Folge 201: Dean über Cancel Culture - Wie definiert man Kauf? - Wie wissenswert ist Wikipedia?

@Icetwo

Das Problem an deinen Darlegungen:

Nach meiner Interpretation der Situationen werden Künstler nicht aktuell ausgeladen, in zukünftigen Produktion von vornherein unberücksichtigt gelassen usw., da sie gegen einen feststehenden Wertekanon der Auftraggeberseite verstoßen haben, sondern eine kleine und sehr laute Gruppe politisch Empörter einen Verstoß gegen die Normen und Werte ihrer eigenen Blase feststellt und dieser Verstoß doch bitte durch den Auftraggeber sanktioniert werden soll: lad den bitte aus, da er gegen unsere Szene-Normen verstoßen hat, die nie Teil des Vertrags zwischen Künstler und Auftraggeber waren.

Garniert mit dem erpresserischen: Weigerst du dich, werden wir dein Unternehmen durch einen bewussten und strategisch inszenierten Shitstorm in den Dreck ziehen.

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Natürlich ist auch ein Künstler träger eines Wertekanons. Bei Künstlern sind die eigenen Werte sogar noch stärker mit dem Produkt verbunden als bei einem Automechaniker. Man will ja gerade dass der Künstler in seiner Kunst auch etwas von der eigenen Gefühlswelt darstellt.

Aber auch hier gilt: Ich muss mir die Die Musik nicht ansehen, ich muss mir Bilder nicht anschauen und ich darf mich im Gegenzug auch empören (das ist ja dann meine freie Meinungsäußerung) Der Veranstalter eines Konzertes kann selbst entscheiden ob er einen Kontroversen Musiker einlädt oder ob er dem Shitstorm nachgibt. Am Ende wird man an den Besucherzahlen sehen welche Entscheidung richtig war. Bei dieser Dreadlock Geschichte glaube ich beispielsweise, dass sich der Veranstalter keinen gefallen damit getan hat und das nächste mal von den Fans der Band gemieden wird.

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In wie fern? Wenn es sich um eine legale Meinung handelt, dann kann das Unternehmen auch keine Ansprüche gelten machen, dass diese Meinung das Unternehmen in Misskredit bringt. Und wenn es um Werte geht, die das Unternehmen nicht vertritt: Ist es dann auch legitim einen Behinderten als Marketing-Manager zu entlassen, weil dessen Behinderung nicht den propagierten sportlich-aktiven Lebensstil eines Sport-Artikel-Unternehmens repräsentiert? Ich denke hier würde sich jeder empören, wenn es zu einem solchen Fall kommt. Warum dann nicht auch bei einer freien Meinungsäußerung?

Und ein weiterer Aspekt: Wie vereinbart man denn die Freiheit des Individuums mit dem Anspruch des Unternehmens darauf, dass Mitarbeiter sich öffentlich nicht geschäftsschädigend äußert? Sollten diese dann alle einen generellen Maulkorb bekommen? Oder wie sollte man damit umgeben?

Es ist auch mMn sehr ekelhaft, was für unternehmenszentriertes Denken dahinter steht: „Alles für das Unternehmen!“ Selbst in der Freizeit kann und darf der Mensch nicht er selbst sein, weil er auch dort an den Erfolg des Unternehmens denken muss.

Es reicht nicht, dass man mit seiner Lebenszeit bereits den Unternehmer ggf. reich macht oder das man (oft) schlecht bezahlte Jobs macht. Nein, man muss auch noch in seiner Freizeit aufpassen, dass man nicht das Image des Unternehmens schädigt, obwohl man in seiner Freizeit gar nicht für das Unternehmen tätig ist. Geht es eigentlich noch unternehmenszentrierter? :see_no_evil:

Damit sagst du aber, dass du es vollkommen legitim findest, dass Unternehmen Menschen aufgrund reiner Meinungsäußerungen entlassen(ihnen somit die Lebensgrundlage ersteinmal entziehen). Das ist massiv antidemokratisch.

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Ich füge noch hinzu, wer sich seit 5, 10 oder sonst wievielen Jahren bei Unternehmen x in Beschäftigung befindet wusste bei der Anstellung nix davon, dass nun ggf. viel offizielles pink washing usw. betrieben wird.

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Jup und oft ist es ja dann auch so, dass das was gestern noch unproblematisch war, heute schon problematisiert wird. Oft auch ohne mit den Mitarbeitern zu reden. Wie ich immer wieder sage, es ist wie in George Orwells „1984“: Wir waren schon immer mit Ostasien im Krieg. Eine Zeit „davor“ gibts dann gar nicht, nur eine Zeit „danach“ und wer es dann wagt auf das Gestern zu verweisen wird dann oft behandelt, als hätte er ja einfach nur im Vorraus wissen müssen, mit welchem Land sich Ozeanien nun im Krieg befindet. Absurder geht es nicht!

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Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, dass es sich um keine gute Definition handelt.

Naja wenn die Diskutierte Definition sich auf die Nachteile Im Arbeitsleben bezieht ist das wohl klar, dass es unternehmenszentriert ist. Ist vielleicht doch keine so gute Definition oder?

Wenn du also sagst dass das nicht geht, dann kann es ja nach der Definition:

gar keine Cancel Culture geben. Denn das Unternehmen hat ja gar keinen Anspruch darauf den Mitarbeiter in irgendeiner Form zu bestrafen. Wenn doch kann man dagegen gerichtlich vorgehen.

Nein, aber wenn dieser Mitarbeiter öffentlich eine Anti Sport Haltung einnimmt dann wäre das etwas anderes.

Das bezog sich ja auf deine Aussage, der Mitarbeiter möge sich privat zurückhalten. Das „unternehmenszentriert“ bedeutet ja nicht, dass dein Blick auf das Unternehmen gerichtet war(das ergibt ja Sinn), sondern das du von einem Standpunkt aus argumentierst, der nur die Interessen des Unternehmens im Blick hat, nicht aber die Rechte von Individuuen. Ich hätte auch einfach „neoliberal“ sagen können, aber ich will ja Kampfbegriffe vermeiden, wenns um inhaltliche Auseinandersetzungen geht.

Bitte was? Natürlich kann es das geben und das gibt es auch. Ich denke du verwechselst hier gerade den geforderten Anspruch mit der Wirklichkeit. In der Wirklichkeit kann ein Unternehmen dich für genau diese Dinge entlassen, wird aber einfach einen anderen Grund vorschieben um rechtlich abgesichert zu sein. Viel Spaß dabei, zu versuchen nachzuweisen, weswegen du genau entlassen wurdest.

Siehe ja z.B. den Fall „Kay Ray“. Ihm hat man ja auch nicht ehrlich gesagt: „Wir haben dich/sie wegen deiner/ihrer Muslimenwitze entlassen.“ :man_shrugging:

Warum? Warum muss er privat auch eine Pro-Sport Haltung einnehmen? Muss ein CEO, der sein Unternehmen greenwashed privat auch grün und nachhaltig leben? Offenbar nicht. Wenn die Grünen Verzicht predigen aber selbst die meisten Inlandsflüge haben, schreit komischerweise auch keiner die Absetzung von Habeck und Co.

Das Problem an den Doppelstandards ist, dass diese in der Regel sehr leicht zu entlarven sind, wenn man mal davon ausgeht, dass alle Menschen gleiche Rechte haben SOLLTEN. Dann merkt man auch, wie viel Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit tatsächlich existiert und auch noch befürwortet wird. Mitarbeiter sollen im Sinne des Unternehmens arbeiten, während der CEO mit Privatjet herumfliegen und der angebliche Klima-Politiker und/oder -Aktivist selbst Hauptverursacher von CO2 sein kann.

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Der Artikel kommt gerade Recht. MG ist zwar nicht ÖR, aber bezahlt wird am Ende des Tages auch, halt freiwillig.

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Ja komm, Junge Freiheit, „Gender-Ideologie“ - was reden wir hier noch?
Eventuell bist du hier Falsch und das Honig-Forum ist eher was für dich.

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@Riif-Sa ach Lars…das mit der jungen Freiheit ist doch ein Ablenkungsmanöver von dir. 5 Sekunden Googeln hätten dir gezeigt, dass darüber breit berichtet wurde. U. a. hier:

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Genau, alle 80 Forscher sind in der NPD. Mann, habe ich das wieder übersehen.

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Darum gehts nicht. Ich stimme inhaltlich ja zu.
Die Wortwahl und dass die Junge Freiheit hier die erste Go-To Quelle ist sagt mir alles, was ich wissen muss.

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Das Lars NIX mirkriegt oder mitkriegen will ist ja nichts Neues. Das ist seine Diskussionskultur.

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?

Was weisst du denn jetzt?

Kannst du nicht wenigstens versuchen etwas sachlich zu bleiben? :confused:

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Das es für ihn an der Zeit war, diesen sehr langweiligen 08/15 Trick aus der linken Rhetorikmottenkiste zu ziehen.

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Tut mir leid. Was soll jetzt diese merkwürdige „ideologische“ Fixierung aufs Gendern? Warum wird das immer wieder angebracht, obwohl es hier nichts zu suchen hat? Und dann auch noch mit Links zu Nazi-Blättern wenn man ja offensichtlich auch andere Quellen nehmen hätte können?

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Es bringt nichts, hier sachlich zu diskutieren, weil eurerseits kein ernsthaftes Diskussionsinteresse besteht. Ich lese das bspw alles gar nicht mehr, es sind immer wieder die gleichen talking points, die in einer Endlosschleife wiederholt werden.

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Damit hast du den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft schön zusammengefasst. Inklusive Verhärtung der Fronten. Auch euer.

Soweit ich es beobachtet habe, verbessere mich wenn ich falsch liege, kamen alle politischen kampfbegriffe (linksgrün versifft und Nazi) aus eurem Lager.

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Ach ich war so fair, so grenzenlos fair, zu gewissen Leuten hier. Hab sogar mit ihnen telefoniert usw, um Dinge zu klären, also bitte. Das linke Lager ist schon deshalb an sich kein hartes, weil das Menschenbild viel positiver ist und man dann eben doch immer mal wieder Chancen gibt.

Ach, ich find da z.B. bemerkenswert, dass Lars seine Meinung zum Gendern geändert hat, und hier im Forum trotzdem immer noch als ideologisch eingefahren und linksradikal gilt. Dass die Rechten hier mal ihre Meinung zu irgendwas überdacht hätten, oder auch nur versucht hätten zu verstehen, was für ein Problem man mit ihnen hat, wäre mir hingegen noch nicht aufgefallen.