Veto Folge 116. Hier kann darüber diskutiert werden!
Etwa ein Dreivierteljahr hat der rechte YouTuber Shlomo im Gefängnis verbracht. Er selbst sieht sich als Zielscheibe juristischer Willkür. Wie erging es ihm in Haft? Und was wollte wohl der Verfassungsschutz von ihm? Allein schon die Umstände seiner Verhaftung sind bemerkenswert. Hat der Staat überreagiert oder hätte Shlomo weniger radikal agieren müssen?
Huch? Das kommt jetzt plötzlich. Damit ist MG sehr aktuell, was mich sehr freut. Ich hab erst 2min rein gehört, aber bisschen lustig ist es ja schon, wie man die Folge auch als Podcast hören könnte, wo Holger beim „Betreuten gucken“ noch gemeckert hat.
Ohne „Morgenstern“ dafür aber Holger in voller Pracht - lassen wir mal durchgehen.
Ihn selbst einzuladen und die Fragen zu stellen, machte aber vermutlich wirklich mehr Sinn, als auf irgendein Video zu reagieren.
Sehr aktuell - danke dafür…
Allerdings ist Shlomo inzwischen so sehr gedoxxt, dass er sich eigentlich auch zeigen könnte.
Clownie überlegt nach Böhmermanns Doxxingattacke auch, seinen Avatar zwar beizubehalten, sich aber ein dem einen oder anderen Format zu zeigen…
Jetzt haben wir über eine Stunde lang nochmal Shlomos Geschichte gehört. Ich dachte, das hier sei Veto und du hättest die Geschichte vorher angehört, um ihn dann kritisch zu hinterfragen. Wenn ich jemandem beim Bubble-mäßigen Reden zuhören will, muss ich nicht MG schauen. Etwas mehr Kritik wäre hier wirklich angebracht.
Man muss da einfach deutlich härter reingehen – Shlomo ist einer der Top-Leute in der Szene und darf hier völlig frei seine Opfer-Narrative darstellen.
Ich verstehe, dass er eine traumatische Erfahrung gemacht hat und das System bei ihm womöglich härter zugeschlagen hat als anderswo (das ist leider oft so bei politisch Andersdenkenden).
Die Niederträchtigkeit von Herrn Böhmermann ist ja nichts Neues – aber dass er mit so einer Aktion das Leben eines jungen Vaters aufs Spiel setzt, ist nochmal ein neues Level an Widerwärtigkeit."
Shlomo erwähnte mal, dass es in der Öffentlichkeit nur Fotos aus der Zeit um die 18 Jahre von ihm gäbe und ihn deshalb die Antifa etc. in der Öffentlichkeit nicht erkennen würde.
Ansonsten eine Zusammenfassung der Sendung bei Boris von Morgenstern. Gut, was kann Holger dafür, wenn Shlomo überall dasselbe erzählt? Andererseits ist es Holger nicht gelungen ihm was anderes rauszulocken.
Insgesamt eine gute, interessante Sendung. Der Staat kommt nicht gut weg. Aber seit der Corona-Zeit erwarte ich eh nicht mehr viel und das sage ich als Beamter.
Die Gefängnisstrafe halte ich für rechtsstaatlich noch vertretbar. Er hat ja Straftaten begangen. Fragt sich, ob die so hart bestraft werden müssen und außerdem war Shlomo ja schon auf dem Wege der Besserung. Was wollte man also noch bestrafen? Er verbrannte keine Korane mehr und „What does the black say“ war eine einmalige Dummheit.
Hakenkreuze waren im Film „Der Untergang“ auch zu sehen und mir ist nicht bekannt, dass gegen Bruno Ganz ein Strafverfahren lief. Außerdem gibt es auch Hitlerclips von Böhmermann: https://www.youtube.com/watch?v=BUR8mWK0Pzk.
Ich kann nicht voraussetzen, dass alle meine Zuschauer sich solche Kanäle anschauen und anhören. Von daher habe ich trotzdem nochmal beim Knast und den Vorkommnissen drumherum ansetzen müssen. Ansonsten wäre aus einer anderen Ecke Kritik gekommen.
Ich habe ja einige Aspekte kritisch hinterfragt, aber es ging hier natürlich schon eher darum, die Umstände von Shlomos Verhaftung herauszuarbeiten. Ansonsten gilt wie immer: Welche Schlüsse man daraus zieht, sei jedem selbst überlassen.
Lieber Holger, ohne dich jetzt lesen oder deuten zu wollen:
Mir kam es vor, als ob dich Shlomos Geschichte streckenweise sehr sehr nachdenklich gemacht hat.
Wenn dem so war - mir ging es ähnlich..
Ich habe ja schon in den vergangenen Wochen die Meinung geäußert, dass ich die harte Art der Verhaftung und auch die Länge der Haftstrafe für unverhältnismäßig empfinde. Das ist aber nur meine persönliche Meinung, juristisch kann ich das nicht abschließend beurteilen.
Man muss kein Shlomo-Fan sein, um die Art und Weise, wie mit ihm umgegangen wurde, nicht gut zu finden.
Auch als Nicht-Jurist kann und sollte man das kritisieren.
Mir hat das Interview sehr gefallen - unabhängig, ob die Haftstrafe gerechtfertigt war oder nicht. Aber ich mag prinzipiell solche Insider-Stories.
Die Umstände der Verhaftung sollten natürlich wirklich kritisiert werden. Ich bin zwar dafür, dass Kosten für die Beschattung einer Person vom Verursacher und nicht vom Steuerzahler bezahlt werden, aber hier ist wirklich die Frage, ob diese Kosten hätten entstehen müssen.
Im Prinzip wäre ein erster Ansatz, wenn man Logikfehler in den Aussagen gefunden hätte.
Was mir beim ersten Durchsehen jetzt nicht aufgefallen wäre.
Ob die Storys so abgelaufen sind, wie beschrieben, kann keiner von uns prüfen bzw. beurteilen. Zumal verschiedene Blickwinkel/Äußerungen von Beteiligen fehlen.
Man muss sie erst mal so stehen lassen.
Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Kent Hovind-Geschichte, der sich aufgrund seines plakativ aktivistischen Kreationismus div. Feinde im Gegenlager geschaffen hatte.
Ins Gefängnis ist er meinen Recherchen nach wegen Steuerhinterziehung gegangen.
Er nannte es legale Steuertricks - die Gerichte sahen das anders.
Es zeigt allerdings auch, dass die Angriffe nicht immer aus der zu erwartenden Richtung kommen. Jedenfalls wurde wohl auch in den USA die Härte des Urteils im Vergleich zu anderen Fällen kritisiert.
Naja, Hovind hätte wohl dem Kaiser geben sollen, was des Kaisers ist.
Mir ist klar, dass es bei dieser Folge eher um Schnelligkeit und Nähe zum Zeitpunkt der Freilassung gab. Aber vielleicht wäre es ja eine Idee, noch ein Video nachzuschießen, wo ein Jurist das Gesagte einordnet? Kann man doch auf YouTube bestimmt gut als „Jurist reagiert auf…“ vermarkten.
. Naja vielleicht ist ein knastalltag nicht das spannenste. Ansonsten hätt mich wunder genommen ohne diese auschmückungen und dazudichtungen. Immer am übertreiben.
Zu Anfang wirkte er sehr zerfahren und hat sich quasi überschlagen (auch durch seine schnelle Redeweise) mit doch teils sehr merkwürdigen Antworten auf Holgers Fragen. Ich dachte die ganze Zeit: Junge, mal durchatmen und etwas genauer z.B. den Knastalltag bzw. die Unterbringung/Umstände dort und die individuelle Situation beschreiben usw.
Für mich hörte sich das alles so an, als wenn er etwas beschreibt, was jemand anderem passiert wäre oder er das irgendwo aufgeschappt hätte.. Holgers Frage, ob das ganze für ihn traumatisierend gewesen sei oder ihn irgendwie nachhaltig belastet hätte, beantwortete er dann auch sofort mit der Schilderung einer -tatsächlich beängstigenden - Begebenheit mit so einem „Schlägertypen“, aber das kam so dermaßen „dahingerasselt“ und konfus heraus…
In der zweiten Hälfte waren seine Gedankengänge dann viel aufgeräumter und besser nachzuvollziehen. In einigen Punkten muss man ihm auch recht geben. Wenn sie (die Ankläger, Presse, Journaille…wer auch immer) etwas finden, dann wird das gegen einen verwendet, auch wenn es emotional gar nicht berührt. Es soll nur schaden. Das ist richtig. So wird da tatsächlich „gearbeitet“ - aber in jede politische Richtung hinein! Ok, wenn sie bei einem Rechten was finden, dann besonders.. Da hatte er durchaus einen Punkt, aber das war es dann auch schon…
Was der Typ sonst nämlich so verzapft, ist… nun ja, schon ziemlich daneben und nun WEIT weg von meiner politischen Gesinnung..
Was ihm aber speziell durch die Verhaftung und in der Haft selbst und in der Folge widerfahren ist, ist natürlich schon zu kritisieren und ziemlich übel… Zumal dann, wenn es darum geht, dass da jemand für sein kleines Kind da sein muss (sollte). Das ist schon bitter alles, verständlich..
Warum er genau „untergetaucht“ ist eine Zeit lang bzw. „auf der Flucht“ war, wie Holger meinte, ist mir übrigens sehr unklar geblieben. Das kam dann auch wieder etwas konfus rüber.. Aber sei’s drum..
Holger hat das jedenfalls prima gemacht. War interessant zuzuhören. Ich hatte eigentlich nicht vor, mir das komplett anzuhören, bin dann aber doch sehr interessiert dabei geblieben.
"Was man ihm vorwerfen kann? Nun, Shlomo hat sich über die Jahre in seinem Podcast immer weiter radikalisiert. Er benennt regelmäßig seine Feinde – meist sehr deutlich – und hat mehrfach sinngemäß gesagt: ‚Wenn wir dran sind, wird euch das Gleiche passieren.‘
Das ist ein klares Signal, dass er mit politischen Gegnern nicht gerade zimperlich umgehen will.
Angesichts der Repressionen, die er selbst erfahren hat, kann man seine Härte vielleicht teilweise nachvollziehen – aber gerade deshalb wäre es doch umso wichtiger gewesen, ihn im Interview kritisch zu hinterfragen. Mir hätte es besser gefallen wenn man da mehr rausgearbeitet hätte. Aber mir ist auch klar das es schwierig ist ohne Gegendarstellung der anderen Seite.
Der Shlomo redet wie ein Wasserfall. Wenn du nicht eingreifen würdest, landet er irgendwann noch bei Adam und Eva.
Das Ende mit seiner Knastfreundschaft mit dem Islamisten könnte glatt aus American History X stammen, wo der Rassist sich mit dem schwarzen Mithäftling anfreundet
Das ist ein Narrativ, den man erstaunlich oft bei der Causa hört und interessanterweise sogar teilweise aus seiner Bubble. Irgendwie ist es für viele Menschen wirklich total unproblematisch, dass jemand rechtlich verfolgt werden kann, weil er einen Koran verbrennt oder irgendwelche Meme-Songs abspielt. Dabei sollte in einem säkularen und funktionierenden Rechtsstaat eigentlich Konsens sein, dass das was Shlomo gemacht hat nicht mal ansatzweise eine strafrechtliche Verfolgung geschweige denn Verurteilung rechtfertigt.