Folge 158: #allesaufdentisch - Olympia-Boykott? - Hyped

Ob diese Argumentation vor einem Gericht standhält…?
Ich beachte nur physikalische Gesetze, alles andere könnte eh bald geändert werden.

Na, demnach dürfte man auch Gesetze anderer Länder nicht kritisch sehen, denn die gelten auch im Moment

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Natürlich nicht, denn der Richter hat ja die Macht einen blau uniformierten Schlägertrupp los zu schicken, der Gewalt gegen einen ausübt. Darüber hinaus ist er ja auch nur Teil eben jenes auf Gewalt aufbauenden Staatswesens.

Die eigene Gewalttat als „Konsequenz“ zu bezeichnen kann nur derjenige tun, der in einer Machposition ist.

Ich stellte mir gerade vor jemand verprügelt einen Politiker richtig heftig und ist dann vor Gericht. Der Richter fragt dann: „Warum haben sie das gemacht?“. Der Angeklagte erwidert: „Der Politiker musste einfach mal die Konsequenzen seines Handelns spüren“. Kommt sicherlich nicht gut an. Lustig wäre dann aber, wenn der Richter sagt „Als Konsequenz dafür verurteile ich Sie noch härter“ und der Angeklagte dann antwortet „Wenn Sie dafür die Konsequenzen tragen wollen…“ :wink:

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Natürlich darfst du sie kritisch sehen. Beachten musst du sie dennoch. Sonst sind wir ganz schnell in der Anarchie.

Wenn du dich an dem Wort Konsequenz störst, darfst du es gern durch Folgen o.ä. ersetzen.
Die Frage bleibt dennoch die gleiche: Warum spielt es eine Rolle, woher die Regeln und Gesetze kamen, wenn sie jedem bekannt sind und sie in diesem Moment gelten?

Als nächstes fällt dir auf, dass Bossmang fast wie ein Libertärer klingt

Dinge, die man als Deutscher aus der deutschen Geschichte scheinbar lernt: Warum spielt es eine Rolle, woher Gesetze kommen?

Naja, zunächst einmal weil sich vom Menschen gemachte Regeln nicht mit Naturgesetzen vergleichen lassen. Darüber hinaus haben vom Menschen gemachte Regeln sehr sehr oft die Eigenschaft überhaupt nicht legitim zu sein.

Das führt uns aber von der eigentlichen Frage weg, nämlich von dem semantischen Taschenspielertrick zu sagen, man hätte ja die Freiheit sich nicht impfen zu lassen, man müsse nur die Konsequenzen tragen. Nur ist es halt eben keine Freiheit, wenn ich jemanden der eine Entscheidung trifft die nicht mit meiner Meinung übereinstimmt anfange zu benachteiligen.

Now we are talking!

Findest du? Ich bin zum Beispiel nicht der Meinung, dass ich Regeln beachten muss wo der Staat weder fähig noch willens ist mir den Grund dafür zu erklären.

Darüber hinaus frage ich mich bei solchen Aussagen ob die Ergebnisse und Erkenntnisse aus Experimenten wie dem Konformitätsexperiment von Asch, dem Milgram Experiment, dem Stanford Prison Experiment und dem Blue Eye Experiment von einem Großteil der Gesellschaft wirklich verstanden wurden.

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Erleuchte mich/uns, inwiefern passt das Blue Eyed Experiment da rein?

Kann jemand anderes diese Frage stellen, damit Bossmang antworten kann? Er ist mir beleidigt

Du erinnerst mich in deiner Argumentation erstaunlich stark an ältere ostdeutsche Landsleute, die sich mit derselben Logik im Nachhinein auch vieles schön geredet haben, was damals per Gesetz möglich war. Aber man hat sich heute ja tatsächlich wieder an vieles gewöhnt, was zu DDR-Zeiten zum Alltag gehört hat. Ist bei #allesdichtmachen leider sehr offensichtlich geworden, als es erschreckend viele Befürworter zu der Forderung gab, dass die daran beteiligten Schauspieler/Künstler beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk keine Arbeit mehr bekommen dürfen. Dies wäre dann tatsächlich DDR 2.0 gewesen, daran gibt’s nichts mehr zu relativieren. Für mich haben die letzten anderthalb Jahre so deutlich wie noch nie gezeigt, wie brüchig das Demokratie- und Freiheitsverständnis in unserer Gesellschaft ist.

Dafür müsstest du erstmal jemanden im Forum finden, bei dem das anders ist. Wird langsam eng. :laughing:

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Du würdest doch auch ihm damit einen Gefallen tun. Die User sind doch alle nur dafür da, über seine Stöckchen zu springen, damit er uns was erzählen kann. :smiling_face_with_three_hearts: Quasi wie bei mir

Mein Demokratieverständnis spiegelt sich jedenfalls nicht in der Auffassung wieder:
Ich halte mich nur an Gesetze, die ich persönlich für richtig halte.
Wenn du mich dafür als DDR-Opi bezeichnest, kann ich damit leben und ist mir zudem ziemlich wurscht.
Schönen Tag.

Das sehe ich auch so. Und es ist umso erschreckender, wenn man nun Fälle wie den von „Nemi El-Hassan“ danebenlegt. Eine Meinung zu vertreten, die vllt. nicht so ganz dem Mainstream entspricht, wie es Jan-Josef Liefers getan hat, gilt für diese Menschen als Grund, die Person für immer aus dem ÖR Fernsehen zu verbannen.

Antisemitismus und Extremismus hingegen nicht. Zumindest nicht, wenn es sich nicht um einen astreinen Nazi handelt, wie man sich ihn vorstellt, sondern eben um Menschen wie Sahra-Lee Heinrich, Nemi El-Hassan, etc.

Meiner Meinung nach kristallisiert sich langsam aber sicher immer deutlicher eine neue Form einer Staats- und Öffentlichkeitsideologie heraus, die in keiner Weise mit demokratischen Grundsätzen oder gar dem Grundgesetz vereinbar ist, geschweige denn mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Das macht mir große Sorgen.

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Leider doppelt am Thema vorbei geschossen: Ich sagte, deine Argumentation erinnert an DDR-Verdrängungslogik. Damit meinte ich nicht dich insgesamt als Person. Aber was viel wichtiger ist: Ich hab hier nirgends dazu aufgerufen, sich nicht an Gesetze zu halten. Gesetze zu hinterfragen und sich nicht daran zu halten, sind zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe. Das weißt du sicherlich… hoffentlich. :wink:

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Du hast dich in meine Diskussion mit Bossmang reingeschaltet, der offenbar sehr wohl der Meinung ist, man muss sich nur an Dinge halten, die man selbst für plausibel hält.
Zitat:

Daher ging ich davon aus, dass du das genauso siehst.

Und was das andere angeht:
Bei dir ist es immer einigermaßen schwierig zwischen persönlichen Spitzen und reiner Sachkritik zu unterscheiden.

Nicht mal der Staat selbst rechnet damit, dass man sich an Regeln hält, weil man sie für plausibel hält, sondern er erwartet, dass man sich dran hält, weil er einen bestrafen kann, wenn man es nicht tut.

Nein, wenn ichs genauso sehen würde, hätte ich das geschrieben. Allerdings finde ich diese Einstellung nicht in jedem Fall ablehnenswert, selbst wenn ich mich persönlich anders verhalten würde. Denn eins ist auch klar: Würde es keine Menschen geben, die sich ungerechten Gesetzesverhältnissen widersetzen, wären viele Veränderungen hierzulande wohl nie möglich gewesen. Bestes Beispiel ist sicherlich die alte Gesetzesregelung für Abtreibungen, gegen die sich Menschen wie Alice Schwarzer aktiv widersetzt haben. Viele Regelungen aus den Corona-Verordnungen wirkten auch wie reine Willkür und führten teilweise zu Ungleichbehandlung (z.B. im Einzelhandel, siehe Frau Kaballo). Insofern wäre ich eher darüber verwundert gewesen, wenn es dagegen überhaupt keinen Widerstand gegeben hätte.

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Sich an Gesetzte (im eigenen Land)zu halten, die man persönlich für falsch hält, ist keine gute Eigenschaft.
… Es war mal Recht und Gesetz, Menschen zu töten, weil sie sich einer Religion zugehörig fühlten,
es war mal Recht und Gesetz Menschen zu töten, weil Nachbarn glaubten, diese können zaubern, Es war mal Recht und Gesetz Menschen zu besitzen, Es ist noch gar nicht solange her , daß Männer verfolgt und eingesperrt wurden, weil sie andere Männer liebten. Es werden immernoch Männer eingesperrt, weil sie das Erschießen von Kindern falsch finden während in diesem unseren Lande es per Gericht für zulässig befunden wurde friedliche Kindergruppen zu bombardieren usw.

Es zeichnet sich ab, daß demnächst es Recht und Gesetz sein wird, dass Ungeimpfte nicht mehr das recht haben, einkaufen zu gehen. Wenn es Supermärkten erlaubt wird die 2G Regel einzuführen (egal ob die es dann machen oder nicht), wird den Ungeimpften das Recht auf legalen Lebensmittelkauf entzogen.

Das ist besonders absurd: Am Anfang der Pandemie wurde allen Bürgern befohlen zu Hause zu bleiben und sich zu isolieren um sich nicht zu infizieren.
Alle die sich daran gehalten haben sind jetzt die Leidtragenden die sich impfen lassen sollen müssen!
( siehe erster Satz dieses Beitrags)
Nur diejenigen die weiter Parties in den Parks gefeiert haben und sich infiziert haben sind jetzt die mit den meisten Freiheiten.
Genesene und Geimpfte können andere anstecken, sind also eine Gefahr für andere.
Ungeimpfte negativ Getestete können das logischerweise nicht. Sind also keine Gefahr für irgendjemand, sind aber nun die Aussätzigen…

Ich übersetze mal bezüglich Deutschland: „Demokratie ist keine gute Eigenschaft“. :man_shrugging:
Ich weis, worauf Du hinaus willst - dennoch ist diese Äußerung daneben.

Das mit der weltanschaulichen Verfolgung und Tötung von Menschen zu vergleichen ist auch daneben.
Hessen scheint ja bezüglich 2G Vorreiter zu sein - aber nicht, wie allgemein behauptet wird in allen Arten von Geschäften - sondern bei:


Quelle

In Anbetracht, dass wir immer noch in einer Pandemie-Situation sind, bei der die Zahlen wieder ansteigen und keinesfalls von einer Entwarnung auszugehen ist kann man im Prinzip froh sein, dass die Maßnahmen sich auf so was beschränken.


Quelle - Stand 22.10.2021

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass bei guten Teilen der Bevölkerung der Eindruck entstanden ist, dass die Tatsache, dass kein Politiker vor den Wahlen das heiße Eisen von Einschränkungen wegen Covid-19 angefasst hat ein Zeichen der Entwarnung sei. :man_shrugging:

Aber keine Angst, wenn das so weiter geht, dann dürften ganz viele Leute recht schnell in den 2G-Zustand ohne Impfung kommen - oder sich halt nicht mehr beschweren können. :confounded:

Nein, das wird damit nicht ausgesagt. Auch im demokratischen Staat ist der Bürger natürlich nicht absolute Verfügungsmasse wo er sich total unterwerfen muss. Denn auch hier findet der Staat seine Grenze an den Grund- und Freiheitsrechten des Einzelnen, was seine Abwehrrechte sind. Der Zivile Ungehorsam ist hier probates Mittel insbesondere wenn sich die Richterschaft, nach meiner provokanten Meinung nach, als eine Gruppe von regierungstreuen Opportunisten erweist.

Auch ist an einem Staat und einem Staatswesen nichts heiliges und gibt keinen Gott und kein Naturgesetz, was ihm eine besondere Legitimität verleiht. Der Staat muss seine Legitimität jeden Tag neu unter Beweis stellen . Gerade hier haben sich in den letzten Jahren zwei Dinge geändert:

  1. Der Druck des Staates Folgschaft zu leisten hat zugenommen.
  2. Immer mehr Menschen stellen die Legitimität des aktuellen Staatswesens in Frage, weil sie merken, dass der Staat ihre Interessen gar nicht mehr vertritt und ihre Rechte nicht mehr wahrt.

Darauf reagiert zumindest unser Staat mit Repression, weshalb sich der Verfassungsschutz auch nicht mehr nur für Linksextremeisten, Rechtsextremisten und Islamisten interessiert sondern nun eine neue Kategorie „Delegitimierung des Staates“ hat.

Regeln, die der Staat aber weder erklären kann noch will sollte man nicht folgen, ja eigentlich darf man ihnen nicht einmal folgen.

Wo 2G vorgeschrieben ist, ist ein anderes Thema. Die Verordnung von Hessen erlaubt es, dass Einzelhändler sagen, dass bei ihnen nur geimpfte und genesen einkaufen dürfen. Sollten dies zum Beispiel viele Einzelhändler in einer Region machen, kann es tatsächlich passieren, dass Menschen von der Lebensmittelversorgung de facto abgeschnitten werden. Aus der hessischen Landesregierung hieß es im übrigen, dass gehofft wird, dass die Einzelhändler nicht davon Gebrauch machen. Das ist schon eine besondere Form des Zynismus.

Und ich finde es ehrlich gesagt sehr problematisch, wenn Menschen z. B. die Anwesenheit bei einer Beerdigung versagt wird, wenn sie dem Staat nicht Folgschaft leisten und sich impfen lassen. Sich nicht von seinen Großeltern, seinen Geschwistern, seinem Ehepartner oder vielleicht sogar Kind verabschieden zu können führt dann bei so einigen zu einem Groll gegen den Staat, wovon dann wieder einige nicht ganz zu unrecht die Legitimitätsfrage stellen.

Und das hier ist genau die falsche Herangehensweise:

Die Grund- und Freiheitsrechte sind keine vom Staat großzügig gewährten Privilegien sondern es ist essenzielle Aufgabe des Staates diese zu schützen zu wahren. Deshalb muss ich nicht „froh“ sein, wenn der Staat diese nicht verletzt sondern ich muss den Staat kritisieren, dass er sie verletzt und keinen sichtbaren Weg kommuniziert wie er denn gedenkt dieses wieder einzustellen.

Nur so als Beispiel: Wir haben derzeit gut 4000 Intensivbetten weniger als vor noch einem Jahr. Das liegt vor allem an den schlechten Arbeitsbedingungen im Pfelegebereich. In einer Pandemie würde ich jedoch das Gegenteil erwarten, dass der Staat dafür sorgt, dass die Anzahl der Intensivbetten zunimmt. Genau dies macht der Staat aber nicht, er verbessert nicht die Arbeitslage bei den Pflegekräften, mit bekanntem Ergebnis.

Und nun sind wir halt beim Punkt: Maßnahmen, die die Grund- und Freiheitsrechte beschränken, sind nur Ultima-Ratio. Ich muss schlicht keine Einschränkungen hinnehmen, wenn diese auf Versäumnissen des Staates beruhen.

(Das mit den Pflegekräften ist übrigens lustig, weil ich mich noch erinnere wie April und Mai 2020 als auf den Intensivstationen noch gar nicht wirklich was los war die Leute des Pflegekräften applaudiert haben und peinliche Gruppentänze gemacht wurden. Ich hab schon damals gesagt: „Macht euch keine falschen Hoffnungen, ihr werdet bald wieder genau so scheiße behandelt wie eh und je“. Und ich habe recht behalten.)

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