. Es kommt auf die Turnierstruktur an, wie viele Chips man hat, in welcher Position man ist und mit welchen Leuten man spielt, etc… Generell muss man schauen wie viele Chips man in Relation zum Big Blind (BB) hat. Wenn du zum Beispiel sehr deep bist, sagen wir > 100BB Stack, dann kannst du es dir erlauben auch mal J7, 75 oder sonst einen Dreck zu spielen, einfach weil du genug Reserve hast. Wenn du aber deutlich shorter bist, also zum Beispiel 20BB sollte man mehr auf die Premium Haende abzielen und auch mal sowas wie ein Pocket Pair 55 oder so wegschmeissen, je nachdem wie der Gegner drauf ist. Wenn du richtig short bist - also nur noch ein paar BB - kannst du wiederum fast alles einfach direkt All-In reinstellen (Push or Fold), weil es spieltheoretisch (in den richtigen Umstaenden) nen positiven Erwartungswert hat.

Als Anfaenger sollte man generell eher tight-agressive (TAG) [1] spielen - also man spielt eine sehr enge Range an Haenden (hohe pocket pairs, AK, AQ, AK, AJ, AT) aber dafuer dann sehr agressiv Post Flop. Dadurch dass man dann seltener spielt kann man weniger Fehler machen fuer die man als Anfaenger sehr anfaellig ist.

[1] https://www.cardschat.com/tight-aggressive-poker.php


#8

Wenn du eh im BigBlind sitzt und nix zuschießen muss, kannst du dir den Flop immer schadlos anschauen. Ansonsten gilt die Grundregel, je früher du an der Reihe bist (je näher du am Dealerbutton bist), desto besser sollte deine PreFlop-Hand sein.

Darüber hinaus ist es sehr oft eine gute Idee, nicht verbundene Zahlen mit unterschiedlichen Farben pauschal wegzuwerfen, außer du hast Kohle zu verschenken oder weißt sehr genau, dass die anderen Spieler am Tisch sich eher von deiner Spielweise als von deinen gewonnenen Händen beeindrucken lassen. Die schlechteste Starthand ist übrigens 2-7 not suited, da hast du die niedrigste Siegeschance.

In letzter Position am Tisch hast du bereits deutlich mehr Informationen über die Hände deiner Mitspieler als in den ersten Positionen. Da kann gelegentlich auch eine schlechtere Starthand spielbar werden. Aber selbst dann ist es als Risiko zu bezeichnen, wenn man keine hohen, verbundenen und/oder gleichfarbigen Karten auf der Hand hält.

Pärchen sind dabei eine Art Sonderfall: Die spielt man tendenziell früh und hoch an, da man sich nicht mehr so gut verbessern kann (max. 2 Outs PreFlop) und man daher möglichst früh möglichst viele Spieler rauskegeln sollte. Die Chance mit einem Pärchen zu gewinnen steigt, je weniger Spieler noch aktiv am Pott beteiligt sind.

@Stardogg hat es im Grunde alles schon geschrieben, aber deutlich mehr Fachsprache angewandt als ich :wink:


#9

Huhu. Ich habe keine Ahnung von Poker, es war für mich dennoch sehr interessant. Aber, nicht einer von euch trug eine Poker-Sonnenbrille lol Ja, Klischees aus dem Filmen lol+


#10

Eine Frage zur Technik: Woher wusstet ihr bei der Nachbearbeitung, welche Karten alle Spieler hatten? Gab es da noch Kameras an den Spielerhemden, oder wie ging das?


#11

Herrlich…endlich Pokern bei Pasch TV! Als TV Total Pokernacht Fan hat mich diese Folge sehr begeistert :slight_smile:

Dennis ist eine wahre Bereicherung für Pasch TV. Er erklärt Spiele sehr gut, beim Pokern hat er einen sehr guten Job als Dealer gemacht.

Eine kleine Anmerkung noch an die Regie:
Die Community Cards hätte man ruhig öfter zeigen können. Vielleicht sogar alle Einblendungen eine Spur kleiner machen und die Community Cards ebenfalls dauerhaft einblenden.

Ansonsten: Gerne wieder! :slight_smile:


#12

Ich fand die TV total Pokernacht auch immer klasse, und bin so damals ein Fan dieses tollen Spieles geworden. Als kleiner Einstig in die Welt des Pokerns ganz gut gelungen, wobei ich mir so eine Pokerrunde mit euch gerne öfter wünsche. Gerne auch mal mit abwechselnder Belegschaft :smiley: Hat Spaß gemacht :slight_smile:


#13

Endlich mal ein vernünftiger Tisch bei Pasch-TV. :stuck_out_tongue_winking_eye:


#14

Vielen Dank für die lieben Worte! :relaxed: War das erste Mal, dass ich den Dealer-Job einen kompletten Pokerabend lang gemacht habe, daher freut mich das umso mehr, wenns gut angekommen ist.

Zu deiner Frage kann ich etwas Insider-Infos geben:

Nach dem Austeilen der Karten wurden vom Kameramann mittels Go-Pro die Handkarten von allen Spielern einzeln erfasst. Im Zuge dessen wurde die Aufzeichnung pausiert. Das kann man in der Pasch-TV-Folge gut an meinem “Herumdrücken” auf meinem Smartphone erkennen: Ich hatte nebenbei eine Poker Clock-App laufen, die man auch hin und wieder unten rechts in der Deckenkamera-Ansicht erkennen kann. Wann immer die Aufzeichnung unterbrochen wurde, habe ich die Turnieruhr per “Klick” gestoppt und im Anschluss wieder laufen lassen.

Das Prozedere - wohlgemerkt für JEDE Hand wiederholend - hat dazu geführt, dass die eigentliche Aufzeichnung gut 3 Stunden dauerte. Holger hat also nicht ganz Unrecht, wenn er für seine Arbeit im Schnitt eine wohlverdiente Huldigung einfordert. :smile:


#15

Wir haben vor Beginn jeder Runde die Karten der Spieler mit einer Handkamera abgefilmt - in der Folge selbst natürlich nicht zu sehen.


#16

Diese Folge Pasch-TV zeigt wieder einmal mehr als deutlich, dass Texas Hold’em nur für’s Fernsehen erfunden wurde - weil man’s nämlich so schön von oben abfilmen kann …

Mit echtem Pokerspiel hat dieser Casino-Prominenten-TV-Unsinn wirklich gar nichts zu tun. Poker spielt man entweder Straight, mit fünf Karten auf der Hand, oder Stud, mit Kartenkombinationen zwischen Hand und Tisch, aber ohne diesen blödsinnigen Blind-Flop-All-in-etc.-Schwachsinn …

Wer sich wirklich für dieses Glücksspiel (!) interessiert (der Witz ist ja, dass - wie beim Lotto - immer so getan wird, als könne man “mit der richtigen Strategie” quasi Millionen scheffeln), dem empfehle ich z. B. das Buch Alles über Pokern von Claus D. Grupp - erschienen im Falken Verlag; ISBN 3 8068 2024 4; falls noch erhältlich …


#17

Hey, schön dass du Texas Hold’em nicht gern spielst, aber dieser Vorwurf ist gelinde gesagt unangemessen

BTW: Die Hold’em-Varianten sind um einiges taktischer zu spielen als Straight, da man einfach mehr Informationen erhält. Straight ist da schon eher Glückspiel.


#18

Einen kleinen Fehler hat später Holger bei der Bearbeitung gemacht? Bei 47:10 haben Holger und Thomas eine Kreuz-7. Als die Karten umgedreht werden, sieht man, dass Thomas eigentlich Pik-7 hatte.


#19

Justin Bonomo, Fedor Holz, Stephen Chidwick, Dan Smith, Fedor Holz, Bryn Kenney, Daniel Negreanu haben also alleine in diesem Jahr 2018 insgesamt 55 Millionen eingespielt, weil sie “gar nichts” mit “echtem Pokerspiel” zu tun haben und sie keine “richtige Strategie” gefunden haben, sondern nur Glück hatten?

Und ein 13 Jahre altes (!) Buch eines Autors, der mit der Pokerszene 0,0 zu tun hat, als ultimative Referenz für das in der heutigen Zeit hochanalytische Spiel Poker zu nennen ist…interessant.


#20

Poker ist so ziemlich das Langweiligste was ich mir vorstellen kann dabei zuzusehen (selbst spielen ist etwas anderes, aber auch da würde ich jederzeit Skat vorziehen), es rangiert in etwa bei Farbe beim trocknen zuzusehen.

Ich habe noch nie verstanden was die Leute daran finden anderen dabei zuzusehen, grade weil es quasi null Interaktion gibt. Allgemein empfinde ich Poker als total überbewertetes Spiel das einen Ruf inne hat welchen es nicht verdient.

Davon ab wurde Poker (in Deutschland) nur “groß gemacht” weil es billig zu produzieren ist.

Aber gut, ich scheine ja mit der Meinunung und Ablehung des Spiels im Format recht allein dazustehen.

Davon ab: Dämliches Glücksspiel das mit “Können” soviel zu tun hat wie ein Streichholz mit einer Supernova.