Massengeschnack Folge 176. Hier kann darüber diskutiert werden!
Tja, das war’s für Deutschland in diesem Turnier. Auf fast schon desaströse Weise scheidet die DFB-Elf gegen Paraguay im Elfmeterschießen aus. Nicht nur ist damit der Nimbus der Unbesiegbarkeit vom Elfmeterpunkt Geschichte, sondern dieses Spiel hat außerdem Deutschland schonungslos vor Augen geführt, dass ganz Vieles im Argen liegt. Zu Gast ist der der FC-Bayern-Content-Creator Linus (Instagram: Liha2004_)
Ist euch eigentlich aufgefallen, dass der Torwart Gill von Paraguay keine wirklich guten Abstöße gemacht hat? Die meisten Dinger sind so weit geflogen, dass sie direkt bei den Deutschen gelandet sind und einige sind direkt im Aus gelandet.
Ich habe das Spiel aufgrund der Anstoßzeit nicht gesehen und am nächsten Morgen dann festgestellt, dass ich nix verpasst habe. Das zurückgenommene Tor ist natürlich bitter, aber auch nicht der Hauptgrund für die Niederlage. Einmal frisch durchwischen, was Kader und Trainer angeht, würde der Nationalmannschaft sicher gut tun.
Vielen Dank für das Organisieren des WM-Podcasts, es hat Spaß gemacht zuzuhören und ich fände es klasse, wenn zwischendurch noch die eine oder andere Folge erscheint oder dann nach dem Finale nochmal eine Folge als Zusammenfassung erscheint .
Abseits der WM wäre ich auch dafür, dass Massengeschnack weitergeht (in welchem zeitlichen und personellen Rahmen auch immer).
Hoch und weit muss nicht schlecht sein. Der CL-Sieger Paris Saint-Germain praktiziert ja auch, dass Anstöße absichtlich tief in die gegnerische Hälfte ins Seitenaus geschossen werden. Erinnert schon an Rugby, den Gegner mit Ballbesitz hinten in schlechter Feldposition starten zu lassen. Es war sicher mit der Matchplan von Paraguay, es so zu spielen und nicht sich vom Abstoß weg über das gesamte Feld mit Passstaffetten und Dribblings sich durchzukombinieren - dazu fehlen die Fähigkeiten und es wäre absoluter Wahnsinn gewesen, der zum Scheitern verurteilt gewesen wäre, das zu probieren…
Mein Gedanke war auch, dass es bewusst so gemacht wurde - aber mit dem Hintergedanken, dass die deutsche Offensive sich so richtig auspowern sollte. Und wenn sie keine Kraft mehr haben, kann der Gegner zuschlagen.
Das glaube ich nicht. Es wirkte zu keinem Zeitpunkt so, dass Paraguay bei eigenem Ballgewinn wirklich ernsthaft nach vorne spielen wollte. Auch nicht in der Schlussphase. Da wurde auch kaum rausgerückt.
Ich glaube, spätestens nach dem Ausgleich war das erklärte Ziel einzig das Erreichen der Verlängerung und dann des Elfmeterschießens als aussichtsreichste Option.
Ich mach’s kurz und sage zu dem Fußball-Spiel nur:
Das, was die deutsche Mannschaft da „geleistet“ hat, spiegelt einen Großteil unserer Stimmung in der Bevölkerung wider… nichts funktioniert mehr richtig… vieles wird blockiert, keine nennenswerten Reformen… die Menschen haben zum Teil kaum noch einen Antriebswillen und sind unmotiviert…
Man konnte also in rd. 120 Minuten sehen, was (bildlich gesprochen) seit vielen Jahren in unserem Land schief läuft…
Die Leistung einer Nationalmannschaft gleich als Spiegelbild auf eine gesamte Gesellschaft des Landes zu projizieren, halte ich schon für sehr gewagt. Wenns danach geht, müsste der Franzose ja jeden Tag voller Antrieb, Ehrgeiz, Optimismus, Zuversicht, mit Vertrauen in Politik und Wirtschaft aufstehen und alles im Land reibungslos ohne große Probleme laufen…
Da kennst du die französische Mentalität aber sehr schlecht. Gerade die Franzosen bekommen doch ihren Hintern hoch und gehen sofort auf die Straße, wenn es bspw. um Rentenkürzungen etc. geht.. der Franzose schaut eben NICHT dabei zu, wie alles vor die Hunde geht. Wir (die Deutschen) zeigen mit dem Finger immer nur auf andere und hoffen, dass es irgendwer schon richten wird… Wir überlassen uns unserem eigenen Schicksal. Und das ist meine Botschaft.
Und das Thema Nationalstolz habe ich jetzt noch gar nicht mal angesprochen…
Und trotz allem sprüht die französische Gesellschaft nicht gerade vor Optimismus, ganz im Gegenteil, wenns um Politik und Wirtschaft geht. Ich geb dir zumindest recht, dass in der Bevölkerung Frankreichs nicht so schnell resigniert wird wie hierzulande, sondern deutlich schneller protestiert wird. Aber Vertrauen in Politik, Wirtschaft und großer Optimismus auf Besserung - Fehlanzeige auch in Frankreich
Dann bin ich jetzt aber mal sehr gespannt, wie du mir den Titelgewinn von Argentinien 2022 inmitten einer massiven Wirtschafts- und Staatskrise erklären möchtest.
Nee, mein Lieber, das ist mir zu platt.
Also, meines Wissens hatte Argentinien diese „Staatskrise“ nur etwa 3-4 Jahre, wohingegen wir in Deutschland bekanntermaßen schon deutlich länger in einer Misere stecken.. inzwischen ist Argentinien wieder ganz vorne mit dabei - was sich ja auch in den bisherigen Erfolgen in der aktuellen WM widerspiegelt.
Deutschland ist 2018 und 2022 in der Vorrunde ausgeschieden, unsere letzte gewonnene WM liegt 12 Jahre zurück..
Soll ich weitermachen?
Achja und ich sehe Argentinien - neben Frankreich und Spanien - als absoluten Favoriten für den WM-Titel. Und das ist keine Ironie.
Woran et gelegen hat laut Nagelsmann: am Schiri und an den Spielern, die die Chancen nicht reingemacht haben und diverse andere Dinge schlecht umgesetzt haben.
Nicht auch nur im Ansatz ein Funke von Selbstkritik
Den Massengeschnack- Podcast hatte ich eben endlich die Gelegenheit komplett zu hören. Erneut eine gute Folge mit sehr sachlicher Analyse von euch.
Zum Elferschießen: Mir sind diese Mätzchen mit Trippelschritten auch ein Dorn im Auge. Ihr habt im Podcast ans Elferschießen bei der Euro 2016 erinnert. Der Italiener, der extra eine Minute vor Ende der Verlängerung eingewechselt wurde, war nicht Pepe, sondern Simone Zaza, siehe:
Zu Nagelsmann: Ich muss @kylennep voll zustimmen, auch ich habe ihn als Trainer immer für überschätzt gehalten. Außer einem Meistertitel kann er keine großen Titelgewinne vorweisen. Dass er nach dem Turnier nicht von selbst zurücktritt, ist auch klar: Er hat einen Vertrag bis 2028 mit einem geschätzten Jahresgehalt von 7 Mio. €, ergo würde er bei einem Rücktritt auf quasi die Kleinigkeit von 14 Mio. Euro mehr oder weniger freiwillig verzichten. Neben Klopp wäre übrigens auch Pep Guardiola als Trainer gerade verfügbar und heiß im Kurs. Ich fänds durchaus auch mal spannend, frischen Wind reinzubringen und einem ausländischen Trainer die Chance zu geben, neue Ideen reinzuwerfen, der das Ganze vielleicht aufgrund seiner Herkunft dann mit rationaler Distanz und Vernunft statt Nähe, Emotion und Befangenheit angeht…