Klar, weil Ein-Themen-Parteien hierzulande ja auch mega erfolgreich sind.
Und als jemand, dem das Thema so völlig egal ist, willst du Herrn Thiel u.a. anderen Rundfunkkritikern erklären, wie das Patentrezept für eine erfolgreiche Systemverbesserung funktioniert?
Selbst wenn es doch stimmen würde, dann wäre es der großen, breiten Öffentlichkeit ziemlich wuppe.
„Große, breite Öffentlichkeit“ = Es ist in jedermanns Munde, weil es ganz, ganz viele interessiert. Das was es nun wirklich nicht. In sofern dürftest Du den Begriff deutlich anders interpretieren.
Es scheint nicht nur so - es ist so.
Die ärmsten der Bevölkerung können sich eh befreien lassen.
Und die Meisten, die mehr verdienen, drückt es nicht so sehr, dass es für sie relevant wäre.
Ich sagte, es ging darum, mehr Aufmerksamkeit zu schaffen. Den Strohmann von der „großen, breiten Öffentlichkeit“ hast du dann kreiert. Man kann die Zielsetzung natürlich immer künstlich so hoch schrauben, dass sich damit ein jegliches Vorhaben als gescheitert abkanzeln lässt.
Fakt ist, dass Herr Thiel mit seiner Protestaktion erheblich mehr Aufmerksamkeit generieren konnte als es anderen Rundfunkkritikern in den letzten Jahren gelungen ist. Jede große Zeitung und Nachrichtenseite hat darüber berichtet. Mehrfach. Auch in Social Media war das Thema über Monate hinweg sehr präsent. Nur die Öffis haben sich vor der Bericherstattung gedrückt, was wiederum wunderbar entlarvend gewesen ist. Dass Thiel es nun nicht auch noch geschafft hat, alle die Leute ins Boot zu holen, denen das Thema eh schon immer wuppe gewesen ist, schmälert diesen Erfolg nicht.
Du sagst im Prinzip: „Wenn es jemandem nicht auf einen Schlag gelingt, messianische Kräfte zu entwickeln und die ganze Menschheit/Bevölkerung in seinen Bann zu ziehen, ist der Protest gescheitert.“ Aber so funktionieren Protestbewegungen nicht. Es brauchte bisher immer einen langen Atem und viele Anläufe, um einen Wandel herbeizuführen. Im protestfaulen Deutschland umso mehr.
Genau mein Gedanke. Man kann darüber streiten, wie groß die Aufmerksamkeit war, die Georg Thiel generiert hat, aber das er Aufmerksamkeit erzeugt hat, kann man nunmal nicht abstreiten.
Nicht nur MG hat über ihn berichtet. Auch auf Youtube, Facebook, Twitter, etc. also auf den gängigen Portalen wurde das Thema im Zusammenhang mit Georg Thiel besprochen. Da ich keine klassischen Medien konsumiere, kann ich nicht sagen, ob und wie viel dort berichtet wurde. Aber zumindest bei „jüngeren“ Menschen spielen Nachrichtenportale im Internet und Social Media im Allgemeinen eine größere Rolle, wenn es um Aufmerksamkeit geht, als tagesschau und Co. im linearen Fernsehen.
Richtig. Und selbst wenn man Thiels Protest unbedingt als gescheitert betrachten will: Er hat es wenigstens versucht und ist seinen Prinzipien treu geblieben. Wer kann das heutzutage schon noch von sich behaupten? Bei seinem Haftantritt wusste er noch nicht, wieviel Zuspruch und Unterstützung ihm diese Entscheidung einbringen wird. Er wusste auch nicht, ob der Knastaufenthalt gut zu verkraften ist oder ob es eine Belastung sein wird. Trotz all dieser Ungewissheiten hat er sich nicht entmutigen lassen und die Sache durchgezogen. Er hat sich nicht dazu zwingen lassen, etwas zu tun, das er für grundlegend falsch hält. Das finde ich sehr respektabel und den zahlreichen Menschen, die sich mit ihm solidarisiert haben, ging es anscheinend ebenso. Thiel hat allein vielleicht nicht die riesige Protestwelle ausgelöst, aber ich glaube schon, dass er dazu beigetragen hat, mehr Menschen zum Protest zu inspirieren.
Du hast auf mein Posting REAGIERT. Du hättest es auch sein lassen können.
So heißt das jetzt innerhalb des Kontextes: Du hast auf meine Meinung offtopic reagiert oder wolltest das Thema relativieren.
Aber ich darf Dich dennoch daran erinnern, was Du keine 2 Stunden von gerade geschrieben hast:
Wenn es Dir nicht um die Öffentlichkeit ging, dann ist „Falsch“ die falsche Reaktion.
Was nun wirklich keine große Kunst darstellt und entsprechend des Ergebnisses nix heißt.
Wie gesagt: Ich wette 'n Kasten Bier, dass sich aufgrund dieser Aktion sich nix ändern wird.
Wenn es um wirksame Proteste geht, muss man das schon anders anstellen.
Es ist so oder so falsch, weil die große, breite Öffentlichkeit nachweislich die Möglichkeit hatte, davon zu erfahren. Wie gesagt: Die große, breite Berichterstattung war über mehrere Monate hinweg vorhanden. Auch das Interesse in Social Media war weit überdurchschnittlich. Du bemängelst ja, dass diese Aktion alleine es noch nicht geschafft hat, diese große, breite Öffentlichkeit auch zu mobilisieren. Und das wiederum ist ein so hoch gestecktes Ziel, dass es nahezu unerreichbar ist. Damit lässt sich nahezu jede Aktion kaputtreden. Insofern ist das nicht viel mehr als sehr verkürzte Totschlagargumentation.
Auch deine Wette zeigt, dass du am Thema vorbei diskutierst: Weder Thiel selbst noch irgendjemand in diesem Thread hat jemals behauptet, dass diese Protestaktion allein bereits etwas ändern wird. Ich sagte vorhin ja erst, dass es dafür einen langen Atem und viele Anläufe braucht. Du brauchst also nicht um etwas zu wetten, das nie Gegenstand der Diskussion gewesen ist.
Ich hab da mal von so ner Partei gehört, die anscheinend dauernd ein Problem mit Ausländern oder Flüchtlingen oder so hat, Ich hab leider vergessen wie dei hiess…
Nö, die sind anfangs als Anti-Euro-Partei angetreten und haben damit mindestens schon mal zwei Themen. Außerdem ist die Liste der Negativthemen, die der AfD angekreidet werden, doch auch sonst viel länger. Dort steht bspw. fast immer, dass die obendrein homofeindlich sind, alle Frauen wieder zurück an den Herd bringen und den Sozialstaat drastisch beschneiden wollen. Das hat alles mit Flüchtlingen nix zu tun. Es bleibt also dabei: Ein-Themen-Parteien finden in Deutschland kaum Unterstützung.
Man kann zum Rundfunkbeitrag stehen wie man will, die Erzwingungshaft zur Vermögensauskunft in Frage zu stellen oder als unmenschliches Mittel anzusehen greift jedoch zu kurz.
Als Unternehmer oder Institution muss man feststellen, dass die Mittel um Geld, das einem zusteht, im Zweifel einzufordern sehr begrenzt und vom Zahlungsunwilligen extrem in die Länge gezogen werden können.
In so einem gerichtliche Mahnverfahren sind Vermögensauskunft und Erzwingungshaft wichtige finale Bausteine. Ansonsten könnte jeder Gläubiger ungeachtet seines wahren Vermögens behaupten, er kann nicht zahlen, fertig.
Als kleiner Selbstständiger kann ja wiederum eine wichtige nicht bezahlte Rechnung für die eigene Insolvenz sorgen.
Zu „Hallo Geldstrafe“:
Ich kann verstehen, dass man sich in einer Privatfehde über das Leid des Kontrahenten freut. Das ist völlig in Ordnung.
Ich glaube aber, dass Du dir keinen Gefallen damit tust, den Maßstäben und dem Rechtsverständnis des Gerichts zuzujubeln. Diese Maßstäbe an Deine Beiträge angelegt, wären schon etliche Tagessätze gegen Dich verhängt worden. Alleine in dieser Mediatheke, wo Du von Tarik Tesfu als " Karikatur seiner Selbst" sprichst und damit sein (weibliches?) Erscheinungsbild abfällig kommentierst, bist Du meiner Ansicht nach nicht sonderlich weit von dem weg, was Herr Weber von sich gegeben hat.
Auch wenn es Spaß macht sich am Leid des Herrn Weber zu ergötzen, so schneide doch nicht an deinem eigenen Ast der Meinungsfreiheit rum, nur weil du Herrn Weber fallen sehen willst, der auf dem gleichen Ast sitzt.
Naja, - zugegeben, „mittelattraktive“ Menschen- mit Lungenkrebsbildern auf Zigarettenschachteln zu vergleichen und einen „selbstoptimierten“ Charakterkopf mit „Karikatur seiner selbst“ sind wohl zwei verschiedene Hausnummern.
hab lange mit kinder gearbeitet. lesbisch, schwul ist denen egal. was den kinder schaden kann ist verwahrlosung, fehlende liebe, gewalt etv. in der 1 klasse wussten wir schon was ein „zwick“ ist. wir haben uns sogar mal scheckig gelacht. so dumm sind kinder nicht. und ein kind, welches schaden davon trägt, dass der onkel drag queen ist, dem ist kaum.mehr zu helfen. ich denke, eine drag taucht nicht als drag bei der taufe auf.
Das Problem ist, dass deine Beispiele fast immer allein auf anekdotischer Evidenz basieren. Damit kann einfach jeder kommen. Es ist schlichtweg nicht überprüfbar und hat sehr viel mit persönlicher Wahrnehmung zu tun. Menschen sehen in ihrem persönlichen Umfeld das, was sie sehen wollen. Was sie nicht sehen wollen, wird ausgeblendet. Du wirst sicherlich auch Leute finden, die anekdotische Evidenz liefern können, die den genau gegenteiligen Eindruck von dem beschreibt, was du erlebt hast.
Von daher kann ich Grimetons „Blubb“ schon irgendwie verstehen. Dieses ständige „Ich habe ja selber erlebt, dass…“ hat unterm Strich nur sehr wenig Aussagekraft.
das blubb zeugt von inkompetenz. ich hätte meine standpunkte besser formulieren sollen. bin leider zu weit weg vom thema health management. Antonovsky z.b. widerspricht sich den pöbel statements des grimeton.
bezogen auf das kind und transe.
du hast recht mit der evidenz. hätte mich da differenzierter ausdrücken sollen.
gebe mal einen tipp: sense of coherence,lebenswelten modell, health management, recovery modell…
Seit wievielen Jährchen können wir zu diesem Thema denn bereits forschen und wie lange braucht man in der Wissenschaft normalerweise, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen?
es genügt wenn man eine ausbildung zur pflegefachfrau, schwerpunkt psychiatrie absolviert hat. viele laien wie grimeton haben oft die tendenz, kinder zu unterschätzen.
hatte keinen bock gestern ausführlicher zu diskutieren. war unterwegs mit handy.
Über die Qualität deiner Ausbildung und über deine Kompetenz als Pflegefachfrau (eine Berufsbezeichnung, die es so in Deutschland nicht gibt) wissen wir nichts. Insofern ist auch das eher wieder dem Bereich der unzuverlässigen anekdotischen Evidenz zuzuordnen.
Deine LSVD-Quelle bestätigt eigentlich das, was ich schon gesagt habe: Bisher ist die Studienlage sehr dünn und es gibt keinerlei Langzeiterfahrungen.
Ich bezweifle übrigens gar nicht mal, dass es Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gut geht. Grimeton zweifelt das wahrscheinlich ebenfalls nicht grundsätzlich an. Soweit ichs verstanden habe, ist er nur skeptisch, wenns um die Veröffentlichung entsprechender Studienergebnisse geht.
So wie sich der wissenschaftliche Mainstream derzeit entwickelt, darf durchaus angezweifelt werden, ob negative Ergebnisse (sofern es welche gäbe) aus solchen Studien überhaupt breit publiziert werden würden. Ein ergebnisoffener wissenschaftlicher Diskurs scheint bei solchen ideologisch aufgeladenen Themen immer schwieriger zu werden. Publiziert wird, was erwünscht ist.