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Folge 147: Extremisten in Rundfunkräten - 50 Jahre Hitparade - Helmut Thoma über RTL

Die Mediatheke Folge 147. Hier kann darüber diskutiert werden!

Jüngste Entscheidungen über das Personal in den Rundfunkräten von WDR und NDR sorgen für Kopfschütteln: Religiöse Fanatiker bekommen dort Mitspracherecht. Außerdem: „50 Jahre Hitparade“ ist eher ein bedauernswertes Stück Fernsehen, Helmut Thoma äußert sich zu seinem Ex-Sender RTL und der dritte Teil des Politmagazine-Checks.

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Moin Holger, hier ist die Internetpolizei.

Frage an dich, warum ist vermehrt so eine Grusselmusik in einigen Beiträgen zu hören? Hast du selber nicht mal solche Tricks angeprangert. Meinerseits wird ein trockener Beitrag dadurch „gethrillt“ und macht es noch spannender zu gucken, aber die Sachlichkeit geht dabei verloren, finde ich.

Bitte um deine Stellungnahme.

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Vermehrt ist das eigentlich nicht, ich habe schon immer so gearbeitet. Das ist eine grundsätzliche Frage. Ich finde in Beiträgen, wo sehr viele Grafiken und Standbilder zu sehen sind, kann Musik das Ganze ein bisschen aufwerten.
Im Übrigen sehe ich im konkreten Beitrag durchaus eine Gefahr darin, wenn bestimmte Gruppen Einfluss in Rundfunkräte erhalten. Daher passt dann die Gruselmusik auch.
Aber wie gesagt: Ich verstehe, wenn man das anders sieht - und nehme das als Kritik an.

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  1. Die gesellschaftlich relevanten Gruppen sollen in die Rundfunkräte. Deshalb müssen natürlich nicht nur die Schwulen sondern auch deren Feinde in den Rundfunkrat. Haben eigentlich auch die Reichsbürger und die Neonazis einen Sitz?
  2. Gemäßigte Moslems wird man nur schwer in den Rundfunkrat bekommen. Die gibt es zwar zuhauf, die gründen aber keinen Verein.
  3. Der Rundfunkrat berät das Parlament. Darauf bemerkst du „Wen wollen die hier eigentlich verarschen?“ Sorry, aber hier hast du keine Ahnung. Genauso läuft Gesetzgebung ab. Da werden Greti und Pleti um ihre Meinung befragt. Sogar ich durfte schon zu Gesetzen meinen Senf abgeben (ohne dass die Gesetze deshalb geändert wurden). Aber gefragt werden viele.
  4. „Welche öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme es gibt, ist gesetzlich genau geregelt.“ Ach tatsächlich? Behaupten kann das ja jeder. Das ZDF sollte dazu mal eine Rechtsgrundlage nennen. Ich würde gerne mal wissen, wo der Bundestag geregelt hat, dass es ZDF Neo geben muss.
  5. „Auch die Mitglieder der ÖRR zahlen Rundfunkbeitrag“ Wenn jemand mehrere Tausend Euro monatlich vom ÖRR bekommt, darf er auch durchaus seinen Rundfunkbeitrag zahlen. Ich zahle ja auch meinen Rundfunkbeitrag. Schließlich bekomme ich im Gegenzug Beamtenbezüge vom Staat. Der Staat gibts mir - der Staat nimmts mir. Entscheidend ist was unterm Strich übrig bleibt. Das ist der Unterschied zu Leuten, die ihr Geld nicht vom Staat (oder vom ÖRR) bekommen, aber trotzdem Rundfunkbeitrag zahlen müssen.
  6. Fuck the System - Dazu fällt mir nur diese Musik ein: https://www.youtube.com/watch?v=Qz9I0WJxF84
  7. Schiffmann: Die Frage ist schon manipulativ: Er fragt, wer jemanden kennt, der an Corona gestorben ist und wer jemanden kennt, der Schaden an der Impfung genommen hat. Irgendein Schaden kommt natürlich viel häufiger vor als der Tod. Auch ich habe Schaden an der Impfung genommen: Mir tat jedes Mal der gestochene Arm weh. Statistisch korrekt wäre es daher zu fragen, wer jemanden kennt, der an der Impfung gestorben ist. Das dürften dann viel weniger sein.
  8. Zu heute abend: Viel Glück! Du wirst es brauchen. Reicht es wenn ich 15 Minuten später einschalte?

Tja, was soll man zu dieser Schlager-Parade schon sagen? Um ehrlich zu sein, ich war der Meinung, dass Bata Illic tot ist und zu Nino De Angelo ud Christian Anders fällt mir nichts mehr ein. Die haben beide Lack gesoffen. Schade, dass Peter Alexander nicht mehr lebt.

Ich fordere eine Version von Michaela wo Mario die Orgel spielt und Holger singt

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Das Einzige was mich im Rundfunkrat-Beitrag gestört hat, war, dass zuviel schnöde Vorleserei drin war. Grafik wär vllt besser gewesen.

Insgesamt wieder eine interessante Folge, allerdings konnte ich die Kritik im Hitparaden-Beitrag nicht so ganz nachvollziehen. Ähnlich wie schon vor einigen Wochen bei der Fernsehgarten-Kritik.

Nach Holgers Anmoderation erwartet man etwas ganz schreckliches, aber letztlich ist es dann eben einfach nur ein anderer Musikgeschmack. Gottschalks Hitparaden-Moderation wirkte wie immer sehr gekonnt. Ich finde, man merkt ihm sein Alter kaum an. Was die eingeladenen Stars betrifft, kann man geschmacklich sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, aber auch hier gab es keine Totalausfälle bei den Performances. So alt und abgewrackt einige dieser Schlagersänger inzwischen auch sein mögen, sie haben immer noch zahlreiche Fans, die sich über solche Auftritte freuen.

Natürlich kann man grundsätzlich in Frage stellen, ob es weiterhin gerechtfertigt ist, dass solches Unterhaltungsprogramm im öffentlich-rechtlichen Fernsehen stattfindet. Was das betrifft, wäre ich auch für deutliche Kürzungen. Aber solange dieses Programm Bestandteil von ARD und ZDF ist, finde ich es völlig legitim, auch diese Schlagergreise einzuladen. Wenn’s danach ginge, wie geistig abgedriftet Musikstars inzwischen sind, dürfte man auch viele Leute aus Rock und Pop nicht mehr auftreten lassen. Viele haben dort ebenfalls ihre besten Tage schon lange hinter sich, nehmen aber dennoch gigantische Ticketpreise für ihre ewigen Abschiedstourneen. Von solchen Seltsamkeiten kann sich kaum ein Musikgenre wirklich frei machen. Am Ende entscheiden die Fans selbst, ob sie das mittragen wollen.

Gerade wenns um das Hitparaden-Jubiläum geht, war es eigentlich fast schon Pflicht, diese Leute einzuladen. Das waren alles Stars, die diese Sendung über Jahrzehnte geprägt haben. Man hat den Hitparaden-Fans also höchstwahrscheinlich genau das gegeben, was sie erwartet haben.

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Ging mir ähnlich.
ABER: Das, was Stefanie Hertel mit Falcos „Rock me Amadeus“ gemacht hat,
hatte in der Tat schlechtes Karaoke-Niveau. Da zeigt sich erneut, was für ein Unikat
er und seine Art des Gesangs/Raps war.

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Ich mag solche Reihen wie den Politmagazine-Check. Nachdem in den vergangenen Folgen nur schlechte Noten vergeben wurden (Monitor 4, Panorama 4+, Fakt 4-, Kontraste 5) bin ich überrascht, dass die beiden heutigen Magazine mit 3- und 2- deutlich besser abschneiden.

Ich habe mir gerade mal angesehen, was Report München früher berichtet hat. Eignet sich gut für einen Livekommentar. Zitate aus dem Beitrag „Ihr Kinderlein kommet“ von 1990:

  • „eine ganze Branche aufgemachter Perversionen, die als Heavy Metal Umsatzrekorde erzielen. In den USA haben sich zwei Jugendliche nach Anhörung solcher Musikstücke erschossen. Die Eltern haben die Musiker verklagt. Der Grund: In dem Musikstück seien Botschaften eingebaut, die junge Menschen in den Tod treiben.“
  • „Die Horrorschau im TV-Privatsender beginnt um 15 Uhr – beste Kinderfernsehzeit. Je schockierender, desto geiler für die Kids. Heavy Metal heißt das und nährt eine ganze Branche.“
  • „Das wohlfeile Geschäft mit der Widerwärtigkeit, das hat auch die deutsche Punkszene entdeckt. Die Punkband ‚Die Ärzte‘ scheffelte Millionen mit Liedern über Sodomie und Inzest und die Minderjährigen singen die Texte begeistert nach.“

In die Hitparade-Show habe ich auch reingeschaut. Für mich gab es einige Überraschungen, dass manche alte Schlagerstars noch leben. Ich fand die Stunde, die ich davon gesehen habe, recht harmlos, wenn ich das grauenhafte Falco-Cover ausblende. Insgesamt würde ich mir natürlich deutlich weniger Unterhaltungssendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wünschen.

Ob die Geschichte mit Nino de Angelo so stimmt, scheint eher unklar zu sein. Laut einem TZ-Artikel von vorgestern hat die Bild als erstes darüber berichtet. De Angelo streitet den Vorfall ab:

Laut Bild wurde der Sänger angeblich ab der Hälfte der Sendung von einem Mitarbeiter aus dem Studio geholt. Stimmt so aber nicht, wehrt sich de Angelo: „Ich bin nicht aus der Sendung geholt oder strafversetzt worden, das ist absoluter Blödsinn! Ich war ja auch die ganze Show über auf meinem Platz zu sehen. Ich bin nur einmal von meinem Platz aufgestanden, weil ich vor meinem Auftritt mal für kleine Jungens musste. Ich habe mich in der Show köstlich amüsiert und mich gefreut, so viele nette Kollegen wiederzusehen.“

Was stimmt, lässt sich schwer überprüfen. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass die Bild einem Schlagersänger etwas andichtet, was nie geschehen ist.

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Ja, aber immerhin treten sie noch wirklich live auf. Ob das dann gut oder schlecht ist, steht auf einem anderen Blatt, aber immerhin ist es authentisch und sie versuchen zumindest noch zu zeigen, dass sie es noch können. Hier treten ziemlich alte Interpreten mit einem Vollplayback auf, dessen Stimme bei Weitem nicht mehr zur heutigen Person passt. Dadurch wirkt es m. E. sehr künstlich und seltsam. So habe ich auch Holgers Kritik aufgefasst.

Ich habe es jetzt nicht als Kritik an der Darbietung innerhalb eines bestimmten Musikgenres wahrgenommen und gehe davon aus, dass Holger eine ähnliche Sendung bei gleichen Umständen, aber mit Popmusik, auch ähnlich hart angefasst hätte.

Ähm, nö. Diese sehr pauschale Aussage wirst du nur schwerlich belegen können. Grundsätzlich zieht sich das durch alle Genres: Diejenigen, die es noch können, performen live. Diejenigen, die es nicht mehr können, machen Playback oder lassen technisch nachhelfen (z.B. mit Live-Autotune). Auch da gilt wieder: Wenn’s den Fans so gefällt, ist das völlig okay. Oft geht es schlichtweg darum, den Star nochmal auf der Bühne sehen zu können. Fans der ZDF-Hitparade sind den Playback-Gesang lange gewöhnt.

Wirklich pure Gesangsperformances gibt’s heutzutage sowieso immer seltener. Autotune wird nicht nur in Studio-Produktionen, sondern zunehmend sogar live eingesetzt. Wenn man mal die aktuellen Rock- und Metal-Hitlisten bei Spotify durchhört, ist Autotune auch in diesen Genres enorm präsent. Kaum eine moderne Rock-/Metal-Produktion kommt ohne aus. Und dabei handelt es sich meist um ziemlich junge Sänger, die eigentlich noch über genug eigene Stimmkraft verfügen sollten.

Ja gut, mit Autotune machen wir ja nochmal ein weiteres Fass auf. Selbst wenn Autotune in der Live-Performance eingesetzt wird, ist es m. E. nicht in der gleichen Liga wie ein Vollplayback. Aber gut, hast da schon recht, finde ich aber persönlich genauso wenig erstrebenswert.

Ich persönlich finde auch, dass man mindestens bei Songs, die man wirklich mehrmals gehört hat, auch raushört, ob es sich um ein Playback handelt, oder nicht. Aber da hatte ich schon Diskussionen im echten Leben drum und offenbar gibt es eine nennenswerte Menge an Menschen, die das nicht raushören. Eine Life-Performance hört sich imho immer hörbar anders an als die Studioaufnahme.

Gibt auch viele Leute, denen das schlichtweg egal ist. :wink: Solange kein Etikettenschwindel betrieben wird, finde ich daran nichts verwerfliches. D.h. wenn in der ZDF-Hitparade Live-Gesang angekündigt worden wäre, der am Ende keiner war, könnte man sich zurecht aufregen. Ist aber nicht so gewesen.

Stimmt. Das Wort verwerflich habe ich daher auch nicht benutzt. Doof kann ich es aber dennoch finden.

Zu Helmut Thoma:

Finde Thoma immer wieder sympathisch und viele seiner alten Fernsehmacher-Weisheiten haben sicherlich auch heute nichts an Gültigkeit verloren. Aber wie schon damals bei FKTV in Bezug auf Youtube, scheint er beim Thema Streaming/Netflix ca. 5-10 Jahre hinterherzuhinken.

Die Zeiten, in denen sich Netflix über US-Nischenproduktionen wie „House of Cards“ definiert hat, sind lange vorbei. Dort wird bereits seit vielen Jahren auf einen internationalen Markt zugeschnitten produziert. Wer aus einem anderen Land stammt und kein Interesse an amerikanischen Themen hat, findet inzwischen viele Netflix-Angebote für seine eigene Region. Zudem gibt’s neben anspruchsvolleren Serien wie „House of Cards“ auch zunehmend massentaugliche Eigenproduktionen.

Zudem werden neben Serien und Filmen immer mehr Show-Formate angeboten, von Koch-Shows bis hin zu Talk-Sendungen. Prime Video wiederum setzt zunehmend auf Live-Events, angefangen von Musik bis hin zu Sport. Vieles davon steckt zwar noch in den Kinderschuhen, jedoch zeigt sich da bereits eine klare Tendenz. Was den Event-Charakter betrifft, würde ich mit Thoma aber immer noch am meisten übereinstimmen: Ja, das ist immer noch eine der größten Stärken des linearen TV-Programms. Wenns um das gemeinsame gleichzeitige Erleben großer medialer Ereignisse geht (wie zuletzt erst bei der Fußball-EM), ist das gute alte Fernsehen beim Massenpublikum nach wie vor Spitzenreiter.

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Ja, genau das habe ich mir auch gedacht. Selbst das Argument mit House of Cards finde ich da nur bedingt stichhaltig: Klar ist es aufgrund der Politthematik sicherlich unter special interest einzuordnen, aber gerade diese Vielfallt machte Netflix doch groß, auch wenn sie diesen Fokus wie von dir richtig erwähnt inzwischen mehr auf den Mainstream und internationalen Markt verlagert haben. Selbst heute bleibt es trotz Produktionen, die sich dem großen, weltweiten Markt zuwenden, nach wie vor eine Stäke des Streamings, dass sich jeder jederzeit selbst sein Programm zusammenstellen kann und eben auch Inhalte findet, die für das Fernsehen zu speziell wären und dort nicht Reichweite generieren würde.

Diesen Eventcharakter des Fernsehens ordnet er dagegen m. E. etwas zu hoch ein. Klar ist das die einzig wirklich verbliebene Stärke von Fernsehen, aber das lässt sich auch ohne Weiteres im Streaming realisieren. Ich denke das Fernsehen wird hiervon noch einige Jahre zehren, letztlich dieses Feld aber auch der Onlineverbreitung überlassen müssen. Der Trend wird sich nicht umkehren lassen.

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Der Twitteraccout von Susie war nur einen Abend nur einen Abend gesperrt und ist wieder Online.

Schade. :ugly:

Andererseits: Würde Twitter solche Hatebait-Multiplikatoren konsequent ausschließen, könnten sie innerhalb weniger Tage dicht machen. Schlichtweg aus Mangel an Nutzern und Beiträgen .

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@Fernsehkritiker

Schade, da wurde YouTube für seine Lösch- und Unterschlagungspraktiken (zensieren kann ja ausschließlich der Staat) diese Woche zu einem Ordnungsgeld von 100.000 € verurteilt, und in dieser Ausgabe kein sterbens Wörtchen darüber.
OLG Dresden verhängt 100.000 Euro Ordnungsgeld gegen YouTube - WELT
Ich habe die ´Mediatheke´ einst als ´Fernsehkritik.TV´ kennengelernt und dieses wiederum als ein explizit medienkritisches Magazin. Für mich persönlich ist dieses Urteil ein medienkritisches Großereignis und daher bedauere ich es auch sehr, daß solches in der Mediatheke gar nicht mehr vor kommt. (Außer natürlich, es betrifft eigne Formate - aber ich will nicht zynisch werden… :wink:)

Meine Frage: Gibt es einen Grund warum Du diese Meldung nicht aufgegriffen hast?
Oder anders: Wie wahrscheinlich ist es, daß Du (nach deiner Sommerpause) auch solches wieder thematisieren wirst? Über den (nicht mehr ganz neuen) Medienstaatsvertrag hast Du, soweit ich weiß, eben so noch nicht einen einzigen Beitrag gemacht!

Das klingt eher danach, als sei es nur an reinen Formvorschriften gescheitert. Gibt es hierzu noch genauere Quellen, besser noch den Urteilstext? Das würde mir helfen, es wirklich einordnen zu können. Der verlinkte Welt-Artikel reicht mir dafür nicht.