Folge 172: Wir wollen über Mario sprechen

Ich bin völlig anderer Meinung als du, wenn ich deinen Post richtig verstehe.

Im Prinzip sagst du doch: Spaß und Freude hat die allerhöchste Priorität im Leben, ergo heißt das überspitzt gesagt doch, würde eine nahestehende Person von mir regelmäßig in Massen: Fastfood, Alkohol, Drogen, Nikotin etc. konsumieren, soll man sich raushalten, den Mund halten und “Hakuna Matata”, ungeachtet jeglicher wahrscheinlich möglicher Konsequenzen, sprich vor allem: Verkürzung der Lebenserwartung und jedem das Schicksal selbst überlassen?!

Auf der anderen Seite trauert hier aber jeder und Marios berühmter Satz: “Ich bin doch erst 51” ist in den Köpfen omnipräsent. In diesem Satz lese ich zwischen den Zeilen auch Reue von Mario über seinen Lebensstil, der 100% sicher gerne noch viele Lebensjahre gehabt hätte…

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Eine persönliche Einleitung, die dann in eine allgemeine Aussage übergeht? Naja.

Gerade in Bezug auf Mario haben die ihm nahestehenden Personen das gesagt, was es zu sagen gibt. Eine weitere Einmischung wäre m. E. auch nicht angebracht gewesen.

Auf anderer Ebene:
Auf die Notwendigkeit von Backups wird schon seit Ende des letzten Jahrtausends ständig hingewiesen - und dennoch schallen die Leidklagen über verlorene Daten in regelmäßig und zeitnah durch die Supportforen.

Irgendwann bringen zusätzliche Worte halt nichts mehr - außer einer Belastung der Beziehung.

…und manchmal, in sehr tragischen Fällen, können Menschen es leider nicht mal mehr auf die harte Tour lernen.

Wichtig: In Anbetracht seiner Infektion ist eh davon auszugehen, dass seine Adipositas ein verschärfender - aber nicht der oberste, ausschlaggebende Faktor war.

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Hallo ms2011de und alle, die mitlesen,

nein. So war das nicht gemeint.

Mario hatte doch Eingriffe, um seine Gesundheit zu verbessern, das muss um 2013-15 gewesen sein. Er war ja auch eine Weile schlanker. Diese haben ihn aber auch schon mal an den Abgrund des Lebens gebracht, soweit ich das verstanden habe.

Ich denke, das. was in seiner Macht stand, hat er getan.Und da war dieser Parasit, von dem man nicht weiß, wie lange er schon da war.

Dass er sich ein längeres Leben gewünscht hat, habe ich auch mitbekommen, auch aus früheren Sendungen. Das ist im Nachhinein, wenn man weiß, wie es ausgegangen ist, sehr traurig anzusehen.

Aber alle Diskussionen um sein Gewicht führen nicht dazu, dass er aufersteht, abnimmt und 100 Jahre alt wird. Und er hätte auch nicht unseretwillen abzunehmen gehabt, damit er länger lebt. Um seinetwillen abzunehmen hat er dann leider nicht mehr geschafft, dazu wäre er mit 51 noch in einem sehr guten Alter gewesen. Das ist bitter.

Und noch ein Gedanke dazu: Wenn man die schmerzhafte Erfahrung gemacht hat, dass das Leben endlich ist, weil der Tod schon bevorstand oder nahe Menschen zu früh gestorben sind oder der Tod bevorsteht, denke ich, geht es eher darum, so miteinander umzugehen, dass der wertvolle Mensch im Vordergrund steht und nicht eine Körperform (mit der übrigens andere Menschen auch alt werden können).

Ich denke, das ist mit geschriebenen Worten nicht einfach herüberzubringen und vielleicht wieder missverständlich. Ich habe es versucht als eine Person, die einer nahestehenden, gewichtsschwankenden Person auch immer in den Ohren lag, sie möge doch bitte bitte wieder abnehmen und sich heute schämt, weil es der anderen Person nur weh getan hat (dafür gibt es den Begriff “Bodyshaming”). Damit war der Person in keiner Weise geholfen und das tut mir heute Leid, weil diese Person ein sehr wertvoller Mensch ist.

In diesem Sinne beste Grüße

Petra

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Ich glaube wie gesagt, dass sowas ein sehr schmaler Grat ist in solch einer Situation,. Natürlich ist es eine sehr “unbequeme Wahrheit” und auch wenn man einfach nur in respektvollem Umgangston helfen möchte, die andere Person sich dennoch sehr schnell gedemütigt oder verletzt fühlen kann. Und man selbst ist ja auch in einem Dilemma: “unbequeme Wahrheit” ansprechen mit der Intention, einer anderer Person zu helfen und “wachzurütteln” oder ihr passiv nur beim viel zu frühen Sterben zusehen? Ich würde ersteres bevorzugen und niemandem, der es im guten Willen versucht, einen Vorwurf machen.

Zum Warum, und ich möchte dafür jetzt nicht nach Mitleid geiern, sondern damit Leute vielleicht meine Sichtweise ein bisschen besser nachvollziehen können: Im August letzten Jahres habe ich meinen besten Freund im Alter von gerade mal 37 Jahren verloren durch Erhängen - natürlich eine völlig andere Krankheitsgeschichte, aber ebenso extrem tragisch, traurig und viel, viel zu früh. Er hinterließ Ehefrau und 2 kleine Kinder im Alter von 2 und 4… Das Perfide an der Sache ist: Ich selbst war vor fast 10 Jahren von schwerer Depression betroffen, bin aber zum Glück komplett rausgekommen. Ich bereue bis heute extrem, nie von mir aus mit ihm mal über dieses Thema geredet zu haben, weil ich ehrlicherweise mir ein solches Ende bei ihm nie vorstellen konnte, so nachm Motto: “Jemand mit Frau, Haus und Kindern, der immer strahlt, doch nicht” - ja, das alleine schützt natürlich vor solch einer fiesen Krankheit nicht. Er wusste, dass ich betroffen war, aber dass er von sich aus mich nie gefragt hat, verstehe ich vollkommen, denn zum Einen ist da ein sehr hohes Schamgefühl dabei, sich die eigene Schwäche einzugestehen und nach Hilfe zu fragen und zum Anderen wohl auch die (unbegründete) Angst, bei mir etwas triggern zu können, insofern lag umgekehrt die Hürde für mich deutlich niedriger, offen mit dem Thema umzugehen, um diesbezüglich Vertrauen zu bekommen und helfen zu können…

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Hallo ms2011de

danke für das Teilen Deiner Geschichte. Ich hoffe, Du schaffst es, wenn es in Deiner Seele wieder dunkel werden sollte, Dir Hilfe zu holen, denn ein Suizid hinterlässt immer Angehörige und liebende Personen in Trauer, Verzweiflung und Schuldgefühlen (und auch damit habe ich schon Erfahrungen machen müssen-wie Du). Zum Glück ist der Depression viel vom Stigma genommen worden, seitdem sich prominente Personen wie Kurt Krömer oder Torsten Sträter öffentlich dazu bekannt haben. Aber leider gibt es noch immer nicht genügend und zeitnahe Zugänge zu einer Psychotherapie.

Sich einer Person zu öffnen ist eine große Stärke. Du kannst sehr stolz auf Dich sein, das so geschrieben zu haben.

Alles Gute für Dich und Deine Familie

Petra

P.S. Die gewichtsschwankende Person, von der ich schrieb, lebt noch. Es gibt noch Kontakt, aber nicht mehr so wie früher. Die Erfahrungen mit Suiziden in meinem Umfeld gab es mit anderen Personen. Ich habe mir aber dazu Hilfe gesucht und bekommen. Es lohnt sich immer, über Dinge zu sprechen oder wie hier zu schreiben.

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Können wir bitte zurück zum topic kommen? Danke.

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Erstens: Was hätte Mario dazu gesagt?

Zweitens: Das ist das Topic: Mitgefühl.

Drittens: Bitte. Gern geschehen.

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Ich habe Marios Gewicht auch immer wieder problematisch wahrgenommen, aber der Umgang damit ging nur immer Mario selbst und vielleicht noch sein engsten Umfeld etwas an. Am Ende ist es tragisch wie es gekommen ist, eine Diskussion wie was hätte sein können hilft uns aber auch nicht mehr und kannte genauso gut Leute die sehr gesund gelebt haben und nicht mal 50 wurden. Beim Positiven bleiben was Mario uns über die Jahre an Unterhaltung und freundlicher Art mitgegeben hat.

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Das hast Du schön geschrieben!

Die Lebensqualität geht vor Lebensquantität. Behalten wir Mario als fröhlichen Menschen in Erinnerung, der sein Leben genoss!

Und wem das immer noch nicht reicht: Schuld war ein Parasit! Den können wir alle bekommen. In diesem Sinne wünsche ich Mario alles Gute wo er jetzt ist!

Euer to do ist: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Ich habe beides für meinen Mann ziehen müssen. Das geht nur, wenn es existiert! Nach Schlaganfall habe ich die künstliche Ernährung untersagt, weil niemand wusste, wie sein Leben damit aussehen würde. Er hat sich auf der Palliativstation dann zurück in sein Leben gekämpft. Heute viele Einschränkungen, aber ein lebenswertes Leben.

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Hier sind für die Vollständigkeit die Spotify-Kommentare:

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