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Folge 138: Kontraste und der Bitcoin - Murmel Mania - Willi Herrens Beerdigung

Die Mediatheke Folge 138. Hier kann darüber diskutiert werden!

Das ARD-Magazin „Kontraste“ erzählt mal wieder Unfug - diesmal in Bezug auf den Bitcoin. Dazu ein Interview mit dem YouTuber „Blocktrainer“. Außerdem geht es diesmal um die Medien-Liebe zu Frau Baerbock, um die leidige Frage nach der Kontaktschuld und einer RTL-Show mit Murmeln, die den leicht angestaubten Charme der 90er Jahre versprüht.

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Das Argument des Interviewgasts, dass Bitcoin erneuerbare Energien fördert, verstehe ich nicht. Wenn es in einer entlegenden Region ein Wasserkraftwerk gibt, wäre es deutlich besser, Stromleitungen zu größeren Städten zu bauen. Wenn vor Ort Bitcoin-Mining gemacht wird, verhindert das doch eher, dass man das Kraftwerk anschließt.

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Und wenn die Bürger in so einer Region darauf nun schon 20 Jahre warten, sollen sie sich auch noch weitere 20 Jahre gedulden anstatt Alternativen zu suchen?

Das darauf noch niemand gekommen ist…

Die zukünftige Bundeskobold*in will da ja den Strom speichern. Also je länger die Leitung desto größer der Akku.

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@Fernsehkritiker

Gute Sendung, Holger könntest du einen Beitrag über Bully Herbigs LOL machen ? das Ding wird momentan voll gefeiert und geht im Herbst weiter, würde mich mal interessieren, wie du die Sendung findest.

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Holger stimmt einfach so dem Argument zu, dass die Grünen es maßgeblich salonfähig gemacht hätten, dass Minister Ministerien übernehmen, für die sie ihr Studienfach / Ausbildung nicht qualifiziert. Und der Beweis ist dann eine grüne Justizministerin, die nicht Jura studiert hat?

Bitte mal einen Blick auf die anderen Parteien und Ministerien werfen. Ich weiß jetzt nicht, was alle Minister aller Länder gelernt / studiert haben, aber als Lehrerin weiß ich, dass Kultusminister nur in den seltensten Fällen eine Ausbildung in Richtung Lehramt / Pädagogik / Erziehungswissenschaften haben. Ich habe eben nochmals die Liste aller Kultusminister durchgesehen (Liste der amtierenden deutschen Landesminister für Bildung, Wissenschaft und Kultur – Wikipedia). Die Minister stammen aus den verschiedensten Parteien und 14 von 16 haben keine Ausbildung, die sie für ein Amt im Bildungsbereich qualifiziert. Nur Rabe (Hamburg) hat Lehramt studiert, dann aber nie einem Job in dem Bereich gearbeitet. Am qualifiziertesten ist Scheeres (Berlin), die Erzieherin und Diplom-Pädagogin ist und an einem Brennpunkt-Projekt mitgearbeitet hat.

Um zu schauen, ob das erst seit Kurzem so ist, dass die Kultusminster nicht formal qualifiziert für ihr Amt sind, habe ich mir alle Kultusminister meines Landes (BW) angesehen (Liste der Kultusminister von Baden-Württemberg – Wikipedia). Tatsächlich ist es so, dass in den 50ern einige Leute das Amt inne hatten, die als Lehrer gearbeitet hatten. Danach kommt das aber kaum noch vor. Es gibt noch eine Dame, die das Referendariat an Berufsschulen abgelegt hat. Die Kultusminister stammen in großer Mehrzahl aus der CDU, ein paar aus der SPD und nur die neuste, kürzlich vereidigte Theresa Schopper ist grün.

Was haben nun also die Grünen damit zu tun, dass Minister Ämter bekleiden, zu denen sie nicht das passende Fach studiert haben? - Ich würde mal sagen: nichts. Das ist in anderen Parteien genauso der Fall und war schon der Fall, lang bevor es die Grünen gab. Ich finde das auch nicht gut und hätte lieber Minister, die auch wissen, wovon sie reden. Aber den Grünen kann man diese Fehlbesetzungen nicht allein in die Schuhe schieben.

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Mir hätte es noch gefallen, wenn man erwähnt hätte, das Bitcoin nicht als Alltagswährung taugt. Das Bitcoinnetzwerk ist einfach zu langsam um Milliarden täglicher Transaktionen abwickeln zu können.
Zum CO2, ich meine im CT-Uplink Podcast gehört zu haben, dass durch den hohen Bitcoinkurs, Spekulanten alte Kohlekraftwerke aufkaufen um den Strom für’ s Minen nutzen zu können. Das ist dann keine wirklich positive Entwicklung.

Was ich generell in diesen Reportagen vermisse ist, die Gegenüberstellung vom Energieverbrauch des jetzigen Geldsystems zu Bitcoin. Vor 2 Jahre meine ich lag Bitcoin noch etwas darunter. Aber wie gesagt, so wie Bitcoin derzeit designt ist, ist es unbrauchbar für den Alltag, keiner wartet Stunden an der Kasse bis seine Überweisung an den Supermarkt in der Blockchain auftaucht.

Und ich meine bis jetzt ist nicht wirklich geklärt wer Bitcoin überhaupt erfunden hat. Daher ist diese Aussage, die Betreuer des GitHub Repositories wären Chefentwickler bei einer Sache an der jeder Hans und Franz mitwirken kann sehr gewagt. Ich habe noch kein Impressum für die Zentralinstanz des Bitcoins gefunden. :smiley:

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Im Bund ist auch nicht viel anders, Anja Karliczek ist in erster Linie dem Kaufmännischen zuzuordnen. Das einzige was ihr Wikipediaeintrag in Richtung Ausbildung beschreibt, ist eine Lehre zur Hotelfachfrau mit anschließendem Erwerb der Ausbildereignung.
Ich meine, sie wurde aufgrund dessen von den Medien eher als Fehlbesetzung gehandelt. Ihr Studium wurde fast nie erwähnt.

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Einerseits stimme ich dir zu, dass dieses Phänomen nicht auf die Grünen beschränkt ist, andererseits halte ich es für keine zwingend notwendige Voraussetzung, dass man beispielsweise Lehramt studiert haben muss (und auch später im Schulbetrieb tätig gewesen sein muss), um auch Kultusminister zu werden. Sicher wäre eine Tätigkeit oder Forschung in diesem Bereich gut, da man dann potentiell die Zwänge und Bedürfnisse des Kultusbereichs versteht, aber das Ministeramt ist doch in erster Linie ein Verwaltungsjob und erst in zweiter Linie ein Gestaltungsjob.
Ein Klassiker war ja auch stets, ob denn der Verteidigungsminister auch gedient habe. Das ist sicherlich ein schönes Plus, aber inwiefern qualifiziert das jemanden anderen ab, wenn diese Person nicht gedient hat und dennoch ein hervorragender Organisator ist?

@Fernsehkritiker
Bei deiner Kritik hast du eine Steilvorlage ausgelassen. Morgenstern schreibt allgemein von den Grünen und die ARD bezieht das direkt auf Baerbock. Ich nutze kein Twitter, daher weiß ich natürlich nicht, ob er sich eventuell im Vorfeld auf sie bezogen hat, aber sollte dem nicht so sein, dann wirkt die Antwort der ARD noch absurder.

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Die Diskussion um den Bitcoin kann man genau auf zwei Punkte reduzieren. 1. Der Bitcoin ist eine reine Energieverschwendung und 2. hat der Bitcoin aktuell keine anderen Anwendungen außer Spekulation und Transaktionen für Kriminelle zu ermöglichen. Einen überragenden positiven Effekt kann ich bei Bitcoin und anderen Kryprowährungen sowie dem Konzept Blockchain nicht abgewinnen. Dass der Hypetrain trotzdem weiter gefahren wird hat schlicht damit zu tun, dass immer noch Leute „Werte“ in Kryptowährungen halten, die sie nicht verlieren wollen. Vergeichbar mit einem Schneeballsystem.

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Jens Spahn ist Bankkaufmann und Politikwissenschaftler, und hat danach als Staatssekretär im Finanzministerium gearbeitet, bevor er dann Gesundheitsminister wurde. Generell sind Minister ja eher Manager ihres Behörden-Apparates, und müssen nicht unbedingt selbst Fachkenntnisse mitbringen. Für den Kanzler gilt das erst recht, denn dafür gibt es erst recht keine Ausbildung.

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Ob es wirklich notwendig ist, dass Minister die entsprechende „Ausbildung“ für ihr Ressort mitbringen, darüber kann man sicher diskutieren und da bin ich auch für Argumente beider Seiten offen. Auch wenn es in der Corona-Krise schon echt frustrierend war, was man sich als Lehrkraft für unqualifizierten Quatsch von den Kultusministern anhören musste (z.B. man könne ja effektiv „querlüften“, wenn 95% der Klassenzimmer nur Fenster an einer Seite haben).

Mir ging es aber bei der Kritik an Holgers Behauptung hauptsächlich darum, dass er es so dargestellt hat, als seien die Grünen die Auslöser dieser Tendenz, dass Minister keine „passende“ Ausbildung haben. Und das ist schlicht faktisch falsch - ganz unabhängig davon, ob man der Meinung ist, dass eine Justizministerin optimalerweise Jura und ein Kultusminister Pädagogik studiert haben sollte.

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Fände ich auch interessant. Die Kollegen und Bekannten schwärmen alle und ehrlich gesagt war ich nach zwei Folgen recht enttäuscht, weil es für mich nicht funktionierte, obwohl auch Leute am Start waren, die ich früher wirklich gut fand. Ich fand es trotz im Abspann erwähnten Gagschreibern erschreckend unlustig und der Humor war in den meisten Fälle „Holzhammer“-mäßig. Allein Torsten Sträters „Kurz-Bios“ über die Anwesenden fand ich wirklich gut. Und das, obwohl ich mit ihm sonst nichts anfangen kann…

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Dazwischen war er allerdings auch jahrelang Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Fraktion.
Allerdings ist gerade das Gesundheitsministerium das beste Beispiel, das ein Minister nicht alles studiert haben muss. Ein Gesundheitsminister steht nicht im OP-Saal und muss deshalb auch kein praktischer Arzt sein. Zumal ein Gesundheitsminister nicht nur für Ärzte zuständig ist. Es heißt nicht gleich, dass ein studierter Arzt auch den richtigen Blick auf die Pflegekräfte hätte.
Da gäbe es sogar passendere Studiengänge, wie z. B. Gesundheitsmanagement. Die Inhalte kämen der Tätigkeit des Gesundheitsministers deutlich näher.

Bin noch nicht ganz durch die Sendung - aber ich muss jetzt schon mal bezüglich Bitccoin meinen Senf aufschreiben.

Ich fasse mal das ganze Gerede zusammen:
Der Hauptkritikpunkt von Kontraste war der vergleichsweise hohe Energieverbrauch von Bitcoin-Mining.
Der wurde lediglich mit der Ausage „entkräftet“, dass ja bereits 30 % der Energie aus erneuerbaren Energien stammt. Jaaaaaa - ne ist klar: Als ob es auch bei erneuerbaren Energien egal sei, wie viel Energie in andere Energie umgewandelt wird. (Ich will ja nicht „verbrauchen“ sagen!) :man_facepalming:
Schließlich haben wir auch hier eine große Wärmeerzeugung - was ja generell bei Server- und Rechnerfarmen ein Problem ist - die ja irgendwo bleiben muss. Selbst ein Wäremtausch mit Klimageräten (die ja auch massig Energie brauchen!) transportiert die Wärme ja nur woanders hin. :man_shrugging:

Von der Umweltschädlichkeit durch die Notwendigkeit ständiger IT-Aufrüstung, die er ja selbst mehrfach als Pro-Argument bringt - fange ich erst gar nicht mal an.

Kurz: Kernkritik der ARD wurde schnell abgetan und stattdessen so viel rumgeschwurbelt, dass gerade Laien Ohrensausen bekommen haben dürften.
Wenn er das in seinen Seminaren so handhabt wären die m. E. nicht empfehlenswert.

Da liefert ja heise auf ihren Youtube-Kanal besseren Content zum Thema.
Frei rausgepickt mal das Debunking-Video „Zwei Grad Klimaerwärmung alleine durch Bitcoin?“, das zeigt, wie es richtig geht.

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Gute Sendung. Nur: Wer hat denn jetzt beim Murmelfinale gewonnen??? Du kannst uns doch nicht mit so einem Cliffhanger stehen lassen, Holger :flushed:

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Eine sehr anschauliche Erklärung, wie BitCoin und andere Cryptowährungen funktionieren gibt es hier:

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Zum Thema: Muss ein Ministerling eingentlich durch seine Ausbildung/beruflichen hintergrund zu dem Thema passend sein?

Antwort: Nein. Minitsterien sind große Gebilde, die oftmals ein eigenleben haben. Das ist eigentlich auch ganz gut, denn egal wer gerade an der Regierung ist, die Verwaltung wird weiterhin funktionieren. In den USA, wo mit jedem neuen Präsidenten tausende Beamte ausgetauscht werden sieht das anders aus. Da ist bei jedem Regierungswechsel die Verwaltung über Monate nur eingeschränkt handlungsfähig (Oder wie bei einem gewissen Ex Präsidenten auch mal für die gesamte Amtszeit). In Deutschland wird nur das Bild gewechselt und dann geht der Alltag weiter. Der Punkt ist. Jemand der sich nicht mit der Materie beschäftigt hat, kann in einem solchen Laden eher Fehlentwicklungen und Schwachpunkte erkennen. Eventuell schon durch einfaches dummes Fragen. Eventuell gibt es nur die Antwort: „Das haben wir schon immer so gemacht“. Das kann also im Alltag Vorteile haben jemand fachfremdes da hin zu setzen. Schwierig wird es in Krisensituationen. Wenn Schnell sehr weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen, ist eine fundierte Handlungsgrundlage schon enorm wichtig. Da hat man nicht unbedingt die Zeit die Grundlagen nochmal nachzulesen. Man muss die Materie verstehen und darf nicht zögern.

Zum Thema Bitcoin:

Kurze zusammenfassung des Videos: Letztendlich kann man nicht sagen, dass Bitcoin die erneuerbaren energien fördert, denn es gäbe für jeddes Kraftwerk, das neugebaut wird und ausschließlich zum Miniing gebraucht wird immer eine alternative Energieverwendung (auch in entlegenen Gegenden) Bitcoin tritt hier als Konkurrenz zu diesen Abnehmern auf. Mal davon abgesehen, das 30% Erneuerbar relativ wenig ist. Der Energieaufwand soll ja ungefähr dem der Niederlande entsprechen. Es ist aber nicht so, das hier die Niederlande plötzlich Co2 Neutral werden, sondern das einfach mal die Niederlade dazu kommen. Und wofür? Für ein Spekulationsobjekt.

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Interessant, dass bei Fr. Baerbock die Qualifikation nicht so kriegsentscheidend ist, bei Facebook Fans der Grünen (lt. Profil) Spahn gerne mit „der ist ja nur Bankkaufmann!1!1!1“ zu diskreditieren versuchen.

Eines finde ich schon relevant: für das Kanzleramt sollte man so weit fachlich in alle Schlüsselressorts eingelesen sein, dass man zu relevanten/dringenden Themen Stellung beziehen kann. Hier hat Holger recht: Baerbock wird bei Steuern, Außenpolitik, Justiz etc. kaum gefordert. Insbesondere gilt das für die Frage, wie grüne Prestigeprojekte seriös (!) gegenfinanziert werden sollen.

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Bezüglich Frau Baerbock finde ich das Gespräch zwischen Frau Dr. Merkel und Günter Gaus aus dem Jahr 1991 (da war Merkel 37 Jahre alt; also drei Jahre jünger als Baerbock heute) interessant:

Es war eine andere Zeit, und die Wiedervereinigung steckte vielen noch in den Knochen und im Tagesgeschäft, von daher kann man nur bedingt vergleichen.