Für Kommissar Rex war ich damals schon zu alt. Mit der naiven Darstellung von vermeintlich schlauen Tieren kann ich nichts anfangen. Es ist aber interessant, was noch alles danach kam. Neben dem deutschen Remake gab es auch:
Italienisches Remake
Polnisches Remake (25+ Staffeln)
Portugiesisches Remake
Slowakisches Remake
Kanadisches Remake (9+ Staffeln)
Wahrscheinlich sind das nicht mal alle.
Schön, dass du Abschnitt 40, Die Wache und Doppelter Einsatz genannt hast. Das waren wirklich gute RTL-Serien. Balko und auf Sat1 SK Kölsch fand ich tatsächlich auch sehr unterhaltsam.
Als Spielfilmreihe würde ich noch Einsatz in Hamburg erwähnen. Die fand ich ganz gelungen. Könnte aber auch etwas schlecht gealtert sein. Habe ich seit damals nicht mehr gesehen.
Ich habe zwar nach langer Zeit auch wieder mit einigen älteren Endlosserien wie Derrick angefangen, aber mittlerweile bin ich eigentlich mehr ein Fan von Serien, die über eine komplette Staffel eine einzige Geschichte erzählen.
In dem Zusammenhang will ich die Serie Die Toten von Marnow nennen (8 und 6 Folgen). Hinter diesem bräsigen Titel versteckt sich eine sehr gute Serie. Vor allem die erste Staffel ist ein richtig geiles Ding. Die zweite Staffel ist nicht mehr ganz so stark, kann man sich aber auch noch ansehen. Originelle Story (vor allem in der ersten Staffel), gutes Schauspiel, realistische Dialoge und eine toll miteinander harmonierende Figurenkonstellation.
Eine weitere Empfehlung ist die superdüstere Serie Der Pass (3 x 8 Folgen), in der es um einen Serienmörder geht, der im deutsch-österreichischen Grenzgebiet sein Unwesen treibt. Abgründig und ein echter Runterzieher. Gibt es in dieser Form aus Deutschland (und Österreich) nicht oft. Orientiert sich visuell und inhaltlich stark an skandinavischen Krimis, es ist im Grunde eine Variante von Die Brücke.
Das Geheimnis des Totenwaldes (6 Folgen) erzählt in fiktiver Form die Göhrde-Morde nach (XY-Zuschauer erinnern sich). Das Besondere ist, dass die Serie einen Zeitraum von 30 Jahren abdeckt. Und das ist gut gelungen, auch wenn ich die Inszenierung eher als traditionell bezeichnen würde. Und wenn man die Geschichte hinter den Göhrde-Morden kennt, ist die Serie auch nicht immer richtig spannend. Dennoch sehenswert.
In Pregau - Mörderisches Tal (4 Folgen) geht es um einen Dorfpolizisten (Maximilian Brückner), dem beim Vertuschen eines kleinen Vergehens (Blowjob von der Nichte gegen Strafzettel) nach und nach alles aus dem Ruder läuft. Und ehe er sich versieht, stapeln sich die Leichen. Erzählerisch ist das echt ein Kracher. Wie die Situation langsam aber unaufhaltsam ins Chaos driftet und Brückner von Minute zu Minute, von Wendung zu Wendung, hysterischer wird, ist sagenhaft gemacht und gespielt. Nach dem Trailer hätte ich direkt Lust, mir die Serie noch mal anzuschauen.
Zum Schluss noch etwas Wirtschaftskriminalität. King of Stonks (6 Folgen) ist leider, meines Erachtens zu Unrecht, etwas untergegangen. Die Serie erzählt eine Geschichte angelehnt an den Wirecard-Skandal, aber als groteske völlig überzeichnete Komödie. In Hochgeschwindigkeit ballert hier die Handlung durch die 6 Folgen. Das ist alles genau auf den Punkt. Und Matthias Brandt als der größenwahnsinniger und komplett durchgeknallter CEO: ganz große Klasse.