Veto Folge 124. Hier kann darüber diskutiert werden!
Neun Jahre lang war er als Erster Bürgermeister Hamburgs selbst Teil des Politikbetriebes. Mit ein bisschen Abstand hat Ole von Beust (CDU) nun ein Buch, eine Art Lexikon über die Floskeln von Politikern geschrieben. Sei es die „Betroffenheit“, die „Chefsache“ oder der „Doppelwumms“: Politiker versuchen immer, mit möglichst kernigen Formulierungen möglichst wenig zu sagen.
Ja, da kennt er sich aus, der Ole. Seine schönste Wortkreation hatte er vor ein paar Jahren als Altbürgermeister in einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss über die von ihm zu verantwortene Kostenexplosion beim Bau der Elbphilharmonie zum Besten gegeben. Auf die Frage, ob er Verantwortung für diese Kostenexplosion bei sich sehe, antwortete er: “Ich bin ein Freund von deligierter Verantwortung.”
Kannste Dir nicht ausdenken, sowas. Das zeigt, dass dieser Mann charakterlich niemals geeignet war, irgendein öffentliches Amt zu übernehmen.
Ich glaube, er meint, dass du vor Wieland immer links und der Gast rechts gesessen hat. Kann durchaus ungewohnt sein, wenn man mal nach Jahren wieder ne Veto-Folge sieht.
Zum Thema der Veto-Folge selbst: Ich fand das jetzt komplett belanglos. Ich glaube, es wäre interessanter gewesen, wenn er von seiner Tätigkeit als Bürgermeister erzählt hätte und nicht, wie man sich als Politiker ausdrücken muss. Da hat selbst Ollis Kommentar mehr Inhalt als die Folge.
Das hört sich gerade so an, als wenn du ihn eingekauft hast. Ich bin aber auf andere Meinungen hier gespannt.
Und mit belanglos meinte ich nicht, dass man aus der Folge nichts lernen kann. Klar, man muss als Politiker jedes Wort 5x überdenken, bevor man es ausspricht. Mich kotzt es als Normalbürger einfach nur an, wenn einem Politiker eine direkte Frage gestellt wird (inkl. mehrmaligen Nachhaken) und der Politiker hat nicht die Eier(stöcke) in der Hose und sagt einfach mal: „Ich beantworte diese Frage nicht“ und redet trotz mehrmaligen Nachhaken um den heißen Brei herum.
Er hat jetzt aber keine Tipps gegeben, wie man es besser machen könnte (außer im Buch gibt es solch ein Kapitel, welches du nicht erwähnt hast).
Muss mich leider anschliessen, Gästewahl war wirklich super interessant und hat mich auch überrascht, aber es bringt leider nix, wenn das Thema stinklangweilig ist und wenig Neues und Spannung bietet.
Also ihr habt es echt einfacher, sein Partner ist 36 Jahre jünger. Davon kann ich als Hetero nur träumen. Mein Girl währe dann (aktueller Stand) 16 (wär sogar mit Einverständnis legal)
Ich habe dem Gespräch gerne gelauscht und freue mich, dass MG einen so namhaften Gast an Land ziehen konnte. Allerdings ist es richtig, dass man jetzt nicht wirklich viel Neues erfahren hat.
Immerhin konnte er fast alle Vorurteile, die man so gegenüber diesem unerträglichen Politikersprech hegt, bestätigen. Da er sich, soweit ich weiß, um kein politisches Amt mehr bewirbt, kann er sich diese Ehrlichkeit natürlich auch leisten.
Als jemand, der beruflich mit Sprache zu tun hat, fand ich die Folge ein Stück weit erheiternd. Am Ende des Tages kommt es darauf an, dass sich Politiker häufiger an die eigene Nase fassen, statt unentwegt dem Gegner die (sprachlichen) Fehler in die Schuhe zu schieben. Eine ehrliche Analyse könnte hier ein erster Schritt in eine Zukunft sein, in der wir gut und gerne zuhören und unsere Ohren nicht ständig fordern und fördern müssen. Es ist richtig und wichtig, hier ein Umdenken einzuläuten. Lasst uns in der Gemeinschaft - damit meine ich jeden Einzelnen - den akustischen Weg ebnen. Nur so geht es.
Also: unterhaltsames, kurzweiliges Gespräch, und ich meine, Holger war auch ein wenig stolz, den OB a. D. zu Gast zu haben