Massengeschmack.TV Shop

Folge 137: Im Studio: YouTuber Ice Cream Rolls - Influencer mit Krankheiten - Was ist ein Simp?

Die Mediatheke Folge 137. Hier kann darüber diskutiert werden!

Zu Gast an der Theke ist Gil Grobe, der mit seinem YouTube-Kanal „Ice Cream Rolls“ gerade die Grenze von unglaublichen 10 Millionen Abonnenten geknackt hat. Außerdem geht es diesmal um die Frage, wie umzugehen ist mit kranken oder behinderten Influencern, wenn sie selber Kritikwürdiges tun. Dazu erklärt uns Dean noch, was Simps sind und warum diese sogar gefährlich werden können.

4 Like

Hui… Loch in der Brust und Madenbefall… Nie wieder frühstücken während der Mediatheke! :nauseated_face: :rofl:

/edit: Und jetzt auch noch ne Gebetsorgie mit Pierre Vogel… :kotz: :kotz: :kotz:

3 Like

Ich bin hierzu kritisch und South Park geschädigt.

Wär das nicht was für Veto.
Einen Arzt einladen, der sich mit Tourette auskennt.
Können Ticks mit komplexen Denkmustern verknüpft sein. (Also nicht simple Wiederholungen von Wörtern oder Schimpfwörtern.)
Sondern Ofen → Holocaust → Anne Frank.

Ich bin Pessimist und glaube an South Park.

2 Like

Die Kritik an „Gewitter im Kopf“ teile ich nicht. Normalerweise wird immer kritisch bewertet, dass viel zu inflationär mit dem Begriff „Nazi“ umgegangen wird. Jetzt bezeichnet eine Frau einen Menschen als Nazi, der nachweislich keiner ist und entschuldigt das damit, dass sie Jan und sein Krankheitsbild nicht kennt. Wo ist da die Kritik? Es spielt da aus meiner Sicht auch keine Rolle, dass sie als Jüdin sich besonders betroffen fühlt, denn auch Menschen mit Behinderung und Homosexuelle waren Opfer der Nationalsozialisten und wurden zahlreich ermordet. Jan ist homosexuell und von Tourette betroffen. Ich schätze ihren Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus und finde diesen sehr wichtig. Nur rechtfertigt das nicht ihr Verhalten. Kritisch hingegen sehe ich allerdings auch, dass man nun via Anwalt gegen diese Frau vorgeht, das ist in der Tat zu viel des Guten. Ich vermute allerdings, dass das nicht von Jan Zimmermann oder Tim Lehmann initiiert wurde, sondern von deren Agentur - eventuell sogar ohne deren Wissen.
Den Vorwurf, man müsse solche Szenen bzw. Äußerungen aus den Videos schneiden, halte ich ebenfalls für falsch. Diese Aussagen gehören zum Krankheitsbild und sollten daher auch nicht verschwiegen werden. Ganz im Gegenteil sogar, schließlich ist der ursprüngliche Gedanke des Kanals, über die Krankheit mit all ihren Facetten aufzuklären. Die Krankheit ist eben mehr als die klischeebehafteten Begriffe „Fotze, Arschloch, Fuck“.
Was man dem Kanal am ehesten noch vorwerfen kann, ist, dass er immer kommerzieller wird, allerdings gilt das dann eben auch für nahezu jeden erfolgreichen Kanal.

2 Like

Interessanter, aber für mich unterkomplexer Beitrag zum Thema Simps. Hätte in diesem Zusammenhang auch gerne was dazu erfahren, über welche Mechanismen diese (in den meisten Fällen) Männer an die Twitcherinnen gebunden werden. Es kann natürlich einseitig passieren, indem sich ein Zuschauer in eine irreale Phantasiewelt begibt, die mit der Realität nix zu tun hat. Psychische Labilität, Einsamkeit etc. sind da sicher ein unguter Cocktail, der dann zum angesprochenen und zurecht verfolgten Stalking führt.
Ich habe aber schon den Eindruck, dass einige Frauen ganz genau wissen, dass es viele einsame und ggf. auch eher einfacher gestrickte Männer da draußen gibt, die man bewusst groomen kann, um sie dann nach Strich und Faden auszunehmen. Die Frauen würden offiziell vermutlich sagen, dass sie ja nie ganz direkt etwas eingefordert haben. Aber sicherlich wissen sie am besten, dass man auch über indirekte Aufforderungen und Anspielungen einiges an Kohle machen kann.
Wie moralisch ist es eigentlich, solche Menschen für die eigenen finanziellen Zwecke zu groomen und auszunehmen? Dieser Aspekt fehlt mir. Wäre vielleicht was für einen zweiten Teil des Beitrags.

3 Like

Und deswegen muss er aus diesem „Nazi“-Moment Clickbait machen? Warum nicht rausschneiden?

Außerdem: Warum musste er per Anwalt nochmal nachtreten?

Die Angelegenheit war zwischen allen Beiteiligten bereits geklärt und man hätte es dabei belassen können. Auf mich wirkt GiK wie jemand, der absolut jede Gelegenheit nutzt, um Profit daraus zu schlagen. Dir als Möchtegern-Kapitalismuskritiker sollte das eigentlich ziemlich sauer aufstoßen. Aber GiK hat bei dir offenbar den Minderheiten-Joker. :relaxed: Inwiefern hilft es denn solchen Minderheiten, wenn sie ständig auf ihre Erkrankung reduziert und so behandelt werden, als wären sie unzurechnungsfähig? :thinking: Genau das tust du doch letztlich in deiner Argumentation, wenn vielleicht auch nicht bewusst.

2 Like

Und ich habe sogar während des Beitrags gerade Lasagne gegessen :laughing: Die hab ich dann erstmal beiseite gelegt

1 Like

Ich finde die Kritik an Life Lion schwierig. Dass man sich als scheinbar totsterbenskranker Mensch an jeden noch so abstrusen Strohalm wie Homoeopathie oder in diesem Fall Religion klammert, kann man imho niemandem wirklich zum Vorwurf machen, auch wenn er dadurch scheinbar zum „Prediger“ wird. Das ist denke ich einfach Teil eines mentalen Prozesses um nicht voellig einzugehen.

3 Like

@DeanStag
Zum Thema Simp: Es gibt tatsächlich einen sehr berühmten Fall, wo eine ernsthafte Liebesbeziehung zwischen Streamer und Fan entstanden ist: Felix / Pewdiepie und Marzia Kjellberg. Die zwei Schnuckies sind nun schon seit ca. 10 Jahren zusammen und haben 2019 geheiratet.

Also liebe Simps und Stalker: Es lohnt sich! :crazy_face: Ihr müsst nur ganz fest … Ähm. Naja. :woozy_face:

4 Like

Fand die Folge wieder gut und ausgewogen - danke dafür!

Möchte mich aber kurz zum Thema Religion äußern und, dass der Typ grinst wenn er über nicht-lustige Dinge erzählt:
Zunächst einmal glaube ich, dass das Leid in der Welt nicht als Beleg für eine Nichtexistenz Gottes herangezogen werden kann. Das Leben ist eben ein Wunder und gläubige Menschen erklären es eben mit Gott (wenn jemand stirbt sagen Gläubige oft „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“ was ja auch andeutet, dass nicht nur das Leid auf seine Kappe geht). Womit es „Ungläubige“ erklären weiß ich nicht. Klar ist aber auch, dass in der heutigen aufgeklärten Gesellschaft nicht mehr viele Rätsel und Lücken bleiben hinter denen sich Gott verstecken könnte.
Unbestritten ist wohl, dass Glaube den Menschen früher einen Halt gab und das gemeinsame Gebet die Menschen vereint hat und im Prinzip wie eine Meditation wirkt (vgl. Nonnen oder auch Budhismus der ja im Prinzip auch eine Religion und Lebensweise ist und nicht nur der Lifestyle den wir heute darin sehen). Der Glaube bzw. Gott gab allem einen Sinn - man könnte sagen, er war und ist das Antidepressivum der Gläubigen. Es wäre wohl auch wenig hilfreich gewesen, wenn die Menschen im Mittelalter ein Donnerwetter zwar als Zorn Gottes begriffen hätten, nur um dann immer wütend auf ihn zu sein.

Bei dem Typ würde ich vermuten, dass bei ihm das Leid, die Hoffnung und damit die „Spiritualität“ eng verbunden sind und er damit vor der Negativität flüchtet und eher lächelt, weil er dabei auch immer an etwas Gutes denkt und es eben bei ihm gut wirkt. Das habe ich schon öfter bei Menschen beobachtet denen schlimmes widerfahren ist.
Ob man diese Glaubensdinge so mit der Öffentlichkeit teilen muss ist natürlich eine andere Frage. Ich empfand den Hassprediger mehr missionarisch, gleichzeitig hat man gesehen, dass der andere gut damit leben konnte, dass der Hassprediger nur eine „wahre Religion“ sah. Er pochte also nicht auf die christliche Sicht - das macht für mich einen wesentlichen Unterschied zu einem Missionar aus.
Edit: Ich selbst bin inzwischen konfessionslos und habe den Glauben (leider) verloren… was mich nicht davon abhält Gläubige zu verstehen. Mir ist wichtig, dass auch Atheisten verstehen, dass Glaube genau wie Nichtglaube etwas mit einer tiefen Überzeugung zu tun hat und es schlecht ist, wenn wir allzu dispektierlich damit umgehen und Menschen deswegen in Schubladen stecken. Wenn das Ziel dabei ist, Gläubige vom Nichtglauben zu bekehren, dann hat man ihnen im besten Fall Freiheit gegeben, aber ihnen viel eher Halt genommen oder sie verletzt was allzu oft und unnötigerweise in Kriegen endete.

2 Like

Wo hat Pierre Vogel explizit je Hass gepredigt? So dumm ist der nicht, das zu machen :stuck_out_tongue_winking_eye:

Ich finde gar nicht mal, dass Ice Cream Rolls aus Sushi so strange aussehen:

Ein paar andere Videos von ihm habe ich mir auch gerade angesehen und finde sie sehr satisfying.

Das nicht aber, aber zumindest für die Nichtexistenz eines allmächtigen und gütigen Gottes, wie ihn die großen monotheistischen Religionen proklamieren. Das Theodizee-Problem hat ja bis heute keine zufriedenstellende Antwort.
Und ich finde es auch in gewisser Weise anmaßend, für sich selbst auf eine Wunderheilung eines Gottes zu hoffen, wenn der selbe Gott augenscheinlich sehr viel anderes Leid ignoriert hat in der Geschichte. Warum sollte er dann gerade dort mal eine Ausnahme machen?

Ich will damit niemandem seinen Glauben wegnehmen - und zu einer Person in einer solchen Situation das natürlich auch nicht sagen, aber aus einer rationalen Außenperspektive kann ich diese Sichtweise nicht nachvollziehen.

2 Like

Aus rein rationaler Aussenperspektive ist das ganz einfach: der Typ wird sterben und ist unfassbar verzweifelt und tut alles um irgendwie damit klar zu kommen. Und das heisst halt unter anderem sein Hirn auszuschalten und Zuflucht in die Religion suchen.

7 Like

Wenn einer das töten von Apostaten rechtfertigt, ist das kein Hass?
Natürlich weist er darauf hin, dass man das nicht in Deutschland machen darf, wegen den Gesetzen dort, weil der Islam hier nicht herrscht. Aber alleine, dass er ein System befürwortet, wo sowas zu den Gesetzen gehört, sagt doch alles. Der weiß eben genau, wie er sich ausdrücken muss, damit es rechtlich keine Probleme gibt. Des weiteren hat er das Lies Projekt unterstützt. Und dieses ist ja nicht umsonst verboten worden.

2 Like

Naja, wenn man es ganz weit runterbricht, dann hat Gott den Menschen den freien Willen gegeben und würde er eingreifen, in welcher Weise auch immer, dann nimmt er womöglich in dieser einen spezifischen Situation einem Menschen die Möglichkeit eine eigene Entscheidung zu treffen. Letztendlich kann, will und wird „Gott“ keine Kriege o.ä. verhindern, wenn das nun mal der Wille der Menschen war.

Bei Krankheiten ist es natürlich etwas diffuser, man kann sich natürlich die Frage stellen, wieso es tödliche Krankheiten überhaupt gibt, letztendlich wäre eine Wunderheilung aber kontraproduktiv, weil die freie Entscheidung, ob man zu einem Arzt, Heilpraktiker oder keines von beiden geht damit eingeschränkt wäre. Würde dann aber bedeuten, dass das ganze gebete und auf ein Wunder hoffen von vornherein zwecklos ist.

1 Like

Religion ist das Opium fürs Volk - da hatte Marx ausnahmsweise mal Recht.

Life Lion finde ich jetzt nicht so schlimm, ich finde es sogar gut, dass er diese Krankheit so dokumentiert.

Mein Cousin ist seit seiner Geburt mit einer gefährlichen Muskelschwäche gestraft, inzwischen kann er nur noch seinen Kopf und seine Finger ein bisschen bewegen. Ständig benötigt er Beatmung. Auch er hat fragwürdige Mittelchen wie Wunderheiler usw. in Anspruch genommen. Einige dieser „Wunderheiler“ hatten sogar etwas größere Erfahrung und sie konnten ihm helfen, damit er wenigstens Zeitweise etwas besser leben konnte, wobei er aber im Grunde auch weiss, dass es ihn nicht retten wird. Aber es tut der Psche definitiv gut und ich denke, dass das das wichtigste ist.

@Fernsehkritiker Ich bin über die Aussage gestolpert, dass wir Person und Gesinnung voneinander trennen sollten. Wie geht das?

Die Diskussion darum, ob man das Werk eines Künstlers unabhängig von seiner Gesinnung betrachten kann ist wichtig und richtig. Aber wenn ich dich recht verstanden habe, ging es Dir ja um den zwischenmenschlichen Bereich und dass du auch mit Leuten ein Bier trinken gehen würdest von denen Du denkst „mein Gott, wie bist Du denn drauf?“

Kannst Du mal ein Beispiel geben, was dieses „wie bist Du denn drauf“ konkret sein könnte, damit ich es besser nachvollziehen kann?

1 Like

In der Anfangszeit hatte ich Gewitter im Kopf abonniert. Ich meine mich daran erinnern zu können, dass er damals manche Ausrufe zensiert hat oder nach Ende des Tics gesagt hat, dass er sie natürlich nicht so meint. Mich wundert tatsächlich, dass er es beim Anne-Frank-Ausruf nicht gemacht hat. Möglicherweise hat er nicht mehr den Bedarf einer Distanzierung oder Selbstzensur gesehen, weil er bewusst oder unbewusst dachte, dass seinen Zuschauern der Kontext klar ist. Ob er die Ausschnitte nachträglich aus Einsicht entfernt hat, weiß ich nicht.

Ich stehe auf der Seite von Jenny Havemann, wenn es darum geht, dass die Aussagen aus den Videos vor Veröffentlichung hätten entfernt werden sollen. Ich finde die einstweilige Verfügung gegen sie auch falsch. Ich finde aber längst nicht alles gut, was sie zu Gewitter im Kopf schreibt. Am 4. Mai schrieb sie beispielsweise: „Alle Psychiater und Psychologen, die wir bisher dazu gefragt haben, zweifeln, dass diese Aussage durch Tourette entstanden ist“ (Quelle). Solche Ferndiagnosen gelten unter Psychologen nach der Goldwater-Regel als unethisch. Will sie damit nahelegen, dass Jan Zimmermann eine antisemitische Gesinnung hat oder dass er für Klicks extreme Aussagen absichtlich tätigt? Außerdem schrieb sie: „Nicht nur sind antisemitische Inhalte online illegal, mit diesen Inhalten machen Gewitter im Kopf viel Geld, weil ihre Videos auf Youtube monetarisiert sind.“ (Quelle) Das finde ich stark verkürzt. Ja, sicherlich wird hier mit einer Krankheit Geld gemacht, aber das wird es ja auch ohne den Anne-Frank-Ausruf (weshalb das Video auch gut ohne ihn hätte veröffentlicht werden können). Eliyah Havemann brachte am 5. Mai noch auf, dass eine „Krankheit zumindest teilsimuliert zur persönlichen Bereicherung missbrauch[t]“ werden könne (Quelle), auch wenn er das nicht direkt über Zimmermann behauptet. Ausschließen kann man eine Teilsimulation nicht, doch das lässt sich nicht seriös per „Ferndiagnose“ beurteilen.