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Folge 1: Akif Pirinçci


#82

Falsch. Solange es nicht irgendein winzig kleinen Indiz dafür gibt, dass es überhaupt ein besseres Wirtschaftssystem geben kann, ist diese Forderung einfach lachhaft. Ist ja nicht so, als würde das perfekte System schon existieren, aber man will es nicht umsetzen.

Und da bleibe ich bei einem System, dem die Umweltzerstörung auch völlig zu Unrecht angelastet wird, das mir Wohlstand und Freiheit garantiert wie kein anderes.


#83

Mit der selben Argumentation gäbe es heute keine Mikrochips: Hey! Röhren tuns doch auch, wozu weiter forschen?!?

Oder Solarzellen: Man kann ja einfach weiter Kohle in die Luft pusten

Oder modernen Buchdruck: Man kann Bücher ja auch einfach weiter abschreiben.

Deine Haltung ist rückständig.

Achso, Nestle holt sich äthiopisches Grundwasser aus reiner Menschenliebe, damit die armen Äthiopier es nicht selbst fördern müssen? Schade, dass die nicht die Kohle haben, sich das Wasser zu kaufen aber hey! Im Durchschnitt geht es mehr Menschen gut als vorher!

Oder der Dieselskandal: Da bescheißen Autohersteller in der Weise, dass die Wagen im normalen Betrieb mehr Abgase in die Umwelt lassen, als gesetzlich erlaubt. Aber who cares? Hauptsache, man kann Auto fahren, woll?

Und die Probebohrungen nach Öl in der Arktis? Klar kann man machen, Öl kann man schließlich gut verkaufen! Und hey, sooo groß ist das Risiko eines Unfalls ja nicht, als dass man realistische Chancen zur Problembehebung im Katastrophenfall bräuchte. Ist ja auch wirklich noch nie vorgekommen


#84

Und das sind nur ein paar Beispiele - es gibt noch eine Menge mehr, wo Unternehmen aus Umsatzgründen heraus enstcheidungen treffen, die aus ökologischer Perspektive katastrophal sind.


#85

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.


#86

@rldml

Bezogen auf meine Aussage:

Von dir abgeändert in:

Du würdest also eine Sache unterstützen, die deinen eigenen Interessen entgegenläuft?


#87

Komisch, daß man, sobald man den Kapitalismus in seiner aktuellen Form nicht gut findet, immer sofort Sozialist ist.
Die Sozialisten- und Kommunistenkeule wird doch eigentlich in Amiland bevorzugt geschwungen?
Healthcare für alle?! Kommunistensozialismus! :joy:

Hm? Die können doch billig Sojamilch einkaufen. Von den Sojafeldern, für die ein paar Hektar unnützer Regenwald weg mussten.

Naja, “bescheissen” ist so ein hartes Wort. Die Autohersteller können doch nichts dafür, wenn die rotgrünversiffte Politik solch total unrealistisch-utopische Grenzwerte einführt, nur damit das Leben auf diesem Planeten etwas länger möglich ist. Das ist lediglich aus alternativlosem Sachzwang heraus geschehen, wie hätte man sonst anständig Geld verdienen sollen?

Die Arktis ist gut, die Tiefsee ist noch besser!

Am Ende des Tages ist jedenfalls klar: Niemand macht für schnöden Mammon unseren Planeten kaputt!
So doof ist ja niemand, das würde ja schliesslich den eigenen Interessen entgegenlaufen. Oder?


#88

@Scumdog

Unterstützt du Sachen, die deinen Interessen entgegenlaufen? Und: Begrüßt du es gezwungen zu werden, Sachen zu unterstützen, die deinen Interessen entgegenlaufen?


#89

Wenn ich zwischen dem Interesse wählen muss, meinen finanziellen Wohlstand zu mehren und dem Interesse daran, weiterhin auf diesem Planeten (über-)leben zu können, dann muss ich mich zwangsweise für eines entscheiden.
Das gefällt mir natürlich nicht, denn begrüssen würde ich selbstverständlich idealerweise beides gleichzeitig. Geht dooferweise aber nicht :disappointed_relieved:

PS: Und ja, nenne mich einen sozialistischen Despoten, aber ich bin durchaus der Meinung, daß die Menschheit Zwang auf jene ausüben darf, die aus Eigeninteresse unseren Lebensraum zerstören wollen.


#90

“Darf” ist das Schlüsselwort. Da stimme ich dir zu. Nur sehe ich die Ablehnung des kapitalistischen Konkurrenzprinzips zwischen Gruppen und Individuen kritisch, zugunsten einer unterstellten kollektivistischen Richtigkeit im Handeln. Interessen sind aber subjektiv und facettenreich. Das führt zu einem unausweichlichem Konkurrenzkampf. Und das ist gut so!

Du nennst ein Beispiel, bei dem wir wahrscheinlich gar nicht weit auseinanderliegen. Das spielt für den beschriebenen Grundsatz allerdings keine Rolle.


#91

Auch dieser Zustand ist kein binärer. Es gibt nicht bloss “Konkurrenz” und “keine Konkurrenz”. Für Spielernaturen mag dieses ständige “sich-messen” bei allen Gelegenheiten und der Wettbewerb ja etwas motivierendes haben, für andere ist der “Totale Kapitalismus” vielleicht schlichtweg ermüdend. Dieses Spiel sollte einfach nicht jedem aufgezwungen werden, wo wir schonmal bei Zwängen sind.:wink: Wie immer geht es auch hier um Relationen und wie immer sind die Extrempositionen scheisse . Glücklicherweise tut sich ja aber mittlerweile was.


#92

Wieso “ständige sich-messen bei allen Gelegenheiten”? Um mich selbst zu zitieren:

Und weiter heißt es im zitierten Beitrag:


#93

Ja und? Ob man sich nun im Mannschaftssport mit anderen Teams misst, um gegen die dann “Ziele zu erreichen”, oder ob man sich als Einzelkämpfer versucht, das macht nun wirklich keinen Unterschied.

Das ist schön für dich. Und weiter?


#94

Du gehst mit allem d’accord, vertrittst keine eigenen Interessen und gehst in der Masse auf, oder was?

Wenn du keine Lust mehr hast zu diskutieren, sag es einfach.


#95

Relationen. Schwarz/Weiss. Du weisst schon.

Nein, aber du bist nunmal einfach nicht das Maß der Dinge.


#96

Ja.

Gott, das Leben kann so einfach sein, wenn das endlich mal in euren Schädel ginge, dass genau das (und nix anderes) die Definition von “Gemeinwohl” ist.

Gruß Ronny


#97

Du Sozialist !


#98

Genau! Jetzt hast du verstanden, warum es Konkurrenz geben muss. Du bist nicht das Maß aller Dinge. Ich bin nicht das Maß aller Dinge. Du hast Interessen. Ich habe Interessen. Du möchtest weniger Kapitalismus. Ich möchte mehr Kapitalismus oder wenigstens das jetzige Maß behalten. Du setzt dich für die Erfüllung deiner Ziele ein. Ich setze mich für die Erfüllung meiner Ziele ein. In anderen Punkten sind wir vielleicht wieder Verbündete. Welche übergeordnete objektive Instanz soll denn für uns entscheiden, welche Ziele es mehr wert sind erfüllt zu werden?

Das Gemeinwohl gehört demzufolge nicht zu deinen Interessen?


#99

Ich habe nie behauptet, daß die Menschen in Heititei-happyhappyjoyjoy-trauter Einigkeit im Lande der Regenbogeneinhörner in ewigem kollektiven Konsens miteinander leben können werden sollten sein. :smiley:
Ich sage nur, daß der Kapitalismus in seiner jetzigen Form das Konkurrenz- und Gegeneinander- Denken in ungesundem Maße befeuert.


#100

Ich fühle mich so schuldig

Du willst ein Beispiel?

Ich bin ein starker Verfechter deutlich höherer Steuersätze für alles, dass ohne staatliche Zuschüsse (Hartz IV, Wohngeld, usw…) zurecht kommt. Der Spitzensteuersatz sollte wieder auf den Wert vor Schröder gesetzt werden und die Vermögenssteuer muss so schnell wie möglich wieder erhoben werden.

Und das, obwohl dies eine Mehrbelastung für mich darstellen würde.

Jemand, der Ehrenamtlich seine Zeit in der Suppenküche steht, könnte mit seiner Freizeit sicher auch schönere Dinge machen, trotzdem bringt hier jemand dieses Opfer (und handelt damit faktisch entgegen seinen Interessen)

Gemeinwohl bedeutet, Dinge zu tun oder zu befürworten, die entgegen der eigenen Interessen stehen aber der Gemeinschaft als Ganzes einen Vorteil bringen. Für einen selbst bleibt nur das Gefühl, “was gutes” getan zu haben.

Ist echt schwer für dich zu begreifen, was?


#101

Eventuell könnte es daran liegen, dass deutsche Waffen- und Rüstungshersteller wunderbar und Jahrelang an der Lage in Syrien verdient haben indem sie allen Parteien Waffen verkauft haben.

Wir tragen sehr wohl eine große Rolle im Konflikt.
Übrigens machen wir das gerade wieder, dank der Rüstungsverträge mit der Türkei.
Die Türkei besetzt nun den Norden von Syrien und bekämpft dort Kurden, welche vorher noch für “uns” den IS bekämpft haben.

Wir sind für den Krieg mitverantwortlich - unsere Wirtschaft, die Wirtschaftsexporte und ganz viel Anteil haben unsere Politiker an diesem Krieg die trotz aller versprechen, keine Waffen in unsichere 3. Staaten einfach weiter Waffen nach Saudi Arabien, die Türkei uns weitere Kriegstreiber-Staaten verticken.

Wenns nach mir ginge müssten alle Politiker vors Gericht, welche solche Waffendeals anleihern und genehmigen - mit Gabriel würde ich direkt anfangen. Erst im Wahlkampf die große Fresse haben das unter Schwarz / Gelb so viele Waffen verkauft wurden und unter ihm dann nochmal ne Schippe drauf gelegt wurde.